Ist der Klimawandel am Untergang von Pazifikinseln schuld?

Wie schnell steigt eigentlich der Meeresspiegel? Ich bin wirklich kein Freund von Menschen, die den Klimawandel wegdiskutieren wollen. Aber was mir allmählich genauso auf den Keks geht: wenn neuerdings an jedem normalen Naturereignis der Klimawandel schuld sein soll.

In der letzten Zeit häufen sich wieder Berichte über Inseln im Pazifik, die angeblich wegen dem Klimawandel untergehen. Gestern kam im WELTSPIEGEL (ARD) ein Bericht über das Atoll Abaiang im Pazifik-Inselstaat Kiribati. Heute wurde vom Deutschlandfunk zum wiederholten Mal das Dorf Vunidogoloa auf Fidschi erwähnt, welches angeblich das weltweit erste Dorf ist, welches wegen dem Klimawandel umgesiedelt werden musste.

Geburt und Tod einer Insel (Bildquelle siehe Anhang)

Warum zweifle ich das an? Es geht hier immer um Inseln vulkanischen Ursprungs. Es ist, zumindest seit Charles Darwins Theorie, ein bekannter und von der Wissenschaft bestätigter Ablauf, dass solche Inseln im Pazifik irgendwann durch unterseeische Vulkanausbrüche aus dem Meer gewachsen sind und auch irgendwann wieder unter gehen. Viele Atolle (und das sagt eigentlich schon der Name) im Pazifik sind gerade im Untergang begriffen. Wer in der Schule aufgepasst hat, sollte das wissen. Doch heute werden naturwissenschaftliche Erkenntnisse gern ignoriert, wenn wir uns dadurch nur wieder das angenehm schaurige, man könnte auch sagen, masochistische, Gefühl verschaffen können, an allen Problemen in der Welt schuld sein zu dürfen.

Gehen diese Inseln wegen dem Klimawandel unter? Während weltweit das Meer wegen dem Klimawandel seit Ende des 19. Jh nur um etwa 20 Zentimeter stieg, gehen im Pazifik wegen derselben Ursache angeblich ganze Dörfer unter. Und das innerhalb weniger Jahre. Ist doch seltsam, oder? Für den weltweiten durchschnittlichen Meeresspiegelanstieg gab das IPCC an:

Zwischen 1901 und 2010 stieg der Meeresspiegel um 1,7 Millimeter pro Jahr, im Zeitraum 1993 bis 2010 waren es durchschnittlich 3,2 mm pro Jahr.

Einer Sendung des SWR zufolge, die sich ebenfalls mit Vunidogoloa befasst, liegt der Anstieg auf Fidschi aber bei 6mm pro Jahr. Haben die dort anderes Wasser? Aber möglicherweise liegt es ja an der äquatornahen Lage, durch die sich das anders äußert. Doch auch bei 6mm pro Jahr können unmöglich ganze Dörfer unter gegangen sein, denn in 30 Jahren ergäbe das gerade einmal 18 cm Meeresspiegelanstieg. Warum nehme ich die Zahl 30 Jahre? Weil in unmittelbarer Nähe von Fidschi aus diesem Zeitraum sehr exakte Messungen des Meeresspiegels vorliegen.

Das Bureau of Meteorology von Australien stellt diese Messergebnisse online bereit. Die graue Linie beim mittleren Pegel wurde von mir eingezeichnet. Ja, da kann man einen leichten, aber wirklich nur sehr leichten Anstieg hineindeuten. Einen Anstieg von 18, also knapp 20 Zentimetern herauszulesen, erfordert Phantasie. Wenn man die Tabelle mit den exakten Werten auswertet, ergibt die Trendlinie mit den Daten aus der Grafik, also bis Ende 2017 nur 9 cm Anstieg. Aktuellere Werte bis 2021 ergeben 10,4 cm. Das lässt die Geschichte, es würden Dörfer oder ganze Inseln wegen dem Meeresspiegelanstieg versinken, wenig glaubhaft wirken.

Die Bewohner von Vunidogoloa mussten nun auf ihrer Insel einige Kilometer weiter landeinwärts umsiedeln. In eine Gegend, die ihnen schon gehörte, in der sie Landwirtschaft betrieben und in der sie schon Hütten besaßen. Ich denke, es gibt schlimmere Umstände für Umsiedlungen. In früheren Jahrhunderten ist kein Bewohner solcher Inseln jemals auf die Idee gekommen, andere Menschen für diesen altbekannten geoologischen Effekt verantwortlich zu machen. Ich kann die Bewohner aber auch gut verstehen. Sie mussten laut eigener Aussage ein Drittel der Umsiedlungskosten selbst bezahlen. Ich würde das auch ungern bezahlen. Jeder von uns versucht, Ausgaben zu sparen. Warum also nicht versuchen, die restliche Welt dafür verantwortlich zu machen? Würde ich auch versuchen. Das Wort „Trittbrettfahrer“ verbietet sich hier selbstverständlich (wie komme ich überhaupt darauf?). Sailosi Ramatu, Oberhaupt von Vunidogoloa, hat in mehreren Foren gehört, dass sein Dorf möglicherweise wegen dem Klimawandel umziehen muss. Nun sagt er, das sei so. Kluger Gedanke. Wäre ich ein Bewohner Vunidogoloas – ich würde ihn wieder wählen. Jeder Europäer müsste sich angesichts der bisherigen, im Video gezeigten, sehr ufernahen  Bauweise seines Dorfes zwar anhören, er hätte sein Haus vielleicht deutlich zu nahe am Wasser gebaut. Aber solche Überlegungen verbieten sich, denn selbstverständlich sind wir Europäer mit unserem Lebenswandel daran schuld, dass Darwins Senkungstheorie tatsächlich auch in der Praxis funktioniert.


nachträgliche Ergänzung:

Dass der Meeresspiegel in der beschriebenen Gegend kaum steigt, zeigen auch Messungen von Satelliten. Das Colorado Center for Astrodynamics Research an der University of Colorado ermöglicht den Abruf dieser Daten aus allen Meeren seit Anfang der 90er Jahre. Für die Umgebung von Fidschi ist auch hier kein dramatischer Anstieg zu erkennen:

Meeresspiegel Fidschi (Satellitenmessung)

Der Vergleich historischer Luftaufnahmen aus den 50er Jahren mit aktuellen Satellitenbildern von 27 Inseln im Pazifik zeigte, dass nur vier Inseln kleiner geworden sind. Die 23 anderen blieben gleich groß oder legten an Umfang zu (Quelle). Und was auch Fragen aufwirft: Wenn man sich in Online-Karten Fidschi ansieht, bemerkt man sehr viele Hotelanlagen oder Bungalow-Siedlungen unmittelbar an der Küste, viele davon direkt am Ufer gelegen. Auch der Flugplatz befindet sich sehr nahe an der Küste. Seltsamerweise gibt es aber keinerlei Berichte über eine durch Wasseranstieg bedrohte Tourismusindustrie Fidschis.


Quellen und weitere Artikel:

ARD, WELTSPIEGEL, 05.11.17: Kiribati – Wo sich das Meer die Inseln holt

Deutschlandfunk Nova, 06.11.2017: Hier war das Dorf Vunidogoloa – jetzt ist hier der Pazifik

Deutschlandfunk, 24.10.2017: Fidschi siedelt Dörfer um – Wie der Klimawandel Heimat frisst

Australian Gouvernment,: Pacific Sea Level Monitoring Project Monthly Sea Level and Meteorological Statistics

Wikipedia: Meeresspiegelanstieg seit 1850

SWR2 Wissen, 03.11.2017: Einer Sendung des SWR zufolge

Bildquelle: Reader’s Digest „Weltatlas der Tierwelt, 1971 (leider habe ich online keine bessere Darstellung gefunden)

Spektrum.de: Tuvalu geht nicht unter – im Gegenteil „Die Atolle des Inselstaats Tuvalu in der Südsee sollen vom steigenden Meeresspiegel überflutet werden. Doch momentan ist eher das Gegenteil der Fall: Sie wachsen.“

Novo: Wie schnell steigt eigentlich der Meeresspiegel? „Und Kiribati? Einer Studie zufolge hat der südliche Teil von Tarawa, wo mehr als die Hälfte der Einwohner von Kiribati lebt, an Landmasse gewonnen und ist innerhalb von 30 Jahren um fast 20 Prozent gewachsen. Der zumeist unbewohnte Norden des Atolls ist der Untersuchung zufolge weder geschrumpft noch größer geworden.“

9 Kommentare:

  1. Ablaßhandel und Spaß haben

    Frank : Ich bin wirklich kein Freund von Menschen, die den Klimawandel wegdiskutieren wollen. Aber was mir allmählich genauso auf den Keks geht: wenn neuerdings an jedem normalen Naturereignis der Klimawandel schuld sein soll.

    Wer macht denn sowas, den Klimawandel wegdiskutieren?! Was mir auf den Keks geht, ist die Behauptung, daß neuerdings hauptsächlich der Mensch mit seiner CO2-Produktion dafür verantwortlich sei. Da werden länderbezogene Klimaschutzpläne aufgestellt, basierend auf deren maximal zulässigen CO2-Ausstoß. Im Ergebnis will man damit die Erderwärmung im Jahre 2100 auf maximal 1,5K begrenzen. Man kann zwar nicht das Wetter der nächsten Woche vorhersagen, will aber das Klima in 80 Jahren regulieren. Diese Hybris, verbunden mit dem von Ihnen erwähnten Masochismus

    Frank : … an allen Problemen in der Welt schuld sein zu dürfen.

    führt dann dazu, daß wir den Fidschi-Insulanern den Umzug bezahlen. Die Maledieven und Sri Lanka stehen auch schon mit Forderungen auf der Matte der Industrieländer. Es entwickelt sich ein moderner Ablaßhandel. Man glaubt, man sei schuldig und will sich freikaufen.
    Die Anhänger der monokausalen menschgemachten Klimawandel- und Klimaregulierungs-Theorie veranstalten derzeit in Bonn eine 10-tägige Konferenz mit ca. 25.000 Teilnehmern. Die Fidschi-Insulaner sind mit einer ganzen Volkstanzgruppe angereist. Ist die Sache angeblich noch so ernst, will man doch auch Spaß haben.
    I.Ü. nichts gegen CO2-Einsparung – das bedeutet Umweltschutz und Einsparung von Kosten.
    Und Danke für den aufklärenden Beitrag. Das Thema „Politischer Umgang mit dem Klima“ wird uns sicher noch beschäftigen.

  2. Ich versuche seit Jahren, mich aus dieser ganzen CO2-Diskussion herauszuhalten, weil ich da letztlich nicht mitreden kann. Ich kann mir einerseits gut vorstellen, dass wir Menschen vielleicht nicht hauptsächlich, aber doch zu einem deutlichem Anteil einen Einfluss darauf haben. Ich kann da aber nur mutmaßen und nichts konkretes sagen. Insofern kann ich mich nicht sinnvoll an entsprechenden Diskussionen beteiligen. Interessanterweise könnte aber das 1,5°-Ziel vielleicht schon erreicht sein. Das sagt zumindest eine neue Studie. Allerdings gibt es ja massenhaft Studien zu dem Thema, die alle etwas anderes aussagen. Insofern betrachte ich das nur als eine Möglichkeit. Prognosen sind ja immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen 🙂

    Ablasshandel ist es auf jeden Fall. Da wir gerade erst ein Jahr lang Luthers Erfolge im Kampf gegen den Ablasshandel feierten, sollte uns das umso mehr zu denken geben.

  3. Was sagt mir der gesunde Menschenverstand? Ich denke, dass wir als Industriestaaten bei der Erhaltung der Regenwälder und ggf. auch bei der Wiederaufforstung der Regenwälder mithelfen sollten. Das kann nichts schaden, aber es sollte mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Nutzen bringen.

    Also müssten wir Anreize schaffen, indem wir in den betreffenden Ländern investieren oder dort kurz-/mittelfristig verträglichere Wirtschaft subventionieren. Dabei müssten wir gleichzeitig schädliche Anreize wie den Verbrauch von Palmöl in der Industrie und zur Energie»gewinnung« zurückfahren.

    Des weiteren würde ich in Maßnahmen gegen die Erosion investieren, weil durch Erosion der Boden gefährdet ist. Die Erfahrungen Israels und anderer Staaten beim Wassermanagement sollten weltweit in allen kritischen Gebieten angewendet werden. Diese Maßnahmen helfen beim Kampf gegen den Hunger und gegen die Folgen der (leichten!) Erwärmung des Weltklimas.

    Als Drittes würde ich alle Fernsehsendungen unterbinden, in denen alarmistisch mit Schamanen aus Sibirien, Häuptlingen von den Fidschi-Inseln oder Kriegern aus dem Regenwald mit falschen Argumenten für nutzlose Maßnahmen geworben wird. Stattdessen sollte auf der Grundlage von Franks oben stehenden Recherchen über die realen Folgen der Erwärmung aufgeklärt werden 😉

  4. Vor allem den letzten Satz kann ich nur unterstreichen 🙂

  5. Aufklären + Mitreden

    Stefanolix : Stattdessen sollte auf der Grundlage von Franks oben stehenden Recherchen über die realen Folgen der Erwärmung aufgeklärt werden.

    Verstehe ich da was falsch? Frank hat doch gerade gezeigt, daß Vulkan/Korallen-Inseln auch ohne Klimaerwärmung entstehen und vergehen. Und könnte es nicht sein, daß der gemessene Anstieg des Meeresspiegels etwas mit Erosion zu tun hat? Die Flüsse spülen jede Menge Erde ins Meer und das Meer holt sich ganze Küstenstreifen. Hat das schon mal jemand nachgerechnet?
    I.Ü. wird über die „realen Folgen der Erwärmung“ genügend aufgeklärt, siehe das Abschmelzen des arktischen Eisschildes oder die Zuschreibung von Tornados und Überschwemmungen. Manchmal gibt´s auch falsche Zahlen, siehe die Meldung zum Abschmelzen der Himalaja-Gletscher.

    Frank : Ich versuche seit Jahren, mich aus dieser ganzen CO2-Diskussion herauszuhalten, weil ich da letztlich nicht mitreden kann.

    Wie das?! Das Thema, was Sie behandelt haben, ist doch eng verwoben mit dem ganzen Klimazirkus rund ums menschengemachte CO2. Und leider bleibt es nicht bei einer Diskussion. Heute lese ich in der

    WeLT : SPD und Grüne hatten schon 2002 in den Koalitionsvertrag geschrieben, daß Deutschland seine CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 40% verringern wolle.

    Dieses Ziel steht noch heute und ich bin gespannt, wie Merkels UBA in 3 Jahren abrechnet. Diese CO2-Bessenheit hat uns u.a. die Energiewende beschert. Jeder Otto Normalo hat sie mit +6Ct/kWh auf der Strom-Rechnung.
    Was das Mitreden betrifft – wenn man will kann, man sich eine Meinung bilden. Das CO2-Thema betrifft letztlich uns alle. Die Grünen drohen u.a. ein Dieselverbot an. Das CO2-Thema wurde uns von Grünen Ideologen und Klimafolgenforschern aufs Auge gedrückt. Letztere sind nicht mal in der Lage, mit einem ihrer vielen Klimamodellen den Temperaturverlauf der letzte Eiszeit oder den der letzten 2.500 Jahre nachzurechnen.

  6. Stefanolix : Stattdessen sollte auf der Grundlage von Franks oben stehenden Recherchen über die realen Folgen der Erwärmung aufgeklärt werden.

    Verstehe ich da was falsch?

    Wie es sinngemäß gemeint war, ist doch klar.

    Frank: Ich versuche seit Jahren, mich aus dieser ganzen CO2-Diskussion herauszuhalten, weil ich da letztlich nicht mitreden kann.

    Wie das?! Das Thema, was Sie behandelt haben, ist doch eng verwoben mit dem ganzen Klimazirkus …

    Ja, es ist mit dem Thema Klimawandel verbunden, aber mir ging es hier eben nur speziell um die angeblich deshalb überfluteten Inseln. Zirkus würde ich das Thema an sich nicht nennen, man sollte das schon ernst nehmen. „Zirkus“ ist eher das chaotische Paket von Pseudomaßnahmen, welches gar nichts ändert und uns Wählern nur viel Aktionismus andeuten soll. Bei diesen Maßnahmen (Energiewende, Dieselverbot) sind wir uns ja wahrscheinlich auch einig, was ihren Sinn betrifft.

    Natürlich kann ich mir eine Meinung zum Klimawandel bilden. Aber die hat bei mir mangels Überprüfbarkeit keine Relevanz für die Realität. Genausogut könnte ich mir eine Meinung zu möglichem intelligenten Leben im Andromedanebel bilden. Diese Meinung hätte aber keine Rückwirkung auf die Realität, also ob dort wirklich etwas lebt. Lokales und vor allem globales Klima sind zu komplexe Angelegenheiten. Ich kann beides nicht beurteilen.

    SPD und Grüne hatten schon 2002 in den Koalitionsvertrag geschrieben, daß Deutschland seine CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 40% verringern wolle

    Dann hätten sie aber auch beschließen müssen, in dem Zeitraum die Menge der ausgegebenen CO2-Zertifikate entsprechend mit zu begrenzen. Bzw. überhaupt nur die zu begrenzen. Da das nicht in dem Maß getan wurde (siehe Seite 13), konnte das ja nichts werden, mal ganz unabhängig von den technischen Möglichkeiten.

  7. Frank : Natürlich kann ich mir eine Meinung zum Klimawandel bilden. Aber die hat bei mir mangels Überprüfbarkeit keine Relevanz für die Realität. Genausogut könnte ich mir eine Meinung zu möglichem intelligenten Leben im Andromedanebel bilden.

    Geht mir genauso. Zumal eine Google-Suche Intelligentes Leben im Andromedanebel zwar ca. 34.200 Ergebnisse liefert, aber Genaues weiß man nicht.
    Sie schrieben aber :

    Frank : Ich versuche seit Jahren, mich aus dieser ganzen CO2-Diskussion herauszuhalten, weil ich da letztlich nicht mitreden kann.

    Nur: Eine Menge politisch und finanziell Interessierter behaupten den monokausalen Zusammenhang vom menschgemachten CO2 und einer Erderwärmung. Und gerade höre ich im TV, daß nun auch die EU Deutschland zum Braunkohle-Ausstieg drängt. Das führt dann zu dem von Ihnen benannten Aktionismus, welcher m.M.n. bar jeder Grundlage ist, uns aber teuer zu stehen kommt. Da möchte ich schon mitreden können, zumal man sich heute gut informieren kann.

  8. Einer Sendung des SWR zufolge, die sich ebenfalls mit Vunidogoloa befasst, liegt der Anstieg auf Fidschi aber bei 6mm pro Jahr. Haben die dort anderes Wasser?

    JA
    Rundum Abaiang steigt das Wasser – wegen Mensch, CO2 und so.

    Vendig trocknet aus – wegen Mensch, CO2 und so.

    Andre Länder, andres Wasser.

    https://de.nachrichten.yahoo.com/venedig-liegt-auf-dem-trockenen-140705016.html

  9. Der Meeresspiegel steigt – und auf Grönland hat’s geregnet!

    Inzwischen die gängigen Schlagzeilen der Alarm-Industrie. Als solche kann man sie ja wohl getrost bezeichnen. Es sind eigentlich immer die gleichen Argumente, wobei ihre Benutzer sehr gut im Fach Einseitigkeit und Weglassen von interessanten Details sind.
    So wird der Anstieg des Meeresspiegels zwar immer und immer wieder zitiert, besonders gern auch, daß sich in den letzten Jahren eine Zunahme ergeben hat, jedoch wird zweierlei ‚großzügig‘ unerwähnt gelassen:

    1. Der Meeresspiegel steigt schon sehr lange, seit dem Ende der letzten Kaltzeit nämlich. Das heißt, je nach Anschauung seit zehntausend bis zwanzigtausend Jahren.

    2. Der Anstieg des Meeresspiegels ist nicht nur überhaupt nichts neues, er ist auch – in vorgeschichtlicher Zeit – z.T. sehr viel stärker und mit größeren Beträgen erfolgt.

    Unterschiedlichen Quellen sind hierfür unterschiedliche Angaben zu entnehmen. Mal ist von 120 Metern (Wikipedia), mal von 125 oder 130 die Rede. Einig sind sich alle Quellen- es waren mehr als hundert Meter.
    Das ergibt einen Durchschnittswert von mindestens 5 mm pro Jahr!
    Wenn man vorsichtige 100 m (100 000 mm)Anstieg auf großzügige 20 000 Jahre verteilt. Es muß also Zeiten stärkeren Anstiegs gegeben haben, sonst käme der hohe Durchschnittswert nicht zustande.
    Fündig wird man unter 1A Schmelzwasser – Puls.
    Zitat: (Wikipedia)
    ‚Als Schmelzwasserpuls 1A wird eine Phase besonders schnellen Ansteigens des Meeresspiegels am Ende der letzten Kaltzeit bezeichnet, die ursächlich mit einer rapiden Entgletscherung und dem Eintrag großer Schmelzwassermengen in die Meere zu jener Zeit in Verbindung gebracht wird. Der Puls setzte vor ungefähr 14.200 bis 14.700 Jahren ein[1] und ließ den Meeresspiegel innerhalb von 400 bis 500 Jahren global um 20 Meter ansteigen.‘
    Zitat Ende.
    Ein Anstieg von 4 bis 5 cm pro Jahr! Das nenne ich eine Hausnummer.
    Und garantiert ohne menschliches Zutun. Die paar eizeitlichen Jäger und Sammler wären weder von Anzahl noch technischer Ausstattung her zu irgendeiner Einflußnahme auf das Klima fähig gewesen.
    Ein weiterer Schluß drängt sich auf: Die Temperatur muß schon ziemlich hoch gewesen sein, wenn die aus der Kaltzeit übrig gebliebenen Gletscher derart heftig ‚kalbten‘ und die Sturzbäche des Schmelzwassers die Ozeane in solcher Schnelligkeit zum Ansteigen brachten. Hätten die Durchschnitts-Temperaturen des kühlen 18. und 19. Jahrhunderts dergleichen vollbringen können? Vermutlich war es zeitweise sehr warm, womöglich etwas wärmer als heute. Kann man zumindest vermuten, wenn vor 14 000 Jahren der Meeresspiegel um 40 mm gestiegen ist pro Jahr und nicht nur um 1,7 mm, wie im 19. Jahrhundert. EX NIHILO NIHIL FIT, pflegten die alten Lateiner zu sagen, ‚von nix kommt nix‘ (frei).

    Ist vom Anstieg des Meeresspiegels die Rede, so werden von unseren Qualitätsmedien und dauererregten Aktivisten stets die dreißig bis vierzig cm Anstieg während der letzten 150 Jahre strapaziert. Die 119,5 Meter in den Jahrtausenden davor läßt man mit eleganter Leichtigkeit unter den Tisch fallen.
    Das Perfide: Alle naiven Gemüter dieser Welt gehen der Halbwahrheit auf den Leim und nehmen als Gewißheit hin, daß der Anstieg des Meeresspiegels um ein paar Millimeter im Jahr ein ganz und gar NEUES, allein von UNS verursachtes und deshalb außergewöhnlich bedrohliches Ereignis ist.

    In die gleiche Kerbe haut ein Autor mit der Sensationsmeldung:

    > AUF GRÖNLAND HAT’S GEREGNET!<

    Auch hier wird wieder das ganz NEUE und außergewöhnlich BEDROHLICHE betont. Jeder weiß ja, daß es in Grönland stets nur schneit und friert! Wenn es dort jetzt regnet, muß das an der Verschärfung der Klima-Krise liegen! Klimakatastrophe!!
    Wirklich? Ist Niederschlag in Form von Regen am Polarkreis und darüber hinaus ein ganz und gar neues und unerhörtes Ereignis?
    Nicht unbedingt. Vor kurzer Zeit gelesen: Das Expeditionstagebuch eines britischen Marineoffiziers, welcher von Regen, Matsch und Pfützen in der Antarktis berichtet.
    Zitat:
    '17. Dez. Gestern morgen setzte Wind aus Nordosten ein und brachte Schnee, leichten Hagel und Regen, der bis heute währte. Es ist das erstemal, daß ich jenseits des Südpolarkreises Regen erlebe.'
    Im Jahr darauf, auf dem Weg zum Südpol:
    '6. Dez. Wir liegen im »Sumpf der Verzweiflung« – das Unwetter tobt mit unverminderter Heftigkeit. Die Temperatur ist auf ½° über 0 gestiegen. Im Zelt schwimmt alles. Wer hinausgeht, kommt wie von einem Platzregen begossen wieder herein.'
    Zitat Ende.
    Deutliche Anzeichen für die Klimakrise?
    Wohl eher nicht. Diese Einträge stammen aus dem Expeditionstagebuch von Robert Falcon Scott und sind in den Jahren 1910 und 1911 niedergeschrieben worden. Sie sind 110 Jahre alt, aus einer Zeit, da in Rußland noch Zar Nikolaus und im deutschen Reich Kaiser Wilhelm der II. regierten. Glaubt man den alten Leuten und einigen Grünen Rückwärtsgewandten, dann war es die 'gute alte Zeit'.Es gab wesentlich mehr Kutschen und Pferdefuhrwerke als Autos, keinen nennenswerten Flugverkehr, Felder wurden mit Zugtieren bestellt und ein großer Teil der Menschheit heizte 'klimaneutral' mit Brennholz.
    Es waren weniger als 300 ppm CO2 in der Atmosphäre (fast noch der vorindustrielle Wert) und von Klimakrise war noch keine Rede.
    Die Tagebucheinträge Robert Scotts zeigen, daß Regen und Wasserpfützen auch jenseits der Polarkreise durchaus nicht so neu und sensationell sind, wie man es heute betont.
    Das Expeditionstagebuch Scotts kann man übrigens kostenfrei online lesen bei 'Spiegel online Gutenberg Projekt'.
    Ich hoffe, daß mein Beitrag nicht als allzu wortreich und weitschweifend empfunden wird. Nur liebe ich es halt, meine Gedanken mit Fakten und Zitaten zu untermauern.

    freundlich – gerd.

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