Wie Glyphosat Bienen und Insekten tötet

Unsere neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zeigt sich genauso kompetent wie ihre Vorgängerin Barbara Hendricks. Sie erklärte, den Einsatz von Glyphosat in der deutschen Landwirtschaft spätestens 2021 beenden zu wollen. Denn

das Insektensterben nehme massiv zu. Sie stimme Landwirtschaftsministerin Klöckner darin zu, dass Bienen systemrelevant seien. Zusammen mit ihr wolle sie deshalb dafür sorgen, dass es draußen weiter brumme. (Quelle)

Wer sich mit dem Thema auskennt, fragt sich bei solchen Äußerungen automatisch, wie denn Insekten durch ein Herbizid bedroht sein könnten, also durch ein Mittel, welches nur gegen Pflanzen wirkt? Glyphosat hat gegenüber älteren Herbiziden den Vorteil, keine bekannten Nebenwirkungen auf andere Organismen zu haben. Aber Glyphosat muss selbstverständlich am Insektensterben schuld sein, genauso wie am Aussterben der Bienen. Die Mehrheit der Bevölkerung scheint das zu denken, nachdem es von NGOs und Journalisten lange genug behauptet wurde. Und wir leben nun einmal in einer Demokratie, wo das gemacht wird, was die Mehrheit will. Also muss das insektenschädliche Glyphosat weg. Auf keinen Fall kann es nach der Minderheit von Experten und Landwirten gehen, die darüber besser Bescheid wissen – wo kämen wir denn da hin?

Wieso sind Bienen und andere Insekten durch Glyphosat angeblich gefährdet? Es vernichtet zwar nur Pflanzen, aber laut vorherrschender Meinung sind diese die Nahrung für unsere bedrohten Bienen und aller anderen Insekten. Anscheinend denken die Leute, alle Insekten ernähren sich wie Bienen von Blüten, also von Nektar oder Pollen. Anscheinend denken die Leute auch, alles was vor der Aussaat auf Feldern wächst, trägt nahrhafte Blüten. Beides stimmt aber nicht. Nur die wenigsten Insekten fressen Pollen, Nektar oder andere Blütenteile. Auf Feldern blüht vor der Aussaat nichts. Nebenbei bemerkt sterben die Bienen auch nicht aus.

Mir fiel es jetzt in der Osterzeit bei Wanderungen auf: Es war meist noch kühl, nur wenige erste Insekten waren schon aus dem Winterschlaf erschienen, von Bienen noch keine Spur, aber die meisten Felder waren bereits bestellt. Insekten wären also schon zu spät dran, von dem angeblich so nahrhaften Bewuchs der Felder fressen zu können. Den hatten die Bauern schon beseitigt. Es war gar nicht so leicht, noch ein paar unbestellte Ackerflächen zu finden. Hier ist eine davon. Ein absolutes Bienenparadies! Blüten, wohin man blickt!

Feld, ungpflügt

Nein, das sind natürlich keine geeigneten Flächen für Bienen. Höchstens für Kellerasseln, Tausendfüßler, Regenwürmer und andere Lebewesen, die sich von Pflanzenresten ernähren. Das waren jetzt zwar keine Insekten, aber jedenfalls: Hier blüht nichts. Es blüht in dieser Jahreszeit auch nichts auf anderen Flächen, wie Feldrändern und Weiden

Feldrand

Das einzige, was jetzt schon in größeren Mengen blüht, sind zum Beispiel die Weidenkätzchen. Wir haben in der Schule gelernt, dass diese Blüten die erste wichtige Nahrung der Bienen im Jahr sind. Niemand hat aber je gehört, Unkraut auf den Feldern wäre eine wichtige Bienennahrung. Weil es ja auch nicht so ist. Das, was dort so herum steht, ist für Insekten völlig uninteressant. Der Bauer muss es aber beseitigen. Und dafür hat er, neben Methoden der Unkrautvermeidung, hauptsächlich zwei Möglichkeiten.

Die eine ist Pflügen. Eine alte bewährte Methode mit mehreren Nachteilen. Sie schädigt die Bodenfauna, also hauptsächlich Regenwürmer, Kellerasseln und Tausendfüßler, sie setzt CO2 frei, sie fördert die Erosion und sie benötigt deutlich mehr Treibstoff. Man hat deshalb schon lange versucht, pfluglose Methoden der Bodenbearbeitung zu finden. Deshalb gibt es die zweite Methode: Ein Herbizid verwenden, üblicherweise Glyphosat. Nachteile: Keine. Vorteile: Beseitigt nur Pflanzen, danach ist es biologisch abbaubar.

Aber wie gesagt: Frau Schulze hat gesagt, Glyphosat sei für Bienen und andere Insekten trotzdem schädlich. Und sie muss es ja wissen, schließlich wäre sie sonst nicht Bundesumweltministerin geworden. Auf solche Posten kommt man bekanntlich nur mit dem nötigen Fachwissen. Also weg mit diesem Glyphosat!

Wenn dieser Bewuchs, den Bauern im Frühjahr mit Glyphosat oder mit Pflügen beseitigen müssen, für Insekten so wichtig ist (auch wenn sie in der Zeit noch in der Winterruhe sind), dann ist logisch absehbar, was Bundesumweltministerin Schulze in ihrer Amtszeit außerdem noch verbieten wird: Das Pflügen.

Feld, gepflügt

Pflügen: Wird bis spätestens 2021 verboten.

27 Kommentare:

  1. „Tilling the Soil is the equivalent of an earthquake, hurricane, Tornado and forest fire occuring simultaniously to the World of soil organism“ sagt der amerikanische Bodenspezialist Don Tyler. Aus Sicht der Bodenbiologie ist Pflügen wie ein Erdbeben, Hurricane, Tornado und Buschfeuer und das alles gleichzeitig. Zur Bodenbiologie gehören auch Insekten und Insektenlarven. Eine ungestörte Bodenstruktur mit Mulchauflage ist ein optimaler Lebensraum für derartiges Getier. Der Pflug zersört nicht nur diesen Lebensraum sundern vergräbt mit dem Organischen Material auch die Nahrungsgrundlage für die Regenwürmer. Die Regenwurmpopulation ist direkt abhängig von dieser Nahrungsgrundlage. Die stabilere Bodenstruktur bei Verzicht auf Bodenbearbeitung ermöglicht bei einer Winterbegrünung auch eine Winterbeweidung mit Schafen. Deren Kot ist wiederum Lebensraum für Insekten und Larven. Was ich damit sagen will: Das Problem „Insektensterben“ ist hochkomplex und die Landwirtschaft wird Ihre Werkzeuge hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkung auf den Ideologiefreien Prüfstand stellen müssen. Der Pflug wird dabei sicherlich nicht gut abschneiden. Sollte Glyphosat verboten werden,
    sind wir gezwungen, das was wir als Betrieb in 14 Jahren Direktsaat an Bodenbiologie, Regenwurmpopulation, auch Pflanzengesundheit aufgebaut haben, innerhalb weniger Jahre durch Unkrautbekämpfung mit Bodenbearbeitung wieder zu zerstören und den Boden der Erosion auszusetzen, die wir auf Null reduzieren konnten.

  2. Du Schreibst: „Glyphosat hat gegenüber älteren Herbiziden den Vorteil, keine bekannten Nebenwirkungen auf andere Organismen zu haben. Aber Glyphosat muss selbstverständlich am Insektensterben schuld sein, genauso wie am Aussterben der Bienen.“ Der erste Satz ist eine These, der zweite eine scheinbare Ironie. Ich denke zu deiner These im ersten Satz: Glyphosat ist sehr wohl als giftig für andere Organismen nach den gesetzlichen Vorgaben eingestuft und wird vom Hersteller auch mit dem Symbol „toter Fisch im Wasser“ GHS09 „umweltgefährlich“ gekennzeichnet. Zu Satz 2: Die direkte und indirekte Wirkung auf Bienen lässt sich prinzipiell empirisch, d.h. experimentell nachweisen. Dann ist eine „sachliche begründete“ Entscheidung möglich.

  3. Hermann Färbers

    Die Gefährlichkeit für Fische ergibt sich aber nicht dadurch,das es auf Ackerböden ausgebracht wird.
    Dort wird es nämlich nachweislich nicht ausgewaschen.
    Vielmehr es in anderen Teilen dieser Welt auch auf Wasserflächen ((Seen) zugelassen, um zB,. Hafeneinfahrten von wuchernden Wasserpflanzen frei zu halten.
    Das ist der Hintergrund für die Gefährlichkeit bei Fischen.

  4. @ Miachael: Warum sollte es eine These sein, wenn ich schreibe „Glyphosat hat gegenüber älteren Herbiziden den Vorteil, keine bekannten Nebenwirkungen auf andere Organismen zu haben“? Es hat nun einmal keine bekannten Nebenwirkungen auf andere Organismen. Das hat man ausgiebig untersucht, es ist erwiesenermaßen so. Und ja, fein erkannt, der zweite Satz „Aber Glyphosat muss selbstverständlich am Insektensterben schuld sein, genauso wie am Aussterben der Bienen“ ist Ironie.

    Glyphosat funktioniert, indem es einen Stoffwechselvorgang blockiert, der nur in Pflanzen vorkommt. Auf Tiere hat es dadurch keine Wirkung.

  5. Glyphosat ist nur ein, wenn auch ein wesentlicher, Bestandteil der ausgebrachten Agro-Chemikalien. Das Problem dürften auch die Pflanzen bzw. das Saatgut sein, das mit dem Glyphosat im Doppelpack verkauft wird. Roundup mit Roundup Ready Pflanzen. Nur sind die Insekten eben nicht Roundup Ready. Und unsere Darmflora auch nicht. So gibt es auch eine Korrelation zwischen dem Anstieg von GVO und Autismus.

  6. …und natürlich gelangt es in Flüsse nahe von Ackerflächen. Vor Allem auch, wenn die Besprühung mit Hubschraubern erfolgt. Und es entstehen sogenannte Superunkräuter, die sich gerüstet haben. Die Flora verändert sich durch den Einsatz.

  7. @ B.O.: 1. Roundup Ready Pflanzen sind gentechnisch veränderte Pflanzen, die gegen Glyphosat resistent sind. Die und alle anderen GV-Pflanzen sind in Deutschland aber gar nicht zugelassen. Bei uns gibt es keine Gentechnik auf den Feldern. Bei uns wird also nichts im Doppelpack verkauft. Aber selbst wenn diese Pflanzen hier zugelassen wären: Das Glyphosat wäre dann immer noch dasselbe, welches so oder so keinen Einfluss auf Insekten hätte.

    2. Besprühung mit Hubschraubern: Ein Landwirt müsste schön blöd sein, so etwas zu tun. Erstens, weil ein Hubschrauber viel zu teuer ist, zweitens weil er mit seinen Rotoren die Luft nach unten wegbläst und das Glyphosat damit sonstwohin verblasen würde. Landwirte wollen Glyphosat aber ganz definiert und gleichmäßig auf ihren Feldern haben und zwar nur dort. Denn die ausgebrachtehn Substanzen kosten ja Geld. In Deutschland wird Glyphosat ausschließlich mit Traktoren ausgebracht, mit Düsen, die direkt über den Pflanzen sprühen.

    3. Superunkräuter entstehen nicht speziell durch Glyphosat, sondern sie sind ein allgemeiner evolutionärer Effekt, der bei jeder Unkrautbekämpfungsmaßnahme einsetzt. Resistenzbildungen sind so alt wie die Landwirtschaft.

  8. @Frank: Ich beziehe mich nicht auf die Situation in Deutschland.
    1a) „Das Glyphosat wäre dann immer noch dasselbe, welches so oder so keinen Einfluss auf Insekten hätte.“
    Roundup besteht nicht nur aus Glyphosat! Bitte nicht gleichsetzen.
    1b) Auch wenn es bei euch keine Gentechnik auf den Feldern gibt, werden genveränderte Pflanzen in der Landwirtschaft verfüttert und diese enthalten sehr wohl Glyphosat-Rückstände.
    2. In Nord- und Südamerika, aber auch in Australien ist das Versprühen mit Hubschrauber Praxis, aber auch in der Schweiz:
    In der Schweiz werden Rebhänge mit Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden besprüht:
    „Wenige Kilometer bachabwärts rattert ein Heli vom Typ Lama flach über die Rebhänge. Die Maschine der Unterwalliser Fluggesellschaft Air-Glaciers zieht eine dichte Sprühwolke hinter sich her – Strassen und Büsche werden gleich mit eingenebelt. Den Spritzdüsen des speziell für die Landwirtschaft umgerüsteten Helikopters entströmt ein Cocktail aus Chemika­lien, welche Schädlinge töten und die empfindlichen Reben vor Pilzbefall schützen sollen. Mehrere solcher Fluggeräte hat das Unternehmen für diesen Zweck im Einsatz.“
    https://www.blick.ch/incoming/2200-tonnen-herbizide-fungizide-und-insektizide-in-der-landwirtschaft-pro-jahr-im-einsatz-so-verseuchen-wir-die-schweiz-id6781222.html
    3) „Superunkräuter entstehen nicht speziell durch Glyphosat“
    -> Nein, nicht speziell, aber vor Allem, weil Glyphosat ein Breitband-Herbizid ist und darüber hinaus das am häufigsten angewendete.
    „Es ist die biologisch wirksame Hauptkomponente einiger Breitband- bzw. Totalherbizide und wurde seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre von Monsanto als Wirkstoff unter dem Namen Roundup zur Unkrautbekämpfung auf den Markt gebracht. Weltweit ist es seit Jahren der mengenmäßig bedeutendste Inhaltsstoff von Herbiziden. Glyphosatprodukte werden mittlerweile von mehr als 40 Herstellern vertrieben.“
    „Mehr als die Hälfte der Bauern in den USA hat bereits Probleme mit Superunkräutern. Sie sind resistent gegen das meistverbreitete Herbizid Glyphosat des Herstellers Monsanto. Die Antwort der Industrie darauf: neue Gentech-Pflanzen und noch mehr Gift.“
    https://www.srf.ch/news/wirtschaft/superunkraeuter-wachsen-monsanto-ueber-den-kopf

  9. …und unterhalb der obgenannten Rebberge fliesst die Rhône und trägt die Chemikalien ins Mittelmeer:

    Die Rhône mündet bei der Ortschaft Bouveret in den Genfersee und verlässt diesen in Genf und fließt weiter Richtung Lyon. Die Rhone passiert Lyon, Valence und Avignon. Nördlich von Arles verzweigt die Rhone, nach Westen verläuft die Petit Rhône und mündet in den Golfe du Lion. Die Grand Rhône, der Hauptarm, mündet westlich der Hafenstadt Marseille in den Golfe du Lion.

  10. Und „Resistenzbildungen sind so alt wie die Landwirtschaft.“

    und Beratungsresistenz so alt wie die Menschheit.

  11. „Studien an Ratten haben ergeben, dass sich Glyphosat negativ auf das Hormonsystem auswirkt, so zum Beispiel auf das männliche Hormon Testosteron. Bei weiblichen Ratten wurde durch Glyphosat die Bildung eines Östrogens gehemmt. Negative Auswirkungen hat Glyphosat auch auf die Schwangerschaft und den Fötus.
    Schon eine kleine Menge reicht aus

    Sollte Glyphosat auch das menschliche Hormonsystem beeinflussen, dann könnte jede noch so kleine Aufnahmemenge ein potenzielles Gesundheitsrisiko darstellen, warnen Fachleute. Es existieren bereits Studien über mögliche Schäden durch „Roundup“ beim Menschen: In den großen Soja-Anbaugebieten in Südamerika werden immer häufiger missgebildete Kinder geboren – es könnte ein Zusammenhang zu dem Unkrautbekämpfungsmittel „Roundup“ bestehen, das zu großen Teilen Glyphosat enthält.“

    -> https://www.swr.de/natuerlich/glyphosat-studie/-/id=100810/did=11575514/nid=100810/pr2j6z/index.html

    -> https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/umweltgifte/Glyphosat-und-Krebs-Report.pdf

  12. In den großen Soja-Anbaugebieten in Südamerika häufen sich Berichte über Missbildungen bei Neugeborenen. Eine Studie aus Paraguay ergab für Frauen, die in einem Radius von einem Kilometer zu Glyphosat-besprühten Feldern leben, eine zweifach erhöhte Wahrscheinlichkeit, ein fehlgebildetes Kind zu gebären 12. Im Laborversuch zeigten sich Missbildungen bei Frosch- und Hühner-Embryonen, die Glyphosat-haltigen Herbiziden ausgesetzt wurden 13.
    Sowohl Glyphosat als auch AMPA wirken im Laborversuch „genotoxisch“, das bedeutet, sie beeinflussen die Fähigkeit der Zelle, ihre DNS exakt zu kopieren und zu vervielfältigen. Dies führt potenziell zu genetischen Mutationen und einem erhöhten Krebsrisiko.

    12 Benítez-Leite S, Macchi ML & Acosta M (2009) Malformaciones congénitas asociadas a agrotóxicos [Congenital malformations associated with toxic agricultural chemicals]. Archivos de Pediatría del Uruguay Vol 80 pp237-247.
    13 Paganelli A et al (2010) Glyphosate-Based Herbicides Produce Teratogenic Effects on Vertebrates by Impairing Retinoic Acid Signaling Chemical Research in Toxicology Vol 23 pp 1586-1595

    http://www.landwende.de/artikel/typ/2/rubrik/4/artikel/42-glyphosat-im-menschlichen-koerper.html

  13. Und im Video unten sehen Sie sogar, wie in Deutschland Pestizide per Hubschrauber ausgebracht werden:

    „Ein Landwirt müsste schön blöd sein“ -> sagen Sie es denen!

    https://www.swr.de/natuerlich/glyphosat-studie/-/id=100810/did=11575514/nid=100810/pr2j6z/index.html

  14. @ B.O.: Zitat „Ich beziehe mich nicht auf die Situation in Deutschland“ – ja, ich mich aber. In meinem Artikel geht es ausdrücklich um die deutsche Umweltministerin, ihre Meinung zu Glyphosat in Deutschland und ihre unsinnige Begründung mit dem Insektenschutz. Es wäre ganz toll, wenn wir hier beim Thema bleiben könnten.

    Trotzdem noch dazu: Dein Hubschraubereinsatz in der Schweiz ist ein gleich zweifach unsinniger Vergleich. Erstens, weil es da vielleicht um sehr steile Hanglagen geht, die man anders schlecht besprühen kann. In jedem normalen Weinhang sprüht man Fungizide mit normalen (billigeren) Methoden. Und ohne Fungizideinsatz funktioniert Weinanbau nicht, es sei denn, man nimmt große Ernteausfälle in Kauf. Zweitens ist der Vergleich Unsinn, weil man im Weinanbau niemals Glyphosat verwendet. Dadurch würden sämtliche Reben eingehen. Beim Weinanbau werden Insektizide benötigt (Reblaus) und Fungizide (Mehltau). In dem SWR-Video aus dem letzten Kommentar ist auch von einer Weinanbau-Gegend die Rede. Glyphosat kann da also unmöglich mit enthalten sein. Und von diesem Mittel ist auch im ganzen Video keine Rede, nur allgemein von Pestiziden.

    Thema Superunkräuter: Welche gibt es denn da in Deutschland? Und welche davon sind glyphosatresistent? Viel Spaß bei der Recherche! Die Situation in den USA ist überhaupt nicht mit der in Deutschland vergleichbar, denn dort wird viel Soja angebaut. Bei uns so gut wie gar nicht. Bei Soja muss man teilweise auch nach dem Keimen gegen Unkraut vorgehen, weshalb man GV-Soja mit Glyphosatresistenz herstellt, welches die Besprühung überlebt. Dort haben sich auch resistente Unkräuter entwickelt. Bei uns in Deutschland (und in der gesamten EU) gibt es aber keine Nutzpflanzen, die nach dem Keimen noch mit Glyphosat besprüht werden. Es wird nur vor der Aussaat angewendet (und auch nicht in jedem Fall). Sollte ein Bauer dabei entdecken, dass es einige Unkräuter überlebt haben, kann er immer noch mit dem Pflug drüber gehen. Deshalb haben Superunkräuter bei uns auch kaum Entwicklungschancen.

    Thema gefährliche Beimischungen: Ja, gibt es. Bzw. gab es. Zum Beispiel hat man bei einigen Glyphosat-Mischungen festgestellt, dass die enthaltenen Netzmittel (Tallow Amine) gefährlich für Amphibien sind. Die sind deshalb bei uns verboten. Ähnliche Untersuchungen hat man auch für Insekten durchgeführt. Auch für Bienen. So etwas würde man dann auch verbieten, wenn man etwas finden würde. Was aber meines Wissens noch nicht passiert ist.

    Letztes Thema: Missbildungen bei Neugeborenen in Südamerika. Falls davon welche auf Pestizide zurückgehen, hat das mit mangelndem Arbeitsschutz zu tun. Ob es aber speziell an Glyphosat liegt, konnte nie bewiesen werden, es kommen ja noch alle möglichen weiteren Mittel zum Einsatz. Das ist aber überhaupt nicht auf Deutschland übertragbar, hier herrschen sehr hohe Arbeitsschutzanforderungen.

    Also bitte beim Thema bleiben! Es geht hier um Frau Schulzes unsinnige Erklärung, Insektenschutz durch Glyphosatverbot erreichen zu wollen. Thomas Sander hat im ersten Kommentar hier beschrieben, welche positiven Wirkungen er mit Glyphosat für die Bodenfauna erreicht hat. Ein Glyphosatverbot hätte bei uns überwiegend negative Effekte.

  15. Beratungsresistenz ist weit gefährlicher als Herbizidresistenz.

  16. „Missbildungen bei Neugeborenen in Südamerika. Falls davon welche auf Pestizide zurückgehen, hat das mit mangelndem Arbeitsschutz zu tun“

    -> Die Anwohner sollen sich schützen?!

  17. Zitat „Ich beziehe mich nicht auf die Situation in Deutschland“ – ja, ich mich aber.

    Schön. „Auf keinen Fall kann es nach der Minderheit von Experten und Landwirten gehen“

    Um nur auf eine der unzähligen obgenannten Studien NOCHMALS zu verweisen.

    Dann sind also die Forscher von der Uni Landau für Sie keine Experten:

    siehe Video-Beitrag:

    https://www.swr.de/natuerlich/glyphosat-studie/-/id=100810/did=11575514/nid=100810/pr2j6z/index.html

  18. Wenn Sie die obgenannten Studien nicht studieren wollen, hier eine empfehlenswerte Doku:

    https://www.youtube.com/watch?v=3ivpJx3gkMY

  19. Zitat „-> Die Anwohner sollen sich schützen?!“ Man kann natürlich alles absichtlich missverstehen. Gemeint ist logischerweise, dass diejenigen, die dort Pestizide aus Flugzeugen versprühen, Arbeitsschutzgrundlagen einhalten sollen. Also keine Pestizide in der Nähe von bewohnten Gebäuden versprühen.

    Die Forscher der Uni Landau sind durchaus Experten, allerding ist das, was die Medien aus ihren Forschungen machten, völlig übertriebene Panikmache. Glyphosat im Urin? Kein Problem, weil a) die gefundene Dosis völlig belanglos ist und b) eine körperfremde Substanz in den Urin auch hinein gehört. Der Fremdstoff wird als solcher vom Körper in den Nieren ausgefiltert und mit dem Urin ausgeschieden. Genauso soll es ablaufen. Im Urin sind noch ganz andere Sachen mit drin.

    Zu dem ARTE-Film „Tote Tiere – kranke Menschen“: Den kenne ich schon. Manchmal kommt auf ARTE auch ausgemachter Schwachsinn, der hier sogar eindeutige Falschaussagen enthält: Im Seralini-Abschnitt wird behauptet: Vertreter der „Gen“-Industrie hätten viel dafür getan, zu verschleiern, dass ihre Pflanzen gegen Glyphosat resistent sind. Nein, haben sie nicht, denn das sind allgemein bekannte Tatsachen. Die klar beschriebene Funktionsweise von Glyphosat und der dazu passenden GV-Pflanzen ist öffentlich verfügbar (Wikipedia u.a.). „Seralini hat Langzeitstudie durchgeführt“ … nun ja, dazu muss „Langzeit“ aber neu definiert werden, denn mit Langzeit hatte sein Rattenversuch absolut nichts zu tun. Der „Rückzug der Studie zog einen Aufschrei von Wissenschaftlern weltweit nach sich“ …. es war eher so, die VORSTELLUNG seiner Studie einen Aufschrei hervorrief, weil sie so unwissenschaftlich war. Größtenteils war die weltweite Wissenschaft eher beruhigt, als Seralini das wieder zurück zog. Seralinis Studie ist schon deshalb schlecht, weil man mit ihr genausogut das Gegenteil beweisen kann: Trink jeden Tag Glyphosat und Dein Krebsrisiko sinkt. Sehr gut erklärt wird das hier (etwa ab 12:00 min).

    Was im Film auch „beeindruckend“ ist: Der Landwirt Mario Kuder aus Sachsen beobachtet also seit mehr als fünf Jahren ein unerklärliches Rindersterben bei sich auf dem Hof. Und da kommt der nie auf die Idee, einmal das Futter zu wechseln? Ist er gezwungen, GV-Soja aus Südamerika zu verfüttern? Gibt es kein Futter für Rinder aus Europa? Zumal Soja eigentlich hauptsächlich an Schweine und an Geflügel verfüttert wird.

    So und nun noch einmal: Hier geht es nicht um angeblich durch Glyphosat sterbende Rinder oder um Urin-Inhalte oder um Hubschraubereinsatz, sondern um einen angeblichen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Insektensterben. Darüber können wir gern diskutieren. Sollte ich hier aber weiter mit themenfremden Kommentaren zugespammt werden, mache ich von Punkt 3 Gebrauch.

  20. Die schon erwähnte Landwirtschaftsministerin Klöckner sagte übrigens

    Für mich ist klar: Was der Biene schadet, muß vom Markt.

    Und meinte damit zweifellos Glyphosat.
    Passend zum Thema brachte die FAS einen Faktencheck : „Stirbt die Biene wirklich?“, leider hinter einer Bezahlschranke. Betrachtet wird u.a. eine Studie der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung:

    Wir haben genügend Daten, daß wir zeigen können, daß es das Bienensterben gibt- und auch das Artensterben generell.

    Weiter die

    FAS: Die Forscher stellten fest, daß die Biomasse der Fluginsekten in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 um unfaßbare 76% zurückgegangen ist.

    Frank : Nebenbei bemerkt sterben die Bienen auch nicht aus.

    Die Wildbienen leider schon. Die Rote Liste vom Bundesamt für Naturschutz zählt u.a. auf:
    Ausgestorben 39 Arten
    Vom Aussterben bedroht 31
    Stark gefährdet 78
    Die Ursachen sind in

    … immer intensiveren Eingriffen des Menschen in natürliche Kulturökosysteme zu suchen.

    So die Senckenberger.

    FAS : Während die kleinbäuerliche Landwirtschaft für Vielfalt gesorgt und damit unzähligen Bienenarten ein Auskommen ermöglicht habe, sei die industrielle Landwirtschaft die Hauptursache für den Rückgang.

    Zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft will keiner zurück. Vielleicht bieten unbewirtschaftete Randstreifen, kombiniert mit der Bewirtschaftung nach den Erfahrungen von Thomas Sander (Danke für den informativen Kommentar) eine Lösung für die Wildbienen.
    Zum Abschluß : Der Sexflug einer Bienenkönigin

  21. Diese Angabe der FAS

    FAS: Die Forscher stellten fest, daß die Biomasse der Fluginsekten in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 um unfaßbare 76% zurückgegangen ist.

    geht doch garantiert wieder nur die eine einzige Quelle, die Erfassung der Krefelder Entomologen im Orbroicher Bruch zurück. Ich hatte das hier einmal genauer vorgestellt. Da ist durchaus Skepsis angebracht.

    Thema Wildbienen: Ja, die scheinen durchaus bedroht zu sein. Aber es wird ja immer behauptet, die Honigbiene stürbe aus. Das wird seit Jahrzehnten behauptet. Ich selbst habe das auch lange mit nachgeplappert. Eines Tages wurde ich dann stutzig, weil ja immer noch Bienen da waren. Die hätten doch eigentlich längst ma ausgestorben sein müssen! Aber Wildbienen sind u.a. auch durch die Konkurrenz von Honigbienen bedroht. Das ist ein komplexes Thema.

    Thema kleinbäuerlichen Landwirtschaft: Ich bezweifle, dass früher mehr Artenvielfalt wegen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft existierte. Ich vermute, dass die Kleinbauern damals lediglich zu arm waren, sich Pflanzenschutzmittel kaufen und ihre Felder effektiver bewirtschaften zu können. Wahrscheinlich hätten die Kleinbauern in der ach-so-guten alten Zeit auch lieber Glyphosat billig aus China eingekauft, statt mühsam zu pflügen oder zu jäten. Und wahrscheinlich hätten sie ihren Gewinn auch damals schon gern mit ertragreicheren Getreidesorten von Monsanto & Co. gesteigert.

    Nebenaspekt: Der „Sexflug einer Bienenkönigin“ – das sind wirklich interessante Aufnahmen. Interessant ist aber auch, dass er aus dem Film „More than honey“ stammt, welcher die Quelle für das Märchen ist, in China gäbe es keine Bienen mehr. In dem Film wurde gezeigt, dass wegen angeblich ausgestorbener Bienen in China die Äpfelbäume von den Bauern per Hand bestäubt werden müssten. Wahr ist aber: Gezeigt wurde dort eine Zuchtplantage, in der man absichtlich per Hand bestäubte, um kontrolliert zwischen den Blüten Bestäubungen durchühren zu können. Aus China gibt es aber wachsende Obst- (u.a. Apfel-) und Honig-Exporte. Das wäre ohne Bienen schlecht möglich. Wahr ist: Selbst in China gibt es wachsende Bestände von Honigbienen. Was möglicherweise eine Gefahr für chinesischen Wildbienen sein könnte …

  22. Reinhold Bethe

    Sollte Glyphosat in Deutschland verboten werden schert sich der Rest einen Scheiß darum. Die Gentechnisch veränderten Futtermittel ( Mais und Soja) kommen trotzdem nach Europa und Stoffe aus gentechnisch veränderter Baumwolle kommen trotzdem in Europa auf den Markt. Hier in Westeuropa wo exakt mit solchen Produkten umgegangen wird und bei fehlerhafter Anwendung die Flächenprämie der Ackerbauern (ca. die Hälfte des Einkommens) auf dem Spiel steht. Wo die Spritze regelmäßig (ähnlich wie der „TÜV“ beim PKW) kontrolliert werden muß, Wo keine Flächen die eine Gefahr für den Abfluss von Oberflächenwasser darstellen behandelt werden dürfen sind nicht vergleichbar mit Regionen in denn ganze Dörfer mit Hausgärten und offenen Trinkwasserseen und -bächen per Flugzeug übergesprüht werden.

  23. Frontscheiben lügen nicht

    Frank : Thema kleinbäuerlichen Landwirtschaft: Ich bezweifle, dass früher mehr Artenvielfalt wegen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft existierte. Ich vermute, dass die Kleinbauern damals lediglich zu arm waren, sich Pflanzenschutzmittel kaufen …

    Letzteres kann ich bestätigen, ich habe meine Sommerferien dort zugebracht. Und die Artenvielfalt habe ich einfach erlebt. Hier eine hypothetische Kausalität herzustellen ist müßig.
    Die Gegenprobe zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft bietet ein Spaziergang in Mecklenburg: rechts 30ha Mais, links 20ha Kartoffeln. Die beobachtete InsektenFauna hält sich in Grenzen.
    Als Kontrastprogramm haben wir ja immer noch einen SommerUrlaub im Spreewald.

    Frank : Aber Wildbienen sind u.a. auch durch die Konkurrenz von Honigbienen bedroht. Das ist ein komplexes Thema.

    Logo, sind sie doch Nahrungskonkurrenten; aber ein sehr interessanter Aspekt. M.W. haben das Insektenforscher noch nicht im Focus gehabt.
    Aber ich denke, wir sind uns einig, daß es früher mehr Artenvielfalt gab. Und mehr Insekten. Das zeigt m.E. auch die Krefelder Studie. Das Kritteln an der Methodik der Probennahme mag berechtigt sein, das summarische Ergebnis ist eindeutig. Und ich denke dann auch an meine Shiguli-Frontscheibe von damals und an die meines Volvos heute: Früher war mehr Matsch.

  24. Aber ich denke, wir sind uns einig, daß es früher mehr Artenvielfalt gab.

    Ja. Das dürfte schon zutreffen.

  25. Das Folgende ist etwas OT, aber man macht sich ja so seine Gedanken …

    Wölfe für Deutschland

    Gemeint sind nicht die, welche vor Jahren aus Polen einwanderten.
    Glyphosat ist nicht das Maß aller Dinge in der Landwirtschaft; aber die Art, wie man in Europa i.A. und in Deutschland i.B. damit umgeht, zeigt wie in einem Brennglas eine gewisse Wissenschaftsfeindlichkeit. Weitere Beispiele für Letztere sind die sog. Energiewende und der Umgang mit der Gentechnik.
    Neulich sah ich bei Youtube das Märchen vom Pechvogel, wunderbar vorgetragen von Frau Wolle. Irgendwie kam mir dabei Deutschland in den Sinn, welches durch die Zeit treibt, wirkliche Probleme wie die Flüchtlingskrise nicht sehen will, reale Chancen aber beiseite schiebt. So kann man in der Schatztruhe unter dem verkümmerten Baum die Gentechnik sehen, in dem gemütlich warmen Haus mit der schönen Frau z.B. die Kernfusion für eine saubere und quasi ewige Energieversorgung. Unsere Braunkohle reicht noch für 300 Jahre, Zeit genug um entsprechendes zu entwickeln.
    Der Pechvogel bekommt den Rat : „Dein Glück liegt auf Deinem Weg.“ Den geht er konsequent und am Ende steht ein hungriger Wolf. Wer wird der Wolf für Deutschland sein? Es werden mehrere sein, der Islam, die ungehinderte Einwanderung, vor allem aus Afrika. China wird es nicht sein. Wenn es mit der Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit und der Einwanderung hier so weiter geht, kann China in ca. 10 Jahren gelassen auf uns herabsehen – ruinierte Wirtschaft, ruinierter Sozialstaat. Deutschland eine technische Rumpelkammer, bestenfalls Museum.

  26. Ich wohne in einer Gegend mit viel Grün, habe aber leider den Eindruck, daß es immer weniger Vögel gibt. Vor Jahren war mehr Gezwitscher im Morgengrauen. Um den Vögeln zu helfen, baute ich im Frühjahr Nisthilfen nach NABU-Vorlagen: 2x eine Halbhöhle, geeignet für Hausrotschwanz, Bachstelze, Grauschnäpper und Zaunkönig. Und eine Baumläuferhöhle mit Hintereingang. Einen Baumläufer habe ich voriges Jahr oft beobachtet. Leider wurde bisher keine der Nisthilfen bezogen. Meine diesjährigen Vogelsichtungen sind spärlich:
    – 3x eine Amsel im Gras
    – 3x eine Elster, welche unserer Katze das Futter klaute
    – 1x ein Meisenpärchen, welches einen alten Nistkasten (im Herbst gesäubert) inspizierte.
    Kürzlich las ich diesen Artikel. Der Vogelexperte Peter Berthold betont den Zusammenhang zwischen Insektenschwund und Abnahme der Vogelpopulation. Hochinteressant ist seine glaubhaft begründete Meinung, man sollte deswegen den Vögeln ganzjährig Futter anbieten.

  27. Eieieieiei…
    also das Argument: „es wurden Rückstände gefunden“ ist prinzipiell nicht einmal etwas Wert. Denn die Messmethoden sind mittlerweile so ausgereift, dass man grundsätzlich etwas findet. Schon vor 30 Jahren gab es die Diskussion über das Ausdunsten von chemischen Stoffen bei Spanplatten (habe jetzt den Namen vergessen)-hier wurden die Hersteller der Leime an den Pranger gestellt. Dabei wurde vergessen, das Holz auch diesen Stoff ausdunstet- und zwar ohne Leim. Mittlerweile können wir Gravitationswellen messen. 1×10 hoch -22 – oder so. Oder auch Drogen in der Muttermilch-also wer grundsätzlich gegen Drogen ist, sollte Muttermilch verbieten. Hier kommt niemand auf die Idee.

    Zurück zum Thema: wir leben von gezüchtetem Gemüse und Getreide. Vor 5000 Jahren war dieses vom Ertrag her geschätzt 1/10 und weiterhin war das Zeug hochgiftig. Denn es sind Fraßgifte enthalten, die Gemüse und Getreide gegen Fraßfeinde schützt.
    Bekannte FraßGifte sind übrigens Coffein und Nikotin. Sie schützen die Pflanze davor, von Insekten angegriffen zu werden, bevor die Samen reif sind. Und nun geht der Mensch hin, züchtet die Gifte heraus und baut gleichzeitig aus Effizienzgründen Gemüse und Getreide weit gehend in Monokulturen an.
    Systemimmanent ist klar, dass sich diese Pflanzen sowohl schlecht gegen Beikräuter als auch gegen Fraßfeinde schützen können. Dies liegt in der Natur der Sache: Wenn man die Gifte herauszüchtet, wird es ungiftiger.
    Und dann muss man irgendein Gift wieder oben „darüberkippen“, um die Pflanze zu schützen.

    Denn es ist ja nicht so, dass, wenn ein Gift verboten wird, kein Gift mehr verwendet wird. Dies wird aber genau so kolportiert-geht’s noch?
    Auf Bioseiten der Schweizer findet man einen Artikel von etwa 2005, in dem Fipronil als gutes Gift gegen den Drahtwurm bei Kartoffeln eingesetzt werden kann. Dieses Gift kennen wir doch, oder?
    Das war vor einem Jahr für einen riesigen Skandal gut, der aber eigentlich keiner war, denn genau dieses Gift befand sich meines WissensWährend dieser Zeit in der Zulassung zu diesem Zweck und gleichzeitig wurden durch diesen Skandal extrem gefährliche andere Skandale überdeckt. Übrigens werden auch Haustiere mit Fipronil gegen Läuse behandelt und ein einmaliges Sstreicheln sichert eine mehrfach überhöhte Dosis gegenüber zugelassenen Dosen in der Landwirtschaft. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen-man merkt es nur nicht. Das wird ausgeblendet; (nennt man Kognitive Dissonanz).

    Weiterhin ist die Sicht auf die Bienen ebenfalls einseitig, denn auch die Imker setzen immer mehr HochleistungsBienen ein- und auch diese werden systemimmanent gegen äußere Einflüsse immer empfindlicher. In Mittelamerika beispielsweise gibt es Bienen, die völlig unempfindlich sind. Sie sind aber auch hoch aggressiv.

    Und die lustigen Filme wie beispielsweise „More than Honey“ sind auch teilweise mit Fake-News gedreht: das sind irgendwelche Chinesen, die mit der Hand Pflanzen besträuben. Angeblich gibts da keine Bienen mehr. Unsinn. China ist einer der größten Exporteure der Welt von Bienen. Im Film handelt es sich deshalb um eine Handbestäubung, weil hier gezüchtet wird. und da dürfen die Bienen nicht ran.

    China ist da noch ein interessanter Markt: offensichtlich werden hier Pestizide eingesetzt, die schwermetalhaltig sind. das kam heraus, als diese komischen Reiswaffeln (die schmecken wie ein Stück Pappdeckel) untersucht wurden und hier bioverfügbares Arsen gefunden wurde. Ich bin da kein Spezialist, aber scheinbar werden diese Stoffe durch den Blähvorgang erst bioverfügbar gemacht. Im normalen Reis scheint das kein Problem. Woran man sieht, wie komplex das Thema überhaupt ist. Denn Arsen ist er ein Schwermetall und man sollte denken, dass es immer gefährlich ist. (Genauso wie man sich auch an Arsen gewöhnen kann. – „Arsenesser“)

    Als nächster Punkt fällt mir das so genannte „Waldsterben“ ein-das war doch ein riesiges Problem vor circa 20 Jahren. Stirbt der Wald jetzt weiter oder wie ist das? Die Natur erholt offensichtlich. Früher hat man ja auch durch die Autos beziehungsweise deren Abgase mit Blei die Landschaft vergast. Das ist alles weg. Genauso wie E605 und DDT. Das Zeugs war richtig giftig.

    Und wie bei allen Dingen gibt es bei der Zulassung von anderen Stoffen immer unvorhergesehene Effekte: erinnern wir uns an das Verbot von phosphathaltigen Waschmittel; durch die neuen Waschmittel wurden erst einmal alle Schwermetalle in die Meere geschwemmt.
    Nun haben wir andere Waschmittel, die übrigens alle auf purer Gentechnik beruhen. Aber Gentechnik ist ja böse!

    Es soll übrigens nicht heissen, dass man jetzt beliebig viel Gift über alle herum sprühen soll. Aber ich habe so das Gefühl, dass die meisten Leute, die ein Verbot von irgendwelchen Sachen fordern, dann davon ausgehen, dass nichts mehr eingesetzt wird.
    Mit Verlaub-dies ist ziemlich blauäugig. Man könnte es auch anders bezeichnen.

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