Warum Homöopathie auch ohne Verdünnung der Ausgangsstoffe unmöglich funktionieren könnte

Kritik an Homöopathie wird oft begründet mit der teilweise absurd hohen Verdünnung homöopathischer Mittel, denn in vielen Fällen lässt sich berechnen, dass keinerlei Bestandteile des ursprünglichen Wirkstoffes mehr im Medikament enthalten sind. Homöopathie könnte aber auch ohne diese sogenannte „Potenzierung“ unmöglich funktionieren, denn das gesamte Prinzip der Homöopathie besteht nur aus einer Kette von vorhergehenden Irrtümern. Das Gute daran ist, dass diese Fehler so grundsätzlicher Art sind, dass man kein Arzt oder Medizinstudent sein muss, um sie zu erkennen. Mit logischem Denken und etwas Recherche ist diese Erkenntnis für jeden Menschen möglich.

Homöopathie ist – entgegen verbreiteter Meinungen – nicht mit Naturheilkunde identisch. Sie ist auch kein altes Wissen, welches neu entdeckt wurde. Homöopathie ist die Erfindung eines einzelnen Menschen, Samuel Hahnemanns. Seine Fehlerkette

kurz erklärt

Fehler 1: Alles beruht auf nur einem einzigen Experiment. Dieses wurde möglicherweise bereits falsch ausgewertet.

Hahnemanns gesamte Idee der Homöopathie beruht auf nur einer einzigen Beobachtung, als er im gesunden Zustand das Chinin enthaltende Fiebermittel „Chinarinde“ selbst einnahm und daraufhin Fiebererscheinungen an sich feststellte. Dieses von Hahnemann beobachte Ergebnis beruht aber möglicherweise bereits auf einem Fehler, denn Fieber konnte man damals noch gar nicht korrekt messen – es gab noch keine Fieberthermometer. Man sprach deshalb von Fieber, wenn erhöhter Puls gezählt wurde. Dieser kann aber auch ganz andere Ursachen haben. Möglicherweise litt Hahnemann auch an einer Unverträglichkeit zu Chinarinde.

Hahnemann entwarf aus dieser einen Beobachtung das komplette Prinzip der Homöopathie. Es besagt, dass für eine erfolgreiche Heilung immer eine Arznei verwendet werden müsse, die zunächst selbst ein ähnliches Leiden hervorruft, welche sie anschließend heilen soll. Seine Erklärung dafür: Die Arznei lenkt die Selbstheilungskräfte des Körpers so in die richtige Richtung.

Fehler 2: Ähnlichkeit oder Gleichheit?

Selbst wenn Hahnemanns Idee mit der angeregten Selbstheilung so funktionieren würde (was nicht der Fall ist): Warum muss die Arznei nur ein ähnliches Leiden erzeugen? Müsste es nicht dasselbe sein, vor allem auch mit derselben Ursache? Was ist ähnlich? Erhöhte Körpertemperatur kann z.B. völlig unterschiedliche Ursachen haben, Fiebererkrankungen sind nur ein Teil der Ursachen. Für Fieber wiederum gibt es ebenfalls mehrere Ursachen. Die Ursachen von Fieber bei Mumps wird man beispielsweise nicht durch ein Grippe auslösendes „Medikament“ bekämpfen können, eine durch Sonnenbrand ausgelöste Hautrötung nicht durch ein „Bad“ in einem Brennesselfeld. Ausführlicher wird dieser Fehler der Homöopathie in diesem Artikel erklärt.

Fehler 3: Diese eine Beobachtung ist nicht allgemein auf andere Menschen übertragbar

Hahnemann behauptete, dass die beobachtete Wirkung nicht nur bei ihm selbst, sondern auch bei allen anderen Menschen immer so vorhanden wäre. Sein Experiment und die beobachtete Wirkung konnten aber bis heute von niemandem wieder rekonstruiert werden – ganz im Gegenteil, zeigten Wiederholungen immer nur, dass Chinarinde kein Fieber erzeugt und keine fieberähnlichen Wirkungen hervorruft. Dass es falsch ist, bestätigt auch die Praxis. Wenn Chinin Fieber erzeugen würde, bekämen wir Fieber von chininhaltigen Getränken wie Tonic-Water oder Gin-Tonic. Das ist bekanntlich nicht der Fall.

Fehler 4: Diese Beobachtung ist nicht auf andere Medikamente übertragbar

Hahnemann schloss weiterhin aus dem einen Versuch, dass die beobachtete Wirkung nicht nur bei Chinarinde, sondern bei allen „richtigen“ Medikamenten vorhanden sei. Dass diese Wirkung aber so allgemein nicht auf alle Medikamente übertragbar ist, hätte ihm bereits bei den damals bekannten (und von ihm gern verwendeten) Heilmitteln aus der Naturheilkunde auffallen müssen. Beispielsweise müsste die entzündungshemmende und schmerzlindernde Kamille ansonsten zunächst Schmerzen und Entzündungen auslösen, das Beruhigungsmittel Baldrian müsste zunächst aufputschend wirken … Es gab schon zu Hahnemanns Zeiten keine bekannten Medikamente, die solche homöopathischen Wirkungen zeigten. Und es gibt auch heute noch keine.

Nebenbei: Altbekannte naturheilkundliche Mittel werden gegenwärtig trotzdem gern mit dem Etikett „homöopathisch“ verkauft, obwohl sie gar nicht die entsprechende Wirkung haben.

Fehler 5: Zu hohe Verdünnung („Potenzierung“) der Mittel

Hahnemann vermutete eine Verstärkung („Potenzierung“) der Heilwirkung durch Verdünnung der Medikamente. Zur Verdünnung verwendete er meist Weingeist (das ist Ethanol, also Alkohol) oder auch Wasser. Dass eine Verstärkung der Wirkung durch Verdünnung praxisfremd ist, hätte ihm ebenfalls bei den Heilmitteln aus der Naturheilkunde auffallen müssen. Es gab nie Beobachtungen, dass z.B. Heilkräuter umso stärker wirken, je weniger man von ihnen verabreicht. Es gab lediglich das Wissen, dass zu hohe Dosen bestimmter Mittel schädlich sein können. Aber gleichzeitig war auch bekannt, dass ein Minimum der Substanz nicht unterschritten werden durfte, wenn eine Heilwirkung eintreten sollte.

Nebenbei: Im Endeffekt verabreichte Hahnemann seinen Patienten praktisch meist nur reinen Alkohol, der ja – diese ironische Bemerkung sei mir gestattet – bekanntlich durchaus gegen alles hilft. Dieser „homöopathische“ Alkohol konnte in seltenen Fällen einzelne Restmoleküle bestimmter Pflanzen enthalten. In seinem Buch „Reine Arzneimittellehre, Band 1“ beschreibt Samuel Hahnemann am Beispiel der giftigen Schwarzen Tollkirsche („Belladonna“), dass er seine Arzneien aus Pflanzensäften immer folgendermaßen herstellte:

Ein Tropfen des mit Weingeist zu gleichen Theilen gemischten Saftes als Einheit angenommen (wie bei andern Pflanzensäften) wird mit 100 Tropfen Weingeist etwa durch zehn abwärts geführte Schläge des Arms (in dessen Hand das Mischungsglas befindlich ist) geschüttelt, giebt eine hundertfache Verdünnung, hievon ein Tropfen mit abermals 100 Tropfen frischen Weingeistes auf gleiche Art geschüttelt giebt eine 10000fache Verdünnung und hievon wieder ein Tropfen mit 100 Tropfen Weingeist geschüttelt, eine millionfache. Und so wird in dreisig solchen Gläsern die Verdünnung bis zur decillionfachen gebracht, womit der homöopathische Arzt seine von Belladonne zu erwartenden Heilungen verrichtet. (Dies ist auch für die Verdünnung der übrigen Pflanzensafte anzuwendende Weise).

Etwas anderes als Weingeist war in diesen Mischungen also bereits nach der ersten Verdünnung praktisch kaum noch enthalten und nach der dreißigsten sowieso nicht mehr. Dann doch lieber Kräuterlikör! Ja, es fällt schwer, in Texten zu diesem Thema nicht ins Ironische abzudriften …

Fehler 6: China-Rinde hat eine andere Wirkung als von Hahnemann vermutet

Hahnemann erklärte die Wirkungsweise von Chinarinde auf eine Weise, die sich später als falsch heraus stellte. Chinin senkt nicht das primär Fieber, sondern bekämpft die Erreger – genauer gesagt, hemmt Chinin die Bildung eines Enzyms, welches der Erreger zum Überleben benötigt (ausführlichere Erklärung siehe hier). Natürlich wird dadurch anschließend auch das Fieber gesenkt, aber das homöopathische Prinzip Hahnemanns „Wähle (…) eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll!“ wird durch Chinarinde gar nicht erfüllt.

Im Hahnemannschen Sinn müsste Chinarinde die Existenzbedingungen der Erreger zunächst fördern, um im Körper Selbstheilungskräfte dagegen anzuregen. Unabhängig davon, dass das den Heilungsprozess eher behindern würde: Damit ist die gesamte Idee der Homöopathie nicht nur eine Kette von Fehlinterpretationen einer einzigen Beobachtung, sondern bei dieser einen Beobachtung wurde bereits von einer falschen Wirkung ausgegangen.

All diese Fehler sind heutigen Homöopathen bekannt. Zur Erklärung behaupten sie üblicherweise, Hahnemann hätte zwar Dinge fehlinterpretiert, dabei aber trotzdem zufällig eine richtige Heilmethode entdeckt. Was an dieser Heilmethode trotz all dieser Fehler richtig sein könnte, wird ihr Geheimnis bleiben, denn homöopathische Medikamente, die eine nachweisbare Wirkung haben, sind bis heute nicht bekannt.

außerdem: Hannemanns Prinzip ergibt in der Evolution keinen Sinn

Warum sich übrigens in der Evolution ausgerechnet eine Heilmethode als erfolgreich erweisen sollte, bei der das Leiden zunächst noch verstärkt wird, ist nicht nachvollziehbar. Solche Vorgänge sind in der Natur und in der Medizin auch nirgends zu beobachten.


Ausführlich erklärt

Alles basiert auf nur einer einzigen Beobachtung

Samuel Hahnemann lebte in einer Zeit (*1755; † 1843), als die Medizin noch nicht weit entwickelt war. Viele der damaligen Behandlungsmethoden würde man heute als Quacksalberei einstufen und ablehnen. Einige dieser Methoden schadeten den Patienten meist mehr als sie halfen. Zum Beispiel wurde der Aderlass häufig verwendet, um dem Patienten das vermeintlich schlechte Blut abfließen zu lassen, wodurch er aber oft nur noch mehr geschwächt wurden. Hahnemann war von solchen Methoden abgestoßen und versuchte, bessere und erklärbare Heilmethoden zu finden, was immerhin erst einmal für ihn spricht. Unter anderem versuchte Hahnemann Prinzipien zu erkennen, woran man tatsächlich wirksame Medikamente erkennt. Ob sein berühmter Selbstversuch aus dieser Suche entstand oder ob es reiner Zufall war, ist nicht bekannt – jedenfalls nahm er 1790 die damals als wirksames Fiebermittel bekannte Chinarinde im gesunden Zustand selbst ein und beobachtete anschließend den unerwarteten Effekt, dass dieses Mittel bei ihm fieberähnliche Wirkungen zeigte. Daraus schloss er später, dass grundsätzlich jedes zur Krankheit passende Medikament die Krankheitswirkung zunächst selbst erzeugt, die es anschließend bekämpft. Auch wenn das nur eine Vermutung war, die auf einer sehr geringen Faktenlage beruhte, formulierte Hahnemann daraus das Prinzip der von ihm damit erfundenen „Homöopathie“:

Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll!

Seinen Selbstversuch mit Chinarinde erwähnte er erstmalig in einer Fußnote des von ihm übersetzten Buches „Abhandlung über die Materia medica, Band 2“ von William Cullen [3]. Darin beschreibt Cullen unter anderem das als Medikament „Chinarinde“. Hahnemann notiert dazu (S. 108/109):

„(…) Man bedenke jedoch folgendes. Substanzen, welche eine Art von Fieber erregen (sehr starker Kaffee, Pfeffer, Wolferlei, Ignazbohne, Arsenik) löschen die Typen des Wechselfiebers aus. — Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimahl täglich jedesmahl vier Quentchen gute China ein; die Füse, die Fingerspitzen usw. wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Aengstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röthe der Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptomen erschienen nach einander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Mit kurzem: auch die mir bei Wechselfiebern gewöhnlichen besonders charakterischen Symptomen, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint — alle erschienen. Dieser Paroxysm dauerte zwei bis drei Stunden jedesmahl, und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf, und ich war gesund.“

Fußnote Samuel Hahnemanns in William Cullen: „Abhandlung über die Materia medica, Band 2“

Ob Hahnemanns Reaktion auf Chinin eine einmalige Ausnahme war oder ob sie, wie es von Homöopathen heute oft noch behauptet wird, bei ihm immer eintrat, ist nicht eindeutig nachweisbar. Er selbst dokumentierte keine weiteren Versuche, erwähnte aber immerhin 1808 [4] einmal in einem Brief:

„Denn wie wäre es sonst möglich, daß das heftige dreitägige und jenes tägliche Fieber, was ich vor vier und sechs Wochen, ohne zu wissen, wie es zuging, mit ein paar Tropfen Chinatinktur ohne Nachwehen heilte, fast gerade die Reihe von Zufällen hatte, die ich gestern und heute an mir selbst wahrnehme, da ich, gesunderweise, vier Quentchen gute Chinarinde, versuchshalber, allmählig eingenommen habe!“

Als mögliche Erklärung für Hahnemanns Reaktion wird von Forschern auch angegeben, dass er bei einer früheren Erkrankung und der dabei erfolgten Behandlung mit Chinarinde in der damals üblichen, aus heutiger Sicht zu hohen, Dosierung eine Sensibilisierung entwickelte und deshalb beim nächsten Einnehmen allergisch reagierte.

Chinin ist wegen seiner Nebenwirkungen heute nur noch in viel geringeren Dosen zugelassen, als es 1790 üblich war. In hoher Dosierung wirkt Chinin sogar giftig. Bei der Malariabehandlung mit Chinin geht man heute von einer Tagesdosis von 200 bis 400 Milligramm aus. Hahnemann nahm „zweimahl täglich jedesmahl vier Quentchen“ Chinarinde, das sind je 14,6 g, somit pro Tag 29,2 g, was der damals üblichen therapeutischen Dosis entsprach. Wenn man für „gute China“, wie Hahnemann seine Droge bezeichnete, einen Chiningehalt von 5% – 8 % annimmt, enthielt seine tägliche Dosis etwa 1,5 – 2,3 g Chinin [1]. Das wäre eine deutlich höhere Dosis als heute üblich.

Die Fieber-Definition zu Hahnemanns Zeit

Man wird sich beim Lesen seiner Fußnote vielleicht fragen, wie Hahnemann auf die Idee kommen konnte, Kaffee, Pfeffer oder Arsen würden Fieber auslösen. Das lag an der damals üblichen Definition für Fieber. Fieberthermometer gab es noch nicht, sie wurden erst 1867 erfunden, deshalb sprach man allgemein von Fieber, wenn zu hoher Puls festgestellt wurde. Erhöhter Puls kann aber noch viele andere Ursachen haben. Als Fieber konnte damals übrigens auch zu schwacher und zu niedriger Puls eingestuft werden oder auch nur bestimmte Formen von Unwohlsein. Anton de Haen definierte den Begriff des Fiebers in seinem 1777 erschienenen Buch „Von den Fiebern“ gleich auf der 1. Seite mit folgenden Worten:

„Ein Fieber ist eine Krankheit, welche durch einen mehr als gewöhnlich geschwinden Puls erkannt wird; und wobey entweder dieser Puls schwächer oder stärker, als natürlich ist.“

Georg Bayr erwähnt in seinem Buch „Hahnemanns Selbstversuch mit der Chinarinde im Jahr 1790 [1], dass Hahnemann den Begriff „Fieber“ vereinzelt sogar in Fällen verwendete, in denen Hitze und Pulsbeschleunigung nicht durch eine Erkrankung, sondern nur durch Erregung und körperliche Anstrengung entstehen: „So bringt nach Hahnemann z. B. das Jagen die Hasen und Hirsche zu einer Art von hitzigen Fieber“.

Hahnemann selbst schrieb in seiner Fußnote ausdrücklich, dass er zwar Symptome des Wechselfiebers erlebte, aber „ohne eigentlichen Fieberschauder“. Trotzdem wurde später im Zusammenhang mit seinem Versuch sehr oft allgemein von „Fieber“ gesprochen.

Aus all diesen Gründen ist es zweifelhaft, ob Hahnemann nach seinem Selbstversuch tatsächlich Fieber aus unserer heutigen Definition, also in Form erhöhter Temperatur bekam.

Methodische Fehler: Ein erwartetes Ergebnis

Hahnemanns Vorgehensweise ist aus heutiger Sicht unbrauchbar. Damit Untersuchungen zu Medikamenten verallgemeinerbare Ergebnisse bringen, führt man sie nicht nur an einem Menschen durch, sondern bezieht eine ausreichend große Menge von Versuchspersonen ein. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, beschreibt man diesen Versuchspersonen nach Möglichkeit auch nicht, welches Ergebnis man erwartet und was überhaupt der Inhalt des Experimentes ist. So soll vermieden werden, dass die Testpersonen das Ergebnis unbewusst beeinflussen. Das könnte im Fall von Chinarinde bzw. dem darin enthaltenen Wirkstoff Chinin vielleicht so aussehen, dass man behauptet, neue Geschmacksstoffe testen zu wollen. Die Versuchspersonen müssten nach Einnahme verschiedene Tests mitmachen, von denen einige nebensächlich oder sogar völlig überflüssig wären (Blutdruck messen, Urinprobe, Pupillendurchmesser …) und ganz nebenbei würde man auch die wichtigen Tests mit unterschieben, hier also die Messung der Körpertemperatur. Noch besser ist, wenn auch die Tester nicht wissen, welches die wichtigen Messungen sind und ob es solche überhaupt gibt.

Eine Untersuchung mit nur einer Person ist dagegen nicht oder nur sehr bedingt verallgemeinerbar. Wenn der Tester auch noch selbst die untersuchte Person ist, ergeben sich zusätzliche Fehlerquellen. Hahnemanns Selbstversuch ist das beste Beispiel für solche Fehler. Es könnte sich zum Beispiel folgendes abgespielt haben: Hahnemann hatte eine Idee und nahm ein Fiebermittel, obwohl er gesund war. In Erwartung eines Ergebnisses stellte sich Aufregung bei ihm ein, sein Puls stieg, er maß diesen erhöhten Puls und bewertete diesen als Fieber. Quod erat demonstrandum – eine neue Theorie war geboren!

Unzulässige Verallgemeinerung auf alle anderen Patienten

Man könnte es Samuel Hahnemann durchgehen lassen, wegen damals noch nicht vorhandener Fiebermessmittel bei seinen Experiment einem Irrtum erlegen zu ein. Schon weniger zu entschuldigen ist aber sein nächster Schritt der Verallgemeinerung, der beobachtete Effekt sei nicht nur bei ihm, sondern bei allen Menschen vorhanden. Versuche zur Bestätigung dieser Vermutung schien Hahnemann aber gar nicht unternommen zu haben, zumindest wurde von ihm nichts in dieser Hinsicht dokumentiert. Seine Beobachtung konnte auch von anderen nie wieder rekonstruiert werden, obwohl mehrere entsprechende Versuche durchgeführt wurden. Georg Bayr beschreibt z.B. diesen [1]:

Eine eingehende Prüfung der Chininwirkung am gesunden Menschen publizierte 1887 der Greifswalder Pharmakologe Hugo Schulz: Zehn Medizinstudenten nahmen nach einer Vorbeobachtung von einer Woche mehr als 3 Wochen lang zunächst 0,005 g, später 0,01 g Chininum hydrochloricum pro die ein. Täglich wurde morgens und abends die Temperatur gemessen. In mehreren Fällen wurden unter Chinin Temperaturen zwischen 37° und 37,4°, vom Probanden 5 sogar 38,10 protokolliert. In diesen Fällen bestanden aber jeweils dieselben Temperaturen auch schon während der Woche der Vorbeobachtung. Der Proband 5 notierte in der Woche der Vorbeobachtung „in bester Gesundheit“ sogar 3mal eine Abendtemperatur von 38°. Unter diesen Umständen lag bei den Probanden dieser Prüfung keine verwertbare Temperaturerhöhung durch Chinin vor.

Ein anderer dokumentierte Test stammt von Prof. Dr. med. Ernst Habermannn.  Bei einer Vorlesung in Gießen wiederholte er den Hahnemannschen Selbstversuch und maß vorher und nachher seine exakte Körpertemperatur:

Träfe Hahnemanns Beschreibung zu, dann sollte die Vorlesung binnen kurzem ihr Ende finden. Aber es passierte nichts Berichtenswertes, außer daß sich der Vortragende wie eine redende Flasche Tonic Water fühlte. Die Körpertemperatur hatte sich nicht verändert (35,8 Celsius vor der Vorlesung, 36,15 danach); der Puls blieb unauffällig. Für die Studenten (nicht unbedingt für den Vortragenden) war der Versuch vergnüglich und dürfte in dauernder Erinnerung bleiben.

Eine Verdoppelung der Dosis änderte damals nichts am Ergebnis, auch nicht die Wiederholung mit einer anderen Person.

Abgesehen davon wurde der Wirkstoff Chinin auch mehrfach im Rahmen von normalen Arzneimittelprüfungen auf Nebenwirkungen untersucht. Von möglichem Fieber ist dabei nur bei Überempfindlichkeiten die Rede, welche aber auch nur als „seltene Fälle“ erwähnt werden.

Unzulässige Verallgemeinerung auf alle anderen Medikamente

Genauso falsch wie Hahnemanns Verallgemeinerung von sich auf alle Personen war auch seine nächste Verallgemeinerung von Chinarinde auf andere Medikamente. Selbst wenn Chinin die für ein Heilmittel eigentlich ungewöhnliche Eigenschaft haben sollte, dieselben Beschwerden zuerst selbst hervorzurufen, die es anschließend bekämpft – wieso müssten dann alle anderen, aus Hahnemanns Sicht „guten“ Medikamente dieselbe Eigenschaft haben? Dass diese Verallgemeinerung völlig falsch ist, hätte Hahnemann anhand anderer damals bekannter Medikamente bemerken müssen. Aus seiner Logik müsste z.B. das beruhigende Mittel Baldrian zunächst selbst aufputschend wirken. Die als Entzündungshemmer bekannte Kamille müsste zunächst selbst Wirkungen wie bei Entzündungen hervorrufen. Beides widerspricht aber allgemein bekannten Tatsachen. Diese Überlegung lässt sich auf alle Medikamente anwenden, die in der Homöopathie heute noch verwendet werden, und die bereits vor Hahnemann bekannt waren. Nirgends wird man den Mechanismus finden, dass ein solches Medikament dem eigentlichen Gedanken der Homöopathie entspricht und „ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als es heilen soll“.

Hahnemann bemerkte das Fehlen solcher homöopathischer Medikamente auch schnell selbst, ließ sich aber dadurch nicht von seiner Idee abbringen. Georg Bayr schreibt dazu [1]:

Die Haltbarkeit der gewagten Annahme war zu überprüfen und die Anwendungsmöglichkeit in der Praxis zu erhärten. „Ich fing nun an“, schrieb Hahnemann 1808, „die widrigen Zufälle zu sammeln, die die Beobachter hie und da von Arzneien erlebt und so unabsichtlich in ihren Büchern verzeichnet hatten“, um festzustellen, ob Krankheiten von jeweils ähnlicher Symptomatik durch diese Arzneien auch geheilt wurden. Weil dies aber wenig war (…)

„Weil dies aber wenig war“ sagt alles aus: Es gab praktisch keine bis dahin erwähnten Medikamente, die seinem selbsterfundenen homöopathischen Prinzip entsprachen. Trotzdem fing Hahnemann an, seine eigene Familie und seine Bekannten mit allen möglichen Mitteln als Testpersonen zu missbrauchen. Georg Bayr dazu [1]:

Die systematischen Arzneiprüfungen begann Hahnemann nach seiner eigenen Aussage schon 1791, ein Jahr nach dem Chinaversuch. Er führte sie zum Teil an sich selbst, zum Teil aber wohl auch an Mitgliedern seiner Familie und an Bekannten durch.

Obwohl Hahnemann vorher praktisch keine homöopathischen Mittel fand, verwandelten sich erstaunlicherweise dieselben bis dahin bekannten (nichthomöopathischen) Arzneien unter seiner Hand plötzlich in homöopathische Mittel mit angeblich genau den Wirkungen, die er selbst bei ihnen sehen wollte:

(…) Weil dies aber wenig war, so machte ich mirs zum eifrigen Geschäfte, mehrere Arzneistoffe am gesunden Körper zu probieren und siehe, die genau beobachteten Zufälle, die sie hervorbrachten, stimmten zur Bewunderung mit den Zufällen der Krankheitszustände überein, die sie leicht und ohne Rückfall heilen konnten.

Hatte Samuel Hahnemann vielleicht tatsächlich solche Wirkungen bei getesteten Arzneien gefunden? Das deutet sein später veröffentlichtes Werk „Reine Arzneimittellehre“ zunächst an, denn es besteht immerhin aus 6 Bänden. Wenn Hahnemann aus seinen Beobachtungen ein so umfangreiches  Werk zusammenstellen konnte – hat er also doch so viele Beispiele homöopathischer Medikamente gefunden? Es reicht aber, in einem beliebigen der 6 Bände zu lesen, was Hahnemann da dokumentiert hatte. Da mir bei der Suche Band 5 als erster Treffer aufgelistet wurde, nehme ich diesen hier als Bespiel. Das erste darin behandelte Medikament ist „Augentrost“. Die Aufzeichnung von Patientenreaktionen dazu beginnen so:

Samuel Hahnemann: „Reine Arzneimittellehre, Auszug Band 5

In diesem Stil geht das im gesamten Buch und auch in den anderen Bänden weiter. Was soll das aussagen? Man findet zwar sehr viele dokumentierte unterschiedlichste Reaktionen von Personen, aber nirgends wird nachgewiesen, dass diese auf ein vorher verabreichtes Medikament zurückgehen. Es ist auch nirgends ein homöopathisches Prinzip erkennbar, dass ein Medikament zunächst erst dieselbe Wirkung hervorruft, die es anschließend heilt. Ein erfolgreicher Heilungsverlauf wird auch nirgends beschrieben.

Förderung der Selbstheilung? Homöopathie im Vergleich mit Grippeschutzimpfung

Ein weiterer Fehler in Hahnemanns Argumentationskette hat mit seiner vermuteten und der tatsächlichen Heilwirkung von Chinin zu tun. Dass Chinarinde bei ihm die zu bekämpfenden Symptome zunächst selbst auslöste, interpretierte Hahnemann so: Jeder Mensch hat gegen Krankheiten auch Selbstheilungskräfte. Dadurch, dass Chinarinde dieselben Symptome wie Wechselfieber auslöst, regt sie den Körper an, diese Selbstheilung gezielt in der korrekten Richtung auszuführen.

Dass unser Körper Selbstheilungskräfte hat, ist selbstverständlich richtig. Es ist sogar völlig logisch. Denn ohne diese Fähigkeit hätte sich das Leben auf der Erde nie entwickeln können, ohne Mechanismen der Selbstheilung würden alle Organismen schon bei geringsten Krankheiten sterben. Allerdings können bekanntlich nicht alle Krankheiten nur durch Selbstheilung bekämpft werden. Durch Medikamente können stattdessen vor allem langwierig oder schwer verlaufende Krankheiten schneller oder schonender geheilt werden.

In der modernen Medizin gibt es eine  Analogie, die Hahnemanns Idee – zumindest scheinbar – richtig aussehen lässt: Die Grippeschutzimpfung. Auch hier werden dem Körper abgeschwächte oder tote Krankheitserreger verabreicht, um so seine Selbstheilkräfte zu fördern. Auch hier kann durch den Impfstoff zunächst die Nebenwirkung auftreten, dass dieselben Symptome wie bei der zu bekämpfenden Krankheit in schwächerer Form auftreten. Man könnte also hier die von Hahnemann als „Erstverschlimmerung“ beschriebenen Effekte homöopathischer Mittel sehen. Allerdings gibt es zwei wichtige Unterschiede:

Zunächst wird der Grippe-Impfstoff im Gegensatz zur Homöopathie nicht endlos verdünnt, sondern es wird eine konkrete Menge des Wirkstoffes verabreicht. Unterhalb einer bestimmten Mindestmenge ergibt sich nachweislich keine Wirkung. Viel wichtiger ist aber, dass eine Grippeschutzimpfung vor Ausbruch der Krankheit stattfindet. Kein vernünftiger Arzt wird eine solche Impfung ausführen, wenn der Patient bereits Grippe hat. In dieser Phase ist der Körper bereits geschwächt und mit der Bildung von Antikörpern beschäftigt – es wäre völlig kontraproduktiv, ihn nun noch zusätzlich mit weiteren Viren zu belasten, selbst wenn diese nur tot oder abgeschwächt sind. Das würde die Heilung behindern statt sie zu fördern.

Genau diese Methode wird aber von der Homöopathie zur Heilmethode erklärt: Den Selbstheilungskräften erst dann durch eine Erstverschlimmerung die richtige Richtung zu weisen, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist. Das ist aber zu spät, also falsch. Man kann sich hier auch fragen, was an einer angeblich „sanften“ Heilmethode, zu der Homöopathie gern erklärt wird, eigentlich sanft sein soll, wenn sie den Körper bei einer Erkrankung noch mehr belasten würde, als es die Krankheit bereits macht.

Aber zum Glück für Patienten homöopathischer Ärzte enthalten die verabreichten Globuli viel zu wenig oder auch gar keine (angebliche) Wirkstoffe, so dass solcher Schaden ausbleibt. Hätte Hahnemann bei seiner Erfindung „Homöopathie“ den Schritt der Verdünnung weg gelassen, dann hätte sich längst herausgestellt, dass seine Mittel mehr Schaden anrichten als sie heilen können.


Quellen und weitere Artikel

[1] Georg Bayr: „Hahnemanns Selbstversuch mit der Chinarinde im Jahr 1790 (online nicht verfügbar)

[2] Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst, 6. Auflage

[3] William Cullen: „Abhandlung über die Materia medica, Band 2“

[4] B. Lochbrunner: Samuel Hahnemanns Chinarindenversuch von 1790 – Zankapfel im Streit um die Homöopathie?

[5] Samuel Hahnemann: Reine Arzneimittellehre

[6] Thomas Grüter: Wissenschaft und Esoterik am Beispiel der Homöopathie

[7] Dr. Wolfgang Vahle: Homöopathie ist Irrtum

[8] Psiram: Homöopathie

[9] GWUP: Homöopathie

[10] Blog „Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie

2 Kommentare:

  1. Globulie und Pferdepisse
    oder
    Wie kommen Homöopathika in die Apotheke

    Mir könnte es eigentlich egal sein wenn sich jemand für teures Geld Zuckerkügelchen einwirft, weil er an die Wirksamkeit der Homöopathie glaubt. Leider bewirbt aber meine KrankenKasse diese Scharlatanerie unter der Überschrift Naturheilverfahren und bezahlt das auch noch.
    Zu homöopathischen Mitteln kann man bei der DAK lesen:

    Hahnemann prüfte eine ganze Reihe von Pflanzen und Salzen, die er an „gesunden Personen“ erprobte. Die jeweilige Wirkung wurde beschrieben und zu einem Arzneimittelbild zusammengefasst.

    Große Wirkung trotz Verdünnung
    Die Mittel in der Homöopathie werden systematisch verdünnt – potenziert, wie man in der Fachsprache sagt. Dabei wird dem jeweiligen Mittel bei jedem Verdünnungsschritt Energie zugeführt und „verschüttelt“.

    Wie man beim Verdünnen dem Mittel Energie zuführt wird das Geheimnis der DAK bleiben.
    Die DAK benutzt das Wort Arzneimittel-Bild. Als medizinischer Laie weiß ich immerhin, daß Arzneimittel einem Zulassungsverfahren unterliegen.

    Für die Zulassung von Fertigarzneimitteln ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zuständig :

    Ein Schwerpunkt der Arbeit des BfArM ist die Zulassung von Fertigarzneimitteln auf der Grundlage des Arzneimittelgesetzes. Dabei wird der gesundheitliche Nutzen – das bedeutet die Wirksamkeit, die Unbedenklichkeit und die pharmazeutische Qualität des Arzneimittels – geprüft.

    Homöopathische Arzneimittel unterliegen nicht denselben gesetzlichen Anforderungen wie die übrigen Arzneimittel (AMG, § 38). So müssen die meisten homöopathischen Stoffe nicht zugelassen, sondern registriert werden. Diese Registrierung erfolgt durch das BfArM.

    Weiter kann man bei Wikipedia unterArzneimittelzulassung dazu lesen :

    In der Europäischen Union können homöopathische Arzneimittel … nach einem vereinfachten Registrierungsverfahren, bei dem lediglich Qualität und Unbedenklichkeit nachgewiesen werden müssen, in den Verkehr gebracht werden; bei registrierten Homöopathika darf dann keine Indikation angegeben werden, …

    Bei Wiki wird Indikation so definiert:

    Bei Krankheitsbild „X“ ist das Heilverfahren „Y“ indiziert, also angebracht. („Krankheitsbild“ ist nicht synonym mit Diagnose zu verwenden, sondern umfasst den Gesamtzustand eines Patienten.

    Im Letzteren liegt wahrscheinlich die einzige Stärke der Homöopathie, wenn sie von einem erfahrenen Mediziner ausgeübt wird. Die Homöopathie legt Wert auf ausführliche Gespräche. Wobei diese nicht hinreichend sind um den Gesamtzustand des Patienten zu erfassen.
    Zu zugelassenen homöopathischen Arzneimitteln liest man bei Wiki:

    In Deutschland tragen zugelassene homöopathische Arzneimittel eine Indikation, die im Beipackzettel üblicherweise mit den Worten eingeleitet wird: „Die Anwendungsgebiete leiten sich aus den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. …“
    Die beanspruchte Indikation muss vom Hersteller im Zulassungsverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit klinischen Studien oder anderem wissenschaftlichen Erkenntnismaterial belegt werden.

    Die behauptete Wirksamkeit bzw. die vorgeschlagene Indikation sollte also wissenschaftlich belegt sein.
    Aber jetzt kommt´s ::
    Wiki :

    Das deutsche Arzneimittelgesetz sieht vor, dass für die behördliche Entscheidung über die Zulassung die medizinischen Erfahrungen der homöopathischen bzw. anthroposophischen Therapierichtung zu berücksichtigen sind.

    Die Homöopathen dürfen sich also selber die Wirksamkeit ihrer Methode bescheinigen.
    Dazu Achgut :

    Alternativmedizinische Präparate können, sobald sie als dieses gekennzeichnet sind ohne jemals auf ihre Wirksamkeit geprüft worden zu sein, verkauft werden und dürfen mit den vollmundigsten Versprechen beworben werden.
    Das erinnert an den Quacksalber, der auf dem Markt Pferdepisse als Haarwuchsmittel verkauft. Nur wird die Pferdepisse heute sogar von der Krankenkasse teilweise übernommen und in Apotheken verkauft. All das weckt den Anschein, als wären Alternativmedizin und Schulmedizin gleichwertig, doch spielen beide nach anderen Regeln. Müssten alternativmedizinische Präparate zunächst auf ihre Wirksamkeit geprüft werden und dürften sie nur das Versprechen, was sie auch halten, gäbe es heute kein einziges Präparat mehr auf dem Markt.
    Diese Wettbewerbs- und Informationsverzerrung muss beendet werden.

  2. Dass Krankenkassen so etwas bezahlen, fand ich vor einigen Jahren auch schon einmal ziemlich erschreckend. Es war sogar meine KK, über die ich das zuerst las, weshalb ich spontan überlegte, sie zu wechseln. Leider machen das aber alle (?) KK. Der Hintergrund:

    „‚Rund ein Fünftel unserer Beitragszahler verdienen so viel, dass sie zu einer privaten Kasse wechseln könnten‘, sagt (TKK-) Sprecher Hermann Bärenfänger. ‚Wenn wir diese Gruppe im System der gesetzlichen Krankenversicherung halten wollen, müssen wir dafür auch etwas bieten. Die angesprochenen hochqualifizierten Gutverdiener sind es, die die gesetzlichen Kassen am stärksten entlasten. Sie zahlen den höchsten Beitrag und verursachen gleichzeitig die geringsten Behandlungskosten. Auf der anderen Seite stellen sie aber die größten Ansprüche an die Leistung einer Kasse, sagt Bärenfänger – und dazu gehört Homöopathie.“ (Quelle)

    Dass Homöopathen sich die Wirksamkeit ihrer Methode selbst bescheinigen dürfen, ist schon fast wieder lustig.

Schreibe einen Kommentar

Name und E-Mail-Adresse erforderlich (E-Mail-Adr. wird nicht veröffentlicht).
Siehe auch Kommentar-Regeln und Hinweise zu Textformatierung