Wie Dresden beinahe zur Atomstromfreien Zone wurde

Na gut – nicht ganz Dresden, aber zumindest hätte es die Kunden der DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH betroffen, wenn man dem Tagesordnungspunkt 46 der heutigen Stadtratssitzung zugestimmt hätte: „Unserer Verantwortung gerecht werden – sofortiger Verzicht der Stadtwerke DREWAG auf Atomstrom“.

In dem Beschlussvorschlag steht, dass man den „weiteren Zukauf von Atomstrom, mithin Strom aus Hochrisiko-Erzeugung, durch die mehrheitlich im Besitz der Landeshauptstadt Dresden befindliche DREWAG Stadtwerke GmbH für nicht verantwortbar“ hält. Deshalb wird gefordert, dass die DREWAG „sich für einen kompletten Verzicht auf Atomstrom im Energiemix der DREWAG Stadtwerke GmbH einsetzen und sofort auf den Zukauf von Atomstrom“ verzichten soll.

So ein Vorschlag stammt natürlich von unseren Grünen. Und es klingt ja auch sehr engagiert. Aber: „Hochrisiko-Erzeugung“? Muss man es gleich wieder so übertreiben? Dass es keine 100%ige Sicherheit bei technischen Anlagen gibt, ist logisch. Dass ein schwerer Unfall bei einem AKW wahrscheinlich schlimmere Auswirkungen hat als beispielsweise ein explodierendes Chemiewerk, ist auch denkbar. Aber ich wage mal zu behaupten, dass deutsche AKW keine „Hochrisiko“-Anlagen, sondern durchaus einigermaßen sicher sind. „Hochrisiko-Erzeugung“ … das könnte man mit solcher Übertreibung wirklich auch der Herstellung vieler Chemie- und anderer Produkte nachsagen.

Aber die DREWAG soll  jedenfalls keinen Atomstrom mehr einspeisen:

„Der bisherige Anteil Atomstrom von etwa 10 % am Gesamt-Energiemix wird durch Strom, der auf ökologisch vertretbare Weise aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird (Ökostrom), ersetzt.“

Moment mal – um gerade einmal 10 Prozent Atomstrom-Anteil geht es? Haben wir keine anderen Probleme?

Denn eigentlich steht ausgerechnet die DREWAG bereits jetzt gar nicht so schlecht da mit ihrer sogenannten „Öko“-Bilanz: Alle Stadt-Energiewerke, die früher mit Kohle betrieben wurden, hat man inzwischen auf Gasturbinen umgestellt. Erdgas ist zwar auch wieder ein fossiler Brennstoff (und nicht billig), aber immerhin wird er in unseren städtischen Heizkraftwerken mit einem hohen Wirkungsgrad verbrannt und die Abwärme geht sogar in das Fernwärmenetz. Gegenwärtig wird so etwas in verkleinerter Form unter dem Namen „Blockheizkraftwerk“ als große ökologische Neuentdeckung gefeiert. Außerdem kommt bei der DREWAG hinzu, dass Gasturbinen-Kraftwerke perfekte Partner für Windenergie sind. Windenergie (die den Hauptanteil von „Öko“-Strom ausmacht) ist leider nicht stetig, also nicht planbar vorhanden. Die Windpausen können nur mit konventionell erzeugtem Strom überbrückt werden. Kohlekraftwerke kann man aber aus technischen Gründen nicht in jeder Windpause schnell drosseln (die laufen dann normal weiter), bei Atomkraftwerken können nur bestimmte Reaktortypen in diesem Lastfolgebetrieb gefahren werden, Wasserkraftwerke gingen sehr gut (aber nur ca. 3% unseres Strombedarfs kommen aus Wasserkraft) – die Lösung sind Gasturbinenkraftwerke. Diese können sehr schnell reguliert werden und damit Pausen in der Windenergieversorgung gut überbrücken.

Insofern sind unsere Stadtwerke gar nicht so schlecht positioniert, wenn es um Energieeffizienz und erneuerbare Energien geht.

Warum darf nun aber plötzlich das bisschen Atomenergie nicht mehr zugekauft werden, wenn die selbst erzeugte Energie einmal nicht reicht? Was soll das bringen? Bis zum abgeschlossenen Atomausstieg werden die AKW immerhin weiter vorhanden sein und noch Strom liefern! Wieso sollte man ihn nicht verwenden, wenn er doch nun einmal planbar ins Netz eingespeist wird? Es ist doch immerhin gut, dass wir einen beschlossenen Atomausstieg haben. Reicht das nicht? Ich fand zwar den Anlass reichlich absurd (japanischen Erdbeben oder Tsunamis werden deutsche AKW niemals ausgesetzt sein), doch dadurch haben wir nun wenigstens einen halbwegs klaren Zustand.

Aber na gut – ersetzen wir diesen Stromanteil in Dresden meinetwegen jetzt schon durch Ökostrom! Ist die Frage gestattet, wo der eigentlich herkommen soll? Ich frage mich bei dem vielen Ökostrom tatsächlich oft, woher der überhaupt stammt. Die Stromanbieter überbieten sich ja alle mit ihren Ökostromanteilen, aber wenn man sich mal anschaut, wie wenig eigentlich produziert wird … und bei dem zweitgrößten Anteil (5,6% Erzeugung aus Biomasse) wird sogar größtenteils nur Holz verbrannt (detaillierter siehe hier). Holz hat zwar einen schlechteren Brennwert als Kohle und setzt ebenfalls CO2 frei, ist aber seltsamerweise im Gegensatz zur Kohle trotzdem „Öko“. Interessant.

Leider wird es aber vorerst nichts mit der atomstromfreien Zone Dresden, denn der Stadtrat straffte gleich zu Beginn seine Tagesordnung und dieses Thema fiel dieser Kürzung zum Opfer. Also dauert es noch einen Monat (falls unsere Stadträte eine Sommerpause einlegen, entsprechend länger). Notorische Atomstrom-Fans die noch bei der DREWAG sind, müssen dann den Stromanbieter wechseln.

27 Kommentare:

  1. Absurder Ausstieg und staatlich abgesegnete Abzocke

    Es ist doch immerhin gut, dass wir einen beschlossenen Atomausstieg haben. Reicht das nicht? Ich fand zwar den Anlass reichlich absurd (japanischen Erdbeben oder Tsunamis werden deutsche AKW niemals ausgesetzt sein), doch dadurch haben wir nun wenigstens einen halbwegs klaren Zustand.

    Ich finde es gar nicht gut.
    Der Anlaß war mehr als absurd und belastbare Gründe für diesen deutschen Alleingang gibt es nicht.
    Es sei denn, man rechnet als einen solchen die Absicht unseres Wackeldackels namens Merkel, die Grünen rechts zu überholen, auf dem Monitor des Navis ein gewünschtes Wahlergebnis als Ziel.
    Deutschland verabschiedet sich ohne Not aus einer Hochtechnologie, für das Problem der radioaktiven Abfälle gibt es bereits hoffnungsvolle Ansätze der Transmutation.
    Gestern bei Markus Lanz – Bill Gates wurde befragt, was er vom deutschen Atomausstieg hält. Diplomatisch murmelte er etwas von einem Luxusproblem.
    Na ich weiß ja nicht, ob sich Deutschland den Luxus immer teurer werdender Energie leisten kann

    Leider wird es aber vorerst nichts mit der atomstromfreien Zone Dresden, denn der Stadtrat straffte gleich zu Beginn seine Tagesordnung und dieses Thema fiel dieser Kürzung zum Opfer. Also dauert es noch einen Monat (falls unsere Stadträte eine Sommerpause einlegen, entsprechend länger). Notorische Atomstrom-Fans die noch bei der DREWAG sind, müssen dann den Stromanbieter wechseln.

    Ich bin Atomstromfan, leider gibt es keinen Anbieter ohne „grünen“ Strom. Es wäre i.O., wenn der Grüne Oberstudienrat sich eine Solarstromanlage aufs Dach schrauben lässt und den Strom zu marktgerechten Preisen anbietet. Aber Zwangseinspeisung und überhöhte EEG-Vergütung sind staatlich abgesegnete Abzocke der Mehrheit der Mieter.

  2. Deutschland verabschiedet sich ohne Not aus einer Hochtechnologie

    Naja, eigentlich verabschieden wir uns ja nicht komplett davon: In Deutschland wären so oder so wahrscheinlich keine neuen AKW gebaut worden. Die deutschen Hersteller von AKW (Siemens) haben schon seit langem nur noch Aufträge im Ausland gehabt, zum Beispiel in Brasilien und aktuell zieht sich ein Projekt in Finnland seit Jahren hin. Für die Hersteller und damit den hiesigen Hochtechnologiestandort ändert sich insofern nicht viel. Ich kenne jemanden, der in Erlangen wohnt und in dieser Branche arbeitet – das wird sicher auch noch eine Weile bestehen bleiben.

    Und so richtig als Hochtechnologie empfinde ich unsere Art der Atomtechnik auch nicht: Wir machen mit radioaktivem Zerfall letztlich nur Wasser warm. Da sollte doch noch etwas eleganteres möglich sein? Idiotisch wäre es allerdings, wenn nun auch Forschungen in dieser Richtung behindert würden.

    für das Problem der radioaktiven Abfälle gibt es bereits hoffnungsvolle Ansätze der Transmutation.

    Einerseits habe ich auch immer vermutet, dass die Menschheit sich durchaus irgend etwas einfallen lassen wird und Transmutation ist eine ziemlich clevere Sache.

    Andererseits:
    – funktioniert das bisher nur unter Laborbedingungen mit sehr geringen Mengen.
    – sollte man auch fragen, was da eigentlich für Energiemengen nötig sind, um Isotopen so umzuwandeln
    – bleibt nachher immer noch strahlendes Material übrig. Das ist zwar nicht mehr tausende Jahre aktiv, sondern nur noch (ich glaube) 80 Jahre, was geologisch gesehen möglicherweise eine vertretbare Zeit ist. Aber diese 80 Jahre sind die Halbwertszeit – es ist anschließend also noch nicht weg, sondern die Hälfte strahlt immer noch. Und die Lagerstätten ringsherum sind dann auch ein wenig verstrahlt. Also wäre auch mit Transmutation das Problem noch nicht komplett aus der Welt.

    Ich habe eine geteilte Meinung zur Atomtechnik: Es gibt das ungelöste Problem der Endlagerung und absolut ungefährlich ist sie letztlich nicht. Andererseits hätte ich die Variante sinnvoll gefunden, dass man die AKW noch so lange weiter betreibt, wie das technisch vertretbar ist, wenn sie doch nun schon einmal vorhanden sind. Ein Abbau erzeugt ja auch nur weiteren Atommüll (die verstrahlten Reaktor- und Gebäudeteile). Ich bin der Meinung, dass Techniker und nicht Politiker über die Laufzeit solcher Anlagen entscheiden sollten. Außerdem hätte ich durchaus mit AKW weiterleben können, wenn wir dadurch mal diese klimaschädlichen Kohlekraftwerke hätten verringern können. Und mich nervt dieser kollektive Selbstbetrug, man könne jetzt schon auf AKW verzichten und sie durch „Öko“strom ersetzen. Viele scheinen es nicht zu begreifen, dass ein Ausstieg aus Atomtechnik mehr Kohlekraft bedeutet. Oder mehr Gasverbrauch oder noch etwas mehr Holz in Biomassekraftwerken zu verfeuern.

  3. Die deutschen Hersteller von AKW (Siemens) haben schon seit langem nur noch Aufträge im Ausland gehabt… Ich kenne jemanden, der in Erlangen wohnt und in dieser Branche arbeitet – das wird sicher auch noch eine Weile bestehen bleiben.

    Wir wollen hoffen, dass Ihr Bekannter noch lange seinen Job machen kann. Den GrünInnen in ihrer ideologischen Beklopptheit traue ich zu, dass sie das auch noch verbieten wollen.

    Und so richtig als Hochtechnologie empfinde ich unsere Art der Atomtechnik auch nicht: Wir machen mit radioaktivem Zerfall letztlich nur Wasser warm. Da sollte doch noch etwas eleganteres möglich sein? Idiotisch wäre es allerdings, wenn nun auch Forschungen in dieser Richtung behindert würden.

    Wir machen nur Wasser warm? Was haben Sie gegen Wasser?
    Wasser ist m.W. der Stoff mit der höchsten spezifischen Wärme, d.h. es kann am meisten Energie speichern. Zudem ist es technisch gut handhabbar.
    Die direkte Umwandlung von Wärme (Peltier-Element) oder Strahlungsenergie (Si-Solarzellen) verläuft nur mit schlechtem Wirkungsgrad. Ein anderer physikalischer Effekt und/oder effektivere, aber preiswerte Materialien sind nicht in Sicht.

    Transmutation ist eine ziemlich clevere Sache. Andererseits:
    – funktioniert das bisher nur unter Laborbedingungen mit sehr geringen Mengen.
    – … Und die Lagerstätten ringsherum sind dann auch ein wenig verstrahlt. Also wäre auch mit Transmutation das Problem noch nicht komplett aus der Welt.

    Die Kerntechnik ist ca. 70 Jahre alt, die Transmutation wurde gerade erst angedacht.
    Und Kohleasche ist auch leicht radioaktiv.

    Ich habe eine geteilte Meinung zur Atomtechnik: Es gibt das ungelöste Problem der Endlagerung und absolut ungefährlich ist sie letztlich nicht. Andererseits hätte ich die Variante sinnvoll gefunden, dass man die AKW noch so lange weiter betreibt, wie das technisch vertretbar ist, wenn sie doch nun schon einmal vorhanden sind. Ein Abbau erzeugt ja auch nur weiteren Atommüll (die verstrahlten Reaktor- und Gebäudeteile). Ich bin der Meinung, dass Techniker und nicht Politiker über die Laufzeit solcher Anlagen entscheiden sollten.

    Das sehe ich auch so.
    Andererseits schaut man immer nur auf die AKWe als Abfallproduzent – ca.90% des radioaktiven Mülls entstammen der Nukleartechnik und der Nuklearmedizin.

    Außerdem hätte ich durchaus mit AKW weiterleben können, wenn wir dadurch mal diese klimaschädlichen Kohlekraftwerke hätten verringern können.

    Wie klimaschädlich CO2 ist, können Sie hier nachlesen:
    http://www.eike-klima-energie.eu/uploads/media/Treibhauseffekt_Lue_Li.pdf

  4. Nur kurz dazu (bin gerade in den Urlaubsvorbereitungen): Ein Dokument von EIKE, in welchem uns wahrscheinlich die Unschädlichkeit von CO2 nachgewiesen wird … brauch ich mir gar nicht erst durchzulesen (aber vielleicht mach ich’s noch, falls ich noch Zeit finde und mir nichts wichtigeres einfällt). Denn was soll EIKE schon anderes nachweisen? Dieses Institut (eigentlich ja nur Verein) wurde doch extra eingerichtet von den Klimaskeptikern (die sich ja inzwischen bereits „Klimarealisten“ nennen) um wissenschaftlich nachzuweisen, dass menschenverursachter Klimawandel Quatsch ist. Und dass Verfechter dieser Meinung gefährliche Spinner sind, die lediglich einem Glauben anhängen (der „Klimakirche“) und anderen Menschen die Lebensfreude vergällen wollen. Klimaskep… äh, -realisten sind aber eigentlich selbst genauso gläubig, weil sie auch nicht wirklich wissen, ob der Klimawandel a) tatsächlich existiert und b) von uns verursacht wird. Das weiß niemand so absolut genau, weil das alles viel zu komplexe Zusammenhänge beinhaltet. Aber obwohl Klimaskeptiker selbst einem Glauben anhängen, diffamieren sie ihre Gegner als „Gläubige“. Lustig!

    Ich weiß nicht, wie gefährlich oder ungefährlich ein erhöhter CO2-Anteil in der Atmosphäre ist. Ich wundere mich ohnehin, warum es immer nur darum geht, denn bereits Methan dürfte wohl viel schlimmere Auswirkungen haben. Und Industrieanlagen und der Verkehr stoßen noch einige andere Sachen aus, die alle nicht in die Luft gehören und in den Mengen sicher nicht ohne Nebenwirkungen bleiben können.

    Und genau das ist der Punkt, wo mir Klimaskeptiker als die gefährlichere dieser beiden Glaubensrichtungen erscheinen: Wir stellen fest, dass sich anscheinend das Klima ändert. Schneller als jemals zuvor. Wir überlegen: Was ist diesmal anders als vorher? Und wir stellen fest: Wir Menschen erzeugen ziemlich viele Abgase und sonstigen Dreck, der in die Luft gelangt. Das war früher nicht so. Vielleicht haben beide Sachen etwas miteinander zu tun? Von Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein würde es zeugen, an der Stelle zu sagen: Lasst uns mal alles in der Hinsicht potentiell Gefährliche drosseln oder gar stoppen, denn wir haben nur einen Planeten. (Ja, klingt abgedroschen, ist aber trotzdem so). Auch wenn sich nachher herausstellen sollte: Nee, es lag gar nicht an uns – es waren wirklich die Sonnenflecken. Nicht besonders intelligent ist es aber, zu sagen: Ach, wird schon nichts Schlimmes sein – lasst uns mal weitermachen, wie bisher! Das ist sogar absolut verantwortungslos, und ich wette, dass der Text von Herr Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke sicher in die Richtung geht. Wie ich beim flüchtigen Durchscrollen sehe, sind ja sehr viele Formeln und Diagramme mit in dem Dokument, so dass es wohl im Ergebnis sehr überzeugend klingen dürfte.

    Nee – da sind mir als Klimaatheisten die bösen Klimakirchen-Anhänger dann doch sympatischer, auch wenn sie gelegentlich übers Ziel hinausschießen und gerne mal den Meeresspiegel rechnerisch zu stark ansteigen lassen. Um nochmal auf die Kraftwerke zurückzukommen: Vielleicht bin ich DDR-geschädigt, weil ich zu oft die Abgaswolken aus den damaligen Kraftwerken bewundern durfte. Ich weiß, dass es heute viel bessere Filtertechniken gibt, aber trotzdem kommt da schon noch was heraus. Außerdem haben KKW ja auch tolle Auswirkungen auf die Landschaftsgestaltung. Kann man sich bekanntlich in der Lausitz und rund um Leipzig ansehen. Das sind – wie schon erwähnt – Gründe, wegen denen ich mit AKW durchaus noch eine Weile klargekommen wäre.

    Hmm … hatte ich diesen Text nicht mit „nur kurz dazu“ begonnen?

  5. Michael Winkler

    @ Michael
    „Ich bin Atomstromfan, leider gibt es keinen Anbieter ohne „grünen“ Strom. Es wäre i.O., wenn der Grüne Oberstudienrat sich eine Solarstromanlage aufs Dach schrauben lässt und den Strom zu marktgerechten Preisen anbietet. Aber Zwangseinspeisung und überhöhte EEG-Vergütung sind staatlich abgesegnete Abzocke der Mehrheit der Mieter.“

    Ich heiße auch Michael, bin jedoch kein „Atomstromfan“ 🙂

    Ich bin auch kein ausgesprochener Gegner, jedoch halte ich regenerative Energien für sinnvoller. Das Atommüllproblem ist ein Grund und es kann gut sein, dass es bald wirkliche Methoden gibt, um den Atomabfall wiederzuverwenden oder schneller abzubauen. Ich habe da immer mal hier und dort reingelesen, klang alles möglich, doch fehlt mir das technische Verständnis, um sagen zu können „Okay, das geht.“ oder „So könnte es gehen.“
    Für mich gilt, so lange da nichts wirklich medial verbreitet wurde, scheint es nichts zu geben. Das mag naiv sein, ich warte sonst auch nicht immer auf die großen (deutschen) Medien, um etwas für glaubhaft zu halten, doch bei der Atomkraft ist man da doch recht still … sollte es wissenschaftliche Geheimhaltung sein?? Wollen Firmen ihr Know-How schützen? Glaube ich nicht, denn gerade weil Atomkraft seit 40 Jahren Skepsis entgegensteht, könnte man neue „Abfalltechniken“ medial anders anbringen … passiert aber m.E. nicht. Oder?

    Wenn ich mir dann mal den Wikipedia-Artikel zu „Transmutation“ durchlese, bleibt für mich als Skeptiker auch nicht viel übrig. Bisher wurde die von dir „angepriesene“ Transmutation offenbar ausschließlich zur Plutoniumproduktion verwendet. Die Verringerung der Endlagerungzeit von 500.000 auf 500 Jahre klingt zwar ganz nett, doch Kohle, Gas und Öl-Schäden dürften mit vielleicht 100 Jahren Folgeschäden dagegen fast schon „Schnäppchen“ sein – wobei ich mich jetzt nicht als Kohlefan etc. outen will.

    Zudem, was Atomstrom mit Kohle und Gas usw. gemeinsam haben, ist die Zentralisierung. Energiefragen sind immer Machtfragen. Das gitl nicht nur auf Staaten bezogen (siehe aktuell wieder mal Deutschland-Russland), sondern auch innerhalb der Staaten. Wenn sich Menschen nahezu selbst mit Energie versorgen können, sind sie weniger auf den Staat angewiesen. Das geht nur mit regenerativen Energien.

    Die Katastrophen-Szenarien in Dtl. – nach Fukushima – fand ich z.T. auch etwas überzogen, doch es bot sich halt an. Und ganz ausschließen kann man es eben nicht, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gefühlte 100-1000 mal geringer ist als in Japan.

    Mir ist auch rätselhaft, wie du die Subventionen an die Kernkraft hier völlig zu vernachlässigen scheinst. Ich habe spontan mal bei Google geschaut und fand einen ZEIT-Artikel über eine Greenpeace-Studie, passend dazu eine Art Gegendarstellung von Atomkraftbefürwortern.
    Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen – doch ich denke, das Atomkraft immer auch vom Staat finanziell gefördert ist, weil es sich um hochkomplexe Technik handelt und gerade in Zeiten des Kalten Krieges hatte man damit auch andere Zwecke verfolgt. Freilich könnte man dann so argumentieren, dass Subventionen in die Atomtechnik eher Militärsubventionen statt Energiesubventionen waren 😉

  6. @Frank

    Nur kurz dazu (bin gerade in den Urlaubsvorbereitungen): Ein Dokument von EIKE, in welchem uns wahrscheinlich die Unschädlichkeit von CO2 nachgewiesen wird … brauch ich mir gar nicht erst durchzulesen (aber vielleicht mach ich’s noch, falls ich noch Zeit finde und mir nichts wichtigeres einfällt). Denn was soll EIKE schon anderes nachweisen? …

    Ich hoffe, Sie hatten einen schönen Urlaub.

    Was die Nutzung der AKWe betrifft, sind wir uns wohl einig.
    Ihre Interessen liegen ja woanders, aber weil Sie von klimaschädlichen Kohlekraftwerken schrieben, habe ich Lüdecke mit seinen Überlegungen zur Auswirkung einer CO2-Verdopplung gebracht. Wohlgemerkt Verdopplung, selbst das IPCC gibt dafür einen Wert von 1,2K an. Die höheren Werte der Warmrechner werden dann mit Rückkopplungseffekten erklärt. Na lesen Sie evtl. mal selber.
    Wenn Sie EIKE nicht mögen, hier ein Artikel von Dr. Heinz Hug mit Labormessungen zum gleichen Ansatz. Aber Vorsicht – Hug wird auch auf EIKE verlinkt.
    http://www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/hug030607.htm
    Lesenswert auch ein Interview mit dem Mann:

    http://www.media-mania.de/index.php?action=interview&id=50

    Oder hier berechnete Spektren: http://mensch.org/5223/RadForce_print.pdf

    Klimaskep… äh, -realisten sind aber eigentlich selbst genauso gläubig, weil sie auch nicht wirklich wissen, ob der Klimawandel a) tatsächlich existiert und b) von uns verursacht wird. Das weiß niemand so absolut genau, weil das alles viel zu komplexe Zusammenhänge beinhaltet.

    Da stecken sie ja Forscher verschiedenster Sachgebiete, welche nicht unbedingt der IPCC-These folgen, ganz schnell in einen Sack. Sie trauen sich was!
    Was die Komplexität betrifft, haben Sie Recht, für das IPCC und das PIK ist es jedoch ganz einfach das CO2. Und die Physikerin Merkel will damit auch noch einen Handel aufziehen !!

    Aber obwohl Klimaskeptiker selbst einem Glauben anhängen, diffamieren sie ihre Gegner als „Gläubige“. Lustig!

    Wenn diese Leute etwas in einem „Glauben“ eint, dann der an wissenschaftlicher, nachprüfbarer Arbeit auf ihren Sachgebieten und nicht an Ergebnisse von Klimamodellrechnungen in die Zukunft. Die gleichen Modelle sind nicht in der Lage, die gemessene Vergangenheit abzubilden.

    Ich weiß nicht, wie gefährlich oder ungefährlich ein erhöhter CO2-Anteil in der Atmosphäre ist. Ich wundere mich ohnehin, warum es immer nur darum geht, denn bereits Methan dürfte wohl viel schlimmere Auswirkungen haben. Und Industrieanlagen und der Verkehr stoßen noch einige andere Sachen aus, die alle nicht in die Luft gehören und in den Mengen sicher nicht ohne Nebenwirkungen bleiben können.

    Vielleicht liegt es daran, dass Ausgasen von Methan(Ozean, Tundra) nicht anthropogen ist, von der Viehzucht mal abgesehen.
    Was das CO2 betrifft, so weiß hier einer genau Bescheid : http://www.youtube.com/watch?v=vNddTvBw70Q

    Wir überlegen: Was ist diesmal anders als vorher? Und wir stellen fest: Wir Menschen erzeugen ziemlich viele Abgase und sonstigen Dreck, der in die Luft gelangt. Das war früher nicht so. Vielleicht haben beide Sachen etwas miteinander zu tun? Von Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein würde es zeugen, an der Stelle zu sagen: Lasst uns mal alles in der Hinsicht potentiell Gefährliche drosseln oder gar stoppen, denn wir haben nur einen Planeten.

    Genügt dafür nicht ein vernünftiger Umwelschutz?

    Nicht besonders intelligent ist es aber, zu sagen: Ach, wird schon nichts Schlimmes sein – lasst uns mal weitermachen, wie bisher! Das ist sogar absolut verantwortungslos, und ich wette, dass der Text von Herr Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke sicher in die Richtung geht.

    Das tut Lüdecke nicht, er schreibt nur was seiner Meinung nach nicht passiert bei einer Verdopplung des CO2 in der Luft.

    Wie ich beim flüchtigen Durchscrollen sehe, sind ja sehr viele Formeln und Diagramme mit in dem Dokument, so dass es wohl im Ergebnis sehr überzeugend klingen dürfte.

    Wenn Lüdecke Sie nicht überzeugt, dann wählen Sie doch bitte mal aus Diagramm 7 ein Modell aus, das Ihnen zusagt.

  7. @ Michael Winkler
    Zur Transmutation schreiben Sie u.a.:

    Für mich gilt, so lange da nichts wirklich medial verbreitet wurde, scheint es nichts zu geben.

    Nun steckt diese wie gesagt noch in den Kinderschuhen und taugt nicht als Dauerthema oder Eigenreklame der Atomindustrie.
    Ihr Satz mal angewandt auf ein anderes Thema : Die Unschädlichkeit von Lebensmittel und Viehfutter, welche aus Genmais hergestellt wurden, ist bei uns auch kein Thema. In den USA wohl auch nicht, weil dort weit verbreitet und gängig. Dagegen liest man in Deutschland dann mal an versteckter Stelle von der Zerstörung von Versuchsfeldern.

    Zudem, was Atomstrom mit Kohle und Gas usw. gemeinsam haben, ist die Zentralisierung. Energiefragen sind immer Machtfragen. Das gitl nicht nur auf Staaten bezogen (siehe aktuell wieder mal Deutschland-Russland), sondern auch innerhalb der Staaten. Wenn sich Menschen nahezu selbst mit Energie versorgen können, sind sie weniger auf den Staat angewiesen. Das geht nur mit regenerativen Energien.

    Das verstehe ich nun gar nicht. Die Energieversorgung wird in Deutschland doch durch 5 große Konzerne besorgt und nicht vom Staat. Und selbst die Besitzer von Windrädern und Solaranlagen wollen ihren Strom in erster Linie verkaufen, gewinnbringend dank EEG. Die Letzteren besonders – Sie wissen sicher um die Sache mit den zwei Stromzählern. Die Selbstversorgungsquote dieser Leute ist doch auch nur gegeben, wenn die Sonne scheint.
    Und wollen Sie Ihre Selbstversorgungsidee auch auf´s Trinkwasser ausdehnen?

    Mir ist auch rätselhaft, wie du die Subventionen an die Kernkraft hier völlig zu vernachlässigen scheinst. Ich habe spontan mal bei Google geschaut und fand einen ZEIT-Artikel über eine Greenpeace-Studie, passend dazu eine Art Gegendarstellung von Atomkraftbefürwortern.
    Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen. – …

    Na ja.
    Da traue ich den Aussagen der Kernenergie, was
    FundE

    Nach Aussage der Bundesregierung betragen die staatlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Bereich Kernenergie für den Zeitraum von 1956 bis 2008 ca. 16,8 Mrd. Euro.

    und
    Betrieb
    betrifft, doch mehr,

    Die kommerzielle Nutzung der Kernenergie in Deutschland hat keine Subventionen erhalten. Alle Leistungsreaktoren, auch die derzeit 17 in Betrieb befindlichen Reaktoren, haben keine staatlichen Finanzhilfen erhalten. Das hat auch die rot-grüne Bundesregierung 2002 ausdrücklich festgestellt.

    als den 200 Mia€ aus dem Gefälligkeitsgutachten eines
    6-Mann-Institutes.
    Aber da gibt es ja noch einen Beirat, dem gehört u.a. ein ehemaliger griechischer Finanzminister an.
    Die Rechenergebnissen griechischer Finanzminister beschäftigen gerade unsere Politik.

    Ich habe die FÖS-Studie im Auftrag von Greenpeace mal überflogen.
    Dort tauchen u.a. folgende Kosten auf:
    Sanierung Wismut-Altlasten
    Deutscher Beitrag für CERN
    Kosten für das BfS
    Urangewinnung in Drittländern
    Frage :
    Was hat die Wismutsanierung mit dem Betrieb von AKWen in den alten Bundesländern zu tun?
    Weiter :
    – Das BfS ist auch für andere Strahlennutzer (Nuklearmedizin, Röntgenanlagen usw.) zuständig.
    – Die Atomindustrie kauft ihren Rohstoff zu Weltmarktpreisen.

    Und dann die ewige Mär von der nichtvorhandenen Versicherung gegen einen GAU, hier wird es richtig irre :

    Es wird für eine aus heutiger Sicht angemessene Haftpflichtsumme die rechnerisch dafür erforderliche Versicherungsprämie ermittelt. Hierbei wäre wie folgt vorzugehen:
    – Herleitung und Begründung einer angemessenen Deckungssumme
    – Bestimmung der dafür erforderlichen Versicherungsprämie
    – Umrechnung der Versicherungsprämie auf die Mehrkosten in Ct/kWh Atomstrom.
    WENN auch aus heutiger Sicht die von Ewers/Rennings 1992 zugrunde gelegte Schadenssumme eines GAU von 5.500 Mrd. € (= 8.040 Mrd. € in heutigen Preisen) angemessen ist und WENN die tatsächliche Haftpflichtprämie von 13,3 Mio. € für eine Deckungssumme von 256Mio. € linear hochgerechnet werden kann, so würde eine Versicherung von 8.040 Mrd. € Schadenssumme rechnerisch eine Versicherungsprämie von 262 Ct/kWh kosten.

    NB : Chemiefabriken und Staumauerbetreiber haben auch nur eine Haftpflichtversicherung für die Regulierungen von Schäden, welche aus dem Betrieb der Anlage resultieren.

    (Nachtrag 2013: 2 Artikel nicht mehr online, Anm. Frank)

  8. Michael Winkler

    Hallo Namensvetter 😉

    Hab deinen Link zu Zettelsraum und der „versteckten Stelle“ dort mal durchgelesen. So „versteckt“ ist das Ganze ja nun auch wieder nicht, dir wahrscheinlich nur neu gewesen.
    „Angriffe“ auf Gen-Test-Felder gibt es schon ne ganze Weile; manchen geht der verbale Protest offenbar nicht weit genug. Ob ich das nun gut/richtig finde oder nicht, ist eine andere Frage. Der Staat lässt – mit Hilfe des Gewaltmonopols – auch mal selbstorganisierte Hanfanbauflächen zerstören 🙂 … die Frage ist, wer festlegt, was „gut“ und was „böse“ ist 😉

    Doch was hat das denn mit der Atomtechnik zu tun?

    Michael, willst du ein paar physische Angriffe auf Gen-Felder mit gefühlten 70-80% Atomenergieablehnung in der deutschen Bevölkerung gleichsetzen oder in Verbindung bringen? Verstehe ich nicht … bitte um Erklärung bzw. Aufklärung, jetzt wird’s erst spannend 🙂

    Wenn’s dir beliebt, kannst du auch auf einige Argumente aus meinem Kommentar vom 20.07.2011 eingehen. Danke im Voraus, Micha.

  9. @ Michael Winkler

    Wenn mein Beitrag vom 22.7.2011 freigeschaltet wird, werden Sie eventuell verstehen.
    Was Gentestfelder und Hanf betrifft : Sollte man da nicht einfach die Gesetzeslage und das Gewaltmonopol des Staates beachten?

  10. Michael Winkler

    @ Michael
    Frage: „Was Gentestfelder und Hanf betrifft : Sollte man da nicht einfach die Gesetzeslage und das Gewaltmonopol des Staates beachten?“
    Ja und nein.
    Ja, weil es nunmal so Realität ist, das Gewaltmonopol liegt beim Staat.
    Und Hanf ist in Deutschland nunmal per se „böse“, auch wenn man das früher in Dtl. anders gesehen haben mag und die Holländer spinnen sowieso alle 😉
    (ja, war ernst gemeinte Satire 🙂 )

    Nein, weil genmanipulierte Saaten evtl. stärkere Auswirkungen auf Menschen haben als Hanf und dessen Derivate. Haschisch zu rauchen gefährdet sicherlich weniger die Umwelt als genmanipulierte Pflanzen mitten in der Natur. Reine Vermutung, bin durch Dokumentar-Filme beeinflusst 😉

    Und wenn schon Hanfpflanzen vernichten, dann bitte auch sofort alle Hopfen- und Tabakfelder gleich mit. Sie wissen ja vermutlich, wieviel Menschen pro Jahr an den Folgen von Alkohol- und Tabakkonsum sterben. Wenn ich mal den gelegentlichen Medien-Meldungen etwas Glauben schenken darf 😉

    PS: Zum Beitrag vom 22.7. später – alles klar.

  11. @ Michael Winkler

    Sie haben Weinberge und Streuobstwiesen für den Obstler vergessen.
    Ich meine, den Genuß von Hanf mit der Grünen Gentechnik zu vergleichen, bringt nicht viel – das sind zu unterschiedliche Kategorien. Bei einer Diskussion über Sinn und/oder Gefährlichkeit der Grünen Gentechnik reicht das Für und Wider.
    Aber falls Sie Hanf-Fan sind – was halten Sie davon?

  12. Michael Winkler

    @ Michael

    Ich habe mal ein bisschen bei „Grüne Gentechnik“ gewikidepdiat.

    Ich denke ja, dass es eher eine Glaubensfrage ist. Die Befürworter werden wahrscheinlich mit Argumenten wie Hunger beenden, bessere Pflanzen, billiger produzieren usw. usf. kommen. Die Gegner mit den unbekannten Risiken, einer mitunter häufig vorkommenden Abhängigkeit von Pharmafirmen . gehört Round-Up-Sorten eigentlich auch zur Grünen Gentechnik? Ich meine die Entwicklung, dass bestimmte Pflanzen keine eigenen Samen mehr produzieren und der Bauer immer wieder Samen nachkaufen muss.

    Nochmal genauer gelesen … sie gehören dazu 😉
    Also, die tendenzielle Abhängigkeit von Saatgutfirmen ist mir recht suspekt. Das ist der eine Punkt.
    Der andere Punkt sind fehlende Langzeitstudien. Das kann man eben nicht in 5 Jahren machen, ist mir auch klar. Die Nebenwirkungen sind mir wichtig, d.h. Auswirkungen auf Flora & Fauna durch GM-Pflanzen.

    Ein anderer Punkt ist die Frage nach dem Grund von Nahrungsmittelknappheit. Für mich ist es weniger ein Produktionsproblem, sondern ein Verteilungsproblem. Wohin z.B. billiger und meist subventionierter Weizen führt, brauch ich dir ja nicht erklären, vermutlich. Afrika wird dadurch nicht geholfen, sondern die dort noch bestehende LW wird ausgehebelt. Zudem kaufen z.B. europäische Firmen viel Land in Afrika auf, z.B. um dort Soja oder Raps anzubauen, meinetwegen auch Bio 😉 … der Markt regelt das schon, klar macht er das 🙂 … doch der Markt ist nicht ethisch veranlagt, denke ich. Markt heißt ab einem gewissen Punkt „Profit um jeden Preis“, ohne irgendwelche menschlichen Schnörkeleien und Emotionalitäten.
    .
    Für mich ist die Grüne Gentechnik nur ein Irrweg aufgrund fehlender Demokratisierungen in der Welt, wobei ich die westliche Demokratie nicht als einzigen Demokratieweg ansehen möchte. Technisch ist da einiges machbar, keine Frage … und das wird dann als Weltrettungstechnik gegen Hunger angesehen. Das funktioniert auf Dauer nicht … ich glaube nicht an ein soziales Gewissen bei Firmen. Zumindest nicht primär, denn primär geht es um Profit. Und wenn sich eine Sache nicht wirklich rentiert, dann sind Firmen schneller wieder weg als sie gekommen sind. Einfache Marktlogik.
    Und wenn man – wie früher – Normalweizen verbrennen kann, dann doch bitte schön auch GM-Weizen, wo ist das Problem? Schließlich will man die Preise halten.

    @ GM-Hanf in Kolumbien
    Danke für den Artikel. Tja, sehe ich tendenziell kritisch. Normalerweise rauchen Menschen nicht weniger, wenn’s billiger wird und Dealer senken die Preise auch nicht wirklich 😉 …
    Wenn man ein Geschäft mit etwas machen kann, findet sich auch immer einer,. der es macht.
    Ich sehe die „Hasch-Szene“ auch recht kritisch; plumbe „Legalize it“-Mantren sind mir suspekt. Vielen geht es scheinbar nicht um Bewusstseinserweiterung, sondern um Weltflucht. Das eine ist Entspannung und Nutzen der Droge, das andere ist Sucht. Ist bei Kaffee dasselbe … apropos, ich mach mir erstmal einen 😉

    @ allgemein
    Bei Zigarette und Kaffee kam mir der Gedanke, dass wir uns – bzw. ich mich – gern mit Einzelheiten beschäftigen können. Ist gut so, doch es geht mir um Visionen.
    Wenn ich mal den Ausgang – Atomkraft – nehme und dein Thema – Gentechnik – dazu, dann würde ich es als Technik-Alternative ansehen. Nehmen wir mal an, dass sich der Weltstromverbrauch allein durch Atomkraft erreichen ließe. Ebenso ließe sich scheinbar alles Essbare auf der Welt über Gentechnik produzieren, irgendwann bräuchten wir mal keine Felder mehr, sondern das würde sich fast nur durch Retorte herstellen lassen. Die Fortpflanzung könnte man auch gleich mit weglassen, die Forschung würde es zu sog. Designer-Babys bringen – den perfekten Menschen.

    Rein theoretisch ist das alles machbar, denke ich. Sozialdarwinismus mal hin oder her, Schwamm drüber. Wenn dem vor 30,40 Jahren schon so gewesen wäre, wäre die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass wir beide vielleicht gar nicht geboren worden wären. Irgendetwas hat schließlich jeder, ich stottere z.B. gelegentlich, kann man sicherlich bei Föten schon diagnostizieren, ergo: evtl. Abtreibung.
    Folglich geht es um eine Vision fürs Leben. Welches Leben, welche Art von Leben wollen wir, will man selbst?

    Ist in gewisser Weise eine Glaubensfrage … da war ich ja schon mal angekommen, oder? 😉

    Ich glaube daran, dass die Natur schon alles produziert, was wir brauchen. Herkömmliche Züchtung reicht m.E. aus, einen Eingriff in die Gene der Pflanzen halte ich genauso wenig für erforderlich oder sinnvoll, wie einen Eingriff in die menschliche Gene. Erforschen ja, beides – Tier und Pflanze, doch rein des Verstehens wegen. Verbessern wird man da nichts, die Natur regelt das selbst. Das ist mein Glaube.
    Ich halte eine Verbesserung der Technik nur für sinnvoll, wenn Arbeit vereinfacht, ohne Arbeit abschaffen zu wollen. Ich glaube an „So viel wie nötig, nicht so viel wie möglich.“
    Der Punkt ist, wie sich die soziale Frage lösen lässt. Der Mensch erforscht alles, nur seine eigene Psyche meist wenig … und wenn dann kommt meist nur Psychoanalyse raus 😉

  13. @ Michael Winkler
    Sie schrieben :

    Wenn ich mal den Ausgang – Atomkraft – nehme und dein Thema – Gentechnik – dazu, dann würde ich es als Technik-Alternative ansehen. Nehmen wir mal an, dass sich der Weltstromverbrauch allein durch Atomkraft erreichen ließe. Ebenso ließe sich scheinbar alles Essbare auf der Welt über Gentechnik produzieren,…

    Jetzt muß ich mal aus meinem Beitrag vom 22.7.2011, welcher auf Freischaltung wartet, zitieren:

    @ Michael Winkler
    Zur Transmutation schreiben Sie u.a.:

    Für mich gilt, so lange da nichts wirklich medial verbreitet wurde, scheint es nichts zu geben.

    Nun steckt diese wie gesagt noch in den Kinderschuhen und taugt nicht als Dauerthema oder Eigenreklame der Atomindustrie.
    Ihr Satz mal angewandt auf ein anderes Thema : Die Unschädlichkeit von Lebensmittel und Viehfutter, welche aus Genmais hergestellt wurden, ist bei uns auch kein Thema. In den USA wohl auch nicht, weil dort weit verbreitet und gängig.

    Ich hoffe, jetzt ist klar , warum ich das Thema brachte.

    Ich habe mal ein bisschen bei „Grüne Gentechnik“ gewikidepdiat.
    Ich denke ja, dass es eher eine Glaubensfrage ist. Die Befürworter werden wahrscheinlich mit Argumenten wie Hunger beenden, bessere Pflanzen, billiger produzieren usw. usf. kommen. Die Gegner mit den unbekannten Risiken, einer mitunter häufig vorkommenden Abhängigkeit von Pharmafirmen . gehört Round-Up-Sorten eigentlich auch zur Grünen Gentechnik? Ich meine die Entwicklung, dass bestimmte Pflanzen keine eigenen Samen mehr produzieren und der Bauer immer wieder Samen nachkaufen muss.

    Konzerne wie Monsanto wollen schlicht und einfach ein gutes Produkt gewinnbringend verkaufen.
    Argumente wie „Hunger beenden“ kommen dann eher nebenbei im Streit mit den Gentechnik-Gegnern hoch. Und was das „Samen nachkaufen müssen“ betrifft : Gewerbsmäßige Landwirte kaufen ihr Saatgut immer, egal ob aus Gentechnik oder Hybridzüchtung.

    Für mich ist die Grüne Gentechnik nur ein Irrweg aufgrund fehlender Demokratisierungen in der Welt,…

    Das ist ja starker Tobak, erklären Sie das bitte mal genauer.
    Anstelle Grüne Gentechnik könnte man einsetzen : Automobilbau, Computerindustrie…

    Also, die tendenzielle Abhängigkeit von Saatgutfirmen ist mir recht suspekt. Das ist der eine Punkt.
    Der andere Punkt sind fehlende Langzeitstudien. Das kann man eben nicht in 5 Jahren machen, ist mir auch klar. Die Nebenwirkungen sind mir wichtig, d.h. Auswirkungen auf Flora & Fauna durch GM-Pflanzen.

    Zum Genmais hätten wir hier eine Studie mit 36 Kühen.
    Und hier lästert die SZ über die USA:
    Anteil bei Mais inzwischen 57%
    Wenn das keine Langzeitstudie ist…

    Ich glaube daran, dass die Natur schon alles produziert, was wir brauchen. Herkömmliche Züchtung reicht m.E. aus, einen Eingriff in die Gene der Pflanzen halte ich genauso wenig für erforderlich oder sinnvoll,…

    Wie wir heute wissen, basiert die Züchtung durch Auslese, wie sie die Getreidebauern in Mesopotamien und die Mönche im Mittelalter im Obstbau betrieben, auf Genmutationen infolge natürlicher Radioaktivität und/oder ionisierender Strahlung.
    Lesen Sie mal, wie die herkömmliche Züchtung mit Röntgen- oder Neutronenstrahlen oder auch mit Gammastrahlen betreibt.

    Und nun können Sie in den Bioladen gehen und fragen, mit welcher Methode der Eisbergsalat gezüchtet wurde.

  14. @Moderation : In diesem Abschnitt hatte die quoten falsch gesetzt. Ich hoffe, so stimmt´s. Wenn möglich, bitte korrigieren. Danke

    Jetzt muß ich mal aus meinem Beitrag vom 22.7.2011, welcher auf Freischaltung wartet, zitieren:

    @ Michael Winkler
    Zur Transmutation schreiben Sie u.a.:

    Für mich gilt, so lange da nichts wirklich medial verbreitet wurde, scheint es nichts zu geben.

    Nun steckt diese wie gesagt noch in den Kinderschuhen und taugt nicht als Dauerthema oder Eigenreklame der Atomindustrie.
    Ihr Satz mal angewandt auf ein anderes Thema : Die Unschädlichkeit von Lebensmittel und Viehfutter, welche aus Genmais hergestellt wurden, ist bei uns auch kein Thema. In den USA wohl auch nicht, weil dort weit verbreitet und gängig.

    Ich hoffe, jetzt ist klar , warum ich das Thema brachte.

  15. Michael Winkler

    @ Michael
    Ich habe mal das „food for animal gm-corn“ – ohne die „“ bei Google eingegeben, inkl. den „Fehler“ eigentlich „animals“ gemeint zu haben und mit „maize“ (für Mais … ich kannte eher „corn“) mehr Infos zu erhalten. Egal, Google macht dann schon was Brauchbares draus.
    Hmm, also, wie immer gibt’s da solche Forschungsergebnisse/Meinungen und solche – je nachdem, worauf man fokussiert.

    Nun muss ich ja nicht alles erst in den „großen Medien“ lesen, um seine Existenz anzuerkennen, also wieder mal gegoogelt. Ist nukleare Transmutation vergleichbar mit Kalter Fusion, Michael?

    Wenn ja, habe ich bei der BüSo immer mal wieder was davon gelesen … doch die BüSo-ianer sind ein derart seltsames „Wir-haben-die-Weltrettungs-Formel“-Völkchen, dass mir da das nähere Interesse schwer viel 😉

    Hmm, einige Minuten später … komme vor lauter Worte, die auch „ion“ enden, durcheinander und halte fest, dass es gut ist, dass wir mal einige Dinge ausgetauscht haben 😉 …. ob nun kalt fusioniert oder transmutiert und mit oder ohne Gen-Hanf, einige Dinge weren wir beide sowieso nicht erforschen, sondern bestenfalls neugierig deren Entwicklung beobachten 🙂

  16. Tut mir leid, dass hier einige Texte so lange auf Freischaltung warten mussten, aber das lag an den enthaltenen Links. Wie die meisten Blogs ist auch meiner so eingestellt, dass alles mit mehr als zwei enthaltenen Hyperlinks automatisch als Spam eingestuft wird (bei vielen Blogs ist es bereits ab zwei Links so). Ich kann insofern nur empfehlen, bei deutlicher Abwesenheit des Moderators Kommentare mit vielen Links notfalls auf mehrere Teilkommentare aufzusplitten oder die links nach dem eigentlichen Text in Zusatzkommentaren nachzureichen. Das klingt nicht sehr komfortabel, aber der Verursacher dieser Einschränkung sind die leider vorhandenen (und sehr aktiven) Spam-Systeme.

    Durchgelesen habe ich mir hier momentan erst den Anfang – das Video über Herrn Schellnhuber ist durchaus sehr schön. Ich staune auch immer, wie manche Leute auf solche exakten Zahlenwerte kommen, wenn es doch eigentlich um schwer berechenbare Systeme geht. Und wenn sich die angeblich so exakt berechneten Werte dann auch noch dauernd ändern, wird es tatsächlich unfreiwillig komisch.

  17. Michael Winkler

    @ Michael
    Ich versuch’s „in aller Kürze“ … (Nahctrag später: ich bin gescheitert 😉 )

    Sagen wir’s so … Sowohl Atomtechnik als auch Grüne Gentechnik sind Glaubensfragen.
    Ich sehe deine Meinung zusammenfassend so:
    Du bist eher der Meinung, dass beides wenig bzw. zu vernachlässigende, langfristige Risiken birgt. Wenn es welche gibt, dann sind die deiner Meinung nach entweder nicht größer als bei anderen entsprechenden Techniken oder lassen sich mittel weiterer Technik in den Griff bekommen.
    Beides ist besser als alles bisher sonst bestehende, zudem lässt sich besser Geld damit verdienen … was einerseits für eine Firma logisch ist und andererseits moralisch nicht verwerflich.

    Kann ich deine Meinung (zu Atomtechnik und GrüGenTech) so ungefähr zusammenfassen?.

    Ich stellte die Rückfrage, weil es mir um eine gewisse Richtung geht. Mir scheint, du bist recht unkritisch, was den Wachstumsdruck betrifft. Soziale Probleme lassen sich nicht immer technisch lösen, auch wenn du noch soviel Energie oder Nahrung erzeugen könntest.

    Ich würde dir gern mal ein paar Fragen stellen …

    Für mich ist das Nahrungsproblem kein Produktionsproblem, sondern ein Verteilungsproblem. In den USA gibt es im Prinzip keinen Grund, dass jemand Hunger haben müsste. Auch sonst nirgendwo auf der Welt. Dürreperioden mal hin oder her, auch ohne Grüne Gentechnik (GGT) hat sich die Weltbevölkerung innerhalb von 100 Jahren verdreifacht.
    Nähmen wir mal an, man könnte mit GGT 50% mehr produzieren. Mit welchem Grund – außer einer beabsichtigten Monopolbildung – sollten Firmen das machen? Wenn sie die Preise drücken könnten, bringt es ihnen doch langfristig nichts. Es sei denn man zerstört mittels niedriger Preise erst die Konkurrenz (so wie weltweit bereits seit Jahren am Laufen) und erhöht die Preise dann wieder. Wer dann nicht zahlen kann, hat Pech oder fängt selbst wieder bei Null an. Oder glaubst du an so etwas wie „Moral“ bei Firmen?

    Fehlende Demokratisierung & GGT
    Billige Transportkosten machen diverse Produkte erst konkurrenzfähig, sonst würde LIDL seine Brötchen nicht loskriegen. Hinzukommen die Produktionskosten und -bedingungen … Menschen arbeiten mitunter für Löhne, da würde die manches Brötchen im Hals stecken bleiben 😉
    Kann man machen, der Markt gibt LIDL & Co. Recht … der Kunde ist der Markt.
    Verändert GenTechnik deiner Meinung nach irgendetwas an der Arbeits- und Lohnsituation der Menschen?

    Was in Europa & Nordamerika etc. funktioniert, funktioniert noch einen Zacken schärfer in der sog. Dritten Welt. Dort ist die heimische LW stellenweise schon fast stillgelegt – überspitzt dargestellt, nicht wörtlich zu nehmen.
    Das hat einerseits mit dem Kolonialerbe zu tun, andererseits weil „der“ Westen auch gar kein wirkliches Interesse an demokratischen Strukturen in Afrika hat … wobei ich nicht primär von parlamentarischer Demokratie spreche.
    Diktatoren sind mitunter ganz gute Hurensöhne 😉 …
    Der Trugschluss ist m.E., dass man glaubt über Handel einen Einfluss auf die Menschenrechte vor Ort zu haben … wird man nicht haben, denn profitieren tun wiederum nur wenige in den sog. Dritte-Welt-Ländern.
    GGT scheint nun noch – beabsichtigt oder nicht – versprechen zu können, den Welthunger zu lösen – weil mehr, resistenter etc. etc. produziert werden kann. Ob das nun mit Demokratie kommt oder ohne, ist egal.
    Daran glaube ich nicht, du offenbar schon.

    „Selbstversorgung“
    Bei Strom und Wasser rede ich nicht von „Selbstversorgern“, sondern von „kleinräumigen Lösungen“. Ich bin kein Vertreter von „Jedem seine eigene Solarzelle auf’s Dach“ – das kann nur gemeinschaftlich gehen. Und ja, nicht alle in Dtl. können von Sonnenenergie leben.
    Bsp. Energie: Zwischen Versorgung über 4, 5 Energieriesen und „jeder macht seine eigene Energie“ gibt es noch Hunderte Mittelwege. Ich denke, dass es ähnlich wie bei den Großen laufen könnte. Die sind auch nicht an Staaten-/Ländergrenzen gebunden. Warum sollte das nicht auch bei anderen Anbietern funktionieren, z.B. in Grenzgebieten.

    Genug für heute … der Rest evtl. später … Micha.

    PS: Übrigens, ich will dir weder deinen Glauben an die Atomtechnik noch den an die GGT nehmen 😉

  18. @Michael Winkler

    Ist nukleare Transmutation vergleichbar mit Kalter Fusion, Michael?

    Kalte Fusion ist m.E. ein Schwindel und/oder ein Messfehler.
    Rein statistisch gesehen ist sie natürlich mit einer äußert geringen Wahrscheinlichkeit möglich – aber warum sollte das gerade dann geschehen, wenn bestimmte Wissenschaftler in ihr Reagenzglas schauen?

    Sagen wir’s so … Sowohl Atomtechnik als auch Grüne Gentechnik sind Glaubensfragen.
    Ich sehe deine Meinung zusammenfassend so:
    Du bist eher der Meinung, dass beides wenig bzw. zu vernachlässigende, langfristige Risiken birgt. Wenn es welche gibt, dann sind die deiner Meinung nach entweder nicht größer als bei anderen entsprechenden Techniken oder lassen sich mittel weiterer Technik in den Griff bekommen.
    Beides ist besser als alles bisher sonst bestehende, zudem lässt sich besser Geld damit verdienen … was einerseits für eine Firma logisch ist und andererseits moralisch nicht verwerflich.
    Kann ich deine Meinung (zu Atomtechnik und GrüGenTech) so ungefähr zusammenfassen?.

    Ja, so ungefähr.

    Für mich ist das Nahrungsproblem kein Produktionsproblem, sondern ein Verteilungsproblem. In den USA gibt es im Prinzip keinen Grund, dass jemand Hunger haben müsste. Auch sonst nirgendwo auf der Welt. Dürreperioden mal hin oder her, auch ohne Grüne Gentechnik (GGT) hat sich die Weltbevölkerung innerhalb von 100 Jahren verdreifacht.

    M.W. verhungert niemand in den USA – wenn er sich nicht gerade in den Rockys verirrt.
    Die Weltbevölkerung hat sich stark vergrößert infolge besserer Anbau- und Transportmethoden, nicht zu vergessen die verbesserte Medizin. Die GGT ist nur ein weiteres Werkzeug.

    Fehlende Demokratisierung & GGT
    Verändert GenTechnik deiner Meinung nach irgendetwas an der Arbeits- und Lohnsituation der Menschen?

    Zur Lohnsituation kann ich nichts sagen. Aber wenn kein Pestizid gegen einen Baumwollschädling gespritzt werden muß, ist das schon eine Verbesserung, und der Geldbeutel wird auch geschont.

    „Selbstversorgung“
    Bei Strom und Wasser rede ich nicht von „Selbstversorgern“, sondern von „kleinräumigen Lösungen“. Ich bin kein Vertreter von „Jedem seine eigene Solarzelle auf’s Dach“ – das kann nur gemeinschaftlich gehen. Und ja, nicht alle in Dtl. können von Sonnenenergie leben.
    Bsp. Energie: Zwischen Versorgung über 4, 5 Energieriesen und „jeder macht seine eigene Energie“ gibt es noch Hunderte Mittelwege. Ich denke, dass es ähnlich wie bei den Großen laufen könnte. Die sind auch nicht an Staaten-/Ländergrenzen gebunden. Warum sollte das nicht auch bei anderen Anbietern funktionieren, z.B. in Grenzgebieten.

    Ich habe nichts gegen Solarzellen auf dem Eigenheimdach. Mich stört nur deren staatliche Subvention und die staatlich abgesegnete Abzocke von Plattenbaubewohnern mittels EEG. Kleinteilige Lösungen wie Kraft-Wärmekopplung sind auch i.O. Andererseits ist die ganzräumige Stromversorgung der großen Anbieter m.E. nicht zu ersetzen.

    Genug für heute … der Rest evtl. später … Micha.
    PS: Übrigens, ich will dir weder deinen Glauben an die Atomtechnik noch den an die GGT nehmen

    Wenn Sie Glauben durch Meinung / Überzeugung ersetzen – das können Sie nicht.
    Und nennen Sie mich bitte Michael.
    Ich habe das wesentlichste meiner Meinung bzgl. Atomtechnik und GGT dargelegt.
    Man kann natürlich vom 100sten in´s 1000e kommen…

  19. Da das Thema „Solarstrom“ hier auftaucht – dazu gab’s kürzlich einen kritischen Beitrag im Spiegel: „Die Milchkaffee-Lüge

    (Und was der Spiegel schreibt, stimmt bekanntlich immer 😉 )

  20. Michael Winkler

    @Michael
    Und nennen Sie mich bitte Michael.
    Äh … war Ihnen, dass „du“ nicht angenehm oder haben Sie meinen Schlusssatz „Genug für heute … der Rest evtl. später … Micha.“ auf sich bezogen? 😉 … das „Micha“ dort stand für mich – ich bin da manchmal etwas „verpeilt“/altmodisch/wieauchimmer und verabschiede mich in Kommentaren mit meinem Namen.
    Das nur zur evtl. Klärung.

    Man kann natürlich vom 100sten in´s 1000e kommen…
    Heißt das, Sie steigen aus?

    Ich denke, wir können uns auf ein „Wir werden in fünf Jahren weitersehen“ einigen können, oder? … meinetwegen auch zehn, kein Problem 🙂

  21. @ Michael Winkler

    Das mit der Anrede geht i.O..
    Und wenn es für mich interessant wird, bin ich wieder dabei.

  22. So stoppt man den Atomstrom

    Frank :
    Bis zum abgeschlossenen Atomausstieg werden die AKW immerhin weiter vorhanden sein und noch Strom liefern! Wieso sollte man ihn nicht verwenden, wenn er doch nun einmal planbar ins Netz eingespeist wird?

    Naja, manche wollen Atomstrom partout nicht in ihrer Leitung haben. Doch was tun?

    Frank :
    Und so richtig als Hochtechnologie empfinde ich unsere Art der Atomtechnik auch nicht: Wir machen mit radioaktivem Zerfall letztlich nur Wasser warm.

    So simpel ist es, zum Glück, nicht:

    Die Kernspaltung ist Quelle der Energie für den Atomstrom. Neben den allgemein bekannten Vorgängen entstehen bei jeder Spaltung ein sogenannter Tachyonen-Impuls, der nicht, wie die restliche freie Energie, in Strom umgesetzt werden kann. Dieser Tachyonen-Impuls verleiht jedoch allen aus der Spaltung resultierenden Energieformen eine spezielle, aus Gründen des Energieerhaltungsgesetzes unlöschbare „Signatur“. Folglich ist auch der Atomstrom mit dieser Signatur versehen.

    Und jetzt kommt´s :

    Dieses Phänomen nutzt
    NucleoSTOP
    , das sensationell neue Gerät zum Ausfiltern des Atomstroms

    Das Ding schickt Atomstrom sogar über die Grenze nach Frankreich zurück!
    Das Tachyonen zwar keinen Strom erzeugen können, es aber sonst energiemäßig in sich haben, kann man hier nachlesen.
    Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten : Für 2017 hat der NucleoSTOP-Produzent einen tragbaren Genfood-Detektor sowie einen Gammelfleisch-Detektor in der Pipeline.

    Gefunden habe ich das Ganze bei Achgut.

  23. Meine Güte – ich dachte, ich kenne schon die meisten Schwachsinnigkeiten, aber dann kommt doch immer noch eine Steigerung 🙂 Danke für diesen Hinweis auf NucleoSTOP. Ich hatte gerade viel Spaß beim Lesen der Beschreibung.

  24. Das ist aber, wie ich beim Lesen vermutet hatte, ironisch gemeint:

    Hinweis: Das Produktangebot NucleoSTOP ist satirisch gemeint, es werden hiermit keine kommerziellen Geschäfte getätigt

  25. Stimmt, Frank. Das habe ich nicht überprüft. Das Impressum ist aber auch raffiniert versteckt. Bleibt der Erkenntnisgewinn zu den Tachyonen.
    Naja Spaß muß sein.

  26. Mir war die Sache peinlich. Noch gestern Abend habe ich einen Hinweis auf das bewusste NucleoSTOP-Impressum eingestellt bei Achgut/Haferburg. Der Beitrag sollte moderiert werden, heute ist da – nix.

  27. Das muss einem nicht peinlich sein, denn der Hinweis ist wirklich sehr versteckt. Mir erschienen nur bestimmte Formulierungen zu sehr wie Satire, zum Beispiel das mit dem tragbaren Genfood-Detektor, dem Atomstrom, der zurück zum Erzeuger geschickt wird und auch das mit dem im ganzen Netz unbekannten „Franz-Pöhlmann-Design-Award“ für diese belanglose Kiste. Aber dass Manfred Haferburg es trotz Hinweis so in seinem Artikel stehen lässt, könnte sich zum kleinen Eigentor für ihn entwickeln.

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