Kultur-Aspekte, Teil 2

Da ich im vorigen Teil kurz darauf kam: Manchmal bin ich schon etwas neidisch auf Künstler. Als solcher hat man immer die Möglichkeit, empfangene Gefälligkeiten mit kleinen eigenen Werken zu belohnen. Dass der Künstler kein Geld hat, wird schließlich als gegeben vorausgesetzt. Erst vor einigen Monaten hatte ich auf Arbeit wieder so ein Erlebnis. Ich weiß nicht mehr, womit ich dem Betreffenden genau weiterhalf – Geld wollte ich ja auch wirklich nicht haben – aber zum Schluss überreichte er mir einen Umschlag mit einem eigenen Werk. Als kleine Entschädigung. Man hat dann stets das Gefühl, jetzt ehrfurchtsvoll sagen zu müssen:…

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Kultur-Aspekte

So, das Filmfestival „uebermorgen“ ist seit gestern zu Ende. Nahtlos reiht sich das Filmfest Dresden an. Und ich werde wohl wie schon in den letzten Jahren schon wieder aus verschiedensten Gründen nicht hinkommen. Immerhin ist das Programm wenigstens abends. Es gab Jahre, da lief das meiste tagsüber und es war für die arbeitende Bevölkerung (ja, sowas gibt’s noch) aussichtslos, bestimmte Teile sehen zu können. Aber in manchen Jahren schaffte ich es tatsächlich, fast alles zu sehen. Wie hatte ich das eigentlich organisiert? Ach klar – damals arbeitete ich in der Medienwerkstatt. Und wir waren mit beim Filmfest beteiligt, weil wir…

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Alkohol am Arbeitsplatz!

„Ach – jetzt noch ein Eis! Hä, was meint Ihr? Da müsste noch bissel Apfelmus im Kühlschrank stehen…“ Sowas kann man bei uns nach dem Mittagessen gelegentlich hören. Ich warnte die anwesenden Frauen noch, im Eis seien aber gefährliche Kalorien, doch nun waren schon alle infiziert. „Mit Apfelmus – das nennt man doch schwedischen Eisbecher, oder?“, fragte Harald. „Schwedeneisbecher“, korrigierte ich ihn in meiner typischen besserwisserischen Art. Micha war inzwischen bereits aufgestanden, um bei ALDI Vanilleeis zu holen. „In einen richtigen Schwedeneisbecher gehört aber auch Eierlikör mit hinein“, erklärte ich, „bring‘ mal welchen mit!“ Nun, da konnte er schlecht nein…

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Hoch im Norden

Sommer, Sonne, Sonnenbrand: Die Ostsee bei Rerik. Sachkundig beurteilt der Autor die Bademöglichkeiten. Wenn Reriker Männer abends zu ihren Frauen sagen: „Ich gehe noch kurz zur Steilküste“, dann hat das nur in seltenen Fällen mit Naturschwärmerei zu tun. Der gefürchtete Rerik-Alligator auf dem Weg zum Strand. Überall aufgestellte Tafeln warnen vor diesem bis zu 3,20 m lang werdenden Raubtier. Empfohlen wird Urlaubern, immer einige gebratene Hühner bei sich zu tragen, um angreifende Exemplare damit ablenken zu können. Kritische Stimmen behaupten, diese Art sei hier früher völlig unbekannt gewesen und wäre von der örtlichen Geflügelindustrie gezielt angesiedelt worden. Der Bürgermeister, den…

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Privatsphäre und sonst so

Ja, ich muss diesen Blog für eine Woche stilllegen, denn wir sind mal kurz weg. Irgendwo an der Ostsee – aber wo genau, kann ich schlecht sagen, da ich in unserer Familie über solche statistischen Fakten wenig aussagekräftig bin. Falls es nicht zufällig in meiner elektronischen Bewusstseinserweiterung – meinem PocketPC – erfasst ist, habe ich meist keine Ahnung von solchen Dingen. Doch Tatsache: Ich habe unser Reiseziel wirklich dort eingetippt. Ich würde den Ort auch gern hier angeben, aber es gibt ein Problem bei der Synchronisierung und so kann ich das Wort per copy & paste nicht übertragen. Andere Lösungen…

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Szene

„Hey, was iss’n das für’n cooles Branding auf deiner Hand? Wo hast’n das machen lassen?“, wurde ich heute von den Praktikanten gefragt. Ja – schon wieder die Paktikanten! Wen das jetzt nervt, der kann ja vorspulen! Jedenfalls: Branding? Unauffällig googelte ich schnell am nächsten PC. Aha! Das lassen sich also Leute machen, denen Piercings oder Tattoos zu spießig sind. Nun hätte ich bei der Gelegenheit endlich einmal schlagfertig sein können und einfach nur „ja“ sagen müssen. Schon wäre ich im gesellschaftlichen Ansehen enorm aufgestiegen. Aber Schlagfertigkeit ist nun mal nicht so mein Ding (das unterscheidet mich übrigens von Schlagsahne) und…

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Konversation

„Ich bin verdreckt“ hatte jemand in den Staub geschrieben. „Dann mach’s doch sauber!“ fand ich eine Woche später daneben. „Wie funzt’n sowas?“ kam darauf. Es wurde eine anhaltende Konversation. Dann war die komplette Oberfläche der rechten Monitorbox beschrieben und ich musste die linke etwas näher heranrücken, damit weitere Oberfläche in Reichweite kam. Die eingeschränkte Stereowiedergabe nahmen alle gern in Kauf, da dieser Chat viele Leser hatte. Hätte ich doch damals nur lieber die großen Boxen gekauft! Das hätte viel mehr Fläche ergeben. Das mit der allgemein sichtbaren Verstaubung im Studio hatten wir schon oft diskutiert, letztens sogar in der Dienstberatung.…

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Es wird nicht langweilig in Dresden

„Gibt’s was Neues?“, fragte Nicole, als Mario gerade Zeitung las. „Hm. Dynamo ist insolvent …“, „Interessiert mich kaum“, „ … die Brücke wieder …“, „Ach naja, die Brücke! Da ist ja immer was.“ Sie als Zugezogene hat anscheinend noch nicht so den Bezug dazu gefunden. Es kann aber nicht sein, dass ihr das egal ist. Man muss doch Stellung beziehen! Wir werden das in der nächsten Dienstberatung auf Punkt 2 setzen. Was ist passiert? Es sind vier Dresdner zum UNESCO-Welterbezentrum nach Paris gefahren um mit dessen Direktor, Herrn Bandarin, über unseren gefährdeten Weltkulturerbe-Titel zu sprechen. Rein zufällig waren das vier…

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Richtigstellung

Ich möchte mich hiermit einmal ganz ausdrücklich von den letzten Einträgen distanzieren, in denen immer über die Praktikanten hergezogen wurde. Das hat jetzt gar nichts damit zu tun, dass ich kürzlich im Impressum von „blogruf“ zwei bekannte Namen entdeckte und nun Angst habe, mir könnte der Account gesperrt werden. Nein, völlig unabhängig davon wollte ich schon lange einmal loswerden, dass Praktikanten grundsätzlich die allerbesten Menschen sind. Viele Unternehmer, gerade aus dem Medienbereich wird das jetzt überraschen: „Praktikanten sind Menschen? Ist ‚Praktikant‘ nicht aus dem Altpharisäischen die Übersetzung für ‚Sklave‘?“ Doch lassen wir derlei Anspielungen, von wegen Lehrjahrzehnte wären keine Herrenjahre…

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