Die Grünen wollen 20 Kohlekraftwerke abschalten (die schon abgeschaltet sind)

Eine beliebte Sportart in der Politik ist bekanntlich, gekonnt aneinander vorbei zu reden. Möglichst so, dass die Antwort völlig an der Frage vorbeigeht, ohne dass es zu sehr auffällt. Christian Lindner hatte in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ am 5.11. gefragt: „Liebe Grüne, ich möchte physikalisch wissen, wie sichert ihr die Energieversorgung, wenn die Kohle wegbricht?“ Daraufhin twitterten die Grünen am 8. November zurück und erklärten in einem „Faktencheck Kohleausstieg“:

Deutschland hat heute eine sichere Kraftwerks-Kapazität von 108 Gigawatt. Künftig brauchen wir aber höchstens 76 Gigawatt. (…) Wenn die 20 dreckigsten Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, außerdem noch alle Atomkraftwerke und die alten Kraftwerke, die von den Betreibern freiwillig stillgelegt werden und die bereits fertiggestellten neuen Kraftwerke in Betrieb gehen, bleiben 83 Gigawatt Leistung bei. Und da sind Wind und Sonne noch gar nicht eingerechnet!

Ist das eine Antwort auf Lindners Frage? Nein, denn der letze Satz, da seien Wind und Sonne noch gar nicht eingerechnet, zeigt ja, dass hier über zwei völlig verschiedene Themen geredet wird. Außerdem sollte inzwischen bekannt sein, dass es auf Lindners Frage, wie das physikalisch funktionieren könne, keine brauchbare Antwort gibt. Die Sätze der Grünen klingen gut, erhalten also 5 von 5 Sternen, gehen aber völlig an seiner Frage vorbei.

Der Satz, da wären „Wind und Sonne noch gar nicht eingerechnet“, wirft sowieso schon einmal die Frage auf, warum wir Wind und Sonne dann überhaupt noch brauchen, wenn es auch ohne sie geht. Aber egal. Man könnte sich auch fragen, wieso wir künftig mit nur 76 GW Maximal-Bedarf auskommen sollten, obwohl wir doch momentan an den meisten Tagen schon mehr als 80 GW Maximal-Bedarf haben und künftig auf E-Mobilität umschwenken wollen, die ja einen deutlich höheren Strombedarf erzeugen würde. Aber das soll hier auch egal sein.

In dieser „Antwort“ der Grünen steckt ein kleiner (sicherlich nur versehentlicher) Denkfehler. Es klingt hier so, als wären bei uns ständig Kraftwerke mit 108 GW Gesamtleistung aktiv, wovon wir aber nur maximal 76 GW benötigen. Können also die überschüssigen 32 GW abgeschaltet und sogar dauerhaft stillgelegt werden?

Geht das? Kann man diese Kraftwerke abschalten?

Nein. Denn sie sind ja gar nicht eingeschaltet.

Lassen wir mal solche Details weg, dass es zwischen Verbrauch und Produktion schon wegen der Leitungs- und anderer Verluste eine Differenz gibt (man produziert immer etwas mehr Strom als man verbraucht). Das ist hier nebensächlich. Fakt ist, dass man die Stromproduktion immer einigermaßen an den Verbrauch anpasst. So sah es in den letzten Tagen aus:

Stromverbrauch und -produktion

Quelle: www.agora-energiewende.de

Man sieht, dass hier nie 108 GW produziert wurden (den Sinn von Solarstrom ignorieren wir in dieser Grafik besser). Ob die Grünen mit ihren 108 GW Recht haben, weiß ich nicht (ich hatte keine Lust zum Nachzählen), aber es ändert nichts am Prinzip: Ja, in Deutschland könnte man mit allen verfügbaren Kraftwerken deutlich mehr Strom erzeugen, als an den meisten Tagen verbraucht wird. Aber man macht das nicht. Viel mehr zu erzeugen, als benötigt wird, ergäbe für die Kraftwerksbetreiber keinen Sinn. Denn sie würden sich so nur gegenseitig (und damit auch sich selbst) die Preise in den Keller treiben. Gleichzeitig würden sie in diesen Phasen geringeren Gewinns auch noch unsinnig viel Brennstoff verbrauchen. So blöd wird niemand sein.

Aber wozu gibt es diese überzähligen Kraftwerke dann? Weil man sich eine Netzreserve vorbehält. Es ist für eine funktionierende Stromversorgung immer wichtig, auch Notfälle einzuplanen. Das können strenge Winter oder Ausfälle anderer Kraftwerke sein. Meist werden für diese Reserve die veralteten Blöcke von Kraftwerken verwendet. Sie sind normalerweise inaktiv, können aber bei Bedarf wieder hochgefahren werden. Die Grünen fordern also die Stilllegung von Kraftwerken, die sowieso schon nur im Reservebetrieb sind.

Aber könnte man die alten Reservekraftwerke nicht wenigstens durch irgendwelche neueren, sauberen Kraftwerke ersetzen? Könnte man, aber auch das ergäbe weder ökonomisch, noch vom Klimaschutz her Sinn. Ökonomisch deshalb, weil es eben genau aus ökonomischen Gründen Unsinn wäre, extra neue Kraftwerke nur für Reservezwecke zu bauen, statt die noch vorhandenen alten dafür zu verwenden. Und klimaschutzmäßig? Ja, was soll es für einen Sinn haben, nur die Kraftwerksblöcke zu verbessern, die nur am wenigsten benutzt werden? Nebenbei: Es gibt moderne Gaskraftwerke, die schnell regelbar sind und vor allem Unregelmäßigkeiten von Windstrom gut ausgleichen könnten. Für die Betreiber sind sie trotzdem nicht ökonomisch. Und schuld daran sind nicht die Kohlekraftwerke …

Damit bin ich mit dem Thema eigentlich durch. „Eigentlich“ aber nur deshalb, weil noch erwähnenswerte andere Details darin stecken. Zum Beispiel das mit dem Unterschied zwischen Kraftwerken und Kraftwerksblöcken. Die Grünen wollen 20 Kraftwerke stilllegen. Oder doch nur 20 Kraftwerksblöcke? Das wäre ein kleiner Unterschied. In ihrem Fraktionsbeschluss vom 13.01.2017 „Fahrplan Kohleausstieg“ war nur die Rede von Kraftwerksblöcken:

„Zudem müssen wir in den nächsten Jahren etwa 20 der schmutzigsten Kohlekraftwerksblöcke vom Netz nehmen, um das deutsche Klimaziel 2020 noch zu schaffen.“ (…) „Nächster Schritt ist es, etwa 20 besonders schmutzige Kohlekraftwerksblöcke sofort vom Netz zu nehmen, darunter die Altmeiler in Neurath, Niederaußem, Jänschwalde und Frimmersdorf.“

Ein Kraftwerksblock ist zwar rein technisch ein vollwertiges Kraftwerk, allerdings bestehen Kohlekraftwerke meist aus mehreren Blöcken. Beispielsweise bestand das oben erwähnte Kraftwerk Frimmersdorf ursprünglich aus 16 Kraftwerksblöcken. Mit solchen Kraftwerken fiele es leicht, zwanzig Blöcke stillzulegen. In Frimmersdorf sind meisten längst stillgelegt und die letzten beiden 300-MW-Blöcke sind für Oktober 2021 dafür vorgesehen. Solche geplanten Stilllegungen älterer Blöcke findet man auch in den meisten anderen Kohlekraftwerken. Da in den meisten größeren Kraftwerken in den letzten Jahren modernere, schnell regelbare Blöcke entstanden, die meist in der Größenordnung von 1 GW Strom produzieren können, ist es nachvollziehbar, dass der weitere Betrieb älterer, kleinerer Anlagen für die Betreiber nicht mehr viel Sinn ergibt … was wiederum die perfekte Situation für Politiker ist, sich genau in dem Moment gut ins Licht zu setzen, indem sie die Stilllegung genau dieser Anlagen fordern. Das machen übrigens nicht nur die Grünen so.

Ich habe die Grünen per Mail gefragt, ob sie mit ihrer aktuellen Forderung „20 besonders dreckige Kohlekraftwerke abschalten“ wirklich komplette Kraftwerke meinen oder nur Kraftwerksblöcke? Ich erhielt sogar eine Antwort. An der hier zitierten Frage ging sie etwas vorbei. Aber das kenne ich ja irgendwoher.


Nachtrag: Ich  wurde inzwischen darauf hin gewiesen, dass man auch Stromexporte berücksichtigen müsste. Das stimmt, aber dieses Thema habe ich hier absichtlich ausgelassen. In der Twitterantwort der Grünen habe ich sogar den Satz entfernt „Sogar an Tagen, an denen kein Wind weht und die Sonne nicht scheint, exportieren wir massig Strom an Nachbarländer“. Es ist tatsächlich so, dass wir in letzter Zeit nicht nur an Tagen mit Überschuss aus Windkraftanlagen Strom exportieren, sondern dass dies sogar an Tagen mit Wind- und Sonnenmangel oft passiert. Aber die Fragen, warum wir wann und mit welchem Land Stromim- und -export betreiben, ist ein eigener Themenkomplex und ich wollte den Artikel nicht ausufern lassen. Es ändert aber nichts am Prinzip, denn auch mit unseren Stromexporten kommt man nicht auf eine ständig produzierte Leistung von 108 GW bzw. auf einsparbare Mengen von ca. 30 GW.

10 Kommentare:

  1. Frank : Da in den meisten größeren Kraftwerken in den letzten Jahren modernere, schnell regelbare Blöcke entstanden, die meist in der Größenordnung von 1 GW Strom produzieren können, ist es nachvollziehbar, dass der weitere Betrieb älterer, kleinerer Anlagen für die Betreiber nicht mehr viel Sinn ergibt … was wiederum die perfekte Situation für Politiker ist, sich genau in dem Moment gut ins Licht zu setzen, indem sie die Stilllegung genau dieser Anlagen fordern.

    Fein analysiert.
    Mit anderen Worten, diese Politiker rennen offene Türen ein, richten aber zum Glück keinen volkswirtschaftlichen Schaden an.

  2. Genau das ist mein Eindruck, dass da nur viel Wind um Nichts gemacht wird. Möglicherweise ist das auch ein Zeichen, dass nun vielleicht sogar bei den Grünen doch ein gewisser Realitätssinn dafür einsetzt, dass ein komplettes Abschalten aller Kohle-KW nicht funktionieren würde.

  3. Heute lese ich in der WELT über ein Detail der gescheiterten Jamaika-Verhandlungen

    Alan Posener : Die Grünen wollten acht bis zehn Gigawatt Kohlekraftwerksleistung herunterfahren, Union und FDP nur drei bis fünf. Angela Merkel schlug als Kompromiss sieben vor.

    Zur Erinnerung – an den meisten Tagen haben wir mehr als 80 GW Maximal-Bedarf. Da wird also von Politikern mal so nebenbei über 10% unserer Bedarfsleistung Elektroenergie, welche eine gesicherte Leistung ist, verhandelt wie auf einem orientalischen Basar. Hintergrund der Schacherei ist der Glaube an die nicht bewiesene Theorie vom menschgemachten Klimawandel durch CO2-Ausstoß.
    Und wieder wurde kein Experte der Energiewirtschaft befragt. Genau wie damals als Merkel sich den Ausstieg aus der Kernenergie von einer Ethik-Kommission, Mitglieder u.a. 3 Kirchen-Oberen, absegnen lies. – Unglaublich!!

  4. Ja, das ist echt beeindruckend, wieviel „Wert“ man bei solchen politischen Überlegungen auf die Meinung von Leuten legt, die sich mit der Materie wirklich auskennen. Nebenbei (da das auch gerade erst in der WELT stand): Man kann andererseits auch nur verwundert zur Kenntnis nehmen, wie die CDU jetzt plötzlich bei der Koalitionsverhandlung mit der SPD ihre Position zum Klima über den Haufen geworfen hat, obwohl vorher bei Gesprächen mit der FDP kein Weg da ran führte.

  5. Mit europaweiten Maßnahmen retten wir die Menschheit oder CO2 in allen Sektoren des Lebens festgestellt – ergo muß es besteuert werden
    Umso mehr verwundert mich diese steile bis hirnrissige Forderung:

    Christian Lindner : Die Klimaziele 2030 müssen verbindlich sein. Das ist eine Überlebensfrage der Menschheit. Den Weg dahin müssen aber Ideenwettbewerb und Technologie bestreiten. Ich bin dafür, dass wir CO2 einen Preis geben, damit die wirtschaftlich effektivsten Formen der Vermeidung genutzt werden. Und zwar europaweit und in allen Sektoren des Lebens.

    Herr Lindner, geht’s nicht ´ne Nummer kleiner?! Überlebensfrage der Menschheit !! Europaweit und alle Sektoren des Lebens !! Das beträfe dann auch diesen:

    Atem – Wikipedia :
    Säugetiere, darunter der Mensch, setzen bei der aeroben Atmung einen Teil des in der Atemluft enthaltenen Sauerstoffs in Kohlenstoffdioxid um. Die Ausatemluft enthält weiterhin 78 % Stickstoff (N2), aber nur noch ca. 17 % Sauerstoff (O2) und ca. 4 % Kohlenstoffdioxid (CO2) sowie rund 1 % andere Bestandteile.

    Das wäre dann eine Art Kopfsteuer für jeden und auch die HausKatze + Meerschweinchen wären endlich steuerrechtlich erfaßt. Auch die Grillfreunde trifft es hart. Neben Mehrwertsteuer käme auch noch eine CO2-Steuer für Streichhölzer, Kohlenanzünder und Grillkohle obendrauf.
    Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode. Ich weiß echt nicht mehr, wen ich wählen kann.

  6. Zweifel an einer Sterbehilfe

    Frank : Aber wozu gibt es diese überzähligen Kraftwerke dann? Weil man sich eine Netzreserve vorbehält. Es ist für eine funktionierende Stromversorgung immer wichtig, auch Notfälle einzuplanen. Das können strenge Winter oder Ausfälle anderer Kraftwerke sein.

    Aber es gibt noch mehr, die Sicherheitsbereitschaft.
    Die kannte ich bis dato nicht. Am 22.01.2018 konnte man im Wirtschaftsteil der WELT lesen:

    Zweifel an Verfügbarkeit der deutschen Kraftwerksreserve
    Von Adrian Arab
    Die Verbraucher finanzieren Reservekraftwerke in den Braunkohle-Revieren mit Milliarden. Linke und Grüne halten die Anlagen nur für bedingt einsatzbereit. Vernachlässigt der Bund seine Aufsichtspflicht?
    … Fünf Meiler werden bis 2019 in die sogenannte Sicherheitsbereitschaft überführt und stehen ausschließlich für Extremsituationen zur Verfügung. Die Betreiber kassieren dafür Millionensummen aus den Netzentgelten der Verbraucher.

    Das Ganze ist gesetzlich abgesichert.

    … die Braunkohlemeiler der Sicherheitsbereitschaft mit einer Kapazität von insgesamt 2700 Megawatt sollen schrittweise vom Netz gehen, so sieht es das Strommarktgesetz vor, das der Bundestag im Jahr 2016 verabschiedet hat. Vier Jahre nachdem der letzte Meiler in der Bereitschaft ist, gehen an den Standorten Buschhaus, Frimmersdorf, Niederaußem, Jänschwalde und Neurath endgültig die Lichter aus.
    Läuft alles nach Plan, ist im Jahr 2023 also das letzte Braunkohlekraftwerk der Sicherheitsbereitschaft vom Netz. Die Bundesregierung will schon bis zum Jahr 2020 durch die Einmottung der Anlagen 13 Prozent, also rund 12,5 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen einsparen.

    Diese Sicherheitsbereitschaft kostet natürlich und findet seine Kritiker.

    Schließlich geht es bei der Sicherheitsbereitschaft um eine teure Art der Sterbehilfe für einen Kraftwerkstypus, den es in absehbarer Zeit in Deutschland nicht mehr geben wird.
    So kassieren die Betreiber Mibrag, RWE und Vattenfall für den Minimalbetrieb der fünf Kraftwerke, die zwar eingemottet, aber nicht stillgelegt sind, insgesamt 1,61 Milliarden Euro. Im Gegenzug, so steht es in dem 13-seitigen Vertrag, müssen sie im Bedarfsfall innerhalb von zehn Tagen betriebsbereit sein.

    Claudia Kemfert, Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen, zweifelt. Sie argwöhnt, dass die Verständigung zwischen Kraftwerksbetreibern und Bundesregierung auf realitätsfernen Angaben beruht:

    „Ob genügend Personal und Ressourcen im Bedarfsfall zur Verfügung stehen, ist fraglich.“ …

    Der Kraftwerksbetreiber Mibrag kontert:

    „Alle notwendigen Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung der Betriebsgenehmigung erforderlich sind und den hohen technischen Standard des Kraftwerks sichern, werden auch in der Sicherheitsbereitschaft ausgeführt“, … . … Rund 80 Mitarbeiter hielten den Stillstandsbetrieb aufrecht.

    Lorenz Gösta Beutin von den Linken fordert „Kontrollen vor Ort und empfindliche Strafen bei Nichteinhaltung“, so die WELT:

    „Die Stromzahler blechen für Millionengewinne eines privaten Energieversorgers, der über den Strompreis eine Leistung vergütet bekommt, die er nicht zweifelsfrei in der Lage ist, bereitzustellen“, …

    Der Grüne Anton Hofreiter sieht noch klarer, nämlich im Zweifelsfalle Nichts:

    „Die Stromverbraucher zahlen für etwas, bei dem noch nicht einmal klar ist, ob es das gibt.“

    Das Strommarktgesetz basiert laut WELT auf dieser Überlegung:

    Weil eine Enteignung der Kraftwerke nicht verfassungskonform gewesen wäre, bot die Einrichtung der Sicherheitsbereitschaft einen auch beihilferechtlich gangbaren Weg, die Kohlekonzerne für die Einmottung und den entgangenen Gewinn zu entschädigen.

    Wir haben also in Deutschland eine „Sicherheitsbereitschaft“ mit Kohlekraftwerken im Stillstandsbetrieb, allerdings mit Ablauf-Datum für diese! Dieses Konstrukt dürfte weltweit einmalig sein.
    Ich weiß nicht, wie Linke und Grüne bei der Vorlage des Strommarktgesetzes gestimmt haben. Von den Grünen ist es aber einfach schäbig, an einer Sache herumzukritteln, deren Ursache sie mit zu verantworten haben.
    Aber unterm Strich bleibt wieder mal : Die „Energiewende“ ist uns lieb, und vor allem teuer.

  7. Aha, kannte ich auch noch nicht. Schon beeindruckend. Witzig ist das Zitat von Lorenz Gösta

    „Die Stromzahler blechen für Millionengewinne eines privaten Energieversorgers, der über den Strompreis eine Leistung vergütet bekommt, die er nicht zweifelsfrei in der Lage ist, bereitzustellen“,

    Man könnte denken, sie redet über Wind- und Solarstromproduzenten. Und das Wort „realitätsfern“ im Zusammenhang mit Claudia Kemfert ist auch schön. Wofür die Frau angeblich alles Expertin und sachverständig ist, trotz völliger Inkompetenz … hat schon was, ein solch absurdes Zeitalter live und vor Ort miterleben zu dürfen.

  8. Netzfrequenz und Politik

    Siehe auch Verschollen im Energie-politischen Dreieck.
    Der Autor beschreibt anschaulich, wie wichtig die Trägheit rotierender Massen, die Rotoren der Stromgeneratoren, für die Netzstabilität, insbesondere Netzfrequenz, ist.

    Mit jedem neuen Windrad, mit jeder neuen Photovoltaik-Anlage steigt also das Risiko für Störfälle und mit jedem konventionellen Kraftwerk, das zugunsten alternativer Erzeuger vom Netz geht, steigt die Gefahr, diese nicht mehr beherrschen zu können. Auf die Frage, wie viele Kohlekraftwerke in den kommenden Jahren vom Netz gehen könnten, ohne die Versorgungssicherheit zu reduzieren, gibt es daher nur eine Antwort: Kein einziges. Es sei denn, man ersetzt sie durch Gas- oder Kernkraftwerke.
    Hierzulande diskutiert die Politik trotzdem über Kohlekapazitäten, die zusätzlich zu den Kernkraftwerken zeitnah abgeschaltet werden sollen. Das Lavieren im energiepolitischen Dreieck führt zu einer abstrusen Feilscherei, in der fünf, sieben oder gar elf Gigawatt ohne jede Scham in den Raum geworfen werden, als wären politische Kompromisse geeignet, die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen. Angesichts der Bedeutung, die eine verlässliche Stromversorgung für unser Gemeinwesen hat, angesichts der katastrophalen Folgen, die ein flächendeckender Stromausfall mit sich bringen würde, bleibt festzuhalten: Im Energie-politischen Dreieck versinken die Interessen der Wähler. Und tauchen daraus auch nie wieder auf.

  9. Es gibt doch eine viel bessere Lösung:

    Der Solar/Wind Filter für grüne Haushalte.

    Dieser lässt nur Solar- & Windstrom durch. Alles andere ist böse und kommt nicht in den grünen bzw. linken Haushalt. Damit könnte wir noch mehr Kraftwerke stilllegen – Grüne, werdet aktiv – Smartmeter machen es möglich!

  10. Es gibt ja immerhin schon einen Atomstromfilter, der Öko-Haushalte vor Atomstrom-Elektronen bewahrt:
    http://www.nucleostop.de/index.html

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