Sauberer Sport

Soweit ich das verstanden habe, scheint sich die Wintersport-Saison unserer Profisportler nun endlich dem Ende zu nähern. Ich gebe ja zu, dass ich mich einfach nicht für Hochleistungssport interessiere und dass ich mich absolut nicht mit diesen Themen auskenne. Trotzdem war es – als die ersten Wettkämpfe begannen – auch für mich gelegentlich ganz interessant, beim Biathlon oder Langlauf zu zusehen. Aber seit gefühlten Monaten denke ich immer: Wie jetzt? Laufen die immer noch? Man muss an den Wochenenden tagsüber wirklich nicht fern sehen, aber falls man zufällig einschaltet: Langläufer! Ständig immer nur Langläufer, unterbrochen von Skispringern und gelegentlichen Abfahrtsläufern. Ich denke dann immer, die müssten doch endlich mal eine Entscheidung gefunden haben, wer nun der Beste ist? Irgendeiner muss doch nun inzwischen der Schnellste oder der Weiteste gewesen sein? Wieso werden die nicht fertig?

Nun haben bereits mehrere wohlmeinende Mitmenschen versucht, mir zu erklären, warum das so ist – das seien verschiedene Wettkämpfe… Naja, das kann schon sein. Die Sportler werden sicher ihre Gründe haben. Ich habe ja auch eine große Achtung vor ihren Leistungen, zumal ich selbst schon mit Langlauf-Ski an den Füßen unterwegs war und insofern eine vage Ahnung habe, wie anstrengend das sein muss, wenn man mit dem gezeigten Tempo Hügel hinauf sprintet oder wie es beim Alpin-Ski in die Knochen gehen muss, wenn man derart in die Kurven geht.

Interessant finde ich jedenfalls das gestiegene Niveau der Ausreden, falls das Ergebnis nicht so toll ausfiel. Es ist sicher eine schwierige Situation für die Sportler, wenn man abgekämpft, völlig außer Atem, im Ziel ankommt und dort sofort von Reportern mit „woran lag’s?“ angebrüllt wird. Da kann man nicht einfach „Naja, ich hab halt verloren“, sagen, sondern muss schon etwas kreativer sein. Was in so einem Moment bereits seit Jahren immer aus der Patsche half: „Nun – wir hatten da noch ein paar Probleme mit dem Material!“ Neu in diesem Jahr war „aggressiver Schnee“. Das hat mir gut gefallen. Es lag am aggressiven Schnee, wenn man zu langsam war. Aber das mit den Materialproblemen gibt mir schon zu denken: Irgendwann früher müssen die Wintersportler noch mit relativ simplen Holzbrettern gefahren sein. Damals hat aber niemand über „Probleme mit dem Material“ gesprochen. Seitdem nun aber die Materialforschung immer genialere High-Tech-Materialien entwickelt, häufen sich von Jahr zu Jahr immer spezifischere Probleme mit dem Material. Es würde mich nicht wundern, wenn der gute alte Holz-Ski demnächst ein ungeahntes Revival erlebt!

Was ich aber völlig anprangere: Wie sich männliche Skilangläufer gehen lassen! Wenn die im Ziel ankommen, kann man kaum hinsehen, so eklig sieht das manchmal aus. Da hängt alles festgefroren im Gesicht, was während des Laufs aus Nase und Mund an Sabber und Rotz herauslief. Die Frauen achten da anscheinend etwas mehr auf sich. Ich habe nie bei Kati Wilhelm, Magdalena Neuner und den anderen Damen irgendwelche Anzeichen von Unreinlichkeiten gesehen. Anscheinend haben sie immer ein kleines Taschentüchlein dabei, welches unterwegs, so hinter ein paar Bäumen kurz benutzt wird. Aber die Männer… einfach widerlich. Männer sind Schweine! Und ich bin wirklich viel gewöhnt – ich teile mir meinen Arbeitsraum schließlich auch mit 2 Männern, und was da schon manchmal… Egal.

Ich bin jedenfalls mehr für sauberen Sport. Da lobe ich mir zum Beispiel unsere Radsportler, denn die kommen nie so eingesaut im Ziel an!

Schreibe einen Kommentar

Name und E-Mail-Adresse erforderlich (E-Mail-Adr. wird nicht veröffentlicht).
Siehe auch Kommentar-Regeln, Spamschutz und Hinweise zu Textformatierung