Gastartikel: Die zerrissene Stadt

Ruine der Dresdner Frauenkirche

Der folgende Text erschien hier im Blog zunächst als Serie drei längerer Kommentare. Ich habe dazu entschlossen, einen Artikel daraus zu machen, da Kommentare durchaus etwas untergehen können. Der Autor Sven Borner betreibt selbst den Blog FreiHafen. Dieser Text entstand im Februar 2016. Die zerrissene Stadt – Teil 1 Kaum eine deutsche Großstadt ist über einen derartig langen Zeitraum und so kontrovers in den politischen und medialen Blickpunkt geraten wie Dresden. Was die Beobachter von außen, vor allem aber die Bevölkerung der sächsischen Landeshauptstadt eint, ist die Wahrnehmung eines tiefen, scheinbar unüberbrückbaren Risses zwischen sich unversöhnlich gegenüberstehenden Teilen der Gesellschaft. Bemühungen, zu…

… mehr

Die Einheitsfeier in Dresden zum Desaster machen – wie Pegida den Linksextremen die Arbeit abnahm

Let‘s crash their party! Die Einheitsfeier in Dresden zum Desaster machen – das war ursprünglich das Motto linker Gruppen. Geschafft hat es nun die Gegenseite, der Rest von Pegida. Wahrscheinlich sind die sogar noch stolz darauf. Die Aktion der Linken ging ja etwas unbeachtet unter. Ich selbst war nicht in Dresden, sondern beobachtete die Sache urlaubsbedingt aus dem bayrischen Asyl heraus. Dort drängte sich mir erstmalig der Eindruck auf, dass Pegidianer mit Linksradikalen möglicherweise mehr gemeinsam haben, als beiden Seiten bewusst ist. Es gibt mehrere Ähnlichkeiten. Beide Gruppen haben etwas gegen „die da oben“ und sie lehnen „das System“ ab. In…

… mehr

NABU und Grüne Liga sind gegen den Elberadweg Loschwitz – Wachwitz

Pillnitzer Landstraße, Radfahrer

Hatte August der Starke eigentlich gültige Umweltverträglichkeitsprüfungen für seine Bauprojekte vorliegen? Könnte er heute noch auch nur einen Fußweg an der Elbe bauen lassen? Müssen wir große Teile der Stadt wieder abreißen? Solche Fragen drängen sich auf, wenn man bei heutigen Bauprojekten sieht, von wie vielen Ämtern und Vereinen dazu jeweils Bestätigungen erforderlich sind, auf wie viele Meinungen und Einwände man eingehen muss und wie sich dadurch alles verzögert. Natürlich können solche Meinungen und Bestätigungen einen Sinn haben. Aber in manchen Fällen kann man daran verzweifeln. Beispielsweise wird seit Jahren … nein, inzwischen sogar schon seit Jahrzehnten über den Bau…

… mehr

Letzte Bilder vom Doberberg … ohne Staatsstraße S 177

Dresden, Elbhang, Blick zum Doberberg

Nein, ich will nicht gleich behaupten, der Doberberg, sei die schönste Stelle am Elbhang – da kenne ich noch ganz andere. Aber der Doberberg ist eine von den wirklich schönen Stellen am Elbhang. Und wahrscheinlich ist er vielen Menschen noch nicht einmal bekannt. Selbst Wanderer, die von sich behaupten, „Elbhang? Klar! Kenne ich.“, werden bei diesem Namen vielleicht passen müssen. Das liegt daran, dass der Doberberg das südöstliche, etwas entlegene Ende des Elbhanges ist. Geologen werden das vielleicht anders beurteilen, aber jeder Wanderer wird es so empfinden, wenn er erkundet, bis wohin der Jagdweg letztlich führt, oder wenn er den Schönfeld-Weissiger-Bergweg bis zum Ende geht. Dann kommt man…

… mehr

Warum Tempo 30 auf der Waldschlösschenbrücke keinen Nutzen für Fledermäuse hat

Seit einem Monat ist auf der berühmtesten Dresdner Brücke wieder Tempo 30-Befehl für die Nachtstunden angeordnet. Jedes Mal, wenn ich dort entlang fahre – und das geschieht nun doch öfter, als ich vor der Eröffnung dachte – jedes Mal denke ich über den Sinn dieser Geschwindigkeitsbegrenzung nach. Aber da gibt es gar nicht so viel nachzudenken, denn einen Sinn hat Tempo 30 dort nicht. Okay, für die Stadtkasse vielleicht dank der Blitzer, aber für Fledermäuse eher weniger. Und das liegt nicht daran, dass es dort gar keine Fledermäuse gibt – doch, die gibt es. Selbst eine Kleine Hufeisennase könnte sich…

… mehr

Wie Dresden durch die Grünen vor einer nichtvorhandenen Gefahr gerettet wird

„Kein Glyphosat auf Flächen der Landeshauptstadt Dresden“ fordert „Bündnis 90/Die Grünen im Dresdner Stadtrat“ in einem ihrer aktuell eingebrachten Anträge. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorn, denn so werden wir Dresdner endlich vor einer schlimmen, allgegenwärtigen Bedrohung geschützt. Glyphosat wird auf den städtischen Grünflächen in unglaublichen Mengen versprüht! Das wissen die Dresdner Grünen durch eine Anfrage vom 20.08.2015. Darin fragten sie, „wie viele Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat sowie weitere Pestizide“ auf kommunalen Flächen ausgebracht wurden. Die Antwort enthielt Angaben über erschreckend hohe Mengen: Etwa insgesamt 60 Liter solcher Stoffe werden jährlich in ganz Dresden verteilt! Darunter sind Fungizide (Pilzbekämpfungsmittel),…

… mehr

Dresden – Stadt des Irrsinns?

So steht es zumindest heute in der Sächsischen Zeitung. In dem mit „Stadt des Irrsinns“ betitelten Artikel schreibt Sandro Rahrisch, „dass an der Elbe leidenschaftlich zerstört, aber auch genauso sonderbar gebaut wird“. Sein Kollege Peter Hilbert beklagt im Kommentar dazu: „Vorschriften werden hier besonders geliebt“. Als Beleg für diese Selbstbemitleidung dient ihnen die Tatsache, dass Dresden schon sieben Mal von dem Satiremagazin „Extra 3“ besucht wurde, wobei stets ein Beitrag für deren Rubrik „Realer Irrsinn“ entstand. Teilweise war das auch sehr berechtigt von „Extra 3“. Der Unsinn mit dem Rückbau eines Radwegs in der Heide und die unvergessene Baggeraktion von…

… mehr

Die aktuellen Pegida-Forderungen sind undurchdacht, unklug formuliert, widersprüchlich, unrealistisch, bereits erfüllt oder gehen am Problem vorbei

(Das ist eine Auslagerung aus dem vorhergehenden Artikel) Pegida-Forderungen im Wandel der Zeit: Es begann im Dezember 2014 mit dem „aus dem vorhergehenden Artikel“, dann kamen am 12. Januar die „aus dem vorhergehenden Artikel (an unsere Politiker)“ sowie die „aus dem vorhergehenden Artikel von ‚United States of Europe’“. Am 15.Februar klebte Lutz Bachmann seine „aus dem vorhergehenden Artikel“ an die Kirchentür und später am 11. August verkündete Tatjana Festerling „aus dem vorhergehenden Artikel (an die deutsche Asylpolitik)“. Die jüngsten 10 Forderungen sind leider teilweise unklug formuliert oder irgendwie undurchdacht, einige sind widersprüchlich, manches ist unrealistisch oder geht am Problem vorbei…

… mehr

Zum Jahresbeginn ein paar konstruktive Verbesserungsvorschläge für Pegida

Dieser Artikel ist doch hoffentlich Satire? Ich mache hier nicht ernsthaft Vorschläge für Pegida? Doch, das folgende ist tatsächlich ernst gemeint. Und nein, ich habe keineswegs irgendwelche Seiten gewechselt. Aber wenn es irgendwie dazu beitragen kann, diesen unerträglich festgefahrenen Zustand in Dresden zu beenden, wenn es vielleicht helfen kann, dass meine Heimatstadt im Rest der Welt nicht mehr als die „Hauptstadt der Bewegung“ wahrgenommen wird – warum nicht? Die folgenden Überlegungen darf der erstbeste hier mitlesende Pegida-Sympathisant dem Lutz als eigene Idee verkaufen, der Text steht sozusagen unter Creative Commons – ich lege wenig Wert auf Urheberrecht oder auf eine…

… mehr

Tatjana Festerlings Rede war selbstverständlich kein Aufruf zu einer Straftat. Könnte aber so verstanden werden.

Quasi als Kontrapunkt zum Fest der Liebe habe ich mir in den letzten Tagen doch einmal die letzte Rede Tatjana Festerlings bei Pegida angetan. Mein Fazit: Wenn demnächst wieder einmal jemand ein Asylbewerberheim anzündet, kann er sich damit herausreden, durch sie auf diese Anregung gekommen zu sein: „… und es ist natürlich und es ist edel, die eigene Heimat zu verteidigen. Ja und Himmerherrgottnochmal selbstverständlich auch mit Methoden, die der weichgespülte moralisierte Mainstream für nicht anständig hält. Scheiß auf diesen Anstand, der uns durch den Tugendterror der Linken und Grünen und den Duckmäusern und den Sozialisten in den Medien in Dauerschleife vorgekaut…

… mehr