Regionalgeld – nein danke!

Da ich kürzlich auf das Thema „Regionalgeld“ stieß, möchte ich doch noch einmal ausführlicher darauf eingehen, denn die Angelegenheit beschäftigte mich mehr als ursprünglich erwartet. Wenn man in Dresden und Umgebung eines Tages tatsächlich die nur regional gültige Währung „Elbtaler“ (1) einführen würde – warum dann ohne mich? Denn ich erkläre hiermit schon ausdrücklich: An solchem Unsinn würde ich mich nicht beteiligen.

Regionalwährungen (RW) sind, wie der Name bereits sagt, nur in bestimmten Regionen gültig. Das gibt es in Deutschland bereits. Am bekanntesten ist der „Chiemgauer“ (2) aus dem Landkreis Rosenheim, den es seit 2003 gibt. Die Idee an solchen Währungen ist einerseits, durch ihre regionale Bindung die örtliche Wirtschaft zu stärken. Diese Gelder sollen somit auch den internationalen Spekulationen entzogen werden. Weiterhin sind diese Währungen typischerweise auch so konzipiert, dass man einen Nachteil erhält, wenn man sie nicht ausgibt, denn nach jedem Quartal ist ein Wertverlust von z.B. 2% vereinbart, den man dann wieder ausgleichen muss. Also wird jeder Geldbesitzer bestrebt sein, das Geld bald wieder auszugeben, was der Wirtschaft zugutekommt.

Klingt doch gut! Warum würde ich etwas so positives nicht unterstützen? Im österreichischen Wörgl hat ein solches Währungsmodell schon einmal geholfen und der Chiemgauer beweist, dass die Sache auch heute erfolgreich funktioniert!

Die Arbeitswertscheine aus Wörgl (3) sind auf die heutige Situation nicht übertragbar. Sie waren 1932 hilfreich, als das gültige Finanzsystem durch die Weltwirtschaftskrise quasi unbrauchbar geworden war. Auch wenn wir heute wieder von einer Krise sprechen, kann man schon davon ausgehen, dass der Euro durchaus noch funktioniert. Und der Chiemgauer beweist bei genauerer Betrachtung leider nur, dass es sich hierbei um die Ausnutzung einiger weltfremder Öko- (oder Sozial-) Romantiker handelt, an denen man offensichtlich gut verdienen kann.

Der Chiemgauer wurde 2003 im Rahmen eines Schülerprojektes von dem Waldorf-Pädagogen Christian Gelleri entworfen. Um das Projekt zu starten, tauschten Eltern der Schüler monatlich 200 Euro in Chiemgauer. Wenn Eltern wegen eines Schülerprojektes zusätzlich zu ihren üblichen Ausgaben mal locker 200 Euro spenden können, klingt das nicht gerade nach Armut. Und genau darauf läuft alles hinaus: Man muss es sich leisten können, dieses Regionalgeld. Ein „Chiemgauer“ hat ein Vierteljahr Gültigkeit und muss nach Ablauf dieser Frist mit einer Wertmarke für weitere drei Monate verlängert werden – für zwei Prozent seines Wertes. „Mit der Aufladegebühr, der Rücktauschabgabe und den Inflationskosten zahlen die Nutzer auf jeden Chiemgauer 15 Prozent drauf – risikolose Bruttoeinkünfte für Gelleris Vereinsbank. (…) Gelleri hat seinen Beruf als Lehrer aufgegeben. Er kümmert sich hauptamtlich um die Verbreitung des Geldes. Die Chiemgauer-Gebühren fließen so zuverlässig, dass er als hauptamtlicher Kassenwart fungiert. Teile dieses Geldes legt Gelleri – nicht ganz im Sinne der Erfindung – bei einer Bank auf ein Tagesgeldkonto..“. (4)

Aber nicht nur Gelleri verdient daran. Man kann den Chiemgauer normal gegen Euro erwerben. Man kann ihn auch gegen Euro zurück tauschen. Wofür die örtlichen Banken allerdings 5% kassieren. Es kostet also ein wenig mehr, als der Euro, aber ansonsten lässt sich nicht sagen, dass Regionalgeld Schaden anrichtet. Reiche Leute geben ihr Geld anderen. Ohne dass dafür der Regenwald abgeholzt wird oder andere schädliche Dinge geschehen. Was will man mehr?

Der grundsätzliche Fehler bei deutschen Regionalgeld-Formen ist folgender: Die Idee richtet sich genau an die falschen Leute. Denn mitmachen würden nur diejenigen, die ohnehin schon bereit sind, Produkte und Leistungen aus der Region zu bevorzugen. Und dafür sogar gewisse Nachteile in Kauf zu nehmen. Alle anderen Menschen werden sich auch am Regionalgeld nicht beteiligen. Den Idealisten entstehen aber nun sogar noch weitere Nachteile:

  • Die meisten Zahlungen werden heute elektronisch durchgeführt. Initiatoren von RW betonen zwar, dass dies prinzipiell auch damit ginge, allerdings ist das in der Praxis nicht der Fall. Man muss also als RW-Benutzer wieder viel mehr mit Papiergeld umgehen
  • Was passiert eigentlich, wenn das Quartal fast um ist und der nächste Werteverfall ansteht? Wenn man am Tag vorher noch RW erhält – wo will man die so schnell noch ausgeben? Der letze Empfänger wäre also immer der Pechvogel.
  • Dadurch, dass man zwei Währungen hat (bei denen man bei einer die Verlängerungen nie vergessen darf) wird alles komplizierter. Geld wurde aber genau dafür erfunden, Dinge zu vereinfachen.
  • Wer dagegen ausschließlich beim Euro bleibt, wird an keiner Stelle Probleme bekommen.
  • Man wird unflexibler, denn man muss bereits beim Geldabheben oder beim Gelderwerb überlegen: Wie viel werde ich diesen Monat in Regionalgeld benötigen und wie viel in Euro? So etwas kann sich nur jemand leisten, der im Bedarfsfall über einen Puffer verfügt, der also vermögend ist.
  • Insofern steckt auch eine gewisse Überheblichkeit gegenüber armen Menschen hinter dieser Idee. Denn diese könnten sich den Luxus nicht leisten, sich in einer Währung auszahlen zu lassen, mit der man im falschen Laden nichts bezahlen kann. Mit der man beispielsweise die nächsten Sonderangebote beim Discounter nicht kaufen könnte und bei der man nach drei Monaten sogar noch einen Wertverlust akzeptieren müsste. Da Chiemgau nicht in der ärmsten Region Deutschlands liegt, ist diese Problematik den Beteiligten möglicherweise noch nicht aufgefallen…
  • Es könnte aber auch den reichen Idealisten zum Nachteil geraten: Ohne RW kaufte man bisher einfach so nach Möglichkeit regionale Produkte. Sobald man aber in dem entsprechenden Verein Mitglied ist (RW setzt eine Vereinsmitgliedschaft voraus), wird man kontrollierbar. Es könnte also passieren, dass andere Vereinsmitglieder es übel nehmen, wenn man sich eines Tages nicht mehr beteiligt oder es sich einfach nur nicht mehr leisten kann. Das könnte im ungünstigsten Fall zu sektenartigen Abhängigkeiten führen.

Doch auch die Idee, regionale Wirtschaft so fördern zu wollen, scheitert:

  • Wenn die RW Erfolg hätte, würden die großen Ketten (ALDI, Media-Markt, Fielmann usw.) das Geld auch annehmen. Deren Fachleute würden sich mit Sicherheit Konzepte ausdenken, wie man das Regionalgeld am kostengünstigsten in Euro zurück tauscht. Kleine Händler hätten dann das alte Problem bei doppelter Buchführung und würden als erste wieder aus der RW aussteigen.
  • Firmen, Händler usw. hätten nicht nur den Nachteil der doppelten Buchführung: Angenommen, ein Bäcker akzeptiert RW. Sein japanisches Auto geht kaputt (bei deutschen Automarken wäre es genauso). Für diese Reparatur braucht er eine umtauschbare Währung, denn spätestens Toyota im fernen Japan wird sich nicht mit der RW abspeisen lassen. Der Bäcker würde also mit seiner RW das Auto nicht reparieren lassen können. Er könnte auch nie (außerhalb des RW-Raumes) in Urlaub fahren. Er hätte also zwar über die Monate fleißig Brötchen gebacken und normal wie jeder andere Bäcker gearbeitet, aber er hätte in den beschriebenen Fällen nichts davon. Es sei denn, er tauscht die RW mit 5% Verlust um. Sein Konkurrent, der nur Euro kassiert, könnte sich dagegen all das problemlos leisten. Insofern wäre unser Bäcker zwar ein großer Idealist, hätte aber deutliche Einschränkungen. Menschen, die in der Wirtschaft tätig sind, neigen aber verständlicherweise eher zu realistischen Herangehensweisen. Oder sind bald pleite.

Aber in Chiemgau gibt es doch nachweisliche wirtschaftliche Erfolge? Stimmt: In einer Käserei sind zwei neue Arbeitsstellen entstanden. Ansonsten kaufen die Konsumenten wohl einfach nur weiterhin die gleichen Produkte, die sie auch mit Euro bei denselben Händlern kaufen würden. Auf der Chiemgauer-website (2) kann man sehen, wo man überall mit dem Chiemgauer bezahlen kann: Ich hatte schon den Begriff „Öko-Romantiker“ verwendet, und bei der angebotenen Übersicht stellt sich auch schnell heraus, dass er gerechtfertigt zu sein scheint. Preiswerte Waren des täglichen Bedarfs findet man sicher nicht in der „Münchener Lachschule“ oder im Yoga-Kurs. Bei Büroartikel-Händlern und Apotheken drängt sich übrigens die Frage auf, woher diese eigentlich ihre Produkte beziehen, ohne dafür mit Euro zu bezahlen? Es wird in Chiemgau sicher weder eine Firma für Büromaterial noch eine für Medizin geben (wenn man einmal vom Kräuterweiblein und dem Gänsefeder-Lieferanten absieht). Wirklich komplett funktionieren könnte eine RW nur, wenn sich geschlossene Wirtschaftskreisläufe ergäben, in denen jede Nische besetzt sein müsste: Der Bäcker braucht Mehlzulieferer, die RW akzeptieren, diese benötigen Getreideproduzenten, diese wiederum Diesellieferanten, Traktor-Werkstätten, und diese wiederum … Das kann unmöglich lückenlos funktionieren. Außerdem müssten jeweils mehrere Anbieter vorhanden sein, um Konkurrenz zu gewährleisten, damit nicht alles zu teuer wird. Alle beteiligten Leute könnten ihren Kindern nie einen PC kaufen, da spätestens Intel & AMD wieder Euro haben möchten. Alles extern Produzierte kostet sie 5% mehr. Eine solche RW ist also weniger wert, als die reguläre Staatswährung, was die Herausgeber natürlich nicht so sehen. Der Chiemgauer wird auf einem Farblaserdrucker vom Verein selbst gedruckt.  Fälschungen beim „Chiemgauer“ wurden bislang nicht bekannt. (5) Dieses dem Euro angeblich gleichwertige Geld scheint also – trotz einfacher Kopierbarkeit – für Kriminelle seltsamerweise nicht sehr interessant zu sein. Das sollte zu denken geben.

Noch zwei Gründe, warum RW die regionale Wirtschaft nicht schützen können:

  • Abgesehen davon, dass in heutigen deutschen Regionen längst nicht mehr alle benötigten Produkte selbst hergestellt werden (gibt es eine in Deutschland produzierende T-Shirt-Firma?), ist selbst bei verbliebenen anscheinend regional hergestellten Produkten zu fragen:
  1. Finden alle Produktionsschritte hier statt? Sind möglicherweise Zwischenlager und Zulieferer außerhalb der Region vorhanden?
  2. Könnte eine real existierende Firma wirklich mit nur lokal gültigem Geld arbeiten? Sobald die Firma Geschäftsbeziehungen zu Partnern außerhalb der Region hat (und das dürfte bei den meisten der Fall sein), funktioniert das nicht.
  • Einen wirklichen Schutz vor internationalen Märkten und Spekulanten könnte es nur bei einer vollständigen Abkopplung vom Euro geben. Doch das ist verboten: „…. bei der Deutschen Bundesbank sieht man das Treiben der diversen Regionalwährungen gelassen, zumindest solange aus dem Trend noch keine Massenbewegung von makroökonomischer Bedeutung geworden ist. »Nur bei einer sehr stark zunehmenden Verbreitung solcher Währungen könnte es zu einer Störung der Notenbankpolitik kommen, da eine von der Notenbank nicht autorisierte Geldschöpfung stattfindet«, sagt Gerhard Rösl von der volkswirtschaftlichen Abteilung der Bundesbank. Schließlich müsse die Notenbank direkt oder indirekt die Kontrolle über die gesamte Geldschöpfung in ihrem Währungsraum besitzen, um Preisstabilität garantieren zu können. »Konsequenterweise verbietet Paragraf 35 des Gesetzes über die Deutsche Bundesbank deshalb die Ausgabe von ›Nebengeld‹, wenn dieses geeignet ist, im Zahlungsverkehr das gesetzliche Zahlungsmittel zu verdrängen«, sagt Rösl.“ (6)

Die Initiatoren von RW betonen deshalb auch ausdrücklich, dass ihre Währungen nur parallel zum Euro Verwendung finden sollen. Und insofern lässt sich kurz und knapp sagen, was davon zu halten ist: Es ist ein schönes Hobby für einige oberflächliche Idealisten, welches ansonsten niemandem schadet. Und was (außer örtlichen Banken und dem Vereinsleiter) auch niemandem nutzt.

Quellen:

(1) Elbtaler

(2) Chiemgauer, Währung

(3) Arbeitswertschein Wörgl

(4) SPIEGEL: Bunte Blüten

(5) RP Online: Lokale Währungen gegen örtliche Wirtschaftsflaute

(6) ZEIT online: Das Geld der Anti-Globalisierer

Schwundgeld – ökonomischer Unsinn?

Nachträglich noch gefunden:  „Der Regio: Geldprobleme ?“ – eine sehr ausführliche Kritik zu falschen ökonomischen Hintergründen dieses Ansatzes und einer Untersuchung, wo das von den RW-Initiativen eingenommene Euro-Geld eigentlich verbleibt. Leider verfällt der Autor stellenweise in einen leicht zynischen Ton. Auch die gefundene Verbindung zu „braunen Kreisen“ finde ich etwas an den Haaren herbeigezogen.

14 Kommentare:

  1. Wettervorhersage

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich bin beim Blättern im Net durch Zufall darauf gestoßen.
    99% aller Beiträge zu
    Regionalgeld sind apologetisch. Es ist ein Konzept grün-alternativer Besserverdiener und
    realitätsfremder linker Sektierer. Und es ist
    ein 100% neoliberal-
    kompatibles Projekt.

    Hinzu kommen Probleme
    mit regionalem Neo-
    Nationalismus, Träumerei
    von Autarkie und Protekti-
    onismus, Monopolbildung,
    skurriler Mittelalter-
    Schwärmerei. Yuppies und
    Waldorfschüler, die sich
    im realen Kapitalismus
    kuschelig einrichten wollen.

    Man sollte diesem Phänomen tatsächlich mehr Beachtung schenken. Regionalgeld
    als Notgeld in schwierigen Zeiten wie 1923 oder in
    Argentinien 2002 ff. ist
    etwas anderes als dieses
    deutsche Regio-Konzept.

    Ich vermute mal, daß das
    Thema gerade in Deutsch-
    land mit viel ideologischem Brimborium
    vorgetragen wird.

    Beste Grüße aus Kiel

    Auch hier beginnt es zu
    spuken

  2. Hallo Frank,

    ich beschäftige mich zur Zeit intensiv mit dem Thema Regional- und Komplementärwährungen. Du magst vielleicht recht haben, dass Regionalwährung nie die aktuelle Währung ersetzen können. Wie du aber am Ende deines Berichtes selbst schreibst, wollen Sie das ja auch gar nicht! Eine Regionalwährung ist eine komplementäre Währung, die lediglich neben den akutellen Währung regionale Kreisläufe erhalten soll. Daher sind auch die meisten genannten Beispiele hinfällig, denn es wird nicht möglich sein, einen reinen Regionalen Kreislauf nur mit einer Regionalwährung aufzubauen. Aber das ist ja auch nicht das Ziel. Was mich eigentlich zu einem Kommentar veranlasst hat, ist deine schlechte Rechereche und die falsche Wiedergabe von Fakten!

    „Wenn Eltern wegen eines Schülerprojektes zusätzlich zu ihren üblichen Ausgaben mal locker 200 Euro spenden können“ – Sie spenden keine 200 Euro, sondern tauschen diese in Chiemgauer und kaufen dafür Waren bei teilnehmenden Unternehmen!

    „Wofür die örtlichen Banken allerdings 5% kassieren“ – Die Bank kassieren gar kein Geld, der Rücktausch findet bei Ausgabestellen (die keine Banken sind) statt und von den 5% gehen 3% an soziale Projekte und 2% als Kostendeckung an den Chiemgauer eV. Dementsprechend ist auch die Aussage mit den 15% falsch, was aber auch schon in deiner Quelle falsch dargestellt wurde!(und nicht das einzige ist was falsch ist in diesem Bericht des Spiegel!!)

    „denn spätestens Toyota im fernen Japan wird sich nicht mit der RW abspeisen lassen“ – das mag sein, aber dein Vergleich mit Japan ist daher interessant, dass dieses Land die Experten in Sachen Komplementärwährungen sind, bereits 2003 gab es über 600 Modelle, vielleicht hätte man sich bei Toyota daher doch auf eine Zahlung mit Regionalwährung eingelassen, aber das ist eher unwahrscheinlich…

    „Man wird unflexibler, denn man muss bereits beim Geldabheben oder beim Gelderwerb überlegen: Wie viel werde ich diesen Monat in Regionalgeld benötigen und wie viel in Euro? “ – Seit Mitte 2006 gibt es die Möglichkeit mit der Regiocard bargeldlos Chiemgauer Umsätze zu tätigen. Dabei benötigt die Kunde lediglich ein normales Girokonto. Somit hat er nicht mehr das Problem zwei Währungen in Portemonaie zu haben und auch die „Angst“ vor dem Schwund ist hinfällig.

    Wie gesagt, ich will nicht alles schlecht reden in deinem Bericht, dennoch hätte ich eine etwas bessere Recherche für sinnvoll empfunden.

    Beste Grüße
    Sebastian

  3. Ich fange mal hinten an:

    „Seit Mitte 2006 gibt es die Möglichkeit mit der Regiocard bargeldlos Chiemgauer Umsätze zu tätigen.“

    Darauf, dass das schon vorhanden ist, habe ich beim Schreiben nirgends einen Hinweis gefunden, auch nicht auf der Internetseite des Chiemgauer e. V. Ich las damals nur, man könne so etwas prinzipiell tun. Aber Danke für Deinen Hinweis – es ist tatsächlich so. Momentan kann man auf der Startseite lesen: „Seit neuestem ist auch Edeka Dörffner (…) beim bargeldlosen Chiemgauer dabei.“ Das enthält aber auch gleich wieder zwei Kritik-Punkte:
    1. Ist es anscheinend immer eine Erfolgsmeldung, wenn sich ein weiterer Händler auch daran beteiligt – offensichtlich machen es also nicht alle. Scheint wohl mit Aufwand verbunden zu sein?
    2. Edeka macht mit. Das ist nun nicht gerade der typische kleine lokale Produzent oder Händler, sondern Teil einer großen Kette. Bestätigt also die Vermutung, dass die großen Ketten sich einfach daran beteiligen werden, wenn ausreichend Geld daran einzunehmen ist, wodurch der vermeintliche Schutz regionaler Händler und Produzenten durch Regiogeld wieder aufgehoben wird.

    Jetzt wieder chronologisch: „(…) dass Regionalwährung nie die aktuelle Währung ersetzen können. Wie du aber am Ende deines Berichtes selbst schreibst, wollen Sie das ja auch gar nicht!“

    Regiogeld wird aber durchaus gern als Alternative zu normalem Geld dargestellt und als Rettung vor bestimmten Finanz-Problemen. Ganz grundsätzlich betrachtet: Was ist eine Alternative wert, wenn sie das, wozu sie alternativ ist, gar nicht ersetzen will?

    „Eine Regionalwährung ist eine komplementäre Währung, die lediglich neben den akutellen Währung regionale Kreisläufe erhalten soll.“

    Regionale Kreisläufe sind heute grundsätzlich gar nicht mehr möglich, wenn man sich konkrete Abläufe betrachtet.

    „(Die Eltern) spenden keine 200 Euro, sondern tauschen diese in Chiemgauer und kaufen dafür Waren bei teilnehmenden Unternehmen!“

    Die Eltern stellten aber zum Start des Projektes (und nur darum ging es) 200€ bereit. Natürlich kauften sie dafür später Waren und Dienstleistungen, aber sie mussten zuerst – zusätzlich zu ihren monatlichen Ausgaben – 200€ übrig haben. Das muss man erst einmal haben. Wenn ich mir vorstelle, dass an der Schule meines Sohnes jemand ein Schulprojekt (und mehr war es zu Beginn nicht) durchführen wollte, wofür wir Eltern alle 200€ aufbringen müssten … die Reaktion und den Ausgang kann ich mir lebhaft vorstellen. Regiogeld ist etwas für Reiche – Ärmere könnten sich so etwas nicht leisten.

    „ Die Banken kassieren gar kein Geld, der Rücktausch findet bei Ausgabestellen (die keine Banken sind) statt und von den 5% gehen 3% an soziale Projekte und 2% als Kostendeckung an den Chiemgauer eV.“

    Ich muss natürlich zugeben, dass ich nicht erst zwecks Recherche nach Chiemgau gefahren bin. Kann also sein, dass man bei den Banken nichts zurücktauschen kann und da jemand vor mir falsch recherchiert hat, auf den ich mich bezog. Ändert aber nichts am Prinzip, dass man 5% Verlust macht. Muss man sich ebenfalls leisten können. Wenn mir so viel an sozialen Projekten liegt, dann kann ich auch freiwillig Projekten meiner Wahl etwas spenden. Dann wüsste ich wenigstens, wohin das Geld geht (und könnte es noch selbst von der Steuer absetzen).

  4. Wer mag kann sich meinen Artikel über Regiogeld mal durchlesen – aber vorher die rosarote Brille absetzen.

    http://vordenkseiten.wordpress.com/2010/08/24/die-wahrheit-uber-regiogeld-freigeld/

    (Nachtrag 2013: Artikel nicht mehr online, Anm. Frank)

  5. Micha(el) Winkler

    Nachdem jemand anderes hier einen Kommentar geschrieben hatte, bin ich auf diese deiner Seiten gestoßen, Frank … Dank an „Vordenkseiten“ 😉

    Deine Anmerkungen sind prinzipiell richtig, doch können auch gar nicht alles umfassen, weil die Krise in der Tat noch nicht wirklich da ist 😉
    Ich erinnere mich, mit einem der Hauptorganisatoren der „elbtaler“-Idee, Norbert Rost, einen Vortrag zur Krise bzw. zu evtl. Veränderungen gemacht/gehalten zu haben – so im Oktober/November 2008 … wir waren damals in der WIR AG zu sechst oder siebent 😉
    Ob das nun am Ort lag, weiß ich nicht … manche Veranstaltungen dort sind sehr gut besucht (> 50), andere weniger. Mir erzählte jemand, dass kürzlich beim Thema Stuttgart 21 (mit einem Gast aus Stuttgart) auf beiden Seiten des Podiums gleich viele Leute saßen 😉
    Mit anderen Worten: es gibt offenbar brennendere Probleme in der Welt 😉

    Ich sehe folgende Vorteile in Regionalwährungen, die auch schon genannt wurden. Gerade weil es sich kaum lohnt, dieses Geld zu klauen bzw. damit zu spekulieren – zumindest nicht im großen Stil – hat es ’ne Art ihm eigene Sicherheit. 100% sicher ist es dennoch nicht – logo, doch die Begehrlichkeiten sinken … Elbtaler z.B. nützen dir in Leipzig schon gar nichts mehr. An der Börse brauchst du damit auch nicht anfangen 😉

    Der Punkt mit dem „den letzten beißen die Hunde“ – der „Pechvogel“ mit dem 2%-Verlust bei Abwertung/“Verfall“ – verteilt sich erstens auf Dauer gleichmäßig (Gaußsche Verteilung), denke ich. Und zudem vermute ich, wird dadurch auch unnötiges Geld teilweise verhindert – aus meiner Sicht ein Hauptproblem des jetzigen Systems. Es ist im Grund unendlich viel Geld da – jeden Tag (!) wird mit Trillionen Euro etc. gehandelt. Und dennoch scheint’s immer an allen Ecken und Enden zu fehlen. Komisch irgendwie, oder? 😉

    So weit, so gut … man kann das Thema noch ausbauen – keine Frage. Es geht auch um die philosophische Frage, was Geld eigentlich ist, was es bedeutet usw. usf. …

    Ich vermute, dass es längerfristig auf eine Weltwährung hinausläuft … keine Staatsweltwährung wie dem Dollar, der ja eigentlich auch irgendwie ne Privatwährung zu sein scheint – siehe FED 1913 (?) etc.
    Und parallel dazu wird es mehr oder minder weit verteilte Regionalwährungen geben. Regionalwährungen werden auch nur bei regionalen Produkten bzw.- Dienstleistungen sinnvoll sein, logo 😉 … Französischer Rotwein kommt nun mal nicht aus Sachsen.
    Mir persönlich gefällt die Idee des Tauschringes ganz gut, doch ich habe bisher nichts gefunden, was ich tauschen wöllte/könnte – entweder ich verkauf’s in Euro (eBay) oder ich verschenke es 🙂 … oder eine Dienstleistung gibt’s kostenlos, z.B. mal ’ne Kochrunde machen 😉 … und wie man einen Schal strickt, zeige ich auch „für umsonst“ 🙂

    Doch offenbar scheint es auch zu laufen – z.B. beim Tauschringnetz in Dresden.

  6. „Ich persönlich glaube das hinter dem Regio-/Freigeldhype die üblichen alten Verdächtigen, also die Banken und großen Kapitaleigner stecken.“

    danke @vordenkseiten für deinen Link, das war nen Brüller
    wert, hab ich gelegen

    Was den Chiemgauer angeht. Es ist tatsächlich ein Regiogeld-Modell das eher in einer gesunden und noch wirtschaftlich starken Region zieht. Besonders die ostdeutschen Regiogeld-Initiativen haben sich für ein anderes Modell entschieden.

  7. @ Thomas Klemm: Naja, das hier

    Ich persönlich glaube das hinter dem Regio-/Freigeldhype die üblichen alten Verdächtigen, also die Banken und großen Kapitaleigner stecken.

    ist schon Quatsch.

    Der Betreiber der Vordenkseiten scheint auch alles für bare Münze zu nehmen, was Deutschlands Chef-Verschwörungstheoretiker G. Wisnewski täglich so raus haut. Muss man nicht ernst nehmen.

    Der Chiemgauer funktioniert sicher wirklich nur, weil er in einer Gegend ausgegeben wurde, in der sich genug Geld akkumuliert hatte. Deshalb ja auch mein Kritikpunkt, so etwas sei nur etwas für Reiche, die sich das leisten können. Ein Armer, der mit jedem Euro rechnen muss, könnte sich das eine solche Parallel-Währung nicht leisten (höchstens bei sehr viel Idealismus).

  8. @ Micha:

    Deine Anmerkungen sind prinzipiell richtig, doch können auch gar nicht alles umfassen, weil die Krise in der Tat noch nicht wirklich da ist

    Ja aber, denkst Du ernsthaft, dass uns Regionalwährungen retten, falls es zu einem Kollaps der Weltwährungen kommt? Und selbst wenn: Wenn es dazu kommt und anschließend entsprechend andere Bedingungen herrschen, dann kann man immer noch solche Maßnahmen ergreifen. Aber solange kein solcher Zusammenbruch erfolgt* ergibt Regiogeld einfach keinen Sinn. Außer einer schönen romantischen Idee.

    (* wahrscheinlich ist er zumindest in den USA längst erfolgt und wird nur noch von niemandem zugegeben)

    Ich sehe folgende Vorteile in Regionalwährungen, die auch schon genannt wurden. Gerade weil es sich kaum lohnt, dieses Geld zu klauen bzw. damit zu spekulieren – zumindest nicht im großen Stil – hat es ‘ne Art ihm eigene Sicherheit.

    Eine schöne Beschreibung für „wertloses Zeug“ 😉 Ich kann mein Geld auch in – sagen wir mal, Rheumadecken investieren und mich nachher darüber freuen, dass mir das niemand klauen will. Ein herrliches Gefühl! Solange ich nicht an einen Verkauf der Decken denke.

    Der Punkt mit dem „den letzten beißen die Hunde“ – der „Pechvogel“ mit dem 2%-Verlust bei Abwertung/“Verfall“ – verteilt sich erstens auf Dauer gleichmäßig (Gaußsche Verteilung), denke ich.

    Der Verlust verteilt sich ganz konkret auf alle, die Regiogeld benutzen. Ist also trotz Gaußscher oder sonstiger Verteilung trotzdem da.

    Und zudem vermute ich, wird dadurch auch unnötiges Geld teilweise verhindert – aus meiner Sicht ein Hauptproblem des jetzigen Systems. Es ist im Grund unendlich viel Geld da – jeden Tag (!) wird mit Trillionen Euro etc. gehandelt. Und dennoch scheint’s immer an allen Ecken und Enden zu fehlen. Komisch irgendwie, oder?

    Ja, schon klar, was Du meinst. Aber das würde doch durch Regiogeld nicht wirklich geändert.

  9. Micha(el) Winkler

    @ Regiogeld – jetzt schon?

    Hmm, Frank, ich sehe es als Übergang – lokal und regional verschieden; du gabst schon das Beispiel USA …
    Ich kopiere mich mal selbst 😉 … bin zu faul, die Sache, die ich gerade bei „vordenkseiten“ als Kommentar schrieb, nochmals zu schreiben 🙂 …
    „Ich seh’s so … die Welt wächst zusammen durch zusammenwachsende, verknüpfte Währungen – mit allen schrägen Nebeneffekten (siehe EU, siehe Hunger, siehe Kriege, siehe siehe …). irgendwann kommt’s wieder zum Crash. Und dann haben auch andere Geldmodelle eine Chance, z.B. Regionalwährungen, vielleicht sind es mancherorts „nur“ Lokalwährungen.“

    Dresden ist momentan noch ganz gut „aufgestellt“ wie man im Wirtschafts-PR-Deutsch wohl sagen würde (der Begriff „aufgestellt“ soll angeblich aus dem Militär kommen – siehe Burkhard Spinnen „Gut aufgestellt. Kleiner Phrasenführer …“) … wir werden sehen.
    ich habe 2006 mal so salopp gesagt, wegen mir kann die Krise kommen, ich habe „mein“ Geld ausgegeben 😉
    Witzigerweise fühle ich mich, seitdem ich nicht mehr spare (es auch gar nicht kann), freier.

    @ Geldverfall
    Womit ich schon beim nächsten Punkte wäre. Ja, der Verfall trifft alle … genau wie jetzt auch – über die Inflation 😉
    Mir stellt sich die Frage – und das können Experten vielleicht leichter beantworten -, ob der Zinsmechanismus automatisch am Ende zu einer Inflation führt (???)
    Mit anderen Worten der Verfall ist auch jetzt schon da, vielleicht sogar stärker und definitiv trifft er auch alle – manche eben nur existenzieller (!).
    Ich kritisiere im Übrigen den Zins an sich nicht, sehe jedoch Raten von über 5% pro Jahr durchaus kritisch. Da denke ich, hat man sich im Mittelalter schon was gedacht dabei. Verbieten würde ich höhere Zinssätze dennoch nicht, sondern da können Menschen nur selbst lernen mit umzugehen. Zinsen bzw. Geldwachstum ist ja im Grunde ein indirekter Ego-Turbo-Boost 😉
    Geld macht nicht glücklich, es kann bestenfalls beruhigen, doch selbst das schaffen viele – auch Gutsituierte und Reiche – nicht mal 😉

    Mit anderen Worten, ein Geldverfall ist m.E. immer da – ob nun später folgend durch Inflation und insgesamten Preisanstieg oder vorher über einen suksessiven Verfall des Geldes … tja, das ist die Frage. Bei Regio- oder Lokalwährungen (z.B. dem „BRN-Taler“ – gibt’s nicht wirklich ;)) ist es eben direkter. Nicht der Produktpreis verfällt (bzw. steigt), sondern das Geld verfällt. Ist mir auch lieber, denn Geld ist für mich kein Wert an sich, ein Brot schon.

    Wie gesagt, ist ’ne philosophische Frage … ohne grundlegende Betrachtungen des Themas brauche ich m.E. nicht anfangen.
    Es ist nicht zuletzt eine Frage nach dem Sinn von Wachstum, und wie ich wachsen möchte … all die Fragen, die damit zusammenhängen, z.B. äußeres Wachstum vs./und/oder inneres Wachstum etc. etc.

    Zum Beispiel ließe sich das Thema Regiogeld gut mit dem Grundeinkommen verbinden. Freiwilligenarbeit könnte in Regiogeld bezahlt werden. Da bekommen (auserwählte und von der Stadt Dresden „gewürdigte“) Ehrenämtler nicht einen indirekten Rabatt über einen Ehrenamtspass, sondern bekommen Regionalwährung ausbezahlt, die sie sofort einsetzen können .. und nicht erst, wenn sie ein Jahr Ehrenamt gemacht haben und dann eventuell auserwählt wurden, dass man ihnen auch dafür danken möchte 😉

    Ich mach mal Pause … das Thema ist komplexer als ich dachte 😉

  10. Ich kann mangels Fachwissen nicht sagen, wie man drohende Finanzprobleme in den Griff bekommen könnte. Übrigens wurden auch größere Crashs schon seit Jahren schwarz an die Wand gemalt. Ich habe zu Hause ein Buch, welches in den 90ern herauskam und worin ganz exakt nachgewiesen wurde, weshalb die USA nur noch wenige Jahre so existieren könnten. Das Buch ist total schlüssig. Trotzdem gibt es die USA immer noch. Ich bin deshalb inzwischen etwas vorsichtig geworden mit „das Ende ist nahe!“ 😉

    Natürlich bedeutet das umgekehrt nicht, dass man sagen sollte: Ach, wird schon gut gehen. Denn einige Probleme sind ja nicht zu übersehen.

    Da hauptsächliche scheint wohl die Spekulation zu sein, bei der Geld vermehrt wird, ohne dass der Gegenwert (Produkte, Dienstleistungen …) entsprechend mit wächst. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Weltwirtschaft in den letzten paar Jahrzehnten um ca. 60% gewachsen ist, die Umsätze an den Börsen aber um 3600%. (Die Zahlen sind aus dem Gedächtnis, also garantiert falsch, aber das Verhältnis war so ähnlich). Damals dachte ich mir: Um das auszugleichen müsste man alle an der Börse und mit sonstigen spekulativen Geschäften erwirtschafteten Gewinne entsprechend umrechnen, bevor man sie auf verwendbare Konten überweist. Eine Million, die man an der Börse gemacht hat, könnte dann – je nach Umrechnungsfaktor nur wenige 10.000 reale € wert sein.

    Aber ich denke, dass mir das jeder Experte sofort zerpflücken würde. Diese Idee läuft bei mir inzwischen selbstkritisch unter „Lieschen Müller erklärt die Welt“ bzw. „Otto Normalverbraucher weiß alles besser“.

    Höhere Zinsen als beispielsweise 5% müssten auch noch kein Problem sein, wenn sie wie bei jedem normalen Bankkunden angewendet würden: Je höher der gewünschte Zins, desto höher auch das Risiko, dass die Anlage eventuell nicht funktioniert, also Verlust bringt. Insofern könnte jeder seine eigene Geldgier selbst steuern. Aber in einigen Bereichen haben die Beteiligten längst reglichen Bezug zur Realität verloren. Wer ernsthaft davon ausgeht dass es normal wäre, in wenigen Monaten zweistellige Zinserträge risikolos einnehmen zu können … was soll man dazu sagen? Eigentlich sollte das Verlustrisiko dann auch 80%ig oder höher sein. Scheint aber nicht der Fall zu sein.

    Regiogeld und Grundeinkommen verbinden? Klingt zunächst einmal interessant, aber letztlich beseitigt man doch damit meine Kritikpunkte auch nicht. Sollte sich Regiogeld tatsächlich irgendwo durchsetzen, dann würde der normal funktionierende (also gewinnorientierte) Kapitalismus auch Wege finden, seine Gewinne dann eben damit zu machen. Man sieht es doch in Chiemgau, wo eben nicht nur kleine lokale Händler den „Chiemgauer“ annehmen. Da es kaufkräftige Kunden gibt, die ihr Geld in Form dieser Regionalwährung ausgeben, wird sie eben auch längst von einigen Läden größerer Ketten genommen. Insofern ändert man damit doch keine grundlegenden Abläufe.

    Ja, es ist leider ein komplexes Thema.

  11. Micha(el) Winkler

    Ganz kurz … aus meiner Sicht, spricht nichts gegen eine Nutzung von Regiogeld durch grosse bzw. größere Unternehmen. Es soll ja kein Protektionsmus entstehen, sondern eine Erweiterung bzw. (Wieder-)Stärkung von lokalen und regionalen Anbietern …
    Und wenn z.B. ALDI oder LIDL dann Produkte von regionalen Bauern verkaufen, okay. Why not?
    Mir geht’s dabei primär um regionale Produkte, ob das nun immer ein Markt sein muss oder ’n Tante-Emma-Laden ??? – wegen mir gern auch Mahlitzscher Milch bei LIDL & Co. 😉

    Hmm, Regiogeld ist ja an regionale Waren gebunden, so weit ich das verstanden habe 😉

  12. Hier gebe ich Michael völlig recht – Soweit LIDL und Co mehrheitlich regionale Produkte verkaufen, KÖNNEN sie doch RW´s als Zahlungsmittel nehmen.

    Allerdings- und hier wirds dann interessant – ist der „GRÖSSEN“-Vorteil einer Kette hinüber, da der Ladenmanager seine Lieferanten selbst (aus)suchen und mit ihnen verhandeln muß.

    Also nix mehr mit Kisten reinstellen und …

    Die Kritikpunkte greifen alle zu kurz 😉

  13. Allerdings- und hier wirds dann interessant – ist der „GRÖSSEN“-Vorteil einer Kette hinüber, da der Ladenmanager seine Lieferanten selbst (aus)suchen und mit ihnen verhandeln muß.

    So läuft das aber bei den Ketten nicht. Verhandlungen über Einkäufe führen nicht die Filialleiter.

    Die Kritikpunkte greifen alle zu kurz 😉

    Schade. Na gut, dann werde ich den Artikel halt wieder löschen 😉

  14. Micha(el) Winkler

    @Alex
    „Soweit LIDL und Co mehrheitlich regionale Produkte verkaufen, KÖNNEN sie doch RW´s als Zahlungsmittel nehmen. „
    Sehe ich anders, speziell das Wort „mehrheitlich“ … geht auch gar nicht, da ich denke, dass regional bzw. vielmehr „kleinbäuerlich“ z.B. gar nicht mehr soviel Milch produziert wird wie LIDL-&-ALDI-Kunden kaufen & „saufen“ 😉 … zudem ist Sachsenmilch ja auch irgendwie regional, Betonung auf „irgendwie“ 🙂 … hier kommt die ökologische Komponente noch mit ins Spiel.

    Es wäre schon ein Fortschritt, wenn überhaupt … den Rest überlasse mal besser den Kunden und der Zeit 😉

    Als Markt kann man bestenfalls anbieten, was nicht geht, fliegt wieder aus, wenn kein Geld für Werbung & PR da ist … so einfach sehe ich das.

    Ich find’s z.B. gut, dass der KONSUM auf der Alaunstraße Kartoffeln aus Podemus anbietet, teurer als in der Biosphäre sind die dort m.E. auch nicht.

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