Warum werden Politiker immer so laut?

Gestern in den Nachrichten beim SPD-Parteitag konnte man es wieder erleben: Redner, die sich ereifern und immer lauter werden, bis sie fast schreien. Die hier in Ausschnitten gezeigten Herr Gabriel und Frau Nahles sind nur Beispiele – man kann das bei allen Parteien genauso beobachten. Wobei ich das Gefühl habe, je linker, desto lauter.

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Ich würde denen gern einmal ein Seminar anbieten und erklären: Leute! Ihr müsst gar nicht so laut brüllen. Diese Dinger hier vor euch – ja da auf dem Pult! – die nennt man „Mikrofone“. Die nehmen alles auf, was Ihr sagt. Selbst bei geringen Lautstärken. Und dann sind hier im Saal noch sogenannte Verstärker und Lautsprecher eingebaut …

Wissen die das nicht? Ich stelle mir das auch anstrengend vor, bei solchen Parteitagen als Teilnehmer herumzusitzen und sich dann stundenlang anschreien lassen zu müssen. Aber wahrscheinlich warten alle nur darauf, selbst bald mit einer Rede an der Reihe zu sein, um sich auch endlich lautstark ereifern zu können. Vielleicht denken auch alle, dass eine Meinung überzeugender herüber kommt, wenn man nachher ordentlich verschwitzt wirkt?

Ganz nebenbei wurde ja verblüffendes von Gabriel gesagt: Die SPD will sich neuerdings „wieder um dem Kampf um soziale Gerechtigkeit“ kümmern? Wie jetzt – ausgerechnet die SPD? Wollen die am Ende noch eine Arbeiterpartei werden?

Ein Kommentar:

  1. Naja, wer selbst nicht von dem überzeugt ist, was er/sie sagt, muss das wenigstens laut tun, um den Anschein von Wichtigkeit zu erwecken.

    Ich würde die Lautstärke und die ausladende Gestik von Politikern als performative Elemente bezeichnen: durch sie werden Politiker zu Politikern, die wenigstens so tun, als würden sie etwas bewegen.

    Versuch mal, Dir eine Politikerrede vorzustellen, die den Duktus einer Liebeserklärung oder einer Entschuldigung hat. Kommt ganz was anderes bei raus.

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