Dinge, von denen man nicht mehr viel hört (2)

Was ist eigentlich aus der Aufklärung des Mordes an der Dresdner Schülerin vom St.Benno-Gymnasium geworden? Die letzte Meldung war von Anfang Januar, als man den Verdächtigen in Calais festnahm. Jetzt haben wir Mitte März. Ist er denn nun wenigstens einmal nach Deutschland ausgeliefert worden?

 „Das Auslieferungsverfahren kann jetzt Wochen oder sogar Monate dauern. Im Moment lässt sich nicht sagen, wie schnell uns der Beschuldigte aus Frankreich überstellt wird“, sagte Oberstaatsanwalt Christian Avenarius (…). „Es wird davon abhängen, ob der Gefangene selbst mit seiner Auslieferung einverstanden ist.“

Natürlich ist er momentan nur ein Verdächtiger und nicht der Überführte. Und selbstverständlich gilt stets „im Zweifel für den Angeklagten“, weshalb ich mich hüten werde, hier mehr wissen zu wollen, als die Polizei. Ich fand es aber sehr erstaunlich, dass eine Auslieferung nur stattfinden kann, wenn der Betreffende damit einverstanden ist. Man könnte das ja noch in Ordnung finden, wenn es um die Auslieferung nach Ruanda oder in vergleichbare Länder ginge, aber hier handelt es sich um die Auslieferung zwischen den beiden doch recht zivilisierten Staaten Frankreich und Deutschland.

Ich will anhand der medialen Funkstille zu diesem Fall nicht gleich ableiten, unsere angeblich linken Medien würden sowieso immer kuschen, wenn einmal ein Ausländer ein möglicher Täter sei – solche Theorien überlasse ich den Kommentar-Schreibern auf PI. Vielleicht haben alle Journalisten momentan wichtigere Themen abzuarbeiten. Aber dass es niemanden von denen interessiert, dass nicht wenigstens einmal jemand nachhakt, ist auch erstaunlich.  

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