Ganz unten

Wie Günter Wallraff kam ich mir zumindest vor, als ich gestern bei ALDI eine neue Lebenserfahrung machte: Ich wühlte in der Abfallkiste nach Resten, die noch einen gewissen Nährwert hatten. Da man als Blogger stets investigative Verpflichtungen in sich spürt, nutzte ich diese Gelegenheit gleich mit für eine Sozialstudie: Wie verhalten sich die umstehenden Wohlstandsbürger angesichts des Prekariats? Das Ergebnis war niederschmetternd. Ich wäre mit vielem fertig geworden, nur nicht damit. Es hätte mir nichts ausgemacht, wenn die Leute mitleidig zu mir geschaut oder getuschelt hätten. Auch angespuckt zu werden, hätte ich als nachvollziehbare Reaktion eingestuft. Ich wäre dankbar gewesen für hilfreiche Tipps wie: „Wer wirklich arbeiten will, der findet auch was, du Assi!“ Aber was ich erleben musste, war eine unglaubliche Ignoranz. Keiner schaute zu mir, alle taten, als wäre ich nicht da. Den sozialen Abstieg einfach nicht wahrnehmen zu wollen, kann aber nicht die Lösung sein!

Gut – es kann auch daran gelegen haben, dass die Umstehenden größtenteils Senioren waren. Und die sehen bekanntlich ohnehin nicht mehr so gut. Es könnte auch daran gelegen haben, dass sie selbst Haustiere verpflegen müssen, weshalb sie meine Aktion nicht weiter ungewöhnlich fanden.

Denn der Grund für diese bestand einfach nur darin, dass ich zurzeit als Urlaubsvertretung den Catering-Service für diese sympathischen Mitlebewesen übernommen habe:

Auf der Heimfahrt stellte ich allerdings fest, dass die Elbwiesen wesentlich leckerere Nahrungsmittel bereithalten, weshalb ALDI ab heute wieder entfällt. Auch wenn diese Herabstufung für die Mitarbeiter nun ein leichter Schock sein dürfte. Aber investigatives Bloggertum bedeutet nun einmal, dass hier auch unangenehme Wahrheiten ausgesprochen werden!

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3 Kommentare:

  1. aber pass auf das der L-zahn nüsch naß ist,davon können die sterben………oooooooooooohh…

    ansonsten weiter so..

    grussi……..

  2. ja, ist mir bekannt, aber trotzdem Danke für den Tipp! Denn wenn es wirklich schief gehen würde – es gibt keine Zoohandlung in der Nähe, die ähnlich aussehende Karnickel hat …

  3. Köstlich – in vielerlei Hinsicht – da beginnt mir doch gleich der Zahn zu tropfen. 😛

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