Reifenwechsel

Auf Arbeit habe ich früher immer Lacher geerntet, wenn ich im Herbst sagte, jetzt würde ich bald die Winterreifen montieren. Denn ich komme mit dem Fahrrad. Mittlerweile hat sich es anscheinend herumgesprochen, dass das ernst gemeint ist, denn ich wechsle tatsächlich immer die Reifen. Seit heute sind wieder die Sommer-Reifen drauf. 

Hier der Unterschied: Links die neu gekauften für den Sommer, rechts die für den Winter (vom letzten Wochenende noch leicht verschlammt). Es gibt ja für Fahrräder eigentlich keine ausdrücklich so bezeichneten Winterreifen. Lediglich für Mountainbikes werden Reifen mit Spikes angeboten. Das ist aber nur für Touren brauchbar, bei denen man draußen in der Natur über Schnee und Eisfelder fährt. Für normale Strecken in der Stadt auf matschigem Asphalt ist das eher unbrauchbar. Worauf kommt es beim Radfahren im Winter an? Grundsätzlich fahre ich im Winter ausschließlich mit dem Mountainbike. Ein 28er hat viel zu schmale Reifen, mit denen man viel zu leicht weg rutschen könnte (selbst oft genug erlebt). Wichtig sind etwas breitere Reifen, die eine größere Auflagefläche bieten, was eben nur beim MTB gegeben ist. Für den Zweck sollte man zunächst den Luftdruck etwas geringer halten. Weiterhin müssen die Stollen am Reifen so angeordnet sein, dass sie gut greifen, damit man sich mit ihnen richtig gut durch lockeren Schnee oder durch den Matsch wühlen kann, ohne dass sie durchdrehen. Am besten sollten also Stollen breit und quer zur Fahrrichtung angeordnet sein. Außerdem müssen diese Stollen einen großen Zwischenabstand haben, damit Schnee sich nicht zu leicht dazwischen festsetzen kann. Am besten geeignet sind also Reifen, die von den Herstellern für Einsätze durch Schlamm angepriesen werden.

Mit Wünschen nach Produkten für solche Einsatzzwecke kann man im Laden vielleicht auch etwas Eindruck schinden, wenn man nicht sagt, wofür man es wirklich verwenden will. Und man kann viel Geld dafür ausgeben. Ich hatte mich aber nur für den völlig brauchbaren (und bezahlbaren) Kompromiss „Albert“ der Firma Schwalbe entschieden. Hat sich gut bewährt, ich bin fast den ganzen Winter damit gefahren und nie ausgerutscht. Mehr wollte ich auch nicht erreichen.

Am letzten Wochenende habe ich meine erste diesjährige Radtour mit MTB gemacht und hatte leider noch diese Reifen montiert. Im Gelände waren sie natürlich okay, aber auf Asphalt war es schlimm. Ich hatte das Gefühl, relativ langsam zu sein, außerdem waren sie furchtbar laut. Es war, übertrieben gesagt, als würde man einen Traktor fahren.

Bei den neuen Reifen (Schwalbe „Smart Sam Performance“) ist in der Mitte nur eine schmale Lauffläche, so dass man auf Asphalt einen viel geringeren Rollwiderstand hat. Im Gelände greifen dann zusätzlich die Außenstollen. Ich habe es vorhin kurz ausprobiert und es war wirklich ein deutlicher Unterschied: Angenehm leise und eine fluffige Fahrweise. Es ist eigentlich erstaunlich, was diese unterschiedliche Form und Anordnung der Stollen ausmacht..

So. Nun muss es nur noch warm werden, damit ich auch etwas davon habe.

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