“Elterteil 1 und 2” statt “Vater und Mutter” geht mir nicht weit genug!

Solche sexistischen Begriffe wie “Vater und Mutter” abzuschaffen, finde ich völlig korrekt. Das wurde in den letzten Jahren immer schon einmal wieder gefordert, und nun beschäftigt sich auch endlich einmal der Europarat mit diesem überaus wichtigen Problem. Statt “Vater und Mutter” weiter zu verwenden wird vorgeschlagen, nur noch von „Elternteil 1 und 2“ zu sprechen. Oder besser noch: Von “Elter 1 und Elter 2”.

Aber kann das die Lösung sein? Ich als besonders sensibler Gender-Aktivist erkenne hier bereits die nächste Quelle für Diskriminierung: Was ist, wenn die Frau aus einer Hetero-Partnerschaft nur als „Elter 2“ erwähnt wird? Nur Nummer zwei? Eine klare Form übelster Diskriminierung!

Um sämtliche Formen von Abstufung- und Wertungsmöglichkeiten auszuschließen, schlage ich die Einführung zufälliger Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen vor, wenn es um die Bezeichnung der beiden Erziehenden geht. Sexistische und frauenfeindliche Kombinationen müssen hierfür allerdings zunächst ausgefiltert werden: Beispielsweise würden “R2D2” und “C3PO” Assoziationen zu Figuren erwecken, von denen die eine stets die ganze Arbeit erledigt, während die andere immer nur ununterbrochen redet … geht schon mal nicht.

An noch besseren Vorschlägen bin ich sehr interessiert!

19 Kommentare:

  1. Kinder nummerieren
    Statt der Bezeichnungen ältester Sohn, Tochter, jüngerer Sohn könnte man die Kinder durchnummerieren. Also Kind1 , Kind2, Kind3.

  2. Habe gerade gelesen, daß diese Woche Martin Schulz sich auf den Weg von Brüssel nach Dresden machen wird. Wenn ihn jemand trifft, also nicht mit „Herr Schulz“ ansprechen sondern dann schon „Mensch, Schulz“ nehmen

  3. Der Längere und der Kürzere

    <Frank schrieb : … Oder besser noch: Von “Elter 1 und Elter 2”.
    Aber kann das die Lösung sein? Ich als besonders sensibler Gender-Aktivist erkenne hier bereits die nächste Quelle für Diskriminierung: Was ist, wenn die Frau aus einer Hetero-Partnerschaft nur als “Elter 2″ erwähnt wird? Nur Nummer zwei? Eine klare Form übelster Diskriminierung!

    Dieses ernste Problem könnte auch in Schwulen- und Lesbenbeziehungen mit Kindern auftreten.
    Als Lösung schlage ich Adjektive vor, an denen nicht zu rütteln ist : Älterer Elter und jüngerer Elter. Wem das jetzt zu peinlich ist, weil damit eine Aussage zum Alter getroffen wird, könnte noch nehmen :
    Der größere und der kürzere Elter.
    Oder auch der längere und der kürzere Elter.

  4. der „mehr …“ bzw. „weniger adipöse Elter“ würde bei der breiteren Öffentlichkeit wahrscheinlich nur auf wenig Akzeptanz stoßen. Bei der schmaleren bestenfalls 🙂

  5. Elter, ey.

  6. Eheleute-Mendelssohn-Platz

    Wohin der Quoten- und Gleichmacherei-Wahn der Grünen sonst noch führt, kann man hier nachlesen.

    (gefunden bei achgut)

  7. Ich würde in diesem Fall sicherheitshalber gleich „Stammbaum-Mendelssohn-Platz“ als Namen vergeben. So wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch irgendeine transsexuelle Nichte mütterlicherseits mit erfasst. Falls eines Tages eine entsprechende neue Quotenregelung kommt, ist man damit fein raus. Und es muss übrigens „StammbaumIn“ heißen, denn „Baum“ wäre ja sexistisch (weil männlich) und das wiederum ergäbe einen #aufschrei.

  8. Wird ein tier diskriminiert weil man es tier nennt??? Sind Briten turbogenders weil sie immer ..dass.. sagen? Erwaehnt irgendjemand auch mal die Vorteile die eine Frau in unserer Gesellschaft hat? … ladys first!!!!

  9. Tja, Gonz, das sind ja wirklich tiefschürfende Gedanken, die Du da zusammen getragen hast. Da kann man kaum etwas hinzufügen. Bestenfalls: Satzzeichen sind keine Rudeltiere.

  10. Genderstar und Aktionsplan für LGBTTIQ

    Frank: An noch besseren Vorschlägen bin ich sehr interessiert!

    Da gab es ja noch da Binnen-I wie bei „LeserInnen“ und den Unterstrich wie in „Leser_innen“.
    Aber das löst nicht das Problem. Es gibt ja nicht nur Männlein und Weiblein. Deshalb erfanden die Grünen den Genderstar.

    achgut :
    Speziell für diese Leute, sowie für alle Menschen, die sich nicht eindeutig einer der beiden Geschlechter (weiblich oder männlich) zuordnen können und die unter der Zwangsheterosexualität leiden, soll damit „Platz geschaffen“ werden.
    Wie kam es dazu? Ein Transsexueller, der womöglich in Bielefeld lebt (vielleicht auch in Karlsruhe), der seinen Namen lieber nicht nennen will, hat die Fraktionen der Piraten, der Grünen, der Linken und auch der SPD angeschrieben und ihnen sein Leid geklagt: Er fühle sich nicht genug beachtet und möchte anregen, dass man ihm, sowie allen anderen missachteten Transsexuellen, einen Platz in der politischen Sprache schaffen möge. Nach Möglichkeit in jedem Satz. Sonst wäre er sehr, sehr traurig.
    Die Grünen, die schon lange überlegt haben, wie man die Sprachzerstörung noch weiter vorantreiben kann, haben den Vorschlag begeistert aufgegriffen und beschlossen, bei allen zukünftigen Treffen auf Bundes- und auf Landesebene zuerst gemeinsam das Lied ‚Ein Stern, der deinen Namen trägt‘ anzustimmen. Der Gender-Stern soll damit ganz groß rauskommen, er soll verpflichtend werden und in seinem Glanz sollen alle erstrahlen, die bisher im Schatten standen.

    Damit lichtet sich der Nebel, den die Grünen selbst geschaffen haben. Im Jahre 2013 schrieben sie noch von „BildungsverliererInnen“ und „StromverbraucherInnen“, im Jahre 2014 machten sich aber schon die „Miesmacher*innen“ und „Überwacher*innen“ bemerkbar. Der Stern setzte sich schließlich durch.

    Es ist zwar schon ein Jahr her; was wurde aus diesem Aktionsplan für Akzeptanz & gleiche Rechte“ zugunsten der LGBTTIQ ?

  11. Das geht schon seit Jahren so.

    Es gibt keine Geschlechter, das Geschlecht ist nur ein soziales Konstrukt.
    Widerspruch zwecklos, alles wissenschaftlich bewiesen.
    Und Frauinnen sind die besseren Menschinnen, die alles besser machen, weil sie alles besser können.
    Widerspruch zwecklos, alles wissenschaftlich bewiesen.

    Beide wissenschaftlichen Erkenntnisse passen nicht ganz zusammen, was nicht weiter stört, die Logik ist beim Genderdiskurs ohnehin nicht zugelassen.

    Und so lernen wir auch, dass es keine Mütter und Väter gibt.

    Weil es nun mal keine Geschlechter gibt und keine Mütter, hat die Mitteldeutsche Regionalbahn jetzt die Konsequenzen gezogen und spezielle Frauenabteile eingeführt, die alleinreisenden Frauen sowie Müttern mit Kindern zur Verfügung stehen sollen.

    Es gibt übrigens auch keine Rassen. Aber das ist das gleiche Thema.

  12. Man kann ja nie wissen, was da alles so gewählt wurde !

    Frank : Ich als besonders sensibler Gender-Aktivist …

    Hier geht einer auf Nummer sicher. Aber hat er wirklich alle angesprochen ?!

  13. Ja, das war lustig. Wobei ich es angesichts des Antrags, um den es eigentlich ging, auch wiederum als nicht besonders konstruktiv empfand. Eigentlich war es eher Verschwendung von Redezeit. Aber was soll’s – letzteres ist ja in Parlamenten nichts ungewöhnliches 🙂

  14. Effektivität gegen zweiten Aufguß

    Ich wusste nicht um welchen Antrag es ging. Aber angesichts dieses Versuches einen Aktionsplan für Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, für Selbstbestimmung und gegen Homo- und Transphobie in Brandenburg bis 2017 vorzulegen sind 2:40min Anrede, und 3sec Rede =Ablehnung sehr effektiv verwendet, steckt doch in der Anrede zugleich die Begründung für die Ablehnung.
    Käme der Antrag durch wäre das Ergebnis ein zweiter Aufguß mit Brandenburger Zutaten dieses, gelinde gesagt, Unfuges aus BW.
    Gibt es eigentlich belegbare Zahlen für die Behauptung

    Trotz einer insgesamt positiven gesellschaftlichen Entwicklung in den letzten 20 Jahren gehören Diskriminierung, Gewalt und Ablehnungserfahrungen, gleich in welchen Lebensbereichen, für viele Lesben, Schwule, bi-, trans- und intersexuelle und queere Menschen weiterhin zum Alltag.

    der Antragsteller?

  15. “Gibt es eigentlich belegbare Zahlen für die Behauptung“

    Was für eine Frage.
    Seit 1933 können sich alle Machthaber darauf verlassen, dass die unabhängige Wissenschaft in Tateinheit mit den seriösen Statistikbehörden die gewünschten Zahlen beibringen. Immer.

    Man sehe sich nur die Protagonisten an. Müller-Steinhagen, der Archetypus des Funktionswissenschaftlers.
    Gibt es bei dem eine moralische Hemmschwelle?
    Kann man sich vorstellen, dass es einen Auftrag gibt, den er nicht erfüllt?
    Und so kann sich Tillich darauf verlassen, dass er regelmäßig die gewünschten Daten auf den Tisch kriegt. Das bewährt sich immer, die wichtigen Posten mit geeigneten Persönlichkeiten zu besetzen. Nicht dass da mal eine Panne passiert und die Wahrheit durchsickert.

  16. Gendergerechtigkeit in Flensburg oder Der Bürsterich
    Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Jetzt haben Die Linken in Flensburg folgenden Antrag für die nächste Ratsversammlung eingebracht :

    Gendergerechte Sprache – Teil 1: Für Arbeitsgeräte/-mittel, anzuwenden im Sprachgebrauch
    der Gremien aller Arbeitsbereiche der Stadt Flensburg
    Antrag der Ratsfraktion Die Linke
    Antrag:
    Ab sofort werden Arbeitsgeräte/-mittel aus allen Arbeitsbereichen der Stadt Flensburg genderneutral bezeichnet. Dies gilt insbesondere für grammatisch mit maskulinem Artikel („der“) bezeichnete
    Arbeitsgeräte/-mittel:
    • Bezeichnungen, die Berufsbezeichnungen nachgebildet sind: der/die ScannerIn, der/die Comp uterIn, der/die BleistiftanspitzerIn, der/die Kop iererIn, der/die StaubsaugerIn usw.
    • weitere Bezeichnungen sollten bestehenden Doppelformen kreativ nachgebildet werden: der/die
    Papierkorb/-körbin, der/die Briefkopf/-köpfin, der/die AbfalleimerIn usw. …

    Da fragt man sich doch, wie soll
    – der Hausmeister seine Leiter, Zange, Feile titulieren
    – der Koch seine Gabel, Schüssel, Sauciere, Kelle
    – der Gärtner seine Harke, Schaufel, Gießkanne
    – die Klofrau ihre Bürste und die Kloschüssel ??
    Man sieht, der Vorschlag ist noch nicht ganz ausgegoren.
    Die Klobürste allein geht schon gar nicht! Wie wäre es mit Bürsterich?!
    Gefunden habe ich das bei Achgut.

  17. Der Antrag in Flensburg ist nur ein Witz. Ich bin gestern auch darauf hereingefallen. Aber besser gesagt, es sollte ein Witz werden. Er ging nur gründlich nach hinten los, weil er absolut nicht als solcher erkennbar war. Der Hintergrund wird her beschrieben.

    Die Autorin der beiden Texte (also des gerade verlinkten und des Antrags auf gendergerechte Bezeichnung von Arbeitsmittel*innen), Gabriele Ritter, ist selbst schuld an der nicht erkennbaren Wirkung und der Reaktion im Netz. Dass das nur als ironische Ergänzung zu dem Antrag mit der „Ratsdame“ gemeint sein könnte, ist absolut nicht sichtbar. Das Problem daran ist, dass man es Leuten aus diesem politischen Umfeld durchaus zutrauen würde, so etwas zu fordern. Mir fiel gestern wieder sofort die Sache mit dem Pixi-Buch ein.

    Abgesehen davon ist auch ihre Kritik an der „Ratsdame“ etwas übertrieben, denn im Alltag sagt man zu oder über Frauen ja auch oft aus reiner Höflichkeit „Dame“. Und aus humorkritischer Sicht ist es überhaupt nicht schlüssig, wieso man mit „Kopierer_Innen“ „Ratsdame“ persiflieren könnte. Die Linken in Flensburg sollten sich von besseren Satirikern beraten lassen 🙂

  18. Witzigkeit kennt kein Pardon

    AchSo – da muß man also das Parteiblättchen der Linken lesen, um zu erfahren, daß es nur ein Spaß mit Zielsetzung war. Und das bei einem Thema, auf welchem Links + Grün viel anrichteten, vom Unsinn bis Unheil.
    Neid war es nicht, den Gender-Vorschlag der WiF-Leute so zu konterkarieren, denn die Linken schreiben:

    Die Zeiten der Damen sind vorbei

    und wollen bei der Gelegenheit auch gleich die Anrede „Herr“ abschaffen.
    Warum muß ich angesichts dessen nur an Heinz Schenk denken:
    Witzigkeit kennt keine Grenzen, Witzigkeit kennt kein Pardon.

  19. Exakt schrieben die Linken :

    Die Zeiten der „Damen“ sind schon lange vorbei – und das ist gut so!

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