Putin von Dresden provoziert?

Ich mache mir Sorgen um die deutsch-russischen Beziehungen. Beim Semperopernball, der vor kurzem stattfand, wurde bekanntlich Michael Jackson posthum mit dem „Dresdner St. Georgs Orden des SemperOpernballs“ geehrt, der stellvertretend von seiner Schwester La Toya entgegengenommen wurde. Jaja, ich weiß – ihre rhetorisch und intellektuell auf hohem Niveau angesiedelte Rede “oh, its so lovely, oh, so lovely …” wurde etwas schlecht übersetzt, worüber momentan die gesamte Internetgemeinde spricht. Aber das ist doch nicht das eigentliche Problem, Leute! Viel schlimmer ist doch, dass diese Aktion vorher nicht mit Herrn Dr. Guido Westerwelle abgesprochen wurde! Michael Jackson denselben Orden zu verleihen, den letztes Jahr auch Wladimir Putin erhielt, ist eine außenpolitisch derart brisante Angelegenheit … da fragt man sich wirklich, was sich die Veranstalter des Semperopernballs da eigentlich gedacht haben! Der Orden (wer kennt ihn nicht?) soll zwar ein Symbol für den ewigen Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen sein und man hat Herrn Putin bei der Vergabe ausdrücklich gesagt, dass man ihn auf der Seite der Guten sieht, aber wird ihn das wieder beruhigen können? Ich meine, es ist doch absehbar, was ihm nun für Gedanken durch den Kopf gehen werden. Immerhin stellt man ihn damit auf eine Stufe mit diesem Michael Jackson. Ein Wahnsinn! Um nur mal einige mögliche Provokationspunkte aufzuzeigen: 

  • Putins riesiges russisches Reich ist viel größer, als diese geradezu lächerlich kleine Neverland-Ranch.
  • Der kernige Wladimir, der oft genug mit freiem Oberkörper der mückenverseuchten Wildnis Sibiriens trotzt, wird mit dem gesundheitlichen Wrack Jackson verglichen, der sogar vor Bakterien Angst hatte.
  • Außerdem hat er im Gegensatz zu Michael eigene Kinder gezeugt und nicht per künstlicher Befruchtung – und das auch noch mit Hilfe von Samenspendern – herstellen lassen müssen.
  • Putin hat eine richtige Nase, die auch bei einer zünftigen russischen Kneipenschlägerei nicht abfallen würde.
  • Während Michael bei Fernsehauftritten nur noch ein wirres (inzwischen von seiner Schwester La Toya kopiertes) “oh, its so lovely, oh, so lovely …”-Gestammel von sich gab, überlegt sich Wladimir vor jedem Auftritt die Wirkung jedes seiner Worte ganz genau.

Auch die Neidpunkte sollen nicht verschwiegen werden:

  • Michael hatte mehr Alben herausgebracht.
  • Den Moonwalk hat Putin nie hinbekommen.

 Hoffentlich kann Herr Westerwelle noch einige Wogen glätten!

Ganz nebenbei: Ich bin sicher, dass Michael Jackson – hätte er diese Ordensverleihung noch erleben dürfen – dies sicher als Höhepunkt seiner Karriere erkannt hätte und vor Freude aus den Latschen gekippt wäre, wie der Sachse so sagt. 

2 Kommentare:

  1. omg, in der weltmetropole dd gehts wieder voll ab, oder? da ist man ein paar jährchen nicht mehr da, schon werden solch tollen verehrungsdinge entworfen und an die helden der weltgeschichte verteilt …. (Fragwürdige helden)

    abgesehen davon putin hat sich sicher bestimmt a) lebend und b) in gepfelgtem deutsch bedankt 🙂

  2. also, man hat ihn nachher auf jeden Fall wieder lebend in der freien (russischen) Wildbahn gesichtet.

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