Bundespräsident Wulff erhält unerwartete Hilfe

Gestern Abend durften wir ein journalistisches Highlight erleben, als sich Christian Wulff den bohrenden Fragen von Ulrich Deppendorf und vor allem denen von Bettina Schausten stellen musste. (Ironie Ende) Leider wird dieses Interview weder in die Annalen des kritischen Fernsehjournalismus eingehen, noch wird es Herrn Wulff in der Liste der „Bundespräsidenten mit Stil“ nach oben katapultieren. Doch dazu später mehr. Was in der Sendung ziemlich genial war: Bettina Schaustens versehentliche Unterstützung für Wulff. Das Thema waren seine kostenlosen Übernachtungen bei Freunden: 15:33 min, Wulff: „Wenn man als Ministerpräsident keine Freunde mehr haben darf und wenn alle Politikerinnen und Politiker in Deutschland…

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Doch keine extreme Gewaltbereitschaft in Jena

Kürzlich sendete das ZDF den Beitrag „Extreme Gewaltbereitschaft“. Darin erfuhr man, dass in Jena und anderen ostdeutschen Städten Menschen mit ausländisch wirkenden Gesichtszügen in ständiger Furcht vor Übergriffen durch Nazis leben. Dass in einigen ostdeutschen Städten immer wieder Menschen die NPD wählen, zeigt durchaus rechtes Potential, aber dieses Video könnte schon als Lehrbeispiel für erschreckend einseitigen Journalismus gelten. Es führte auch zu berechtigtem Protest der Jenaer Bevölkerung. Sehr aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang aber der Artikel „Wie Jena im ZDF zur Stadt der Angst wurde“ (*), den der im ZDF-Beitrag portraitierte Schriftsteller Steven Uhly in der Ostthüringer Zeitung veröffentlichte. Uhly geht es…

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DER SPIEGEL: Noch keine Demokratie in Sachsen

Unter dem Titel „Die Härte des Systems“ veröffentlichte der SPIEGEL in seiner Ausgabe 31/2011 einen Artikel über die – mit einem Rechtsstaat nicht zu vereinbarenden – Zustände in Sachsen. Als Leser erfuhr man, dass hier die Demokratie noch nicht richtig eingeführt wurde und stattdessen Willkür seitens der Polizei und der CDU-Obrigkeit an der Tagesordnung sind. Aufrechte Demokraten stehen hier auf verlorenem Posten und die eingeschüchterte Bevölkerung erträgt diese unhaltbaren Zustände anscheinend in stoischer Art. Nun darf man meinetwegen gern Sachsen oder Dresden kritisieren. Und nur, weil einmal in einem der vielen Presseerzeugnisse etwas  nicht ganz so korrektes über meine Heimat…

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Anti-Qualitäts-Journalismus

Eine sehr verblüffende Form von Journalismus ist mir heute bei der Presseschau in „6 vor 9“ (BILD-Blog) begegnet, wo man auf einen Beitrag von PANORAMA verwies. Ich habe selten eine derart dreiste Verdrehung von Interviewmaterial gesehen wie dort. Das Magazin PANORAMA (ARD) schaue ich mir nicht mehr an, seitdem dort vor Jahren ein absolut plumper Diffamierungsversuch von 9/11-Kritikern kam. Später blieb ich beim Umschalten natürlich doch gelegentlich kurz dort hängen und bemerkte immer wieder deutliche Unsachlichkeiten. In der Sendung vom 15. April 2010 haben die Produzenten aber noch eins drauf gesetzt. Im Rahmen von „60 Jahre ARD“ dachten sie, dass…

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Gibt es öffentliche Debatten tatsächlich?

Mittlerweile ist es zwar schon fast wieder medial abgehakt, aber anhand der kürzlichen Aufregung um Herrn Sarrazins Äußerungen konnte man sich wieder einmal Gedanken machen zum Thema „da herrscht eine breite öffentliche Debatte“. Nebenbei bemerkt: Gibt es eigentlich auch eine schmale öffentlich Debatte? Egal, was man von Sarrazins Meinung hält: Seine Äußerungen selbst haben keine öffentliche Debatte ausgelöst, sondern lediglich einen üblichen voraussehbaren Effekt in unserer Medienwelt. Sarrazin hat lediglich etwas geliefert, was die Medien zur Existenz benötigen – ein Thema, was sich ordentlich weiterverarbeiten lässt, von dem man also noch eine Weile leben kann. Das Ganze spielt sich immer…

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