Faktensammlung: Warum Biogasanlagen schädlich sind

2013-11-10_biogas-klDie Idee, den Energieträger Methan aus biologischen Abfällen zu gewinnen, war ursprünglich eine sinnvolle Idee. Bereits früher wurden in manchen Kläranlagen Faultürme errichtet, in denen man dieses Gas sammeln und so Wärme oder Elektroenergie produzieren konnte. In der Landwirtschaft bekam man mit Biogasanlagen die Möglichkeit, das in Gülle entstehende klimaschädliche Treibhausgas Methan zumindest teilweise aufzufangen und so zur Energiegewinnung zu nutzen. Möglich wurde auch, pflanzliche Abfälle so zu verwerten. Inzwischen hat sich dieser positive Ansatz aber längst ins Gegenteil verkehrt. Durch den Einsatz von Biogasanlagen entstehen Probleme, sie richten Schaden an und diese Nachteile können nicht ohne Kritik bleiben. Mittlerweile wird auf großen Ackerflächen Mais nur noch speziell für Biogasanlagen angebaut. Dabei werden nicht etwa nur die Pflanzenreste verwendet, die nach Nutzung der Maiskolben für Nahrung oder Tierfutter übrig bleiben – stattdessen werden die kompletten Pflanzen, also die gesamte Ernte verwendet. Dass angesichts weltweit existierenden Hungers eine solche Perversion möglich ist, viel Getreide kontrolliert verfaulen zu lassen, verdanken wir der Idee, jede noch so unsinnige Energiegewinnungsmethode mit Subventionen zu fördern, sobald sie irgendwie grün oder erneuerbar wirkt. Stromerzeugung aus Biogas ist aber keinesfalls als „grün“ bzw. „öko“, sondern ist für den Naturschutz genauso eine Katastrophe wie für den Klimaschutz und hätte ohne Subventionen keine Chance am Energiemarkt.

Biogas schadet der Natur und dem Umweltschutz

Biogas wird hauptsächlich aus Mais produziert. Maisfelder bilden eine ökologische Wüste, denn auf diesen Flächen lebt nichts. Solche Effekte kann man zwar auch beim Anbau anderer Getreidesorten feststellen, aber bei Mais ist es besonders drastisch. Mais wächst höher als andere Sorten, der Boden wird dadurch kaum noch von der Sonne erreicht, dort bleibt es dunkel und kühl. Insekten, Spinnen, sonstige Kleinlebewesen und kleinere Pflanzen sind dort praktisch nicht zu finden. Durch die Höhe überschattet Mais zu entsprechenden Tageszeiten auch die Randbereiche der Felder, die eigentlich gute Lebensräume z.B. für Reptilien wären. Je größer die mit Mais bebauten Flächen werden, desto mehr wirkt sich das negativ auf die Natur aus. Ornithologen beobachten seit Jahren einen deutlichen Rückgang vieler Vogelarten in solchen Gebieten. Dieser Artenrückgang betrifft alle Wiesenbrüter und Singvögel. Z.B. sind Feldlerche und Kuckuck in solchen Gebieten fast schon verschwunden, bedroht sind u.a. auch der Kiebitz und Schwalben. Kleinsäuger wie Mäuse fehlen Greifvögeln als Nahrung. Andere Säugetiere wie der Feldhase und Rehe sind ebenfalls betroffen, da sie in Maisfelder praktisch nicht vordringen. Einen Nutzen vom Maisanbau haben nur Wildschweine, die sich dort gut vermehren können. Dass letzteres in den betroffenen Gegenden auch zu mehr Verkehrsunfällen führt, ist einer der wenigen Effekte, den auch andere Menschen als Naturschützer wahrnehmen. (Quellen niederelbe.de, WELTZEIT)

Außerdem werden im gesamten Produktionsprozess von Biogas auch Emissionen freigesetzt. Abgesehen von Klimagasen* gehören dazu Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Stickstoffoxide. Vor allem letztere fallen im Vergleich zur Verwendung fossiler Brennstoffe wie Kohle durch ihre deutlich höhere Konzentration auf. Eine Erwähnung von Filtern findet man in technischen Beschreibungen von Biogasanlagen kaum. Die einzige überall angewandte Maßnahme ist eine Entschwefelung – allerdings nur deshalb, weil es zum Schutz der eigenen Technik unvermeidbar ist. (Quelle, ab S. 13)

 (* siehe Textabschnitt „Klimaneutral?“)

Unverhältnismäßig hoher Flächenverbrauch im Vergleich zu anderen Energiegewinnungsarten

Für den Betrieb von Biogasanlagen wird je 1kW Anlagenleistung der Ertrag von 0,5 ha Silomais oder 0,8 – 1,2 ha Grünland benötigt (Quelle). Da man normalerweise den hochwachsenden und dadurch viel Pflanzenmasse pro Fläche erzeugenden Mais in Biogasanlagen verwendet, bedeutet das, dass für eine übliche 500-kW-Anlage 250 ha Anbaufläche benötigt wird. Prof Friedhelm Taube gibt in einem Beitrag der ARD-Sendung „Plusminus“ nur 200 ha für eine Anlage dieser Leistung an. Aus diesen unterschiedlichen Angaben resultiert bei der Verwendung von Mais eine produzierbare elektrische Leistung im Bereich von 2-2,5 kW/ha.

Das ergibt einen sehr hohen Flächenbedarf für diese Stromproduktion. Wenn man lediglich den Aspekt betrachtet, wie viel Natur dadurch zur bereits erwähnten ökologisch toten Fläche wird, erscheinen selbst Kohlekraftwerke mit ihren Tagebauen als das geringere Übel, denn in diesem Vergleich kommt man für Biogasanlagen auf eine etwa 90x so hohen Flächenvernichtung.

Nimmt man als Vergleich die drei Kohlekraftwerke in Brandenburg und Sachsen, dann ergeben sich folgende Werte: Die pro Jahr erzeugte Energie in diesen Kraftwerken beträgt insgesamt 54,3 TWh/a (Jänschwalde 25,8 TWh/a, Schwarze Pumpe 12 Twh/a und Boxberg  16,5 TWh/a). Beliefert werden diese Kraftwerke gegenwärtig aus fünf Tagebauen mit der Gesamtfläche von 34.738 ha. Die Quelle für diese Angabe ist Greenpeace (falls man dort bei der Größenangabe versehentlich etwas übertrieben haben sollte, sieht das Ergebnis für Biogasanlagen hier noch schlechter aus).

Man kann vereinfacht nur die Gesamtleistung dieser Kohlekraftwerke (6,8 GW) auf den Hektar Tagebaufläche umrechnen und diesen Wert mit dem uns bereits bekannten 2-2,5 kW/ha erreichbaren Wert von Biogasanlagen vergleichen. Kohlekraftwerke kommen so auf 196 kW/ha, was schon sehr deutlich den Unterschied zeigt. Noch etwas genauer kann man es ausrechnen, wenn man die über ein Jahr produzierbare Energiemenge vergleicht. Biogasanlagen können nicht ununterbrochen betrieben werden, da gelegentlich Wartungsarbeiten und Neubefüllungen nötig sind. In der Realität wird die Zeit der Energiegewinnung auf 8590% der Gesamtzeit veranschlagt.

So ergibt sich im für Biogas günstigsten Fall (90% Betriebszeit, 2,5 kW/ha) mindestens 80x so viel benötigte Fläche wie für ein Kohlekraftwerk, im ungünstigsten Fall (85%, 2 kW/ha) sogar 105x so viel Fläche.

Hinweis: Dieser Vergleich betrifft nur den ökologischen Aspekt des Flächenverbrauches! Für einen physikalischen Vergleich der Energiedichte dieser beiden Energiequellen ist die Berechnung irrelevant. Die unter einem Quadratmeter Boden liegende Menge Kohle hat nicht lediglich die 100fache Energiedichte wie das auf derselben Fläche Maisanbau entstehende Methan, sondern viel mehr. In einem Tagebau wird immer nur auf einem kleinen Teil der gesamten Tagebaufläche Kohle abgebaut – das müsste man für solche Vergleiche mit berücksichtigen.

Selbstverständlich ist dieser Vergleich der Schädlichkeit auf die Natur etwas vereinfacht. Kohleabbau verändert zusätzlich auch den Grundwasserpegel und die später dort entstehende neue Seen-Landschaft entspricht nicht mehr der ursprünglichen Natur. Ein Tagebau ist eine geschlossene tote Fläche, während sich Maisanbaugebiete auch über Gebiete mit verbleibenden Natur-Inseln dazwischen erstrecken können. Andererseits wird ein Tagebau irgendwann wieder zu Natur, während man die viel größeren Maisanbauflächen dauerhaft für die Natur blockieren würde, wenn man an Biogasproduktion im aktuellen Umfang festhält.

Biogas im Vergleich zur Photovoltaik

Vergleichen kann man Biogasanlagen auch mit Photovoltaik, denn letztlich wächst der Mais auf Basis derselben Energiequelle, der Sonne. Photovoltaik wird zwar von Kritikern als unergiebig bewertet, wenn sie bei uns in Mitteleuropa eingesetzt wird, aber was würde passieren, wenn man dieselbe Ackerfläche statt mit Mais mit PV-Panels bestücken würde? Wie würde sich das auf den Energiegewinn auswirken?

Für Photovoltaik-Freilandanlagen lässt sich als Faustregel annehmen, dass damit in Deutschland pro Hektar und Jahr 400.000 bis 500.000 kWh Strom erzeugt werden können (Quelle). Da sind bereits die Zeiten mit berücksichtigt, in denen PV keinen oder wenig Strom liefern kann, also nachts und im Winter. Für die gewinnbare Strommenge aus Biogas ergeben sich pro Hektar Werte zwischen 14.892 kWh (bei 85% angenommener Betriebszeit und einer erzielbaren Leistung von 2 kW/ha) und 19.710 kWh/a (bei 90% und 2,5 kW/ha). Im ungünstigsten Fall für die PV-Anlage würde diese also immer noch mehr als 20x so viel Strom liefern, wenn man mit ihr dieselbe Fläche nutzen würde, statt sie mit Mais zu bebauen.

Im Unterschied zur Biogasanlage könnte eine PV-Anlage das zwar nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt erbringen, aber selbst in Verbindung mit uneffektiven Speichertechnologien wäre das noch die bessere Alternative. Würde man den mit PV gewonnenen Strom mit der (momentan aber erst im Entwicklungsstadium befindlichen) „power-to-gas“-Methode in Methan umwandeln, käme man selbst mit noch schlechteren als dem dafür angenommenen Wirkungsgrad von 30 – 40% auf weit bessere Gesamtergebnisse als mit Biogasanlagen.

Klimaneutral?

Angeblich ist Energiegewinnung aus Pflanzen klimaneutral, weil der im Pflanzenmaterial enthaltene Kohlenstoff zuvor aus der Atmosphäre gewonnen wurde. Diese Rechnung geht selbstverständlich schon deshalb nicht auf, weil für Anbau, Düngung, Ernte, Verarbeitung und Entsorgung der Energiepflanzen bereits selbst viel Energie verbraucht wird.

Viel problematischer ist aber die Tatsache, dass die Produktion von Biogas schädliche Treibhausgase freisetzt. Ein großer Anteil des entstehenden Methans wird gar nicht genutzt, sondern gelangt direkt in die Atmosphäre. Bereits vor der Verwendung entsteht Methan, wenn in der „Vorgrube“ die mit zum Einsatz kommende Gülle mit den anderen Substraten vermischt wird. Eine schlecht geplante Vorgrube kann bereits der größte Emissionsherd der Verarbeitungskette sein. Auch die eigentlichen  Biogasanlagen sind meist nie komplett dicht. Sie sind oben nur mit einer Folie geschlossenen, weshalb dort oft Gas entweicht. Bei drohendem Überdruck wird das Gas sogar absichtlich direkt nach draußen abgelassen. Eine weitere Ursache für entweichendes Methan sind manuelle Arbeiten im Inneren dieses Bereiches. Wenn das verbrauchte Pflanzenmaterial ausgewechselt werden soll, müssen die Anlagen sehr gründlich gelüftet werden, weil sonst Vergiftungsgefahr besteht. Dasselbe muss passieren, bevor (immer einmal wieder auftretende) technische Störungen beseitigt werden können. Weiterhin wird bei der späteren Verbrennung nicht das gesamte Methan verbrannt, sondern es entweicht ein gewisser Anteil mit in die Umgebung („Methanschlupf“). Nach der Nutzung in der Anlage ist das Substrat auch noch nicht komplett verbraucht, sondern gibt weiterhin mehrere Monate lang in der „Endgrube“ Reste von Methan direkt in die Umgebung ab. Man geht davon aus, dass in Biogasanlagen bis zu 15% des entstehenden Methans so verloren gehen*. Wie viel es tatsächlich ist, weiß niemand. Bei Untersuchungen der Dichtheit von Anlagen versuchen Experten, zumindest hier auf weniger als 4% Methanschlupf** zu kommen. Allerdings lassen nur wenige Betreiber ihre Anlagen überhaupt untersuchen und gesetzliche Verpflichtungen dazu existieren nicht.

(* Bei Erdgas entsteht durch Förderung und Transport wahrscheinlich nur ca. 1% Verlust. Leider sind auch hier aussagekräftige Quellen kaum zu finden)

(** Im Video ab 8:48 min)

Ein zusätzliches Problem ist mangelnde Sicherheit durch schlechte Ausbildung der Betreiber: „Biogas-Anlagen sind hoch technische Bauten mit sehr komplexen Abläufen, doch der Landwirt muss keinerlei Nachweis erbringen, eine solche Anlage auch bedienen zu können. Und so kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Teile der Anlagen explodieren, es tritt Methangas aus, giftige Gärreste gelangen in Flüsse und Bäche.“

Diese Kritik des NDR versuchte übrigens ein Kommentator mit dem Argument zu widerlegen, er als Betreiber einer Biogasanlage hätte immerhin einen 2- tägigen Lehrgang besucht, in dem „alle sicherheitsrelevanten Aspekte besprochen und erklärt“ wurden. Dass eine nur 2-tägige Ausbildung für solche komplexen Zusammenhänge ausreichen soll, ist fast schon lustig. Man stelle sich diese Verfahrensweise in einem beliebigen anderen technischen Bereich vor …

Entweichendes Methan ist jedenfalls ein Problem, denn es wirkt wie CO2 als Treibhausgas, allerdings ca. 25x so stark. Noch drastischer ist das ebenfalls entstehende Lachgas (N2O), welches ein etwa 300x so großes Treibhauspotenzial wie CO2 hat und rund 10x so lange wie Methan in der Atmosphäre verweilt.

Da für den Maisanbau teilweise sogar Naturflächen wie Moore als Ackerland genutzt wird, entweichen von dort zusätzlich große Mengen CO2, die vorher im Boden gebunden waren. Durch solche falschen Maßnahmen und auch durch den Einsatz von Dünger und Pestiziden entstehen auf den Anbauflächen mehr Treibhausgase, als die Pflanzen aus der Luft jemals wieder aufnehmen könnten.

Biogas hat gegenüber Erdgas eine schlechte Qualität

Biogas enthält weitaus weniger Methan als Erdgas und besteht deshalb noch aus weiteren Bestandteilen. Das senkt seinen Heizwert, im Vergleich zu reinem Erdgas ist er nur etwa halb* so hoch. Das bei uns verwendete „H-Gas“ aus den GUS-Staaten besteht zu circa 98 % aus Methan, bei H-Gas aus der Nordsee sind es 89 %. Den Rest des Gasgemisches bilden hauptsächlich andere brennbare Kohlenwasserstoffe (Alkane). Diese setzen zwar bei der Verbrennung eine geringere Energiemenge frei, aber sie können immerhin eine solche beitragen und verbrennen wie Methan zu Wasser und CO2.

(* Heizwert Biogas: 4-7,5 kWh/m3  (abhängig vom Methangehalt, ca. 5 kW/m3 bei 50% Methangehalt). Heizwert Erdgas: 8,2 – 11,1 kWh/m3.)

Bei Biogas ist das anders. Die wichtigsten Bestandteile darin sind: Methan 40 – 75 %, CO2 ca. 25 – 55 %, Wasserdampf 0 – 10 %, Stickstoff 0 – 5 %. Bei der Verwendung von Mais beträgt der Methananteil etwa 50%, bei Verwendung von Gülle etwa 60%. Der Rest besteht hauptsächlich aus CO2. Wenn Biogas mit in das Erdgasnetz eingespeist werden soll, muss das CO2 entfernt werden. Da aber viele Biogasanlagen durch ihre ländliche Lage gar nicht an dieses Netz angeschlossen sind, sondern ihr Gas direkt zur Stromerzeugung nutzen, gelangt das CO2 beim Verbrennen unverändert direkt mit in die Luft. So wird der Vorteil von Erdgas, gegenüber Kohle pro erzeugter Energiemenge weniger CO2 zu emittieren, bei der Verwendung von Biogas praktisch wieder zunichte gemacht.

Biogas wäre ohne Subventionen unrentabel

Vor der Einführung der Subventionen ist nie ein Landwirt auf die absurde Idee gekommen, seine komplette Ernte verfaulen zu lassen, nur um so Methan erhalten und daraus etwas Strom produzieren zu können. Momentan wird das ausschließlich wegen der Subventionen getan.  Doch was wird passieren, wenn die für Biogas gezahlten Subventionen eines Tages auslaufen? Wird sich Strom aus Biogas dann ausreichend billig produzieren lassen, so dass er normal am Strommarkt verkauft werden kann?

Sehr aufschlussreich ist hierfür diese Kostenberechnung für eine 200kW-Anlage. Die durchschnittlichen Leistungen von Biogasanlagen sind zwar seitdem gestiegen und erreichen  möglicherweise* bald die 500kW-Grenze. Da die Leistungsklasse 150 – 500 kW aber die am häufigsten eingesetzte ist und in diesem Bereich alle Leistungen gleich vergütet werden, erscheint diese Kostenberechnung durchaus noch sinnvoll, um sich einen grundsätzlichen Eindruck zu verschaffen. Da die Einnahmequelle hauptsächlich aus der produzierten Elektroenergie besteht, müssen zu dieser lediglich die gesamten Produktionskosten gegengerechnet werden (Daten siehe S. 6-7):

(* in verschiedenen Quellen werden unterschiedliche Angaben zu aktuellen Durchschnittsleistungen gemacht)

Die Gesamtkosten der vorgestellten Beispielanlage betragen pro Jahr 249.904 €, für den Stromverkauf werden in diesem Zeitraum 1.514.141 kWhel angenommen. Das bedeutet, dass der Verkaufspreis mindestens 16,5 Ct/kWh betragen müsste, um lediglich die Kosten zu decken. Für einen in der Rechnung veranschlagten Jahresgewinn* von nur 25.000 € müssten bereits 18 Ct/kWh eingenommen werden. Wie unrealistisch das unter normalen Marktbedingungen wäre, zeigt ein Blick auf die tagesaktuellen Preise an der Strombörse** und auf die in den letzten Jahren dort erzielten Preise. Meist lagen diese um die 5Ct/kWh.

(* Was hier noch fehlt, sind zu entrichtende Steuern)
(** Umrechnungshinweis: z.B. 30 €/MWh entspricht 3Ct/kWh)

Es ist zwar vorstellbar, dass man mit größeren Anlagen als nur 200 kW und auf damit verbundenen größeren landwirtschaftlichen Flächen noch Potentiale für Kosteneinsparungen findet, aber wenn man sich die konkreten Ausgabeposten betrachtet, erscheint es sehr unrealistisch, dass dort derartig umfassende Einsparungen möglich sind, dass Biogas jemals marktfähig sein könnte.

Insofern ist es auch völlig sinnlos, jetzt überhaupt erst Subventionen in diese Technologie zu stecken. Subventionen können durchaus zweckmäßig sein, um neue Technologien zu fördern und sie über erste Hürden zu bewegen. Wenn aber von vornherein klar absehbar ist, dass sich diese Technologie niemals selbst tragen können wird, sollte man das Geld besser in sinnvollere Dinge investieren. Selbst das als teuer geltende Erdgas ist mit Herstellungskosten von 4,90 Ct/kWh noch weitaus billiger als Biogas. Seit der Einführung des neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz* hat sich die Zusammensetzung der – vorher aus mehreren Anteilen bestehenden – Subvention für Biogas deutlich vereinfacht, ihr Gesamtbetrag stieg dabei allerdings noch. Momentan setzt dieser sich zusammen aus der Grundvergütung und der Vergütung für den verwendeten Einsatzstoff (Quelle, S.6 – 7). Bei hauptsächlicher Verwendung von Mais bedeutet das (Quelle, S. 6-10) für eine 2012 in Betrieb genommene Anlage ≤ 500 kW: 12,3 Ct/kWh Grundvergütung + 6 Ct/kWh Vergütung für Einsatzstoff Klasse 1, also insgesamt 18,3 Ct/kWh.

(* EEG vom 04. August 2011 „EEG 2012“)

Es wirkt sehr aufschlussreich, wenn in der bereits erwähnten Wirtschaftlichkeitsberechnung (S. 5) der Satz zu finden ist: „Die benötigte elektrische Prozessenergie (für die Biogasproduktion, Anm. F. Nagel) quantifiziert man überschlägig mit 5-10% der Stromerzeugung und kauft sie in der Regel kostengünstiger separat zu als sie durch den selbsterzeugten Strom des BHKWs abzudecken“. Den benötigten Strom woanders billig einzukaufen, als den teuren selbst produzierten zu verwenden – das sagt eigentlich bereits alles über die Rentabilität von Biogas aus.

Biogas treibt die Bodenpreise hoch und schadet so der Landwirtschaft

Diese durch Subventionen ermöglichte Methode, regelrecht Geld zu drucken, lockt natürlich große Investoren an. Längst zeichnet sich der marktübliche Prozess ab, dass kleine Betreiber von Biogasanlagen durch Großbetreiber „geschluckt“ werden. Der Bedarf nach Maisanbaufläche treibt die Bodenpreise in die Höhe, zum Beispiel in Norddeutschland explodierten sie geradezu:

„Die Kaufpreise für Ackerland explodieren. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre haben sie sich im Landkreis Emsland mehr als verdoppelt. Von solchen Wertsteigerungen können die Grundbesitzer in anderen Regionen nur träumen.“ (NDR)

Diese Entwicklung hängt eindeutig auch mit dem Ausbau von Biogas zusammen:

„Damit haben sich die Kaufpreisniveaus für Acker- und Grünland gegenüber 1996, also in einer Zeitspanne von 15 Jahren, um knapp 50 bzw. knapp 30 % erhöht. Davon fiel der Preisauftrieb in den letzten 3 Jahren besonders stark aus. Dabei war die landesweite Entwicklung aber in den Regionen von ganz unterschiedlicher Dynamik getragen. Ganz offensichtlich haben die Veredelung und der Biogasboom in der Weser-Ems-Region die Dynamik der Kaufpreissteigerung am meisten befeuert. Hier hat sich der Kaufpreis für Ackerland seit 1996 von 17.376 €/ha  um 18.375 € bzw. 106 % (!) auf durchschnittlich 35.751 €/ha erhöht.“ (Landwirtschaftskammer Niedersachsen)

Eine Folge davon ist, dass sich für immer mehr Bauern „richtige“ Landwirtschaft nicht mehr lohnt, weil sie sich die Pacht für Ackerflächen nicht mehr leisten können. Paradox wirkt es, dass der angebliche Öko-Strom aus Biogasanlagen dadurch ausgerechnet auch die Biolandwirtschaft schädigt, die von der Bodenverteuerung logischerweise ebenso betroffen ist. Dies wird z.B. vom Erzeugerring DEMETER kritisiert, aber auch in anderen Quellen beschrieben.

Fast nebensächlich erscheint in diesem Zusammenhang, dass der Mais für den Bedarf der Biogasanlagen keineswegs unter den Aspekten der Ökolandwirtschaft angebaut wird, obwohl das für Ökostrom doch gerade angemessen wäre.

Keine Regelleistung

Ein technischer Nachteil von Biogasanlagen ist zusätzlich, dass sie in ihrer Leistung nicht geregelt werden, um sie an unterschiedlichen Strombedarf im Netz anzupassen. Betreiber von Biogasanlagen sind im Gegensatz zu den Betreibern konventioneller Kraftwerke nicht verpflichtet, Regelleistung vorzuhalten, um solche Schwankungen im Netz mit auszugleichen. Stattdessen laufen ihre Anlagen einfach unabhängig vom Strombedarf möglichst mit konstanter Leistung durch. Biogasanlagen könnten aber prinzipiell z.B. die unstetige schwankende Leistung von Wind- und Solarkraft schnell genug ausgleichen. So könnten sich diese Erneuerbare-Energie-Quellen eigentlich gut ergänzen. Das wird allerdings nicht gemacht. Die Gründe dafür sind organisatorische, ökonomische und technische. Zunächst erhalten die Betreiber von Biogasanlagen üblicherweise gar keine Informationen über die Netzauslastung, so dass sie diese nicht auswerten können. Eine Regelmöglichkeit würde auch die Investition in entsprechende Technik voraussetzen, die sich aber gerade Kleinbetreiber lieber sparen. Genau solche finanziellen Gründe sorgen auch dafür, dass keine Speicherbehälter gebaut werden, mit denen man entstehendes Biogas in Zeiten geringen Strombedarfes zwischenspeichern könnte. Letztlich ist es auch eine finanzielle Frage für den Betreiber: Warum sollte er seine Anlage drosseln und so in dieser Zeit weniger einnehmen, nur weil (ihm völlig unbekannte) andere Betreiber von Windkraft- oder PV-Anlagen gerade Geld einnehmen? Der Betreiber der Biogasanlage erhält ja keinen Ausgleich für diesen Verlust.

Regional steigende Nitratwerte im Grundwasser

(Dieser Abschnitt wurde im Dez 2016 nachträglich eingefügt)

Im BlogAgrar wird im Artikel „Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung“ erwähnt:

Das erstaunliche an diesen beiden Berichten ist, dass der Grund, weshalb wir diese Schwierigkeiten bei Nitrat im Grundwasser haben, wieder nicht explizit drinsteht. Dass die Hauptursache von regional steigenden Nitratwerten im Grundwasser die explosionsartige Zunahme der Biogasanlagen und die Düngeprivilegierung der Biogas-Gülle gegenüber der Tiergülle seit 2004 ist. Biogas-Gülle durfte „obenauf“ auf die Tiergülle gegeben werden, auch auf Böden, die nitratinkontinent sind und nur geringe Dungmengen, egal welcher Dung, auf einmal vertragen. Das hat in Biogasregionen mit schwachen Böden alle bisherigen (bis ca. 2006) Fortschritte in der langsamen Reduktion der Nitrateinträge ins Grundwasser zunichte gemacht.

Der Abschnitt befindet sich mit weiteren Informationen am Ende des verlinkten Artikels.

Weitere Quellen

ARTE: Saubere Energie – Das falsche Versprechen – Doku

Spiegel: “Kolbenfresser”

Weitere Fakten zum Thema Biogasanlagen

ZEIT: Biostrom, nein danke!

17 Kommentare:

  1. Wow! Das ist ja mal eine schöne Aufschlüsselung der Thematik. Vielen Dank. Die Ausführlichkeit geht ja schon fast als Bachelorarbeit durch ;).

  2. Danke 🙂 Ja, der Artikel hat sich wirklich über einige Tage hingezogen. Die letzten beiden Blog-Einträge kamen noch zwischendurch mit rein.

  3. Schlimme EEG-Abgreifer

    Ja, eine gute und übersichtliche Darstellung des ganzen politisch angeschobenen Irrsinn. Schlimm die Auswirkung auf die Flora.
    Einige Aspekte kannte ich noch nicht, so den Effekt der Bodenpreis-Steigerung.
    Gestolpert bin ich über diese etwas schräge Kenngröße, welche Sie von der Quelle übernehmen:

    Frank :
    Für den Betrieb von Biogasanlagen wird je 1kW Anlagenleistung der Ertrag von 0,5 ha Silomais oder 0,8 – 1,2 ha Grünland benötigt (Quelle).

    Ich meinte, für die Planung einer Anlage betrachtet man die verfügbaren Anlagen zur Stromerzeugung und eine Erweiterung folgt dem Verlauf einer Treppenkurve und ist nicht linear.
    Hervorragend geeignet ist die Größe für den Vergleich von verschiedenen Energieerzeugern,

    Frank :
    Kohlekraftwerke kommen so auf 196 kW/ha, was schon sehr deutlich den Unterschied zeigt.

    die Grünen sind quasi mit der eigenen Waffe geschlagen.
    Noch krasser wäre die Zahl wenn man ein 1000MW-KKW betrachtet, selbst wenn man die anteilige Fläche eines australischen Tagebaus dazu rechnet.

    Frank :
    Biogasanlagen können nicht ununterbrochen betrieben werden, da gelegentlich Wartungsarbeiten und Neubefüllungen nötig sind. In der Realität wird die Zeit der Energiegewinnung auf 85 – 90% der Gesamtzeit veranschlagt.

    Die Zahlen werden schon stimmen, aber Neubefüllung müsste nicht zur Unterbrechung führen : Bei drei Behältern könnte man reihum zwei betreiben und einen entleeren/warten/befüllen.

    I.Ü. meine ich, daß Biogasanlagen zur Verwertung von Gülle/Mist von Massentierhaltung und Energieerzeugung für den Eigenbedarf sinnvoll sind.
    Ob sie sich ohne EEG rechnen wäre zu prüfen.

    Zu klären wäre noch, ob diese ökologisch korrekten Mais-Verschwender und EEG-Abgreifer nicht auch noch MON810 anbauen, um bei der Schädlingsbekämpfung zu sparen.

  4. Die auf die Erdoberfläche auftreffende Strahlung beträgt weltweit im Tagesdurchschnitt (bezogen auf 24 Stunden) noch ungefähr 165 W/m² (mit erheblichen Schwankungen je nach Breitengrad, Höhenlage und Witterung)

    Wenn man diese Sonnenenergie nutzen will, kann man diese unmittelbar abzugreifen, z.B. mit Photovoltaik oder Solarthermie, oder über den Umweg Biomasse. Vom Feeling her gesehen hat man beim Umweg Biomasse schon ein schlechtes Gefühl, was sich dann auch bei nachrechnen bestätigt.

    Der „Grund“ Umweltschutz ist ja bei den zeitgenössischen Umweltaktivitäten schon lange den Bach runter gegangen. Der Grüne Kreisverband Kelberg verkraftet diese unter dem Label „Umweltschutz“ sanktionierte Umweltzerstörung nicht mehr und will sich demnächst auflösen.
    Was wurde noch bei der Waldschlösschenbrücke für ein Bohei veranstaltet wegen einer dort vermuteten Fledermaus. Im letzten Jahr haben die Windkraftwerke in den USA 600.000 Fledermäuse getötet, was die grüne Szene nicht weiter juckt.

    Ähnlich katastrophal die Bilanz bei Biomasse. Schon mit der Einführung des E10 wurde bekannt, dass Biokraftstoff mehr Energie verbraucht als er liefert. Darüberhinaus gibt es ernst zu nehmende Hinweise darauf, dass sich bei der Verfeuerung von Agrardiesel deutlich mehr Krebs erregendes Formaldehyd oder leberschädigendes Azetaldehyd bildet als bei seinem mineralischen Vettern. Laut dem ARD-Magazin „Fakt“ vom 6. Dezember 2010 hätten Wissenschaftler zudem Blausäure und Ozon in den Abgasen von mit Super E10 betankten Fahrzeugen nachgewiesen.
    Dass die Lebensmittel teurer werden, wenn die Ernte in den Tank statt auf den Teller kommt, kann man sich ohnehin denken. Aber so richtig schadet das ja nur den armen Ländern. Was einen dabei wundert, waren es nicht die Grünen, die sich als Schutzpatrone der Armen aufspielen?

    Aus der Ferne sehen die Biomasseanlagen vielleicht gar nicht so verkehrt aus. Aber von den unmittelbar betroffenen haben immer mehr die Nase voll. Nicht aus ideologischen, sondern ganz handfest sachlichen Gründen.
    Ohnehin gibt es bei dieser tollen Technologie diverse Einzelfälle (http://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/scheessel/fischsterben-nach-panne-biogasanlage-2263396.html, http://www.lz.de/home/nachrichten_aus_lippe/detmold/detmold/6507255_Toxisches_Substrat_fliesst_in_Oetternbach.html, http://www.netinform.de/GW/files/pdf/Geuder.pdf) die vermutlich (wir können die Phrasen auswendig) allesamt nichts mit Biomasseenergie zu tun haben.

    Just my 2 cents

  5. Toller Bericht interessant wird es wenn die Anwohner in der Nähe mehr und mehr krank werden oder es einfach zufall ist.
    Wäre sicher gut mal in dieser Richtung eine Umfrage zu machen,da viele so denke ich keinen zusammenhang sehen.

  6. Gibt es denn Beobachtungen, dass Anwohner krank werden? Davon habe ich noch nichts gehört. Das müsste ja dann auch eher die Bauern selbst betreffen, bei deren Höfen sich die Biogasanlagen befinden.

  7. Gesundheit lt. WHO Ottawa-Charta bedeutet das Gegenteil von der Rechtswirklichkeit: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0006/129534/Ottawa_Charter_G.pdf
    Bei der Biogasanlage in meiner unmittelbaren Nachbarschaft, im Kerngebiet eines Mittelzentrums wurde lt. Verwaltungsgericht ein Genehmigungsverfahren gewählt, das grundsätzlich keinen Nachbarschafts-Schutz vermittelt. So dürfen z. B. die üblichen Grenzwerte bei dem Ausstoß von Formaldehyd 20 mg/m³ Abgas um 300 % überschritten werden u. ä. mehr, d. h. den Nachbarn werden de facto die Menschenrechte entzogen, sie werden juristisch zu Parias gemacht. Das ist eine krank machende Gesellschaft!

  8. Hermann Gottschalk

    Du schreibst oben: „Die Größenangaben der Tagebaue stammen von Greenpeace (falls man dort bei der Größenangabe versehentlich etwas übertrieben haben sollte, würde das hier das Ergebnis für Biogasanlagen verbessern).“

    Wuerde sich das Ergebnis dann nicht fuer Biogasanlagen eher verschlechtern? denn wenn Greenpeace bei den Tagebauangaben fuer den Kohleabbau uebertrieben hat ist doch der Energieeintrag pro Flaeche bei den Kohlekraftwerken besser als hier angenommen; insofern verliert Biogas weiter, wenn sich dort am Ertrag pro Flaeche nichts aendert?

    VG
    Hermann

  9. Hm … ich hatte schon beim Schreiben den Verdacht, dass ich hier möglicherweise einen Denkfehler haben könnte. Aber damals kam ich zum Schluss, dass ich doch richtig liege. Aber Du hast Recht, wie ich sehe. Danke für den Hinweis 🙂 Ich nehme den von Dir zitierten Satz aus dem Artikel heraus.

  10. Hermann Gottschalk

    Schreib halt: (falls man dort bei der Größenangabe versehentlich etwas übertrieben haben sollte, sieht’s fuer Biogasanlagen noch uebler aus…) ;-))

  11. Ja, stimmt, gute Idee. Habe ich jetzt ungefähr so übernommen.

  12. Die Wirklichkeit

    Hallo,
    Biogasanlagen sind der größte Dreck, wir haben hier in Stadt Moringen eine Biogasanlage wo es ständig nach Gas riecht. Es kommen Stoffe durch die Luft die wir einatmen die ätzend und brennend sind, wenn es bei uns stinkt müssen wir ins Haus gehen da es nicht auszuhalten ist. Bei der Biogasanlage kommt es ständig zu Störfällen und der Landkreis N als Aufsichtsbehörde unternimmt nichts. Das Ministerium in Hannover ist in der Sache informiert und unternimmt nichts. Bei uns gibt es erhebliche Erkrankungen durch die Anlage. Das ganze geht wieder vor Gericht, bei Genehmigung wurde von Saiten der Gerichte, Anwälte, Politik gemauschelt. Da sitzen bestimmte Leute die auf Kosten unserer Gesundheit spielen. Auch die Gegnerischen Anwälte wovon einer sehr bekannt ist in/aus Nörten-Hardenberg unterstützt dies. Ich hoffe nur das es seiner Familie später auch schlecht geht, dann bringt Ihn sein vieles Geld was der Steuerzahler aufbringt auch nichts mehr. Das da bei Großveranstaltungen überhaupt noch jemand hin geht.
    Biogasanlagen sind Umweltschädlich, es wird immer geklagt die Erträge vom Acker sind schlecht. In Wirklichkeit kommen Zuckerrüben , Getreide, Mais, Silage, Mist von Hähnchen/Schwein/Rind, Gülle, Tierabfälle, Gemüseabfälle mit Plastik zum vergären in die Biogasanlage und später wieder auf die Felder als Gärsubstrat.
    Viele, viele Transporte und Fahrten wo Mengen Diesel verbraucht wird auf Straße und Äcker. Diese Woche haben Sie 30t Zuckerrüben in die Biogasanlage gebracht über 35 Fahrten an unseren Haus entlang. Grundrechte von Saiten der Gerichte in Göttingen, Lüneburg werden umgangen. Warum wird ein Gewerbeaufsichtsamt in Göttingen in der Sache abgezogen? Der Landkreis N hat es an sich gezogen als Aufsichtbehörde und umgeht den Tatsachen was bei uns ankommt. Nachbarn rechts und links können gut mit den Betreiber und haben eine Unterschrift bei Gericht vorgelegt, dass es nicht stinken würde. Über 30 Menschen hinter uns nehmen die stinkenden Stoffe durch die Biogasanlage wahr, haben eine Unterschriftenliste. Wir haben bei uns vor dem Fenster Formaldehyd nachgewiesen. Ich hoffe nur das die Nachbarn rechts und lins und Pferdetante bald selber daran zu leiden haben gesundheitlich. Der Husten ist ja schon vorhanden. Schwarze Abgase werden abgelassen, Hauben der Gärbehälter waren mehrfach runter, Störfälle lautes Signal kam von Biogasanlage. Die Biogasanlage steht auf einen Hügel und die Stoffe ziehen zu uns runter. Fenster zum lüften wenn es stinkt kann nicht geöffnet werden. da es extrem in die Wohnung zieht. Nachts werden die Stoffe stärker abgelassen, sogar bei geschlossenen Fenster zieht es in die Wohnung durch Fensterritzen usw. Bei Störfällen kann man die 110 wählen und die Polizei hat es nicht für sich bei uns zu melden. Da sitzen bestimmte Leute die dies unterstützen.
    Die Politik weis davon und ignoriert alles.

    Mit freundlichen Grüßen

    Die Wirklichkeit

  13. Hallo!
    Wir haben auch eine Biogasanlage 200m entfernt von unserem Wohnhaus stehen. Unsere 8jährige Tochter hat seit knapp einem Jahr Epilepsie. Seit Tagen gast die Anlage wieder unerträglich und es stinkt so stark, dass man kaum im Freien sein kann. Könnte dies in einem Zusammenhang stehen – ich meine die Erkrankung meiner Tochter und die Anlage? Kann man gegen den Gestank bei einer Anlage erfolgreich vorgehen?
    Vielleicht kann mir jemand helfen. Danke!

  14. Auch wenn ich mich hier kritisch gegenüber Biogasanlagen geäußert habe, halte ich es doch für ziemlich abwegig, dass dass durch Methan Epilepsie ausgelöst wird. An allen Problemen sind Biogasanlagen nun auch wieder nicht schuld. Ich bin aber kein Arzt und kann Ihre Frage also nicht beantworten. Ihnen kann ich nur raten, nicht auf irgendwelchen Internetseiten nach Rat zu suchen, sondern sich an Ihren Arzt zu wenden.

    Nebenbei: Methan stinkt nicht, das Gas ist geruchlos. Keine Ahnung, was sie da riechen. Auf dem Land kann es nun einmal nach Gülle usw. riechen. Auch wenn das jetzt nicht nett klingt: Ich hatte noch nie Verständnis für Leute, die erst aufs Land ziehen und sich dann über die dort üblichen Gerüche beschweren.

  15. Ich lebe seit 37 Jahren in diesem kleinen Weiler. Mein Vater 60 Jahre. Die Biogasanlage gibt es nun seit knapp 10 Jahren. Es gibt drei aktive Landwirte, welche natürlich ihre Gülle ausfuhren/fahren. Dieser Geruch ist völlig normale Landluft! Der eine Bauer baute dann eine Biogasanlage und seither stinkt es manchmal so stark, dass man nicht vor die Türe kann! Als ob verweste Türe rumliegen würden! Das finden wir nicht normal.

  16. Die Felder von dem biogaslandwirt sind schwarz, wenn er seine Gülle ausfährt. Das kann nicht gesund sein!

  17. Die Wirklichkeit

    Hallo
    Zum Schreiben von Isabella,
    man kann Geruchsgutachten für teures Geld durchführen lassen wobei in Wirklichkeit nichts bei heraus kommt, da die Gutachter meistens für die Interessen der Betreiber arbeiten oder prognostizierte Werte werden angegeben, welche mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben. Die Biogasanlagen müssten unter Vollgas betrieben werden und von Unbefangenen Prüfern geprüft werden. Im Umkreis von bis zu 1,5 km um die Biogasanlage müssten Prüfungen von toxischen Stoffen, Keime, Bakterien während unter Vollgas laufender Biogasanlage durchgeführt werden. Denn wirklich schädliche Stoffe nimmt man mit der Nase nicht mehr richtig wahr über einen längeren Zeitraum.
    Am Anfang nimmt man es noch wahr, danach nicht mehr. Man merkt nur das es einen körperlich nicht gut geht, Husten, Übelkeit, Luftnot. Um Biogasanlagen müssten von den Ministerien mal die Erkrankungen der einzelnen Anwohner festgestellt werden. Es gibt Stoffe die gehen nach oben weg sind leichter und andere Stoffe die setzen sich nach unten ab und sind schwerer. Bei uns wurde die Biogasanlage auf einen Hügel errichtet und die Stoffe kommen zu uns hinunter da wir tiefer liegen mit den Garten und Wohnhaus.
    Landkreise, Gewerbeaufsichtsämter, Ärzte, Richter, Anwälte, Ministerien mauern in der Sache.
    Wirtschaftsanwälte und andere verdienen dadurch viel Geld.
    Wenn mein Kind so schwer krank wär, würde ich dort weg ziehen.
    Die Biogasanlagenbetreiber müsste man für die Folgeschäden wie Gesundheit, Wertminderung der Grundstücke, Nitrateintrag ins Grundwasser zur
    Rechenschaft ziehen. Aber das kann nur durch Einsicht unserer Politik und Länderregierung erfolgen.
    Ich habe über 30 Jahre auf einen Dorf mit Landwirtschaft zu Hause gelebt, da hat es nie so widerlich gestunken. Und jetzt lebt man in einer Stadt mit über 7000 Einwohnern und muss die gesundheitsschädlichen Stoffe einatmen.
    Wir hoffen das Ministerium und der Landkreis unterbinden dies bald.

    Mit freundlichen Grüßen

    Die Wirklichkeit
    20.01.2017

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