Terrarien für Feuersalamander

Feuersalamander im Biotop

In den letzten Monaten kamen immer einmal wieder Besucher hierher über Suchbegriffe wie: Feuersalamander, Salamander, Haltung, Terrarium, Terrarien, Einrichtung. Leider blieb das für diese Besucher bisher ergebnislos. Das möchte ich hiermit ändern.

Vorbemerkung: Feuersalamander stehen wie alle anderen europäischen Amphibien und Reptilien unter Naturschutz und dürfen nur gehalten werden, wenn sie aus einer registrierten Nachzucht stammen.

Beckengröße

Wie naturgetreu muss eine Terrarieneinrichtung sein? In der Natur sitzen Feuersalamander tagsüber in ihren kleinen Verstecken, haben also nur wenig Platzbedarf. Nachts, in der Dämmerung oder nach Regen sind sie aber unterwegs und können dabei Aktionsradien von mehreren Metern haben. Ein so großes Terrarium zu bauen ist (von Freilandterrarien abgesehen) nicht möglich und glücklicherweise auch gar nicht nötig. Warum kriechen Salamander in der Natur umher? Sie können auf Futtersuche sein, männliche Tiere können nach Weibchen Ausschau halten, Weibchen können zum Laichgewässer unterwegs sein. Durch Fütterung, Vergesellschaftung und ein Wasserbecken nimmt man den Tieren all diese Wandergründe ab, weshalb auch realisierbare kleinere Beckengrößen verwendet werden können. Eine brauchbare Grundfläche für ein Feuersalamander-Becken ist 40×80 cm.  Darin kann man problemlos 4 erwachsene Tiere halten. Viel kleiner sollte das Terrarium nicht sein. Für Jungtiere sind allerdings kleinere Becken oder auch nur Plastik-Aufzuchtboxen zu empfehlen. Die Höhe des Beckens ist mit etwa 40 cm ausreichend.

Aufbau des Terrariums

Es ist sinnvoll, das Becken so zu bauen (oder auszuwählen), dass es über die Frontscheibe zu öffnen ist. Wenn mehrere Becken in Regalen übereinander aufgestellt werden sollen, ist das ohnehin die einzige brauchbare Lösung. Das seitliche Öffnen beunruhigt die Tiere auch weniger, als wenn jedes Mal oben etwas entfernt wird. Lüftungsöffnungen sollte man – anders als bei Reptilienbecken – nur an der Oberseite anbringen. Damit vermeidet man einen Luftzug durch das Becken, was einer zu schnellen Austrocknung vorbeugt. Zu große Lüftungsöffnungen auf der Oberseite führen allerdings ebenfalls zum Austrocknen, zu kleine können wiederum bei hohen Außentemperaturen eine zu hohe Feuchtigkeit erzeugen. In diesem Fall kann Schimmelbildung die Folge sein. Bei mir haben sich mit Gaze bespannte Öffnungen von 12 cm Kantenlänge (kurze Dreiecksseiten) bewährt, was aber bei anderen Umgebungen und anderen Aufstellorten möglicherweise anders umgesetzt werden muss. Ein mir bekannter Züchter verwendet 3-4 cm breite Gazestreifen über die gesamte Terrarienlänge hinweg.

Bild 17: eingeklebte Gaze

Aufstellung des Terrariums

Feuersalamander (und auch fast alle anderen Schwanzlurcharten) gehören nicht ins Wohnzimmer oder in sonstige beheizte Räume! Der kühlste Raum einer Wohnung ist der beste. Nach Möglichkeit sollte dieser auf der Nord- oder Westseite des Hauses sein. Direkte Sonneneinstrahlung ist ungünstig. Überlegenswert ist, solche Tiere gar nicht in Wohnungen, sondern im Keller zu halten. Wichtig für die Bewertung von Aufstellplätzen sind immer die höchsten auftretenden Sommertemperaturen. Wer keine halbwegs kühlen Temperaturen gewährleisten kann, sollte besser über die Haltung anderer Tiere nachdenken.

Beleuchtung und sonstige Technik

Eine Beleuchtung ist eigentlich nicht erforderlich, da Feuersalamander die helle Zeit des Tages normalerweise ohnehin in ihren dunklen Verstecken verbringen. Beleuchtung hat nur Sinn, wenn Pflanzen mit im Becken sind. Allerdings benötigen Salamander auch keine Pflanzen (Ausnahme bei Verwendung von Moospolstern als Bodengrund). In der Natur konnte ich bisher beobachten, dass Salamander pflanzenbewachsene Stellen eher meiden und dafür Stellen bevorzugen, von denen sie einen besseren Blick in die Umgebung haben.

Typischer Pflanzenwuchs in einem Biotop von Feuersalamandern

Salamander wird man allerdings nur selten in diesen bewachsenen Stellen finden

Beliebte Aufenthaltsorte im Biotop sind dagegen unbewachsene Stellen mit freier Sicht

Offensichtlich ist das für die Tiere günstig bei der Suche nach Futter und nach Weibchen. Wer doch Pflanzen einsetzen möchte, sollte bedenken, dass die Salamander gern im Bodengrund wühlen, was durch ein sich ausbreitendes Wurzelgeflecht irgendwann behindert wird. Wenn man die Pflanzen im Topf einsetzt, wird man die Salamander wahrscheinlich bald eingegraben in diesen Blumentöpfen wiederfinden.

Die Frage nach der Beleuchtung entsteht natürlich auch aus ästhetischen Gründen: Ein beleuchtetes Becken sieht einfach besser aus. Dagegen spricht allerdings, dass Salamander – wie bereits erwähnt – aus Temperaturgründen nicht in Wohnräume gehören, wo dekorative Dinge einen Sinn ergeben. Insofern sind ästhetische Überlegungen eher nebensächlich. Für eine Beleuchtung spricht allerdings, dass man damit Verschmutzungen oder Futterreste schneller erkennt und allgemein eine bessere Kontrolle über den Zustand der Tiere bekommt.

Falls beleuchtet werden soll, empfehlen sich Lichtquellen mit geringer Wärmeentwicklung. Üblicherweise wird man Leuchtstofflampen einsetzen. Speziallampen mit erhöhtem UV-Anteil sind hierbei unsinnig, da das UV-Licht durch das Glas der Deckscheibe ohnehin gleich wieder ausgefiltert werden würde. Ich verwende momentan eine schwache Beckenbeleuchtung mit LEDs. Diese beleuchtet nur einen Teil der Fläche, es bleiben also einige Bereiche des Terrariums dunkel. Das entspricht einigermaßen der Situation in einem Laubwald und sieht wesentlich besser aus als die vorher eingesetzte, alles komplett ausleuchtende Leuchtstofflampe. Da ich die Salamander nun auch öfter tagsüber sehe, scheint ihnen das offensichtlich entgegenzukommen.

Terrarium mit eingeschalteter Beleuchtung

Die Beleuchtungsdauer sollte nicht zu lange sein. Sollen mit dem Licht nur Moospolster am Leben gehalten werden, reichen bereits 4 Stunden täglich. Auf keinen Fall sollten die dämmerungsaktiven Salamander bis in die Abendstunden hinein beleuchtet werden!

Sonstige Technik ist in einem Salamanderbecken überflüssig. Eine Heizung verbietet sich grundsätzlich (wie auch bei fast allen anderen Schwanzlurchen). Fall ein größerer Wasserteil eingebaut wird, ist auch eine Pumpe überflüssig. Technik zur automatischen Besprühung oder Benebelung ist ebenfalls übertrieben – eine täglich eingesetzte Sprühflasche ist billiger und ermöglicht eine angepasste Dosierung.

Fazit: Salamander sind die idealen Tiere für Stromsparer!

Bodengrund

Salamander müssen die Möglichkeit erhalten, auch trockene Bereiche im Terrarium aufsuchen zu können. Falsch wäre ein durchgängig nasser Bodengrund. Als Bodensubstrat kommen verschiedene Dinge in Frage. Zunächst könnte (ungedüngte!) Erde verwendet werden. Da Feuersalamander aber gern graben, ist ein lockeres Substrat günstiger, weshalb man eher Laubwalderde verwenden sollte. Günstig ist auch die Verwendung von Lehm – in diesem können die Tiere zwar nicht graben, aber darin wird Feuchtigkeit gut gespeichert. Momentan verwende ich folgende zwei Varianten (auch für die Haltung von Molchen in der Landphase): Ein Bereich des Beckens ist mit Lehm ausgefüllt, wo sich auch das Wasserbecken befindet. In dem anderen Teil befindet sich Laubwalderde, Holzmulm oder ein Gemisch aus beiden Substraten. Noch einfacher ist es, die gesamte Beckenfläche mit Lehm zu bedecken und teilweise Moos (auch überlappend) darüber zu legen. Das hat den Vorteil, dass die Tiere nicht ständig Erdpartikel auf dem Körper kleben haben.

Rechts Lehm, links lockeres Substrat

Auf dem glattgedrückten Lehm kann man die Salamander gut füttern, da sich Futtertiere hier nicht so schnell verkriechen können. Das Bodensubstrat muss mäßig feucht sein. Sinnvoll ist, das Becken nur von einem Teil aus zu befeuchten. So ergeben sich unterschiedliche Feuchtigkeitsstufen und die Tiere können sich den Bereich heraussuchen, der ihnen am angenehmsten ist. Es ist dabei durchaus in Ordnung, wenn ein Abschnitt des Terrarienbodens fast schon richtig trocken ist. Es ist zu beobachten, dass die (bei mir deutlich feuchter gehaltene) moosfreie Lehmfläche um das Wasserbecken nachts gern aufgesucht wird.

Zum Abdecken des Bodens mit Moos eignen sich sehr gut Weißmoos-Polster, allerdings sollte man sich auch hier über Naturschutz-Aspekte informieren. Einerseits ist das Sammeln dieser Moospolster in Deutschland anscheinend verboten (?), andererseits wird es in der Floristik in großem Maß zu Dekorationszwecken eingesetzt. Da ich es selbst nicht einsetze, habe ich mich mit dem Thema nicht weiter befasst und kann die Bezugsmöglichkeiten hier nicht eindeutig erläutern – andererseits habe ich bereits Terrarien gesehen, die auf einer Schicht aus Lehm ausschließlich mit Polstern aus Weißmoos ausgelegt wurden. Die Lücken zwischen den Moospolstern ergeben für die Salamander ideale Höhlen.

Einrichtung

Grundsätzlich sollte man bedenken, dass sich kein Terrarientier für schön dekorierte Einrichtungen interessiert! Da die Tiere in unserem Terrarium mit gewissen Einschränkungen gegenüber dem Leben in der Natur auskommen müssen, sollten wir unsere Pfleglinge nicht noch durch unsinnige Dekorationsmittel behindern. Alle Einrichtungen sollten zunächst dem Tier einen Nutzen bieten und sich der Funktion unterordnen. In der Natur fühlen Feuersalamander sich gelegentlich durchaus schon einmal inmitten alter Keramikteile oder unter Dachpappe wohl (was nun wiederum nicht bedeuten soll, ein Terrarium damit auszulegen). Ein Terrarium sollte nicht mit zu vielen Gegenständen zugebaut werden, da die Tiere ansonsten keine Pfade zum Laufen mehr finden. Außerdem erhöht sich mit der Zahl der eingesetzten Gegenstände auch die Zahl der Stellen, in denen Futterreste, Exkremente o.ä. unbeachtet zu Fäulnis führen können. Ein komplett nachgebildeter Laubwald wird zwar schön aussehen, aber dem Tier kaum einen wirklichen Nutzen bringen. Durch den erhöhten Kontroll- und Pflegeaufwand solcher Terrarien wird man die Tiere möglicherweisen mehr stören, als wenn man sie in einem minimal* eingerichteten hygienischen Becken pflegt.

(* Beispiel: Der Bodengrund besteht ausschließlich aus einer dicken Schaumpolystyrolplatte, die die Fläche zu  etwa 80% bedeckt. Der frei bleibende Teil wird das Wasserbecken. Auf die Schaumstoffplatte kommen Rinde, Wurzeln und ggf. Moospolster. Das sieht zwar wenig dekorativ aus, den Tieren ist das aber egal und alles lässt sich leicht reinigen.)

Einrichtungsgegenstände für Terrarien von Feuersalamandern und anderen landlebenden Schwanzlurchen sind Wurzeln und Rindenstücke. Steine verwende ich nicht mehr, da diese immer die Gefahr bergen, beim Hochheben versehentlich auf ein Tier fallen zu können. Das kann zwar auch mit Rinden- oder Wurzelstücken geschehen, aber die Verletzungsgefahr für die Tiere ist durch das geringere Gewicht so deutlich geringer. Steine sind auch eine Gefahrenquelle für Beschädigungen an den Scheiben (z.B. bei Reinigungsarbeiten). Wenn Steine verwendet werden sollen, dann hätten auch nur flache einen Sinn, um mit ihnen Versteckplätze oder eine „Salamandertreppe“ zu gestalten. Große Steine verschwenden dagegen nur Volumen im Becken und erhöhen dessen Gewicht. Eine Salamandertreppe wurde oft in älteren Terraristikbüchern beschrieben:

Schema einer Salamandertreppe

Sie besteht aus mehreren übereinanderliegenden flachen Steinplatten (man kann auch Schieferplatten oder Tonscheiben einsetzen). Diese werden so übereinandergestapelt, dass die Salamander (oder Molche) sich zwischen ihnen verstecken können. Da die Feuchtigkeit von unten nach oben abnimmt, kann sich jedes Tier seine individuell angenehmste Feuchtigkeitsstufe suchen. Nach einigen Jahren damit verbundener Experimente bin ich aber davon abgekommen, da solche „Bastelarbeiten“ in Terrarien auch Nachteile haben. U.a. könnte es passieren, dass etwas in der Konstruktion verrutscht und der komplette Stapel die Tiere unter sich begräbt.

Einrichtung aus Rinden- und Wurzelstücken

Sollte das Terrarium eine Rückwand erhalten? Feuersalamander klettern in der Natur durchaus gern in geringe Höhen.

Kletternder Feuersalamander im Biotop

Ob man eine Rückwand einbaut, ist u.a. eine Geschmacksfrage. Letztlich geht durch eine modellierte Rückwand etwas Volumen verloren und die Möglichkeit der Komplett-Reinigung des Beckens wird verschlechtert. Als Alternative kann ich empfehlen, den Hintergrund des Beckens mit (kippsicher angelehnten) senkrechten Rindestücken zu versehen:

2013-10-16_nachtrag-terra-salam_rinde

Dadurch ergeben sich zusätzliche Versteckplätze, die normalerweise auch gern angenommen werden.

Pflanzen

Wie bereits im Abschnitt „Beleuchtung …“ beschrieben, benötigen Feuersalamander keine Pflanzen.

Wasser

Feuersalamander können durchaus komplett ohne Wasserbecken gehalten werden, solange die Feuchtigkeit im Becken ausreichend ist. Allerdings kann man bei einem vorhandenen Wasserbecken immer wieder beobachten, dass sich die Tiere gelegentlich gern darin aufhalten. Insofern scheint es besser zu sein, den Tieren ein solches mit anzubieten. Werden trächtige Weibchen* gehalten, dann ist ein Wasserbecken zwingend erforderlich. Der Wasserstand sollte etwas mehr als Körperhöhe haben. Da die Tiere gern im Wasser ihre Exkremente absetzen, sollte das Wasser entsprechend häufig gewechselt werden.

(*außer bei Unterarten, die landlebende Jungtiere gebären also „vollmolchgebärend“ sind. Hauptsächlich betrifft das Salamandra s. bernardezi, teilw. S. s. alfredschmidti und einzelne Populationen anderer Unterarten.)

Wasser wird selbstverständlich für die Larvenaufzucht benötigt. Dafür muss aber ein extra Becken verwendet werden, was komplett ohne jegliche Einrichtung auskommt. Bodengrund, Wasserpflanzen, Beleuchtung und Filter sind nicht erforderlich. Ein dunkler Aufstellort ist günstig. Ein eingeklemmtes Stück Schaumpolystyrol oder ein flacher Stein können später während der Metamorphose als Ausstiegshilfe dienen.

Larven in Aufzuchtbox

620 px

Salamander im Futterbehälter

 

15 Kommentare:

  1. MOIN moin,
    in meinem Kellerabgang, dort im Wasserabfluss sehe ich seit öfter Feuersalamanderund auch Kröten.
    Die Kröten bringe ich immer zu einer Wasserstelle, ca. 100m entfernt. Dort scheinen sie sich wohl zu fühlen.
    Bei den Salamandern bin ich nicht sicher, die Treppen kommen sie nicht hoch und in den Abfluss können auch alle „Mögliche“ Flüssigkeiten einlaufen.
    heute war ein richtig junger dort, einige sind 9 bis 11 cm gross, einer oder zwei sind fast 20 cm, die brauchen sehr bis sie durch das Abflussgitter kommen. Mische ich mich ein,oder kümmer ich mich nicht drumm?

  2. Naja, es wäre schon „nett“ gegenüber den Tieren, wenn Du sie wenigstens wieder hoch zum Eingang bringst. Wenn die Salamander aus ihrem Biotop bis zu Deinem Haus gekommen sind, werden sie dann auch wieder dorthin zurück finden. Aber damit sie nicht gleich wieder in den Keller wandern (für die Tiere wirkt das sicher wie eine Höhle, welche sie in der Natur gern besiedeln würden) kannst Du sie natürlich auch dahin zurück bringen. Irgendwo muss es bei Dir in der Nähe ein Waldgebiet mit einem kleinen Bach geben. Von dort kommen sie höchstwahrscheinlich.

  3. Hi, ich wohne im „Wald“ . Einen kleinen Bach gibt es, im Sommer aber recht wenig Wasser. Meinst Du ich sollte sie einfach in die Nähe des Baches bringen. Vor Menschen sind sie auf dem ersten Stück sicher, da es fast nicht erreichbar ist.
    Im Keller und dem Abfluss ist es bestimmt so wie eine Höhle, aber gerade heute hab ich meine Frau gerade noch abhalten können einen Eimer mit Putzwasser in einen oberen Abfluss zu giessen.
    Die Tiere sind toll, ich hab schon viele Fotos gemacht.
    Ist es sicher, dass sie sich im Wald, am Bach wohlfühlen?
    Ich würde dann alle die ich sehe dort hin bringen…..
    Ob sie daher kommen weiss ich nicht.

  4. Irgendwoher müssen sie ja gekommen sein und ich behaupte mal, dass sie sich dort bestimmt wohl fühlen. Ich habe hier auch gerade ein paar „Salami“-Fotos eingestellt (siehe heutiger Artikel)

  5. Hier ein interessanter Artikel zu den von Ihnen so geschätzten Feuersalamander.

  6. Ja, allerdings ist die dort vertretene These, im Kottenforst bei Bonn hätten sich zwei Populationen gebildet, von denen die eine ausschließlich in Tümpeln, die andere in Bächen laicht, sehr umstritten: Wie will Herr Steinfartz denn nachweisen, dass sich ein Weibchen, welches in einem Tümpel laicht, sich auch wirklich mit einem Männchen gepaart hat, welches ebenfalls als Tümpel-geborene Larve sein Leben begann? Aus Praxis-Beobachtungen ist es auch absolut unglaubwürdig, dass ein paarungsinteressiertes Tümpel-Männchen ein Bach-Weibchen unbehelligt ziehen lässt, denn eigentlich stürzen sich solche Männchen auf alle anderen Salamander, die ins Blickfeld geraten. Deshalb findet man in der Natur eher einmal zwei Männchen, die sich gegenseitig für Weibchen halten (schon 2x selbst gesehen) als ein „richtiges“ Paar (noch nie draußen gesehen). Wenn Männchen noch nicht einmal das erkennen, dann sollen sie Tümpel- und Bachweibchen auseinanderhalten können?

    Eine gute Gelegenheit, das mal im DGHT-Forum zur Diskussion zu stellen.

  7. ich habe seit zwei Tagen junge Feuersalamander, weis aber nicht genau, mit was man sie füttert. bisher habe ich es mit Bachflohkrebsen probiert, die sie gut annehmen, ich will ihnen aber abwechslungsreiche Nahrng bieten. die Mutter wurde überfahren und ich konnte die Kleinen nicht einfach am Betonboden liegen, also habe ich sie mitgenommen. zurzeit sind es sieben Stück. in ener Plastikbox mit den Maßen 30×25 habe ich schotter und einige Wasseralgen eingelegt, um ihnen eine Versteckmöglichkeit zu bieten, da ich sie im Frühjahr in die Natur entlassen möchte. ich weis aber nicht, mit welchem Futter ich sie durch den Winter bringen soll. in unserem Bach kann ich sie nicht aussetzen, denn wir haben Fischreier und ziemlich viele Bachforellen. was währe denn das Beste für die Kleinen?

  8. Kleine Regenwürmer oder aus der Zoohandlung lebendes Fischfutter: Wasserflöhe, Mückenlarven, Tubifex (kein Trockenfutter!). Allerdings kannst Du die Larven durchaus aussetzen. Anwesende Forellen sind zwar tatsächlich schlecht für Salamanderlarven, aber wenn dort erwachsene Salamander existieren, dann müssen sie ja immer auch überlebende Nachkommen gehabt haben. Z.B. überleben in versteckreichen (z.B. mit vielen Steinen versehenen) Bächen durchaus auch (einige) Salamanderlarven bei Forellenbesatz. Gibt es an diesem Bach vielleicht auch kleinere Seitenbäche, die zu klein für die Forellen sind? Die wären der perfekte Platz. Reiher würde ich als Fressfeind für die kleinen Salamanderlarven weniger in Betracht ziehen.

    Für die Aufzucht zu Hause spricht allerdings, dass es bald Winter wird, denn eigentlich sind die meisten Larven längst an Land. Es ist schon untypisch, dass ein Weibchen jetzt noch trächtig war. Ich habe an bestimmten Bachstellen aber auch schon Larven im Winter gefunden. Bei fließenden Bächen kann das Wasser – da es aus der Quelle immer nachfließt – nie komplett vereisen, so dass Wasserlebewesen auch den Winter darin überleben können. Aber die von mir im Winter gefundenen Larven waren dann immer nur an Stellen, die direkt an der Quelle lagen. Es kann also sein, dass Du versehentlich eine für die Überwinterung ungünstige Bachstelle erwischst. Ein Quellbereich eines Seitenbachs wäre meiner Meinung nach optimal.

  9. der Bach hat leider keine Seitenarme und ist an einigen Stellen aufgestaut. da er direkt durch die Otrschaft fließt, gibt es hier auch keine Salamander, der nächste Wald ist ein Mischwald und etwa einen kilometer entvernt. dort wird eifrig forstarbeit betrieben, wehalb ich sie nicht unbedingt dort aussetzen möchte, zumal es kein Gewässer in ihm gibt. ich danke für die Infos über das Futter, aber mir sind einige Fragen eingefallen:
    muss man eigentlich diese Tiere bei der Gemeinde melden?
    wann kann man sie im Frühjahr aussetzen?
    schaden Forstarbeiten den Tieren, wen sie überwintern?
    welcher Wald ist am geeignetsten? feucht oder trocken?

  10. Irgendwo muss doch der überfahrene Salamander her gekommen sein? Wenn seine Herkunft unklar ist und dort bisher nie Feuersalamander zu sehen waren, würde ich mich an Deiner Stelle mal bei dem zuständigen Umweltamt melden. Die sind an solchen Fundinformationen sicher interessiert und können bestimmt auch einen Tipp geben, was mit den Jungen am sinnvollsten zu tun ist. Irgendwo müssen die ja später einmal ausgesetzt werden. Ich weiß ja nicht, welche Naturschutzverbände bei Dir vor Ort existieren, teilweise kann man sich auch bei einem solchen informieren, z.B. der NABU. Ein sinnvoller Anlaufpunkt wäre auch die nächste Adresse der DGHT – dort findet man am ehesten Fachleute, die sich speziell mit dem Vorkommen von Amphibien auskennen.

  11. danke für die info. leider gibt yes keine naturschuzverbände im umkreis von 60 kilometern und die, die es gibt sind mor nicht seriös. ich wollte bereits einen zoo kontaktieren, mache mir jedoch um das wohl der tiere sorgen, da sie ja in die natur gehören. aber ich versuhs mal bei der NAPU.

  12. Guten Tag, vor einigen Monaten habe ich mich wegen der Salamander gemeldet. sie haben alle überlebt und einer ist mittlerweile ohne Kiemen aus dem Wasser gestiegen. ich habe ihn in eine separate Box gesetzt, in der er sich unter Moos und Holzrinde verstecken kann. da er sich jedoch meistens außerhalb des Wassers aufhält, nimmt er die Mückenlarven nicht mehr so gut an. ich wollte deshalb wissen, welche kleinen Tiere ich ihm geben kann. bei seiner Größe von ca. vier Zentimeter kann ich mir Heimchen nicht vorstellen, ich möchte ihm aber auch keine zu kleine Nahrung geben, die er vielleicht übersieht. ich bitte um baldige Antwort, danke.

  13. Nach der Metamorphose fressen Salamander keine Mückenlarven mehr. Die brauchen jetzt landlebende Kleintiere, z.B. kleine Regenwürmer, kleine Nacktschnecken, junge Tausendfüßler, junge Grillen usw. Wenn man gar nichts hat, kann man sich auch mit sehr dünnen Streifen Fleisch (z.B. Geflügel, ungewürzt!) behelfen. Das schneidet man 1-2mm dick, ca 1cm lang und bewegt es mit der Pinzette vorsichtig vor dem Salamander, damit ihm suggeriert wird, hier sei ein lebendiges Futtertier.

    Hast Du Dich inzwischen mal beim nächsten Umweltamt erkundigt, wo das überfahrene Muttertier herstammen könnte? Du kannst Dich hier im Forum der DGHT informieren. Das sind zwar die Stellen, wo man eigene Tiere anmelden kann, allerdings betrifft das nur die aus legaler Herkunft, also nicht die von Dir gehaltenen Jungtiere. Vielleicht kann ich Dir ja bei der Recherche nach Ansprechpartnern helfen – wo wohnst Du denn? (Du kannst mir auch eine Mail schreiben – siehe Impressum).

  14. danke für die Tipps, ich habe mich bei der Gemeinde informiert und die haben gesagt, dass es keinerlei Umweltämter gibt und dass ich mene Salamander besser verschweigen sollte, denn man dürfte sie nich einmal anmelden, so die Worte des Bürgermeisters…
    ich habe es auch schon mit den Reenwürmern versucht, die sie wunderbar annehmen. wor dem Geflügelfleisch laufen sie immer weg, anscheinend ist es etwas zu groß. trotzdem danke.
    Das Muttertier könnte aus dem Wald stammen, der bei uns in der Nähe ist, aber dort giebt es mehr tote Salamander als ich lebende gesehen habe, weil die Autos und Traktoren einfach drüberfahren. deshalb werde ich sie wohl in einem wilden Wald aussetzen.

  15. Hallo Viktoria, allmählich nehme ich Dir Deine Geschichte nicht mehr ab. Selbstverständlich gibt es in Deutschland Umweltämter, die flächendeckend immer irgendwo zuständig sind. Es gibt auch in vielen Gegenden feldherpetologische Arbeitsgruppen, die Tiervorkommen erfassen. Die bestehen meist nur aus Leuten, die das rein hobbymäßig betreiben, aber die kennen sich immerhin aus. Wo wohnst Du denn? Ich habe Dir ja angeboten, Dir bei der Suche zu helfen.

    Wenn Dein Bürgermeister Dir ausredet, deine Salamander anzumelden, verhält er sich zwar nicht ganz korrekt, aber außerdem kannst Du Die auch nirgends anmelden. Denn Du hast ja keinen Herkunftsnachweis. Mir klingt das mehr danach, dass man bei Dir in der Gemeinde Ärger mit Naturschützern vermeiden will, wenn man Dir ein weiteres Engagement ausredet. Denn wenn Du selbst schreibst, dass dort in einem Wald immer mal wieder überfahrene Salamander zu finden sind, wäre hier ja wirklich Handlungsbedarf. Du hilfst dem Salamandervorkommen überhaupt nicht, wenn Du das machst, was man Dir geraten hat.

    Die Jungtiere irgendwo anders auszusetzen, ist falsch! Wenn es dort keine anderen Salamander gibt, können die sich dort nicht mit vermehren und bringen so keinen positiven Effekt für den Erhalt ihrer Ursprungspopulation. Wenn es andererseits in dem von Dir erwähnten Wald immer wieder einmal überfahrene Tiere gibt, dann heißt das: Dort leben viele. Ich habe z.B. letzten Sommer bei einer Wanderung in den Alpen auf einem Wegabschnitt 6 überfahrene Alpensalamander gesehen. Das bedeutet, dass dort viele leben. Natürlich habe ich aber keinen einzigen lebenden gesehen, weil ich einfach zur falschen Tageszeit (und beim falschen Wetter) dort war. In der Gegend, in der ich wohne, werden leider auch immer welche überfahren, aber die meisten sitzen lebendig im Gelände nebenan. Ich kann hier auch nicht einfach die Salamander wegsammeln und woanders hin bringen. Das ist der falsche Ansatz. Wenn Du bei Dir noch nie einen lebenden gesehen hast, dann warst Du wohl ebenfalls immer zur falschen Zeit dort. In den Wald geht man ja meist bei Sonnenschein und wenn es trocken ist. Dann sitzen die Tiere aber logischerweise in ihren Verstecken. Geh mal im Frühjahr, je nach Temperaturentwicklung so ab Ende März, April früh gegen 6 Uhr oder Abends nach der Dämmerung oder am Tag, wenn es gerade ordentlich geregnet hat zur Suche. Dann wirst Du sehen, dass dort viele leben. Irgendwo muss es auch ein Laichgewässer geben, einen Bach oder kleine Tümpel. Dort bringst Du bitte ab März/April die Kleinen hin, da gehören sie hin.

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