Dresden – Stadt des Irrsinns?

2016-03-29_artikelbildSo steht es zumindest heute in der Sächsischen Zeitung. In dem mit „Stadt des Irrsinns“ betitelten Artikel schreibt Sandro Rahrisch, „dass an der Elbe leidenschaftlich zerstört, aber auch genauso sonderbar gebaut wird“. Sein Kollege Peter Hilbert beklagt im Kommentar dazu: „Vorschriften werden hier besonders geliebt“. Als Beleg für diese Selbstbemitleidung dient ihnen die Tatsache, dass Dresden schon sieben Mal von dem Satiremagazin „Extra 3“ besucht wurde, wobei stets ein Beitrag für deren Rubrik „Realer Irrsinn“ entstand.

Teilweise war das auch sehr berechtigt von „Extra 3“. Der Unsinn mit dem Rückbau eines Radwegs in der Heide und die unvergessene Baggeraktion von Frau Töberich gehören auf jeden Fall dazu. Lustig ist auch das mit dem Lärmschutz im Hotel Jüdenhof und die Sache mit den Striezelmarkttassen. Hier könnte man zwar schon mit Diskussionen beginnen, ob da nicht doch halbwegs nachvollziehbare Hintergründe existierten oder ob es nicht etwas überbewertet wurde, aber lassen wir es meinetwegen gelten.

Aber bei den Videos „Dauerrote Ampel in Dresden“, „Zwei Brückengeländer in Dresden“ und vor allem bei der angeblichen „Schulweg-Posse in Dresden“ hätte es den beiden SZ-Redakteuren gut zu Gesicht gestanden, einmal kritisch zu fragen: Übertreiben die von Extra 3 hier nicht? Teilweise sogar ganz gewaltig? Haben die keine besseren Themen? Ist einer ihrer Autoren nach Dresden umgezogen und soll nun auf Krampf noch weiter mit Aufträgen versorgt werden?

Denn es fällt auf: Bis auf die Sache mit dem Schulweg stammen alle Videos von Extra 3-Mitarbeiter Daniel Sprenger. Wohnt der neuerdings hier? Na gut, kann auch Zufall sein, vielleicht bleiben an ihm immer nur die Produktionen mit längeren Anfahrten hängen. Auf jeden Fall scheint man ihm jedes Mal gesagt zu haben: Wenn Du einmal dort bist, dann schau mal nach, ob Du gleich noch ein Zweitthema findest. Wahrscheinlich wollte die Redaktion so zeigen, dass sie auch sparsam mit Fahrtkosten umgehen kann. Weil doch in Dresden Montags immer so auf die Rundfunkgebühren geschimpft wird. Wahrscheinlich deshalb entstand von Daniel Sprenger für die Sendung vom 29.05.2015 „Realer Irrsinn: Weggebaggerter Fahrradweg“ und gleich darauf noch für den 10.06.2015 „Realer Irrsinn: Dauerrote Ampel in Dresden“. Letzteres war zwar lustig gemacht, aber inhaltlich kompletter Blödsinn. Die Ampel hat durchaus Sinn – ich erkläre es gleich. Kürzlich war es ähnlich – am 17.02.2016 kam „Realer Irrsinn: Fenster zu in Dresden“ und in der Folgewoche am 24.02.2016 „Realer Irrsinn: Zwei Brückengeländer in Dresden“.

Das doppelte Geländer

Ich fange mal damit an. Das mit dem doppelten Geländer liegt schlicht am Widerspruch zwischen den Ansprüchen des Denkmalschutzes und denen moderner Sicherheitsanforderungen. Es hat aber nichts damit zu tun, dass Vorschriften in Dresden besonders geliebt werden – diese Bedingungen gibt es deutschlandweit. Dresden ist dank kulturellem Erbe für solche Problemzonen lediglich etwas anfälliger als eine Stadt ohne alte denkmalsgeschützte Bauwerke. In Hamburg, wo „Extra 3“ produziert wird, ist man da zum Beispiel fein raus, zumindest was Brücken betrifft. Natürlich kann man sich über das doppelte Geländer streiten, aber hat jemand eine wirklich bessere Idee? Und verdient solch eine Belanglosigkeit wirklich schon die Bezeichnung „Irrsinn“? Wie bezeichnet man dann noch echten Irrsinn?

Die dauerrote Ampel

Die Sache mit der Ampel. So falsch ist die dauerrote Ampel gar nicht. Und noch weniger verdient sie die Bezeichnung „irrsinnig“. Wenn man sich nur ein  wenig in die Situation an dieser Kreuzung hineindenkt, dann fällt auf, dass diese Lösung ganz im Gegenteil sogar ziemlich clever ist. Der Güntzplatz ist keine normale Kreuzung, wo vier Straßen rechtwinklig aufeinandertreffen, sondern eher eine Stelle, bei der sich drei stark befahrene Hauptverkehrsadern treffen: Gerokstraße, Güntzstraße und Sachsenallee. Zusätzlich mündet auch noch eine wenig befahrene Straße dort, die Ziegelstraße.

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Mit Rot/Grün-Phasen geregelt sind hier nur die drei Hauptstraßen untereinander. Würde man die Ampel in der Ziegelstraße (roter Pfeil) ebenfalls mit regeln, dann entstünden für die anderen Straßen zusätzliche oder längere Rotphasen, also mehr Wartezeit (mit Standgas und mehr Schadstoffausstoß an diesem Ort). In der Ziegelstraße wird kein Mensch auf die Idee kommen, an der Ampel zu warten, bis sie grün wird, denn es ist ein grüner Pfeil dran. Sobald von links niemand kommt, wird man fahren – spätestens also, wenn die links auf der Sachsenallee Rot bekommen. Dass die gezeigte Ampel nie grün wird, werden also höchstens Fußgänger bemerken. Wo also ist das Problem? Man sieht rot, hält vorschriftsmäßig an und biegt bei nächstbester Gelegenheit in die einzig mögliche Richtung rechts ab.

Aber könnte ein Stoppschild nicht dasselbe bewirken? Ja, könnte es. Doch Reinhard Koettnitz erklärt im Film, was das Problem ist: Verkehrsvorschriften! Das wird natürlich von den Humorproduzenten im weiteren Verlauf als großer Gag dargestellt … diese Dresdner aber auch! Vorschriften einhalten wollen sie … was für ein Brüller! Aber es ist in Deutschland tatsächlich so vorgeschrieben, dass an ampelgeregelten Kreuzungspunkten an jeder Zufahrt eine Ampel zu stehen hat. Wer irgendwo in Deutschland eine Kreuzung entdeckt, wo an einer Zufahrt ein Stoppschild statt Ampel steht, darf anschließend gern über Dresden lachen.

Aber dass die nicht benutzten Lampen bei jedem planmäßigen Wechsel mit getauscht werden, ist doch nun wirklich … nein! Ist auch nicht so lächerlich. Lampen in Ampeln werden nicht erst dann getauscht, wenn sie kaputt sind, sondern bereits vorbeugend planmäßig vorher. Verkehrssicherheit und so. Bei diesem Lampentausch funktionieren also praktisch alle Lampen noch. Da hier also ohnehin schon eine Art Verschwendung stattfindet (wenn auch eine mit sinnvollem Hintergrund), kommt es auf die zwei zusätzlichen mit getauschten funktionierenden Lampen auch nicht mehr an. Und den ausführenden Dienstleistern jeweils erst eine spezielle Schulung für den Lampentausch „Achtung, Sonderfall Güntzplatz: Eine Ampel ist anders“ anzuordnen, erscheint auch nicht sehr ökonomisch. Zumal in der Praxis dann sicher wieder einer  nicht zuhört und später in der falschen Ampel Grün und Gelb nicht wechselt.

Update, 14.09.2016: Nun ist sie weg, die dauerrote Ampel.

Die Schulweg-Posse

Richtig schlecht war aber das Video „Realer Irrsinn: Schulweg-Posse in Dresden“ vom 01.07.2015. Man braucht schon sehr viel Entgegenkommen, um es noch unter „schlampig recherchiert“ zu verbuchen, aus meiner Sicht war es schon eine böswillige Falschdarstellung. Was kommt beim Zuschauer an? Er erfährt: In Dresden ist es Standard, dass Schulplätze verlost werden. Und wer von den Dresdner Kindern Pech hat, muss anschließend stundenlange Wege durch die Stadt in Kauf nehmen. Warum? Grundlose, dumme Behördenwillkür. Ist eben so in Dresden.

Dass die besagte Schule aber in Weixdorf im nördlichsten Stadtteil Dresdens liegt und darin auch noch fast im nördlichsten besiedelten Zipfel – das wurde nicht erwähnt. Es ist eigentlich nachvollziehbar, dass es bei solchen Wohnorten ggf. Probleme mit allem Möglichen, unter anderem auch mit Schulwegen gibt. Was im Film ebenfalls nicht erwähnt wurde: Die angeblich zufällig ausgeloste Alternativ-Schule ist durchaus die nächstgelegene und wäre unter normalen Umständen problemlos erreichbar. Leider wird sie aber gerade saniert, weshalb die Schüler in den Ausweichstandort müssen. Es handelt sich also keineswegs um den Normalzustand in Dresden, sondern um einen Fall, wo mehrere ungünstige Bedingungen aufeinandertreffen. In manchen anderen Städten ist es dagegen durchaus der Normalfall, dass Schulplätze ausgelost werden. Aber wen interessieren solche unwichtigen Details, wenn man gerade einen total lustigen Beitrag über diese Hinterwäldler in Dresden austüftelt?

Konkret sieht es mit dem Fall in Dresden so aus:

Im Norden von Dresden, liegen etwas abgetrennt vom eigentlichen Stadtgebiet hauptsächlich die Ortsgebiete Klotzsche und Weixdorf. Die Schule, die im Film gezeigt wird und von den Kindern nicht besucht werden kann, ist die Oberschule Weixdorf (roter Pfeil).

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Für mitlesende Nicht-Sachsen: Oberschulen heißen anderswo Mittelschule. In Weixdorf ist das die einzige Oberschule. Südlich von Weixdorf liegen links der Flughafen und rechts ein Waldgebiet. Es ist also kein dichtbesiedeltes Gebiet. Das kann man sich auch im Themenstadtplan alles ansehen. Die Schule liegt hier:

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Die nächste Oberschule ist südlich davon, in Klotzsche – die 82. Oberschule „Am Flughafen“.

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Zumindest normalerweise liegt sie dort, denn zurzeit wird sie saniert. Und das war auch zum Zeitpunkt des Video-Drehs bereits so – die „Extra 3“-Produzentin hätte es also wissen sollen. Oder können. Wenn sie gewollt hätte. Jedenfalls liegt hier der Ausweichort:

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Das ist selbstverständlich schlecht für alle Beteiligten. Übrigens auch für die Kinder in Klotzsche. Aber was wäre die Lösung? Soll bei Platzmangel in Schulen doch der Wohnort entscheiden, so dass die Kinder, die nahe bei einer Schule wohnen, bessere Chancen haben? Natürlich nicht! Denn unter diesen Bedingungen würden sich reiche Eltern bevorzugt Wohnungen in Schulnähe suchen und die ärmeren Familien hätten doppelt Pech. Ein Losverfahren ist da schon das geringere Übel und es ist gerecht. Auch wenn es zu solchen Extremfällen wie im Film führt, dass die Schule auf der anderen Straßenseite nicht in Frage kommt. Es ist geistlos von den „Extra 3“-Machern, wenn sie sich darüber lustig machen, dass niemand einen Einfluss auf das Losverfahren hat. Na, selbstverständlich hat niemand darauf Einfluss, sonst wäre es ja kein neutrales Losverfahren. Wenn jemand Einfluss hätte, dann wäre das der eigentliche Skandal.


Update: Na so ein Zufall: Einen Tag, nachdem ich das schreibe, kommt „Realer Irrsinn“ in Extra3 ausnahmsweise mal aus Dresden 🙂 Übrigens vom Autor Daniel Sprenger. Also wird nächste Woche garantiert auch noch was von ihm aus Dresden gesendet. Ich finde das als Gesamtereignis schon wieder irgendwie witzig. Vielleicht sollten wir als Touristenattraktion Stadtrundgänge „Auf den Spuren von Extra 3“ anbieten.

Realer Irrsinn: Fußgängertunnel dicht in Dresden extra 3 – 30.03.2016 22:50 Uhr Autor/in: Daniel Sprenger


Bildquellen: Google Maps (Bild 1), Themenstadtplan Dresden (Bilder 2 – 5)

15 Kommentare:

  1. Das ist wirklich super recherchiert. Schade nur das die von Extra 3 das nicht mitbekommen werden, weil die gerade den Türkischen Präsidenten in der Mache haben. Die sind leider mit sich selbst beschäftigt, weil sie ja die Pressefreiheit verteidigen. Denken die da zumindest.

    Ach so ja: Da gibt es noch die sogenannte Sorgfaltspflicht für Journalisten. Der Chefredakteur von Extra 3 hat heute morgen im Morgenmagazin der ARD gesagt das dies wichtig sei. Aber nicht immer. Und man müsse da abwägen. Es wäre ja eine Satire-Sendung. Und es kommt darauf an wer einem auf die Füße tritt und ob es den Leuten gefällt. Und blöd fand ich das er das ernst meint. Leider… Denn als normaler Gebührenzahler , naja, kann man nix machen…

  2. Dann muss ich wohl mal anfangen Extra3 zu verteidigen (zumindest in Ansätzen). Erstens, kann es vielleicht sein, dass der Redakteur einfach für den „Realen Irrsinn“ zuständig ist? Aber egal, ist ja eh unwichtig.

    Die drei Themen sind da das wichtigere und da muss man dir schon zum Teil recht geben. Fangen wir mit dem Doppelgeländer an. Das blöde ist, dass man hier einen Radweg gebaut hat. Man darf das restaurierte Geländer wahrscheinlich nicht höher machen oder höher hängen (um einen Unterbau machen zu können) nehme ich an, also das ist vom Denkmalschutz nicht vorgesehen. Ob man jetzt nicht etwas höher einen kleinen Streifen anbringen gedurft hätte der das ganze zwar erhöht aber nicht so aussieht ist dann schon wieder eine andere Frage, aber dann wären sie wahrscheinlich auch gerannt gekommen.

    Die Ampel, da hast du recht, die ist im Prinzip sinnvoll und vor allem Regelkonform. Man muss aber zugeben, wenn man so im geraunten Gespräch hört „Hey du! Da gibt es eine Ampel die ist rot und die kann gar nicht grün werden!“ Würde man im ersten Augenblick auch denken „Hä!? Das ist doch bescheuert, irrsinnig!“

    Man muss allerdings auch sagen, die ganze Rubrik ist so. Häufig frage ich mich bei der ganz ehrlich „Was haben die geraucht!?“ Eine Reaktion die von der Redaktion ja auch gewollt ist, nur meine ich sehr häufig selbige damit, wenn es um simple und einfache rechtliche Fragen geht wie die Schrankenwärter die immer mal wieder ein Seil spannen müssen. Da hält sich die Bahn an die Regeln, die können da ja auch nicht einfach eine Schranke beschließen, dann ist es auch nicht recht.

    Und dann gab es da noch den Schulweg. Da ist natürlich der Aufhänger klar „Kind muss in weit entfernte Schule obwohl es eine andere aus dem Fenster sehen kann.“ Wenn man sich dann noch alles etwas zurecht biegt und vor allem die Gründe ignoriert die dazu führen kriegt man da ne schöne Geschichte raus. Ist auch noch was mit Kindern. Man darf es halt nur nicht totrecherchieren. Und genau das ist was du hier quasi gemacht hast.
    Man stelle sich folgendes Szenario vor: Eine Redakteurin wird irgendwie auf die Sache aufmerksam, sagen wir ein Lokalblatt hat darüber berichtet im Wissen dass die Leute die es interessiert sich mit den Hintergründen etwas auskennen. Sie kennt sich nicht aus und liest aus dem Stück nur „Kinder haben 80 Minuten Schulweg!“ Also ruft sie bei der Familie an und fragt nach was da los ist, die erklären, Losverfahren, „mein Kind hat von der bösen Schulverwaltung leider keinen Platz zugelost bekommen und darum muss es jetzt 80 Minuten hin und nochmal so lange wieder zurück fahren!“ und so weiter und so weiter. Redakteurin denkt „Prima Story!“ und macht sich schon mal bereit und fährt dann los. Vor Ort interviewt sie dann die Eltern, die Kinder und dann halt auch die Leute vom Schulamt wo sie dann erfährt „Hey, das macht ja irgendwie doch Sinn das so zu machen, jetzt wo man mir das mal ausführlicher erklärt“. Soll die arme Frau komplett ohne Bericht zurück fahren, was neues suchen, da dann wieder hin fahren nur um das Risiko einzugehen dass sie das dann auch wieder kaputterklärt kriegt? Ach nee, wir machen das auf witzig und dann klappt das schon. Die Eltern haben was sie sich erhofft haben, nämlich einen hämischen Bericht der ihnen nichts nutzt und auf Ämtern rumzuhacken ist schon so normal, daran erinnert sich in vier Wochen doch eh keiner mehr. Kurz: Ich habe die Wahl ich mache es auf witzig und habe nen Beitrag oder ich recherchiere und recherchiere es mir vielleicht kaputt dabei. Was nimmt man da wohl?

  3. Zufälligerweise bin ich gerade im Thema Schulwechsel drin.
    Es ist durchaus so, dass mittlerweile immer mehr Oberschulen ihre Plätze verlosen, weil sie teilweise dreimal so viele Anmeldungen haben, als Plätze vorhanden sind. Da sich Eltern ja recht gerne der Gerichte bedienen, um sich an eine Wunschschule zu klagen, ist das Losverfahren die unverfänglichste Lösung für die Schulen. Es sind einfach momentan in manchen Ortsteilen zu wenig Schulplätze vorhanden. Dieses Beispiel ist natürlich krass und die 60 Minuten zumutbarer Schulweg gehen eigentlich gar nicht. Es gibt einige Arbeitsagenturen in Deutschland, die muten so einen langen Weg ihren „Kunden“ nicht zu.

  4. @ Knut Richter: Das mit dem türkischen Präsidenten erfüllt aber immerhin die Bedingung, tatsächlich Satire zu sein. Die Sache, besser gesagt Erdogans dumme Reaktion darauf gefällt mir nämlich wiederum ganz gut. Ansonsten – ja, das mit der Sorgfaltspflicht. Theoretisch eine gute Sache. Naja, Theorie und Praxis. Ich räume ein, dass man wahrscheinlich nicht 100%ig sorgfältig sein kann, wenn man auch etwas lustiges daraus machen will. Aber wenigstens so 60 – 80% Sorgfaltsanteil fände ich schon nicht schlecht beim lustigen Aufdecken angeblicher Missstände. Wenn aber die Witze nur noch an der Realität vorbei gebastelt werden, wenn also gar keine Missstände vorhanden sind, dann ist es auch keine Satire mehr, sondern nur noch „heute show“.

  5. @ Daarin: Nee, natürlich soll die soll die arme Redakteuse in dem Fall nicht komplett ohne Bericht zurück fahren, das sehe ich schon ein 🙂

  6. @ Marianne: Das eigentliche Problem ist auf jeden Fall der Schulmangel. Die im Artikel erwähnte Alternativ-Schule in Klotzsche sollte vor einigen Jahren sogar geschlossen werden.

  7. Update: Na so ein Zufall: Einen Tag, nachdem ich das schreibe, kommt „Realer Irrsinn“ in Extra3 ausnahmsweise mal aus Dresden 🙂 Übrigens vom Autor Daniel Sprenger. Ich finde das allmählich auf einer höheren Ebene durchaus witzig.

    Realer Irrsinn: Fußgängertunnel dicht in Dresden extra 3 – 30.03.2016 22:50 Uhr Autor/in: Daniel Sprenger

  8. Hallo Frank, das mit der Ampel an der Ziegelstr. mag derzeit schon so korrekt angeordnet sein, nur wie viele Fahrzeuge etc. nutzen täglich diese Variante. Man kann jederzeit etwas nördlicher in den Sachsenplatz einbiegen (Höhe Florian-Geyer Str.), um dort rechts abzubiegen. Man hat hier sogar mehr Möglichkeiten, was die anschließende Fahrtrichtung betrifft, also nicht nur rechts abbiegen. 5500,- Euro jährlich einzusparen, ist nun auch nicht wenig, zumal es hier nur am Willen der Stadt liegt, dem Thema bspw. mit Pollern etc. ein schnelles und preisgünstiges Ende zu bereiten. Man könnte die Ampel zunächst abschalten und später mal mit zurückbauen, dies sollte hier doch kurzfristig möglich sein, schließlich lacht hier wieder halb Deutschland über uns. Diese kuriose Ampel war vor einiger Zeit auch schon 2x bei „Mario Barth deckt auf“ Thema. Wieso Fernsehzeitschriften etc. solche Sendungen unter „Comedy“ einordnen, entzieht sich meiner Kenntnis. Es sind aus meiner Sicht alles ernsthafte Themen aus der Praxis, nur eben zum schmunzeln aufbereitet, damit der eine oder andere Stadtplaner vielleicht doch mal wach gerüttelt wird und sich somit evtl. angesprochen fühlt. So gibt es in jeder Stadt sicherlich einige solcher negativen Beispiele, wo Steuergelder verschwendet werden. Kleinvieh macht auch Mist, in Summe sind es am Ende jährlich Millionen an Euros… Echt schade für uns alle, was könnte man mit diesem vielen Geld doch sinnvoll gestalten!?

  9. @ Thomas: Wenn Du schon selbst einräumst

    das mit der Ampel an der Ziegelstr. mag derzeit schon so korrekt angeordnet sein

    – warum muss es dann geändert werden, wo es doch korrekt ist? Wäre das Einsparpotential wirklich so hoch? Diese eine Ampel kostet Dresden für Instandhaltung und Wartung 4700 Euro, dazu kommen noch einmal 750 Euro für die Energie (Quelle). Ja, diese ca. fünfeinhalbtausend Euro könnte man sicher auch für etwas anderes verwenden. Aber in der Relation ist das doch gar nichts, denn pro Jahr bezahlt Dresden 1.394.000 Euro für die für Instandhaltung und Wartung aller Ampeln im Stadtgebiet, wozu noch 452.000 Euro Stromkosten kommen (Quelle). Wollen wir jetzt die Daseinsberechtigung aller Ampeln hinterfragen, um ein wenig Geld zu sparen? Viel mehr Einsparpotential dürfte die Umstellung aller Ampeln auf LED-Technik bringen, die in den letzten Jahren begonnen hat. Das hat man auch in Dresden schon begonnen (u.a. am Fetscherplatz und am Körnerplatz), was aber bei der Umstellung auch wieder Geld kostet. Verkehrssicherheit kostet nun einmal Geld.

    Mir fehlt da irgendwie die Motivation, mich wegen dieser einen Ampel krampfhaft aufzuregen, zumal die Zufahrt aus Richtung Ziegelstraße in Zukunft sowieso „gekappt werden“ soll. Dann erledigt sich das Kostenproblem von selbst.. Am Wasaplatz ist übrigens auch noch so eine dauerrote Ampel. Angeblich gibt es irgendwo auch eine, die ständig grün ist (bin mir aber nicht, sicher, ob das stimmt).

  10. Jetzt mal im Ernst, Dresden ist die Stadt der Hinterwäldler im Tal der Ahnungslosen. Das sollte seit Dezember 2014 jeder Untertan wissen.
    Wenn man sich überlegt, was hier abgeht, Asylbewerber zünden Wohnheime an, Ausländer ermorden Ausländer, so was ist in Helldeutschland undenkbar.

    Dabei ist Pegida nur die Spitze des Hinterwäldlereisbergs.
    Verdienstvollerweise untersuchen die Investigativmedien auch den Verblödungsmorast, auf dem Pegidadumpfheitssumpfblüten wachsen.

    +

    Zu den Ampellampen

    Selbstverständlich müssen bei jedem planmäßigen Wechsel alle Lampen getauscht werden. Ohne Ausnahme.
    Die Verkehrsampel ist keine Spielerei, sondern eine Verkehrsleiteinrichtung, die in verschiedenen gesetzlichen Regelungen vorkommt und deshalb gesetzeskonform zu betreiben ist. In allen Punkten.
    Man muss mit blöden Zufällen, wegen deren die gesamte Verkehrssteuerung umgestellt werden muss. Vielleicht LKW umgekippt auf der Gerokstr., Vollsperrung dort, Umleitung rundrum und dann irgendwie via Ziegelstraße auf die Güntzstraße einfädeln. Für die Steuerung brauchts dann auch der beiden anderen Farben.

    Die städtischen Verkehrslenker bzw. die Verkehrspolizei müssen sich darauf verlassen, dass die Verkehrsleiteinrichtungen intakt sind, da gibt es keinen Interpretationsspielraum. Im Bedarfsfall müssen alle Lampen mit der gleichen Zuverlässigkeit, was nur mit dem regelmäßigen Wechsel der Lampen abgesichert werden kann.

    Wenn die Klugsch. der Wahrheitsmedien die korrekte Arbeit der Verkehrsbehörden ins Lächerliche ziehen, ist das ziemlich übel.
    Andererseits, vielleicht wird unser Verkehrsamt bevorzugt behandelt, andere haben sich in der Nazi-Ecke wiedergefunden, wenn die sich gewagt haben, die Rechtslage zu referieren.

    +

    „Das eigentliche Problem ist auf jeden Fall der Schulmangel“

    Fasziniert mich immer wieder.
    Die Nomenklatura kann die Durchschnittstemperatur vom 25. Mai 2084 vorhersagen und den Wasserstand vom 11. November 2092.
    Können die, mit ihrer Wissenschaft.

    Den Bedarf an Schulen und Lehrern vorhersagen?
    Dieser Themenkomplex das ist so mystisch, da spielen so viele Faktoren (konkret einer) rein, da sind die Behörden (nicht nur in Dresden) jedesmal überrascht, wenn der Mangel offenbar wird.

    +

    Irrsinn gibt es schon.

    Habe gerade mit Mediathekview die MRD-Sendungen der letzten 2 Tage anzeigen lassen. Kann ich auch anderen empfehlen. Außerordentlich aufschlussreich die Sendefolge vom 1. April:
    20:15:00 Sport im Osten
    21:20:00 MDR aktuell
    21:30:00 Sport im Osten
    Weiter am 02.04.
    00:28:00 MDR aktuell

    Frank, Du glaubst immer noch, die gleichgeschalteten Lügenmedien wollten die Ansichten von Andersdenkenden zu erfahren und verbreiten?
    Lass Dir das noch mal durch den Kopf gehen.

  11. Eine bessere Idee für die Albertbrücke? Man hätte die Radfahrer z.b. auf einem Radstreifen auf der Fahrbahn führen können – dann hätte die alte Geländerhöhe den Anforderungen entsprochen – und die Radfahrer hätten zudem problemlos links bzw. schräglinks abbiegen können. Nicht umsonst haben 4/8 Sendungen über Dresden Bezug zu Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger. Ich hätte auch gleich die nächste Idee: Die bei Frost gesperrten Treppen der Waldschlößchenbrücke! Ach was, von mir aus kann es über Dresden oder meinetwegen sogar Koettnitz eine eigene Sendung geben – außer mit Spott ist das hier doch alles eh nicht zu ertragen.

  12. @ Max Bemme: Waldschlösschenbrücke? Gute Idee! Zu dem Thema kann Extra 3 dann auch gleich noch etwas über „Tempo 30 wegen nicht vorhandener Fledermäuse“ machen.

    Thema Albertbrücke: Soll der Fahrradweg auf der Straße oder getrennt auf dem Fußweg sein? Ich fahre viel Rad und komme mit Fahrradstreifen auf der Straße gut zurecht. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich auch viele Radfahrer über genau diese Lösung beschwert hätten.

    @ Dirk: Ich muss widersprechen! Dresden gilt nicht erst seit Dezember 2014 als die Stadt der Hinterwäldler im Tal der Ahnungslosen. Den Ruf haben wir bereits seit Jahren wegen der soeben genannten „berühmten“ Brücke weg. Unabhängig davon, dass heute kein Tourist nachvollziehen kann, was das Problem daran war und dass es eigentlich auch fast keine Probleme damit gab.

    Was ist denn so aufschlussreich an den MRD-Sendungen? Bei Sendungen vom 1. April sollte man eine Kleinigkeit bedenken 😉

  13. Es gibt noch mehr diskussionswürdige
    Dauer-Rot-Ampeln
    in Deutschland und wie man sieht muß der arme Prof. Koettnitz zur Dresdner an der Ziegelsraße diesmal RTL Rede und Antwort stehen.

  14. @ Michael_DD: Der RTL-Beitrag ist einer der vielen Fälle, in denen sich Redakteure bewusst dümmer stellen als sie sind. Übrigens bilde ich mir ein, die rote Ampel für den Trecker-Fahrer bei Hannover und die am Parkplatz in Hannover auch schon mal in Extra 3 gesehen zu haben. Ich staune ja, dass Koettnitz sich immer wieder für solche Interviews hergibt, obwohl er weiß, was dabei heraus kommt.

  15. Tja, Koettnitz ist ja Einiges gewöhnt von den WSB-Gegnern und übt sich in nachsichtiger Geduld.

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