Warum ich nach zwei Seiten Sarrazin bereits ausgestiegen bin

Durch Zufall habe ich das Buch „Deutschland schafft sich ab“ nun doch in die Hände bekommen. Eigentlich wollte ich es nicht lesen, da ich mir keinen wirklichen Erkenntnisgewinn davon versprach und noch genügend andere Bücher auf meiner Liste stehen. Sarrazin spricht in seinem Buch wahrscheinlich einige Dinge an, die tatsächlich so sind und die man nicht länger ignorieren sollte. Das eigentlich Kritikwürdige an der Sache war für mich die nahezu gleichgeschaltete Verriss-Reaktion in den Medien und die vorhersehbaren „Alles gar nicht wahr“-Sprüche gewisser bekannter Gesichter.

Aber nur weil man es gut findet, dass Sarrazin ins mediale Wespennest gestochen hat und zur Verkörperung der Politischen Unkorrektheit wurde, muss man wiederum auch nicht gleich über das Ziel hinausschießen und sein Buch in den Himmel heben. Mir fielen bereits nach den ersten Absätzen Argumente auf, die ich als ziemlich übertrieben, undurchdacht und haltlos einstufte. Seltsam: Als kleiner Blogger gibt man sich einerseits Mühe, Texte so halbwegs wasserdicht zu formulieren, während andererseits prominente Leute in großen Auflagen schon auf dem Deckblatt Quatsch von sich geben dürfen …

Erste Seite: „Die Deutschen aber schaffen sich allmählich ab. Eine Nettoreproduktionsrate von 0,7 oder weniger, wie wir sie seit 40 Jahren haben, bedeutet ja nichts anderes, als dass die Generation der Enkel jeweils halb so groß ist wie die der Großväter. Die Geburtenzahl sank in Deutschland von über 1,3 Millionen jährlich in der ersten Hälfte der sechziger Jahre auf 650000 im Jahr 2009 ab. Geht das so weiter – und warum sollte sich etwas ändern an diesem Trend, der schon über vier Jahrzehnte anhält -, dann wird nach drei Generationen, also in 90 Jahren, die Zahl der Geburten in Deutschland bei rund 200 000 bis 250 000 liegen.“

Ja, das ist ganz klar: Deutschland stirbt aus mangels Nachwuchs. Und hier kann man sehen, welche anderen europäischen Staaten demnächst noch alle menschenleer sein werden. Große Sorgen mache ich mir nun auch um Hong-Kong, Japan und Süd-Korea. „Warum sollte sich etwas ändern an diesem Trend?“, fragt Sarrazin. Ja, warum? Dass eine geringe Geburtenrate möglicherweise in der nächsten oder übernächsten Generation gerade dazu führen könnte, dass wieder mehr Kinder geboren werden, kommt Sarrazin nicht in den Sinn. Klar – dann hätte er sein Buch an der Stelle ja auch beenden müssen. Bei weniger Nachwuchs würden z.B. eines Tages für jeden Einwohner wieder mehr Ressourcen zur Verfügung stehen, dank Immobilien-Überangebot müssten die Mieten sinken, vielleicht hätten die Leute inzwischen bemerkt, wie langweilig das Leben mit so wenigen Kindern ist … ? Das sind nur einige Möglichkeiten, die mir spontan einfallen. Und selbst wenn es einmal nur noch halb so viele Deutsche bzw. Europäer gäbe – was wäre das Problem? Wir haben in der Welt Überbevölkerung. Das zeigt sich glücklicherweise nicht so sehr in Europa, aber auch hier könnte man zumindest Überbesiedlung feststellen: Zu viele Leute wollen in einem eigenen Haus leben, was Fläche benötigt. Die meisten Städte dehnen sich mit der Zeit immer weiter aus. Ein gewisser Schwund der europäischen Einwohnerzahl könnte durchaus positive Wirkungen für die Natur haben. Nur halb so viele Europäer? Find ich gut! Natürlich darf man das dann nicht gleich wieder durch Migranten ausgleichen. Dieser Gedanke muss gestattet sein, denn er ist im oben genannten Kontext eine Frage der Logik und nicht fremdenfeindlich.

„Über  die  Folgen  des  Geburtenrückgangs  durfte  man  Jahrzehnte  überhaupt  nichts  sagen,  wenn  man  nicht  unter  völkischen  Ideologieverdacht geraten wollte.“

Blödsinn: Klar durfte man das. Die Gründe von Geburtenrückgängen in unterschiedlichen Bevölkerungsschichten sind relativ nachvollziehbar erforscht und mehrfach beschrieben worden. Ein flüchtiges Googeln hätte genügt, Herr Sarrazin! Und die Folgen davon sind eigentlich nur theoretisch diskutierbar und werden zumindest im „Die Rente ist bedroht“-Szenario ganz unvölkisch seit Jahren schwarz an die Wand gemalt.

„Die  sozialen  Belastungen  einer  ungesteuerten  Migration  waren  stets  tabu,  und  schon  gar  nicht  durfte  man  darüber  reden,  dass  Menschen unterschiedlich sind – nämlich intellektuell mehr oder weniger begabt, fauler oder fleißiger, mehr oder weniger moralisch gefestigt – und dass noch so  viel  Bildung  und  Chancengleichheit  daran  nichts  ändert.“

Völlig ungesteuert ist Migration bei uns ja gar nicht. Aber gut – zu sagen, dass soziale Belastungen entstehen, hätte Nazi-Vorwürfe eingebracht und war insofern durchaus etwas tabu. Aber andererseits: Selbstverständlich durfte man zum Beispiel darüber reden, dass Menschen unterschiedlich sind. Und was soll dieses konservative Gerede von „moralisch gefestigt“? Was ist damit eigentlich gemeint? Bin ich moralisch gefestigt? Ich würde mir diese Unterstellung regelrecht verbitten. Heißt das, dass man einen festen moralischen Standpunkt eingenommen hat, den man nicht mehr verlässt? Wäre das Gegenteil nicht besser? Beziehungsweise: Hat ein Serienmörder in gewisser Weise nicht auch einen festen moralischen Standpunkt – nämlich den, dass das Leben Anderer nichts wert ist? Da könnte man einen kompletten Text dazu schreiben. Und was soll dieses „Bildung und Chancengleichheit ändern nichts daran“? Ist die Konsequenz nun, Mittelschulen komplett zu schließen, weil bei allen Nicht-Gymnasiasten Bildungsversuche doch sowieso keinen Sinn haben?

„»Wer nicht lernt, bleibt unwissend. Wer zuviel isst, wird dick.« Solche Wahrheiten auszusprechen, gilt als politisch inkorrekt …“

Was ist daran politisch inkorrekt? Genau das haben wir alle seit unserer Kindheit immer wieder gesagt bekommen.

Und so geht das weiter. Sarrazin erwähnt durchaus einige Dinge, bei denen man sich sagt, da hätte er schon recht, aber es tauchen ständig oberflächliche Behauptungen auf, bei denen man jedes Mal stutzt und nachzudenken beginnt: Ist das nicht schon wieder etwas zu kurz gedacht? Sind da nicht auch noch weitere Argumente zu bedenken? So macht Bücherlesen keinen Spaß, zumindest nicht wenn noch weitere 460 Seiten vor einem liegen.

Kirsten Heisigs Buch „Das Ende der Geduld“ ist im Vergleich dazu deutlich anders. Ich habe es zwar auch erst angefangen, aber bisher ist es überall schlüssig und nachvollziehbar. Auf das Buch von Sarrazin habe ich keine Lust mehr. Dass er eine notwendige Diskussion erneut angestoßen hat, kann man ihm trotzdem positiv anrechnen. Was allerdings peinlich ist: Sarrazin beklagt einen Rückgang der Intelligenz. Und veröffentlichte Vorabdrucke seiner Texte zu diesem Thema ausgerechnet wo? In BILD.

13 Kommentare:

  1. >Dass er eine notwendige Diskussion erneut angestoßen >hat, kann man ihm trotzdem positiv anrechnen.

    So sehe ich das auch … und egal, was Sarrazin wirklich wollte und ob er sich dessen allem bewusst war, er hat einen Stein ins Rollen gebracht … und selbst wenn es jener war, der sagt „Alles wird halb so heiß gekocht, wie’s gegessen wurde.“ … äh, natürlich andersherum 😉

    Und wenn die Deutschen Sarrazins Buch zu 23 Euro in Massen kaufen, dann ist das doch der beste Beweis dafür, dass die die Deutschen dümmer werden 😉 … nennt man das dann indirekte Beweisführung? 🙂

  2. Vielleicht kaufen die vielen BILD-Leser soeben ihr Zweitbuch? (Beim ersten tippe ich auf „Nichts als die Wahrheit“ von Herrn Bohlen.)

  3. ‚Kleiner Blogger‘ ist doof – bitte ein bißchen mehr Selbstbewußtsein 🙂 ‚Blogger‘ reicht völlig aus. Ansonsten d’accord.

    @Micha
    Hehe – na klar …

  4. Es wird so werden wie immer, Deutschland regt sich medial auf, Diejenigen, die eigentlich mal nachdenken müssten, kommen gar nicht erst auf die Idee zu denken, und dann wird Alles wieder so sein wie vorher und es kommt ein neues Thema. Nur die Probleme lösen sich nicht von allein.

  5. @ opelkatze
    „Hehe – na klar“</i) … Hehe – was ist klar? 😉

    @ Christiane
    Was verändern kann man sowieso nur allein und in seinem eigenen Umfeld. Und genau aus diesem Grunde regen sich auch die am meisten auf, die eigentlich auch nur meckern wollen und möglichst gar nichts tun … "Ruhe ist des Bürgers erste Pflicht" – nach dem Meckern, versteht sich 😉

    @ Sarrazin & Reaktion von Türken
    Ich bin gestern bei einem Kebab-Laden vorbei gelaufen, bei dem ich ab und an essen gehe. Der "Cheffe" (oder der, der häufiger da ist) saß draußen, trank Tee. Ich sprach in auf Sarrazin an, mit der "Vorwarnung", dass er auch gern sagen kann "Ne, lass mal interessiert mich nicht."
    Er ging jedenfalls darauf ein und kam mit demselben Argument wie der Besitzer eines türkischen Lebensmittelshops paar Ecken weiter, ungefähr die Tonlage "Jemand aus der SPD sollte so etwas nicht .." usw.
    Ist stark verkürzt und nur bruchstückhaft widergegeben, doch insofern hat Sarrazin für mich auch dafür gesorgt, dass dieses "SPD = so und so" aufgeweicht wurde. Ob dieser Weg nun in der Sache überhaupt das bringen konnte, ist ne andere Frage, das Ergebnis ist für mich dennoch wichtig; nämlich das hinter jeder Partei Menschen stehen, die so oder so denken können, dass das keine homogene Masse ist. Im Prinzip nichts Neues, doch immer wenn solche Binsenweisheiten mal eintreten sind einige dann doch wieder "in ihren Grundfesten erschüttert".

    Genau das ist das Wichtigste für mich bei der ganzen Sache, das Aufrütteln von fest gefahrenen Gedanken, sowohl bei Sarrazin als auch den Kritikern und sog. Befürwortern.

    @ DER Grund fürs Buch 😉
    Eigentlich ist für mich die Sache ganz einfach …
    Thilo's Ehefrau, die Uschi (Ursula) ;), hatte jahrelang in sog. Problemschulen in Köln, glaube ich, und Neukölln gearbeitet und die Probleme wurde sicher über Jahre lang in der Familie Sarrazin diskutiert.
    Naja, und irgendwann hat sich der Thilo dann halt mit diesem Buch auch mal die Sache von der Seele geschrieben.
    Wenn seine Frau jetzt wieder mal mit dem Thema anfängt, sagt er vielleicht einfach: "Lies mein Buch, Schatz … ich habe alles gesagt zu dem Thema." 🙂

  6. Ich kann zum Thema nur den Artikel von Siegmar Gabriel in der Zeit vom 16. September empfehlen. Da wird noch einmal sehr schön gezeigt, was denn eigentlich das Fatale an Herrn Sarrazins Thesen ist. Die Diskussion um die Muslime und ihre Integrations(un)willigkeit macht ja nur einen kleinen Teil aus. In erster Linie geht es dem feinen Herrn darum, die Verbindung „arm=dumm-> aus dem wird nichts“ herzustellen. Mit anderen Worten: Die soziale Schichtung der Gesellschaft ist „gottgegeben“ und dagegen könne man eh nichts tun außer ein bissel Euthanasie zu betreiben. Die Wertvollen dürfen sich fortpflanzen, der Rest muss gefälligst die Beine zusammenkneifen… Das ist echter Armutsrassismus und die Islamfeindlichkeit richtet sich auch vor allem gegen die „Ungebildeten und Unwilligen“.

    Morgen darf Herr Sarrazin auf Gabriels Aussagen antworten – da bin ich echt gespannt…

  7. „Die Wertvollen dürfen sich fortpflanzen, der Rest muss gefälligst die Beine zusammenkneifen… Das ist echter Armutsrassismus …“

    Nö – wir haben ja dafür ein sehr liberales Abtreibungsrecht. Und für die Ärmsten der Armen, die „Kontrazeption“ für eine karibische Schmugglerbande halten, zahlt die Solidargemeinschaft den selbstbestimmten Akt der Fortpflanzungsauslese – oder handelt es sich dabei nur um ein „bissel Euthanasie“ ?

  8. @ random:
    Absolute Zustimmung. Es ist schon interessant, zu beobachten, dass Sarrazins Buch immer in denselben Kreisen entweder verharmlost oder aber sogar hochgejubelt und im Gegenzug die Presse sowie jene Vernünftigen kritisiert werden, die darin einfach nur das erblicken, was es ist: nämlich eine Denkschrift für „den kleinen Unterschied“ – sei es nun zwischen arm und reich, deutsch und nicht-deutsch, intelligent und dumm. Scheinbar erklärt und begründet wird das Ganze mit biologistischen Thesen und mittels Berufung auf Wissenschaftler, die sich nun reihenweise missinterpretiert und inhaltlich verbogen fühlen.

    Diesem Buch gewinnen Leute etwas ab, deren Ansichten sich bereits verfestigt haben in der Hinsicht, dass der Islam in Deutschland ein unerwünschtes Problem darstellt, die also den einfachen Weg gehen. Ihnen kommen Sarrazins Thesen von der biologischen Unterlegenheit des Islam und damit der postulierten Minderwertigkeit der Muslime in allen Belangen gerade recht, um sich nicht mit viel komplizierteren, innergesellschaftlichen Vorgängen befassen zu müssen, die eine erfolgreiche Integration dieser Menschen zunehmend verhindern.

    @ FGönther: Ihre Einlassungen finde ich menschenverachtend. Es ist ja nicht so, dass die untere soziale Schicht homogen in Dummheit glänzte und nicht wüsste, was die Pille ist.
    Allein der Gedanke, den Sarrazin äußert, dass diese armen Leute sich möglichst nicht fortpflanzen sollten, weil Deutschland sonst verdumme, ist eine bodenlose Frechheit und nachweislich falsch.

  9. Hier mal noch zwei Artikel zum Thema. Beide sind etwas umfangreicher (also nichts für die Twitter-Generation).

    1. Kontra Sarrazin: Die Lügen des Thilo Sarrazin

    2. Pro (nicht Sarrazin in allen Punkten, aber) vererbbare Intelligenz: Die Unterdrückung der Intelligenzforschung (Korrektur 2013: Nicht mehr online)

  10. Vielleicht mal als kleine Anmerkung zu dem zweiten Text:

    Wenn man einmal in den USA war und gesehen hat, wie groß die milieubedingten Unterschiede im alltäglichen Leben zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen nach wie vor ist, dann verwundert es einen wenig, dass die durchschnittliche Intelligenz der Schwarzen sich gegenüber der der Weißen nicht verbessert hat.
    Ich glaube, dass die Tatsache, dass Schwarze heute allgemein mehr Rechte haben und auch bessere Chancen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, darauf eher weniger Einfluss hat.
    Viel wichtiger sind Dinge wie Bildung und soziales Umfeld. In den USA besuchen um ein Vielfaches mehr Weiße eine höhere Schule als Schwarze. Schon auf dem Level der Primärschule (Junior High school und High School) gibt es eklatante Unterschiede in Zusammensetzung der Schülerschaft sowie dem Ausstattungsgrad und dem allgemeinen Anspruchsniveau.
    Ich hatte 1996 mal das „Vergnügen“, eine High School in einem der Vororte mit überdurchschnittlicher hohem Anteil an schwarzer, indigener, hispanischer und anderweitig nicht-weißer Bevölkerung zu besuchen.
    1. Die Schule lag im Gegensatz zu jenen von „besserem Ruf“ außerhalb des städtischen Kernbereichs, am Stadtrand der Millionenmetropole Phoenix/Arizona.

    2. Etwa 90% der Schüler hatten einen Migrationshintergrund.

    3. Ein Großteil der Schüler stammte aus „problematischen“ Verhältnissen, das hieß aus sozial schwachen Elternhäusern mit Drogenproblemen bzw. krimineller Vorgeschichte. Viele Schüler waren zudem selbst bereits kriminell auffällig geworden: Hauptgespräche auf dem Schulhof drehten sich um den nächsten „coup“, wo man am besten Stoff herbekommt oder wem man besser nicht über den Weg laufen sollte, wenn man nicht „tot“ sein wollte.

    4. Auf dem Schulgelände wurde offen mit Drogen gedealt, Gangs und Cliquen hatten den Schulalltag fest im Griff, die Lehrer waren völlig überfordert.

    5. Der Unterricht lief unter aller Kanone ab. Niemand kam zu irgendetwas, die meiste Zeit stritt sich der Lehrer mit irgendeinem Schüler darum, ob dieser nun als Störenfried den Klassenraum verlassen würde oder nicht.

    6. Die meisten der Schüler an dieser Schule verlassen sie ohne Abschluss, ohne Perspektive und folglich, ohne wirklich etwas gelernt zu haben.

    7. Der Ausstattungsgrad der Schuler war mehr als dürftig. Es fehlte an modernem Lehrmaterial ebenso an einem außerschulischen Kurs- und Sportangebot.

    8. Zum Vergleich: Ich habe in derselben Zeit in der Hauptsache eine Higschool in einem der „besseren“ Vororte besucht. Schon das Schulgelände und die Infrastruktur waren das genaue Gegenteil zur „schwarzen Schule“: hell, modern, freundlich. An den Eingängen gab es Sicherheitskontrollen, Sicherheitspersonal überall. Die Kantine war modern und bot ein reichhaltiges Essensangebot an. Nach der Schule konnten sich die Schüler in diversen kreativen oder sportlichen Projekten betätigen. Es gab Theatergruppen, High-School-Teams in sämtlichen Sportarten, einen eigenen Football-, Baseball- und einen Tennis-Ground. Es gab eine Bibliothek, eine Festhalle und sogar eine kleine Kapelle.
    Über 2000 Schüler lernen an dieser Schule, 90% davon waren damals weiß. Das schulische Niveau war entsprechend hoch, die meisten Absolventen gehen anschließend aufs College.

    Dass sich bei solchen grundsätzlichen Unterschieden, die nach wie vor in der US-amerikanischen Bildungspolitik Bestand haben, wenig am durchschnittlich geringeren IQ der schwarzen bzw. nicht-weißen Bevölkerung ändert, kann niemanden verwundern.
    Es ist ebenso Tatsache, dass der IQ an Hauptschulen, selbst an jenen mit mehrheitlich deutscher Schülerschaft, wesentlich niedriger liegt, als der an Mittelschulen oder Gymnasien.
    Der IQ mag zu einer gewissen Prozentzahl erblich sein. Dabei belässt es Thilo Sarrazin aber nicht.
    Ihm geht es darum, zu zeigen, dass ein Mensch bestimmter Ethnie quasi nicht „seinem ihm biologisch vorbestimmten Schicksal“ entfliehen kann und daher mit zunehmender Migrantenzahl eine „Verdummung“ in Deutschland droht.

    Im Wesentlichen wird der IQ zudem durch das Lebensumfeld mitbestimmt. Ein niedriger IQ kann durch bessere Bildung und gesellschaftlichen Aufstieg steigen, das beschreibt der Artikel ja sogar selbst am Beispiel der askenasischen Juden, deren hohe Intelligenz wesentlich mit ihrer jahrhundertelangen Betätigung auf hohem Wissensstand und mit großer beruflicher Spezialisierung zusammenhängt.

  11. @randOM

    Interessanter Artikel vom Siggi 😉 … danke für dn Tipp.
    Meine den hier – http://www.zeit.de/2010/38/SPD-Sigmar-Gabriel

    Dieser Satz bzw. diese zwei Sätze stachen mir sozusagen ins Auge.

    „Eigentlich kann man nur hoffen, dass die lautstarken Befürworter Sarrazins das Buch nicht gelesen haben. Sonst müsste jedem überzeugten Demokraten und aufgeklärten Bürger dieses Landes Angst und Bange werden.“

    Herrn Gabriel muss nicht gleich Angst und Bange werden, doch diese Denkrichtung halte ich für nachvollziehenswert, gerade bei 65 Jahre nach Hitler und im 20. Jahr der deutschen Einheit.

    Sarrazins Antwort – zwei Tage später in der FAZ – finde ich auch interessant: http://tinyurl.com/3a9f7nr

  12. Und hier noch ein Beispiel, wie Zeitungen mit dem Thema T.S. in billigster Weise versuchen, die Auflage zu steigern 😉

    (Das Bild stammt übrigens von Arno Funke alias „Dagobert“)

  13. Besonders imposant sind die 148 Seiten mit den 1181 Kommentaren. Alles da, was gebraucht wird. Da kann ich mir eine Antwort auf Frau Jane sparen.

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