Tag des offenen Denkmals

2013-09-08_artikelbildWo man sich heute unter diesem Motto in seiner persönlichen Umgebung etwas ansehen konnte, war auf dieser Karte zu sehen. Ich nutzte das für einen Besuch im Helfenberger Rittergut und im Renaissanceschloss Schönfeld. Das Rittergut in Helfenberg hatte ich zwar schon oft vom Park aus gesehen, aber darin war ich noch nie gewesen. Die komplette Anlage konnte man allerdings auch heute nicht besichtigen, denn im ehemaligen Herren- und Wirtschaftshaus sind inzwischen Wohnungen.

ehemaliger Grundriss der Anlage (Klick vergrößert):

Die zahlreichen Besucher konnten sich aber das Braumeisterhaus anschauen, was hier auf dem Plan als Teil der „Brauerei“ und der „Brauereiwohnung“ zu sehen ist. Je nach Internetquelle befinden sich die Gebäude des Gutshofes seit 2006 oder seit 2008 wieder in Privatbesitz. Jedenfalls wird nun auch das Braumeisterhaus allmählich wieder saniert. Ich habe ja immer großen Respekt vor Leuten, die sich die Sanierung so alter denkmalgeschützter Anlagen als Lebensaufgabe stellen. Für mich wäre das nichts, wenn ich an den damit verbundenen Zeitaufwand denke. Und da rede ich noch gar nicht vom Geld. Wir Besucher konnten heute sehen: So zwei, drei Handgriffe sind im Gebäudeinneren durchaus noch zu machen. Vielleicht auch vier …

Braumeisterhaus:

2013-09-08_helfenbg_hof2

Braumeisterhaus, Innenansicht oben:

Herrenhaus + Wirtschaftsgebäude, Blick von Hofseite:

Herrenhaus + Wirtschaftsgebäude, Blick von Parkseite:

Relief an Herrenhaus:

Angeblich gibt es laut einer Sage einen Geheimgang, der Schloss Helfenberg mit Schloss Schönfeld verbindet. Das ist gut für diesen Text, denn damit schaffe ich die Überleitung dorthin. Ich war bisher auch noch nie im Schloss Schönfeld, obwohl ich auch dort schon oft vorbei kam. Einen Grund für Besuche hätte es durchaus gegeben, denn dort werden seit einigen Jahren Zauberkunstveranstaltungen gegeben. Leider sind die immer sehr schnell ausverkauft. Ein anderer Grund für Besuche in dem Schloss könnte das seit einem Jahr für Trauungen verwendete Jagdzimmer sein, allerdings betrifft mich dieser Besuchsgrund freilich in keiner Weise. Wobei: Die Deckenzeichnung enthält auch die Darstellung von zwei Fröschen, und diese Tiere betreffen mich ja hobbymäßig. Eine schlüssige Erklärung für diese Abbildung gibt es noch nicht – ich denke, dass wahrscheinlich mal irgendwann ein Terrarianer im Schloss gewohnt hat.

Innen:

alte Schlossküche

 


Dem Tag des offenen Denkmals in Dresden haben sich auch „Blechblog“ und „Stefanolix gewidmet – dort geht es um den Leipziger Bahnhof und um aktuelle Ausgrabungen auf dem Dresdner Neumarkt.

2 Kommentare:

  1. Schöne Bilder und geschickt übergeleitet!
    Klingt so, dass hier die Sanierungen „ihren Gang“ gehen. Also keine Musterbeispiele für „unbequemes Erbe“ – oder? Das sollte doch das Motto sein?

  2. Ja, so in der Art war das Motto. Dass ich zwei Sachen besuchte, die da schlecht hineinpassen, war aber reiner Zufall – sie lagen halbwegs in der Nähe meines Wohnortes. Letztlich haben ohnehin nicht alle gestern zugänglichen Denkmale zu diesem Motto gepasst (doch dann hätte man einige Objekte auch gezielt geschlossen halten müssen, was aber ausgerechnet am „Tag des offenen Denkmals“ etwas unsinnig gewesen wäre). Allerdings kann eigentlich jedes Denkmal dieser Frage ausgesetzt werden: Ist es wert, erhalten zu werden? Die ursprünglichen Gründe, beispielsweise Schlösser zu erbauen, sind ja längst nicht mehr gegeben. Warum sollte man sie heute noch erhalten, wenn das doch nur Geld kostet und ihre Architektur einer modernen Nutzung als Wohn-, Verwaltungs- oder Geschäftsräume kaum entspricht? Es gibt ja so einige Schlössen, die für die Besitzer oder die Gemeinden ein echter Klotz am Bein sind: Sie kosten viel Geld und rentieren sich nicht. Aber man sagt sich auch fast überall unwillkürlich: Verfallen lassen kann man so etwas auch nicht.

    Und ob die Sanierung „ihren Gang geht“, weiß ich nicht. In beiden Objekten, vor allem in Helfenberg, ist schon noch viel zu tun.

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