Meldegesetz: Bitte noch mehr Paranoia!

Wenn der Bundesrat heute tatsächlich die jüngste  Änderung des Meldegesetzes empfiehlt, wäre das eine absolute Katastrophe! Denn dann müssten wir Internetnutzer plötzlich bisher völlig unbekannte Dinge tun: Wir müssten überall erst sogenannte „Nutzungsbedingungen“ lesen, bevor wir wie gewohnt unsere Adressdaten überall in Online-Formulare eingeben. Und wir müssten sogar über mögliche Haken nachdenken, die solche Eingaben zur Folge haben könnten. Wie soll man als normaler Internetnutzer da noch zurechtkommen? Bisher sieht die allgemeine Herangehensweise bekanntlich so aus, dass man von allen Leuten hört: „Im Internet sollte man immer überall seine Daten angeben. Zumindest, wenn da etwas von ‚Schnäppchen‘, ‚billig‘ oder ‚Gewinnspiel‘…

… mehr

Der Umgang mit Meldedaten in der Sächsischen Praxis

Die Panik im Internet zum Thema „Die Bundesregierung will unsere Adressdaten verkaufen!“ ist anscheinend endgültig verebbt. Da man ungern schöne Gewohnheiten aufgibt, regt man sich natürlich nahtlos anhand anderer Themen über „Die da oben“ auf, aber so geht es halt zu im web 2.0. Ich habe immer öfter das Gefühl, dass man bei jedem neuen Thema vielleicht erst einmal eine Woche verstreichen lassen sollte, bevor man sich gleich reflexartig dazu äußert. In der Zeit könnte man sich noch einmal genauer mit dem Thema befassen … aber dann interessiert es freilich auch niemanden mehr. Ich möchte mich trotzdem noch einmal diesem…

… mehr

Gar nicht so neu: Handel von Meldeämtern mit Bürgerdaten

Gestern herrschte wieder große Aufregung im Netz: Das „Gesetz zur Fortentwicklung des Meldewesens“ (MeldFortG) der Bundesregierung soll es Meldeämtern erlauben, Daten der Bürger zu verkaufen. Logischerweise lehnen das nahezu alle ab. Wenn man die vielen Kommentare auf Google+ und Facebook zum neuen Melderecht überfliegt, zeigt sich leider: All diese Leute haben lediglich bis heute nie bemerkt, dass es das schon lange gibt. Die Kommunen verkaufen schon seit Jahren Daten wie Namen, Titel und Anschrift an Firmen, z.B. an Direktmarketingunternehmen. Das weiß nur kaum jemand, denn diese Information wird alles andere als mit großem Aufwand an uns Bürger übermittelt. Wenn man allerdings…

… mehr

Handel mit Meldedaten durch die Stadt Dresden

Zwischendurch einmal etwas Ernsthaftes, da ich das gestern auch erst durch eine E-Mail erfuhr: „In Dresden werden wie in anderen Kommunen Meldedaten der Bürgerinnen und Bürger (Namen, Doktorgrad, Adresse, Alter) ohne deren Einwilligung verkauft. Vielen ist nicht bewusst, dass diese Daten auf Grundlage des Sächsischen Meldegesetzes von der Stadt ganz legal gegen Gebühr an Dritte weitergegeben werden: an private Marktforschungsinstitute, an Parteien für Wahlwerbung, an Religionsgemeinschaften, an die Presse für die Veröffentlichung von Ehe- und Altersjubiläen, für Adressbuchdateien, an Firmen für Werbezwecke etc.. Sogar vom heimischen Computer kann zukünftig jeder eine Anfrage zu einer bestimmten Person stellen, deren Daten er…

… mehr