Kunst im öffentlichen Raum: Schon wieder Dilettantismus am „Trichter“!

Wenn Uwe Steimle in einer Fernsehsendung mit angekündigt wird – zum Beispiel in „Neues aus der Anstalt“ – dann ist das immer ein Grund für mich, den Fernseher besser ausgeschaltet zu lassen. Ich versinke sonst nur wieder vor Scham im Sofa. Wenn er auf dem Bildschirm auftaucht, habe ich immer Angst, Westdeutsche könnten denken, wir „Ossis“ fänden so etwas lustig.

Nein! Finden wir nicht! Sondern nur schrecklich peinlich.

Steimle hat sich nun einem Thema gewidmet, mit dem ich mich auch schon beschäftigt habe: Mit unserem „Trichter“ alias „Klo-Kino“. Daraus ist in Zusammenarbeit mit der Morgenpost ein gar lustiges Video entstanden … zumindest wird es möglicherweise lustig, wenn man die Humor-Messlatte tief vergräbt. Ich habe irgendwie das Gefühl, hier erklären zu müssen, dass ich mich von derartig dämlichem Spießerhumor ausdrücklich distanziere! Dass Steimle das mit der „Morgenpost zusammen produziert hat, wie man auf Youtube nachlesen kann, passt niveaumäßig allerdings ganz gut.

Ich hatte ja behauptet, dass die Installation „Trichter“ ursprünglich nicht ganz perfekt umgesetzt wurde. Wenn man das drastischer formuliert, könnte man von Dilettantismus reden. Worauf dieses Wort aber auf jeden Fall zutrifft, ist Steimles Filmchen. Weniger wegen der unterirdischen* Gags, sondern aufgrund des übersteuerten Tons. Abgesehen davon ist der Film sowieso ungültig, weil Steimle gar nicht seine obligatorische Honecker-Imitation mit eingebaut hat.

(* „Unterirdisch“ meine ich nicht im Zusammenhang mit der Kanalisation)

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5 Kommentare:

  1. Talentfreiheit schütz vor Torheit nicht, sie regt sie an. Peinlich, peinlich, peinlich

  2. PS: Gemeint ist die Steckrübe im Video! Nicht der Autor….!!!!

  3. Recht haste, das Video ist total panne, sowohl technisch als auch inhaltlich. Aber Frank, als gelernter DDR- Bürger solltest Du schon noch wissen, wie man den Nachnamen unseres ehemaligen Staatsratsvorsitzenden und Generalsekretärs des ZK der SED richtig schreibt! Ansonsten: Wikipedia! 🙂

  4. Huch – da habe ich doch glatt den Namen von dem Mann (von dem ich hier an den Wänden noch so viele Poster hängen habe) mit Doppel-n geschrieben! Danke für den Hinweis, ich habe es mal verbessert. Eigentlich stehe ich ja zu meinen Fehlern, aber andererseits wäre das so nur noch mehr Dilettantismus im Zusammenhang mit dem „Trichter“.

  5. Micha(el) Winkler

    Naja, die ersten zwei Minuten fand ich ganz witzsch … danach wusste ich wieder, welchen Dresdnern (inkl. Steimle) ich möglichst nicht jeden Tag begegnen wöllte 🙂

    Ob Steimle seine Wessi-Witze wenigstens irgendwann mal auch lachend erzählen kann? Ein kleines bisschen Selbshumor täte da gut … statt aus dem Demse-Witz ’nen eigenen, weiteren Witz zu machen, pflegt er wieder dieses „wie de Wessis eehm so sinn“-Ding … da werd‘ ich glatt zum Fips-Asmussen-Fan 🙂 … der – wie ich gerade bei Wikipedia las – seit 1990 offenbar sogar „im Osten“ (Querfurt) lebt …

    Und hoppla noch ein Fundstück … der Fips (nach Kalkofe „Fisch Arschmuskel“ ;)) kann auch niveauvoll …

    http://www.youtube.com/watch?v=PkY1BpeT-I8

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