Ich distanziere mich nicht ausdrücklich von verlinkten Seiten

Huch – jetzt habe ich im letzten Artikel doch glatt einen Link auf die NPD gesetzt! Darf man das? Die Frage hätte ich mir vor wenigen Tagen noch gestellt und innerlich eine Weile ausdiskutiert, aber glücklicherweise muss man sich seit einigen Tagen nicht mehr ganz so viele Gedanken zu dem Thema Verlinkung machen: Heise berichtete am 14.10.2011, dass laut eines Urteils des Bundesgerichtshofes „auch Links, die im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung auf rechtswidrige Inhalte gesetzt werden, zulässig“ wären.

Das macht die Sache deutlich einfacher. Ob man als Blogger auch unter „redaktionelle Berichterstattung“ fällt, ist eine andere Frage. Ich bilde mir ein, ja. Aber das müsste man noch einmal genauer recherchieren.

Immerhin könnten nun endlich einmal viele Blogs und Internetseiten von dem lustigen, aber völlig sinnlosen Spruch „Ich distanziere mich ausdrücklich von dem Inhalt der verlinkten Seiten“ befreit werden. Sinnlos ist er schon von der Logik, da man sich nicht von einer Sache distanzieren kann, auf die man gleichzeitig absichtlich und ausdrücklich verweist. Außerdem war der Satz auch juristisch schon immer völlig wertlos. Aber mal sehen, wie lange man ihm noch begegnen wird …

2 Kommentare:

  1. Soweit ich weiß, ist die NPD (noch) nicht rechtswidrig (leider). Oder irre ich mich?

  2. Nein, das wäre mir auch neu. Ein Link zur NPD wäre wahrscheinlich ohnehin unbedenklich gewesen, da man immer sagen könnte, das sei doch aber eine demokratisch gewählte Partei – egal wie „toll“ man das findet. Mir fiel es nur vorhin mit auf und ich dachte, dass man diese geänderte Rechtslage eigentlich mit erwähnen könnte.

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