Gut ist,

dass es heute offiziell wurde: Es geht weiter, zumindest die nächsten 4 Jahre. Das Medienkulturzentrum bleibt Betreiber des SAEK. Als der Chef heute Nachmittag stundenlang verschwunden war, hatte Nicole die Ahnung, dass er zu Metro gefahren sein könnte, um eine Kiste Sekt zum Anstoßen zu kaufen. (Auch in überschwänglichen Situationen bleiben wir beherrscht und werfen das Geld nicht gleich unüberlegt zum Fenster hinaus. Der Krimsekt wird auch dann nur nach sorgfältiger Preisrecherche beim billigsten Anbieter gekauft.) Aber leider hatte die Abwesenheit nichts damit zu tun. Ernüchterung machte sich breit, obwohl noch gar kein Alkohol geflossen war. Es fällt auf, dass…

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Verwirrungen, Teil2

Na, das war ja gestern ein totaler Reinfall! Welcher Idiot ist aber auch auf diese Idee gekommen, Himmelfahrt und den 1. Mai auf ein und denselben Tag zu legen? Dabei hatten wir am Mittwoch noch gemeinsam darüber geredet, als wir über Transparent-Aufschriften nachdachten. Harald wollte wieder sein übliches „Meine Hand für mein Produkt!“ tragen, doch ich meinte, das könne in den Zeiten gestiegener Terrorgefahr falsch verstanden werden. Nicht dass man ihn noch für einen Selbstmord-Attentäter hält. Auch nicht so zeitgemäß fand ich „So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben“, denn das könnten manche für Zynismus halten. Wir einigten…

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Verwirrungen, Teil1

Der Schock kam am Morgen. Ich fuhr den Weg an der Elbe entlang. Wie üblich, hatten die Betreiber vom „Pferdehof Schmidt“ mit ihren landwirtschaftlichen Geräten den Radweg frisch gepflügt. So hat man immer eine kleine Herausforderung, wenn man vor den Pferdekoppeln Schlammlöcher umfahren muss. Und als ich diese bewältigt hatte, tauchte hinter den Bäumen ein gewaltiges Stahlmonstrum auf. Ich dachte: Nein! Haben die Typen jetzt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion diese landschaftszerschneidende, blickbeziehungsbeeinträchtigende Monsterbrücke doch schon hingeklotzt? Doch dann bemerkte ich meinen Irrtum. Man ist ja schon völlig durcheinander als Dresdner. Übrigens entdeckte ich vor einigen Tagen beim Staubsaugen ein kleines Wurmloch…

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Arbeitsvorbereitungen

Ein Problem, an dem wir SAEK-Mitarbeiter leiden, ist diese Schlaflosigkeit. Man wird täglich schon 6 Uhr wegen irgendwelcher Familienangehörigen munter, muss aber frühestens 9 Uhr im Studio sein. Was kann man in dieser Zeit sinnvolles tun? Ja, sicher: Da fällt einem zunächst etwas mit dem Computer ein. Vielleicht eine neue Eröffnungsvariante in Solitär probieren? Erforschen, ob das DVD-Export-Problem in Adobe Encore CS3 inzwischen behoben wurde? Aber bei dem schönen Wetter am Notebook herumhängen? Ich meine, optimaler hätte das Wetter kaum sein können: Kühl und alles nass, weil es nachts geregnet hatte. Bestes Wetter also für einen Waldspaziergang. Letztlich ist es…

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Girlsday, aber zunächst einmal:

Künstliche Intelligenz ist noch längst nicht so weit entwickelt, wie es sein könnte. Gerade macht es in meinem Rucksack „Dingdong!“ – oder ist es mehr ein „Bingbong“? Egal. Mein hochintegrierter digitaler Begleiter will mich an etwas erinnern. Na fein. Rucksack absetzen, öffnen, Gerät suchen, Etui öffnen, lesen. Die ganze Prozedur wieder! Wesentlich einfacher wäre es, wenn man dem Gerät genervt zurufen könnte: „Ja, was ist denn nun schon wieder?“ und ein fröhliches „Erinnerung! Heute ist Girlsday!“ käme aus der Tasche. „Na und? Wieso muss ich daran erinnert werden? Die kommen frühestens gegen 10 Uhr…“ „Ich sag’s ja nur“, antwortet das…

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Sieben Brücken

„Über Sieben Brücken musst Du gehen.“ – hätte man diese bekannte Zeile mehr beachtet, dann wäre der Dresdner Streit um die Waldschlösschenbrücke möglicherweise viel früher entschieden gewesen. Für eine Kulturstadt wäre wäre eine solche Herangehensweise auch gar nicht so abwegig gewesen. Die entsprechenden Stadtratssitzungen stelle ich mir so vor: A: „ … Deshalb möchten wir die Überlegung einbringen, eine weitere Elbbrücke am Waldschlößchen zu bauen.“ B: „Ja, aber – es heißt doch, `Über sieben Brücken sollst du gehn`. Und wir haben schon sieben“ A: „Ach so… stimmt. Na dann geht’s freilich nicht“ C: „Aber Moment mal! Haben wir nicht bereits acht…

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Kultur-Aspekte, Teil 2

Da ich im vorigen Teil kurz darauf kam: Manchmal bin ich schon etwas neidisch auf Künstler. Als solcher hat man immer die Möglichkeit, empfangene Gefälligkeiten mit kleinen eigenen Werken zu belohnen. Dass der Künstler kein Geld hat, wird schließlich als gegeben vorausgesetzt. Erst vor einigen Monaten hatte ich auf Arbeit wieder so ein Erlebnis. Ich weiß nicht mehr, womit ich dem Betreffenden genau weiterhalf – Geld wollte ich ja auch wirklich nicht haben – aber zum Schluss überreichte er mir einen Umschlag mit einem eigenen Werk. Als kleine Entschädigung. Man hat dann stets das Gefühl, jetzt ehrfurchtsvoll sagen zu müssen:…

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Kultur-Aspekte

So, das Filmfestival „uebermorgen“ ist seit gestern zu Ende. Nahtlos reiht sich das Filmfest Dresden an. Und ich werde wohl wie schon in den letzten Jahren schon wieder aus verschiedensten Gründen nicht hinkommen. Immerhin ist das Programm wenigstens abends. Es gab Jahre, da lief das meiste tagsüber und es war für die arbeitende Bevölkerung (ja, sowas gibt’s noch) aussichtslos, bestimmte Teile sehen zu können. Aber in manchen Jahren schaffte ich es tatsächlich, fast alles zu sehen. Wie hatte ich das eigentlich organisiert? Ach klar – damals arbeitete ich in der Medienwerkstatt. Und wir waren mit beim Filmfest beteiligt, weil wir…

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Alkohol am Arbeitsplatz!

„Ach – jetzt noch ein Eis! Hä, was meint Ihr? Da müsste noch bissel Apfelmus im Kühlschrank stehen…“ Sowas kann man bei uns nach dem Mittagessen gelegentlich hören. Ich warnte die anwesenden Frauen noch, im Eis seien aber gefährliche Kalorien, doch nun waren schon alle infiziert. „Mit Apfelmus – das nennt man doch schwedischen Eisbecher, oder?“, fragte Harald. „Schwedeneisbecher“, korrigierte ich ihn in meiner typischen besserwisserischen Art. Micha war inzwischen bereits aufgestanden, um bei ALDI Vanilleeis zu holen. „In einen richtigen Schwedeneisbecher gehört aber auch Eierlikör mit hinein“, erklärte ich, „bring‘ mal welchen mit!“ Nun, da konnte er schlecht nein…

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Hoch im Norden

Sommer, Sonne, Sonnenbrand: Die Ostsee bei Rerik. Sachkundig beurteilt der Autor die Bademöglichkeiten. Wenn Reriker Männer abends zu ihren Frauen sagen: „Ich gehe noch kurz zur Steilküste“, dann hat das nur in seltenen Fällen mit Naturschwärmerei zu tun. Der gefürchtete Rerik-Alligator auf dem Weg zum Strand. Überall aufgestellte Tafeln warnen vor diesem bis zu 3,20 m lang werdenden Raubtier. Empfohlen wird Urlaubern, immer einige gebratene Hühner bei sich zu tragen, um angreifende Exemplare damit ablenken zu können. Kritische Stimmen behaupten, diese Art sei hier früher völlig unbekannt gewesen und wäre von der örtlichen Geflügelindustrie gezielt angesiedelt worden. Der Bürgermeister, den…

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