Endlich! Dresden hat einen Einkaufsbahnhof

Das begrüße ich absolut, ich war nur bei der heutigen Meldung etwas verwirrt, weil ich zunächst dachte: Wie jetzt? Noch einer? Wir haben doch bereits den Hauptbahnhof! Der ist doch bereits das absolute Einkaufsparadies … Ich war vor wenigen Wochen erst extra dort, eben weil ich einkaufen wollte. Ich fuhr dazu extra durch die ganze Stadt, denn ich kaufe schließlich nicht irgendwo ein. Auf dem Bahnhof angekommen, stellte ich begeistert fest, dass sich hier ja wirklich unheimlich viel getan hatte: Überall Geschäfte! Alles voll damit, wohin man auch schaute. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Dagegen verblasst jeder Supermarkt und GLOBUS braucht hier in Dresden gar nicht erst anzufangen. Gegen unseren Hauptbahnhof haben die keine Chance.  Ich musste allerdings ein wenig suchen, um dieses Spezialgeschäft für meinen etwas ausgefallenen Wunsch zu finden. Ich lief eine Weile herum, und gestand mir ein, dass es auch eine ziemlich abwegige Idee gewesen war, deshalb ausgerechnet hierher zu kommen. Ich meine, wer kommt auch auf die absurde Idee, ausgerechnet auf einem Bahnhof eine Fahrkarte kaufen zu wollen? Doch irgendwo sollte es hier welche zu kaufen geben. Hatte ich im Netz gelesen, also musste es stimmen. Ich benötigte eine etwas speziellere Fahrkarte, deshalb schieden die Automaten aus, ich brauchte einen Menschen als Ansprechpartner.

Wie könnte eine solche Stelle nur bezeichnet sein? Früher, vielleicht wird sich noch der eine oder andere erinnern, die letzten Zeitzeugen sterben ja allmählich weg, da gab es auf Bahnhöfen noch gewisse Einrichtungen, oben drüber stand „Fahrkarten“, man nannte das „Fahrkartenschalter“, meist saß eine schlecht gelaunte Bahnangestellte dahinter und dort konnte man Fahrkarten kaufen. Völlig verrückt war auch das Preissystem – der Preis richtete sich schlicht nach der Entfernung, man bezahlte bestenfalls noch Platzkarten- oder D-Zug-Zuschlag, aber in den 90ern kam dann ja die bekannte Maßnahme, etwas dafür zu tun, dass die Bevölkerung geistig gefordert bleibt und die Bahn führte ihr diffizil gestaffeltes Preissystem ein, an dem bald auch Nobelpreisträger scheiterten. Aber ich schweife ab, das sind alles bekannte Dinge.

Jedenfalls … wie könnte heute etwas bezeichnet sein, wo man von Menschen Fahrkarten, ich meine natürlich Tickets, erhält? Ich hatte mindestens etwas mit der Bezeichnung „Service-Point“ erwartet und war deshalb leicht enttäuscht, als es sich schlicht als das „Reisezentrum“ entpuppte. Kein Wunder, dass ich bereits daran vorbeigegangen war, weil ich es für ein Reisebüro oder einen Laden für Reisebedarfsartikel gehalten hatte.

Ich ging hinein, es waren kaum Kunden anwesend, aber trotzdem waren alle Schalter besetzt und nur an zweien standen Kunden, also steuerte ich zielsicher einen der freien Schalter an und äußerte meinen Wunsch. „Haben Sie eine Nummer gezogen?“, kam als Antwort. Nummer?, dachte ich, hier wartet doch nirgends jemand, es ist keiner vor mir dran und ich dachte kurz über einen möglichst lustig formulierten Vergleich mit dem Arbeitsamt nach … „Ja, hier wartet keiner vor Ihnen, aber Sie müssen trotzdem erst mal `ne Nummer ziehen. Anders kann ich Sie nicht eingeben.“ Irgendein Entwickler hatte sich bestimmt etwas dabei gedacht, vermutete ich, und da ich stets ein Freund ausgetüftelter Lösungen bin, freute mich, dass auch hier solche modernen Systeme Einzug gehalten hatten, so richtig mit Computern und möglicherweise sogar schon mit Windows XP … doch ich schweife schon wieder ab.

Jedenfalls ist der heute eröffnete Einkaufsbahnhof identisch mit dem Hauptbahnhof, die Eröffnung war wohl mehr so symbolisch. Ich kann nur sagen: Mehr davon! Allerdings gibt es auch im Haupt … also ich meine natürlich im Einkaufsbahnhof durchaus noch Reserven, da ist noch eine Menge Platz für Geschäfte, denn in einigen Bereichen fahren sogenannte „Züge“ herum und wozu das gut sein soll, erschließt sich mir nicht ganz.

2 Kommentare:

  1. Ich bin dafür, dass Dresdner 10% Rabatt in allen Geschäften des Leipziger Bahnhofes kriegen und alle Leipziger in Chemnitz und alle Chemnitzer in Dresden … jedes Jahr wird die Richtung gewechselt, also Leipziger bekommen Rabatt in Dresden usw.
    Man muss einfach groß denken bei solchen Projekten, Frank … „Think Big“, der Ossi kann mehr – da geht noch was 🙂

  2. Damit ich nicht alles doppelt beantworte, hier unsere intellektuell anregende Konversation auf Facebook 😉

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