Ein weiterer Song von Dieter „Didi“ Hallervorden ist unbedingt zu verhindern (Jan Böhmermann)

Keine Ahnung, ob „Didi“ doch Honig im Kopf hat oder ob er einfach senil wird, aber mein erster Gedanke zu seinem neuen Song war: Oh Gott, wie peinlich ist das denn? Und wenn ich als Atheist schon Gott anrufe, zeigt das ja, wie dramatisch die Lage sein muss.

Ich musste in der Mitte von „Merkel – zu allem bereit!“ erstmal Pause machen. Didi ist darin der Meinung, Merkel

„… hat uns jetzt ein Stückchen Scharia gebracht … Schariaaa-la-ha-hand … Scharialand“

Dass er mit diesem Text auch problemlos bei Pegida auftreten könnte, fiel ihm wohl nicht auf? Es würde inhaltlich nahtlos dahin passen. Mal abgesehen von der Frage, was Scharia mit Böhmermann zu tun haben könnte. Dieser scheint von Hallervordens Unterstützung selbst auch nicht viel zu halten, denn er schrieb erst vor zwei Tagen auf Facebook:

„Darüber hinaus ist die Redaktion davon überzeugt, dass ein weiterer Song von Dieter „Didi“ Hallervorden zum Thema unbedingt zu verhindern ist. Das, und darin sind sich hier alle einig, MUSS oberste Priorität haben!“

Nun hat er aber doch wieder zugeschlagen, obwohl ich schon seinen ersten Song zu dem Thema, was wir alle nicht mehr hören können, als pure Trittbrettfahrerei empfand. „Erdogan, zeig mich an!“ ist auch alles andere als eine kabarettistische Meisterleistung. In irgendeiner Weise mutig ist es ebenfalls nicht. Hallervorden hat wirklich mal gute Sachen gemacht, vor allem seine Stücke mit Frank Lüdecke fand ich ziemlich gut. Doch seit einer Weile wird er etwas seltsam. Hoffentlich kommt nicht noch ein drittes Lied zum Thema. Aber vielleicht werden zurzeit nicht nur die Grenzen der Satire ausgelotet, sondern auch die nach unten offene Grenze misslingender Witze.

Ein Kommentar:

  1. Dass er mit diesem Text auch problemlos bei Pegida auftreten könnte, fiel ihm wohl nicht auf?

    Es geht ja gar nicht darum, ob man sich mit Pegida identifiziert.
    Aber der Unwillen zum Vergleich, zur Einordnung, der damit einhergehende, in seiner Intensität vollkommen unangemessene Hass gegen Pegida, das ist schon merkwürdig. tatsächlichen Vorgänge werten würdest.

    Zu dieser Facette:

    Bachmann hat das zwar nicht so elegant hingekriegt wie Dirk Maxeiner, der Tenor war der gleiche.
    Und natürlich hat er das nicht auf „was wäre wenn Akif …“, sondern „was wäre wenn Bachmann …“ ausgerollt.

    Wollte ich nur mal loswerden. Letztlich sind das Klopfzeichen aus der Vergangenheit.
    Wenn der Innenminister unwidersprochen eine eingeworfene Fensterscheibe als versuchten Mord und ein abgefackeltes Auto als Terror präsentiert, müssen wir uns keine Gedanken machen über unsere Zukunft.
    Wir haben keine.

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