Deutschland schafft sich ab – ein Buch von G. Wisnewski

Wie schon angekündigt, habe ich mir „2011 – Das andere Jahrbuch“ tatsächlich gekauft. Das Buch ist, wie üblich, nach Monaten gegliedert und ich bin momentan im April-Kapitel angelangt. Ich habe nicht viel erwartet, aber so absurd waren Wisnewskis Jahrbücher noch nie. Das wird nun wohl doch mein letztes gewesen sein.

Was bei mir bisher das größte Kopfschütteln hervorrief: Wir Deutschen sterben aus! Wenn man so etwas liest, denkt man automatisch an Tilo Sarrazin (der zufälligerweise heute in Dresden zu einer Lesung anwesend ist). Aber beide Autoren in einen Topf zu werfen, wäre falsch – Wisnewski sieht natürlich eine Verschwörung als Ursache: Im vorliegenden Fall die Globalisten! Wegen denen musste z.B. Bischof Mixa zurücktreten.

Nun kann man sich im Fall Mixa tatsächlich fragen, ob es früher nicht tatsächlich normal war, dass Erziehern gelegentlich die Hand ausrutschte. Man kann sich auch fragen, ob es nicht ein wenig an den Haaren herbeigezogen war, als man entdeckte, dass er auch noch Stiftungsgelder für den Kauf eines Kupferstiches  verwendete. Aber das soll nicht mein Thema sein. Mixa hat das anscheinend getan – warum soll das für ihn ohne Konsequenzen bleiben?

Jedenfalls sieht W. hinter diesen Attacken auf Mixa eine Verschwörung auf die traditionellen Werte, die von der Kirche verteidigt werden: Familie mit vielen Kindern. Die Gegner, also die Globalisten, verfolgen dagegen im Rahmen des „Gender Mainstreaming“ das genaue Gegenteil: Massenhafter Einsatz von Verhütungsmitteln, möglichst freie Abtreibung, Förderung der Homosexualität (steht wirklich so im Buch), Abschaffung der klassischen Familienrollen „Vater“ und „Mutter“, sowie letztlich der Familie selbst. (In einem Buchladen Seite 93 aufschlagen, fassungslos lesen und das Buch anschließend möglichst wieder hinlegen).

Nun soll, so W., „nicht der Minderheitenschutz für Homosexuelle kritisiert werden, sondern die Entwicklung der Homosexualität zum Massenphänomen. Wenn sich Homosexualität, Verhütung und Abtreibung zum ‚Breitensport‘ mausern, ist es kein Wunder, dass die Geburtenraten dabei auf der Strecke bleiben. (…) Die Folge ist (…) das Aussterben ganzer Völker, speziell der europäischen.“

Das meint W. völlig ernst. Da fällt mir auch kein passender Kommentar mehr ein, außer einer Frage, die von Tassen und einem Schrank handelt. Homosexualität wird neuerdings zum Massenphänomen … na, aber sicher! So fassungslos hat mich lange schon kein Wisnewski-Text mehr gemacht. Ein wenig Weltfremdheit ist ja recht unterhaltsam, aber ab einer gewissen Grenze wird es peinlich.

Das Thema Homosexualität taucht bei ihm auch im Vergleich mit Muslimen auf (und da denkt man schon wieder an Sarrazin): Muslime haben laut W. ein „normales Fortpflanzungsverhalten“, denn muslimische Frauen zeugen in Europa mehr als 2 Kinder, während wir Deutschen nur bei 1,41 Lebendgeburten liegen. Auch daran ist wieder Gender Mainstreaming schuld: Unter anderem „durch die aggressive Propagierung von Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Ehen“ (S. 63). Das führt dann logischerweise dazu, dass die muslimische Geburtenrate deutlich höher ist, während „die Europäer durch Konsum, Beruf, Selbstverwirklichung und Homosexualität eine Art demographischen Selbstmord“ begehen (S. 64).

Nun will ich den Effekt nicht abstreiten, dass sich eines Tages nicht nur die Senioren zu dem gefürchteten „Seniorenberg“ über uns auftürmen werden, sondern dass auch der muslimische Nachwuchs so etwas tun wird. Aber bei W. klingt das irgendwie so, als sollten sich deutsche Homosexuelle gefälligst an muslimischen Männern ein Beispiel nehmen: Die lange erstrittene Freiheit aufgeben, nach seiner Neigung leben zu können und sich statt dessen zusammenreißen und doch lieber Sex mit Frauen ausüben. Auch wenn es keinen Spaß macht. Die muslimischen Homosexuellen schaffen es ja auch, sich zeitlebens so zu verstecken. Die Sache will’s! Es geht um Europa!

Übrigens – wer sich für weitere Höhepunkte des Buches interessiert: Das Erdbeben letztes Jahr in Haiti – das waren die Amerikaner. Das haben die absichtlich erzeugt. Mit ihrer HAARP-Anlage im fernen Kanada. Damit konnten die das Erdbeben sogar derart exakt steuern, dass in Port-au-Prince alle Bauten einstürzten außer der US-Vertretung und dem strategisch wichtigen Flughafen. Das hat Gerhard Wisnewski sofort herausgefunden. Mal sehen, ob das noch von weiteren Enthüllungen getoppt wird. Falls ja, melde ich mich wieder zu diesem Thema.

Zweiter (und letzter) Teil der Buchvorstellung

8 Kommentare:

  1. Es scheint inzwischen zum Sport geworden zu sein, mit der Vermischung von Fakten und Demagogie Geld zu machen. Es klappt ja auch, wie das Buch von Herrn Sarrazin zeigt. Die Deutschen brauchen immer einen Schuldigen, der für ihre Probleme verantwortlich ist. Im Kleinen wie im Großen. Schade nur, dass dabei von den wirklichen Problemen nur abgelenkt wird – oder ist das eventuell Methode?
    Fakt ist, dass sich die Deutschen nun mal weniger vermehren, als noch vor 50 Jahren. Aber dieser Prozess begann schon in den 60 ger Jahren, nicht erst jetzt. Mit der Entdeckung der Pille, kam ein Verhütungsmittel auf den Markt, das den Frauen und Männern eine Geburtenplanung ermöglichte – und das ist auch gut so. Selbst die DDR musste 1979 gegensteuern und den Menschen die Familienplanung „versüßen“. Es ist das gesellschaftliche Umfeld, was entscheidend dazu beiträgt, ob sich eine Partnerschaft für oder gegen Kinder entscheidet. Ich selbst habe 2 Kinder großgezogen. Bei mir hat es mit der Vereinbarung von Familie und Beruf immer geklappt, auch wenn es oft nicht einfach war. Aber bei meinen Kollegen, die beide Schichten arbeiten müssen, sieht es schon anders aus. Oder z.B. bei jungen Kollegen, die mit halbjährlichen oder jährlichen Arbeitsverträgen ausgestattet werden – wie sollen die eine Familie gründen?
    Das sind nur ein paar Beispiele. Dass es anders geht, beweisen Länder wie Schweden und Frankreich. Dort werden mehr Kinder geboren und die Frauen gehen einer Arbeit nach. Die Regierung hat ihre Aufgaben gemacht, es gibt Kindergeld und auch Väter können in’s Erziehungsjahr gehen. Auf Arbeitsverträge und Unternehmerkleingeist hat sie keinen Einfluss. Auch die Muslimen nicht, sie leben eben anders, Frauen haben dort noch weniger Chancen auf angemessene Arbeit, sie sind meist traditionell zu Hause. Sie entscheiden sich eben anders zu Kindern, als die Deutschen. Es steht Jedem frei! Und die Anzahl der Homosexuellen wird sich nicht geändert haben im Laufe der Zeit, nur das sie sich jetzt frei bewegen können, sich nicht mehr verbergen und verstellen müssen. Homosexualität ist nicht „anerzogen“, sie wird sich auch nicht nach irgendwelchen Mainstreamen richten.
    Das mit dem „Seniorenberg“ wird allerdings kommen. In der Medizin beginnt man sich schon jetzt darauf einzustellen. Die Menschen werden älter, aber nicht gesünder, die Anzahl der 65 jährigen wird von 19,8% auf 31%-33% im Jahre 2050 steigen. Das sind Zahlen des Bundesamtes für Bevölkerungsentwicklung. Eigentlich müssten hier bei Allen die Alarmglocken klingeln. WER soll diesen großen Anteil dann medizinisch und vorallem pflegerisch betreuen – und WER soll das bezahlen? Das wird sorgsam nicht publiziert. Es gab einen guten dreiteiligen ZDF Film: „Aufstand der Alten“ der diese Probleme der Gesellschaft im Jahre 2030 darstellte. Aber der lief zur unmöglichen Sendezeit, dass ihn ja nicht so viele sehen.

  2. PS: Habe gerade in der heutigen SZ- online einen guten Artikel von Herrn Ralf Hickethier dazu gelesen!

  3. Na so ein Zufall: Den habe ich auch gerade auf dem Bildschirm!

  4. Genau: Selbstverständlich wird sich die Anzahl Homosexueller nicht geändert haben. Lediglich die Anzahl derer, die sich dazu bekennen und sich nicht mehr verstecken, dürfte sich in den letzten Jahrzehnten erhöht haben.

    „Aufstand der Alten“ war ziemlich gut, vor allem waren diese Visionen eigentlich nur logische Schlussfolgerungen aus heutigen Tendenzen. Das Ende, bei dem die Alten zu Minimalkosten in afrikanischen Lagerhäusern gehalten wurden, war vielleicht übertrieben, aber nicht undenkbar.

    Vor wenigen Tagen kam „2030 – Aufstand der Jungen“. Der erhielt zwar stellenweise auch schlechte Kritiken, teilweise fand ich ihn etwas hölzern gespielt, stellenweise war er nicht ganz schlüssig (z.B. hackt sich ein Normalbürger in einen schwer gesicherten Zentralserver, an dem selbst die besten Hacker scheiterten), aber auch der Film beschreibt möglicherweise logische Konsequenzen heutiger Tendenzen. Allerdings geht es hier vorrangig um das Scheitern des Gesundheitswesens, was aber auch im Film mit der Versorgung Alter verbunden ist.

  5. Aufstand der Jungen habe ich nicht gesehen, danke für den Link. Habe mir gerade die ersten Minuten davon angesehen – zumindest die Zustände in der Notaufnahme sind nicht all zu weit hergeholt. Bisher ist dort bloß noch Niemand gestorben. Werde mir den Film bestimmt bis zum Ende noch ansehen! Im Übrigen halte ich viel von Herrn Hickethier, obwohl ich seine erziehungstips nicht brauche, sie entsprechen den Meinen.

  6. Im Araberviertel Brüssels meinen Morgenkaffee genießend und meinen „Dresden“-Ordner im Reader lesend, musste ich über die Analyse herzhaft lachen. Danke!

  7. Es wurde in den späteren Kapiteln noch schlimmer (und das fand ich langsam nicht mehr lustig): Der Mann erklärt allen Ernstes, dass Frauen eigentlich zu dumm sind, um in Führungsetagen arbeiten zu können. Das schreibt der allen Ernstes und belegt es mit tollen Beispielen. Ich werde heute Abend wohl an einer Amazon-Rezension arbeiten müssen. Vielleicht stelle ich sie hier mit ein.

  8. Wisnewski (Das ist sicher dieser) hat/te auf YT ein Video über die „Mondlandeverschwörung“.
    Das beginnt damit, dass er behauptet, dass der Eagle nicht so aussehen könne, da die über diesen gezogene Folie (Ich tippe auf Mylar) „Dem Winddruck nicht standhalten könne“.

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