Wikileaks im Kleinen: Die Dresdner Unterwasseroper „AquAria_PALAOA“

Ursprünglich wollte ich zu dem Thema meine Klappe halten, denn man muss ja nicht über jede Kleinigkeit immer sofort etwas schreiben (und ich habe jetzt zu einigen Themen nichts geschrieben – bei mir war sozusagen Sommerpause). Da die Dresdner Unterwasseroper, die im Rahmen von ORNÖ aufgeführt wurde, aber ohnehin schlechte Kritiken erhielt, kann ich nun noch eine Kleinigkeit draufsetzen und eine Episode aus der Vorgeschichte schildern. Hier übrigens drei Beispiele für Kritiken, aufsteigend in Richtung Komplett-Verriss: DNN – „Nach Unterwasseroper in Dresden: Intendant der ORNÖ-Reihe zeigt sich selbstkritisch“,  Musik in Dresden – „Stummfilm mit Blub“, BR Klassik „Unterwasseroper in Dresden“) Wenige…

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10 Jahre Morphonic Lab

Im Palais des Großen Garten in Dresden konnte man gestern das zehnte „Morphonic Lab“ erleben. Was das ist? Archaisches Soundgranulat mit visuellem Background, würde ich spontan sagen. Ja, das klingt gut! Sagt natürlich nicht viel aus, aber wie soll man unterschiedlichste, teils recht laute und brachiale Klangexperimente auch beschreiben, ohne hier mehrere virtuelle A4-Seiten zu füllen? Einfach mal hingehen: Detlef Schweiger und einige andere Dresdner Künstler veranstalten ihr „laboratives Kontrastprogramm“ seit 2001 jedes Jahr „in der anziehenden morbiden Atmosphäre des unsanierten Festsaals im Barockpalais Großer Garten“. Wie sie es selbst weiter beschreiben, kann man auf ihrer website lesen. Ich will…

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Blödes Orchester: Das ganze Konzert in drei Minuten

Das „Blöde Orchester“ bzw. „stupid orchestra“ kann man momentan in den Technischen Sammlungen Dresden bewundern. Schön wäre, wenn die Technischen Sammlungen auch selbst etwas mehr darauf hin weisen würden, denn auf ihrer Internetseite findet man weder auf der Startseite noch über die Suchfunktion einen Hinweis. Erst wenn man sich beharrlich durchklickt, wird man fündig und erfährt so, zu welchen Uhrzeiten dieses Orchester aus rund 200 historischen Staubsaugern, Mixern, Waschmaschinen, Rasierapparaten, Fönen, Wäscheschleudern und anderen Haushaltsgeräten täglich mehrfach spielt. Das Konzert geht eine halbe Stunde. Der Konstrukteur des „Blöden Orchesters“ Michael Petermann entdeckte irgendwann, dass manche Haushaltsgeräte Töne erzeugen, die halbwegs auf der…

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Neues aus der Welt der Kunst

Bei meinem gestrigen Besuch lange nicht mehr angesehener Internetseiten gelangte ich auch wieder einmal in die Gefilde der bildenden Kunst. Wie ich mit fachmännischem Blick schnell erfasste, gibt es zwar bedeutende neue Werke, allerdings – und das finde ich schier unfassbar – berichtet niemand darüber. Im gesamten Internet (ich habe wirklich alle Seiten verglichen) findet sich keine einzige Erwähnung, dass Frau Erika Lust ihren Orosz-Zyklus weiter fortgesetzt hat: Die Einweihung der Brücke Beim Betrachten des Werkes stockt einem förmlich der Atem: Unsere Mächtigen dargestellt als Ratten! Oder sollten es Mäuse sein? Unsere Stadtoberen als weiße Mäuse? Doch dem gebildeten Kunstliebhaber…

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Abschließende Bemerkungen zu Lust und Orosz …

… und dann höre ich auf mit dieser albernen Provinzposse. Am Ende entsteht wirklich noch der Eindruck, mich würde das Ganze übermäßig beschäftigen. Oder dass ich unsere Oberbürgermeisterin verteidigen wolle. Das ist nicht so. Aber nun hatte ich einmal mit dem Thema angefangen … Damit es nun wirklich auch noch der letzte Dresdner wahrnimmt, stehen in der heutigen SZ zwei Artikel zu dem Thema. Und in dem Zusammenhang ist auch noch ein viertes, bislang unbekanntes Werk aus der Orosz-Serie aufgetaucht: Seltsamerweise sieht man es nicht auf Frau Lusts Internetseite. Obwohl dort seit heute Platz frei geworden ist. Denn an Stelle…

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Sensation: Erika Lust malt Dresdner Oberbürgermeisterin nicht nackt!

Habe ich es nicht vorausgesagt? In meinem Eintrag vom 5. November schrieb ich, rein marktwirtschaftlich gesehen, sei bei der Dresdner Malerin Erika Lust eine Orosz-Serie absehbar. Und als ich heute ihre Internetseite aufrief… klick! … das dritte Orosz-Bild ist fertig! Und die Sensation daran: Unsere OBin wurde diesmal mit Bekleidung dargestellt. Ich denke nicht, dass dies aus Angst vor juristischen Konsequenzen geschah. Eher vermute ich eine künstlerische Weiterentwicklung, denn Frau Lust malte bisher immer alle Leute nackt. Auf jeden Fall ist es wieder knallharte Satire, wie man es von Frau Lust gewohnt ist. So lehrt man die Mächtigen das Fürchten! Ich…

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Dresden von Skandal erschüttert!

Viele werden den zwar wieder gar nicht bemerkt haben, doch da es mir wichtig ist, dass gerade in unserer ach-so-schnelllebigen-Zeit wichtige Ereignisse nicht gleich wieder in Vergessenheit geraten, möchte ich dem Vorfall wenigstens einige Zeilen widmen. Passiert ist folgendes: Eine Dresdner Künstlerin malt seit Jahren gern historische Persönlichkeiten, und zwar nackt (bzw. „nacksch“, wie der Dresdner sagt). Ja, gut – warum auch nicht. So sehen Menschen nun einmal aus (obwohl ich bei Erika Lusts Version der Mona Lisa Zweifel anmelde). Jedenfalls war bei der Künstlerin anscheinend gerade die Aufarbeitung der Neuzeit angesagt und so entstanden zwei Bilder von unserer Oberbürgermeisterin Frau Orosz in…

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Kunst und Kultur

Ich wurde heute auf folgende hübsche Aktion aufmerksam gemacht, bei der eine Künstlergruppe Angelika Merkel bei Ebay versteigert hatte: „Zustand gebraucht, visionslos“. Das ist schon eine lustige Idee, obwohl es ja laut Ebay-Grundlagen gar nicht geht – aber egal. Deshalb hat die Künstlergruppe es auch bei Ebay auf den Philippinen gemacht, wo man die Regelungen betreffs Kanzlerinversteigerungen anscheinend etwas lockerer hält. Die Sache ist vorzeitig abgebrochen worden, wobei der Ausgang sehr interessant gewesen wäre. Auch, was das für alle Beteiligten für Konsequenzen gehabt hätte. Wie hoch waren eigentlich die Versandgebühren? Als Päckchen geht die Merkel doch sicher nicht mehr durch?…

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Kultur-Aspekte, Teil 2

Da ich im vorigen Teil kurz darauf kam: Manchmal bin ich schon etwas neidisch auf Künstler. Als solcher hat man immer die Möglichkeit, empfangene Gefälligkeiten mit kleinen eigenen Werken zu belohnen. Dass der Künstler kein Geld hat, wird schließlich als gegeben vorausgesetzt. Erst vor einigen Monaten hatte ich auf Arbeit wieder so ein Erlebnis. Ich weiß nicht mehr, womit ich dem Betreffenden genau weiterhalf – Geld wollte ich ja auch wirklich nicht haben – aber zum Schluss überreichte er mir einen Umschlag mit einem eigenen Werk. Als kleine Entschädigung. Man hat dann stets das Gefühl, jetzt ehrfurchtsvoll sagen zu müssen:…

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