Wem gehört der 13. Februar?

Glücklicherweise hat Dresden endlich wieder ein ordentliches Streitthema. Das letzte scheint ja praktisch abgehakt zu sein. Diesmal geht es um: Wie verhalte ich mich korrekt antifaschistisch? Denn es sorgt momentan bei uns etwas für Verwirrung, dass sich die CDU nicht an der Anti-Rechts-Demo „Geh Denken!“ beteiligen will, und stattdessen zu einer eigenen aufruft. Es gab mal eine Zeit, da gingen manche Dresdner abends am 13. Februar an die Ruine der Frauenkirche und stellten sich schweigend oder zumindest leise mit ein paar Kerzen dort hin, um der Bombardierung Dresdens zu gedenken. Das war freiwillig – niemand rief dazu auf, man konnte…

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DDR-Technik

Es war schon ein ungewöhnlicher Auftrag, mit dem man heute an uns herantrat: Im Sächsischen Landtag drei Abhöreinrichtungen zu installieren. Eigentlich nicht unsere Aufgabe, aber nach der Beratung beschlossen wir, dass wir für Geld bekanntlich alles machen – ja gut, außer sauber – und so übernahmen wir es. Dann stellte sich heraus, dass gar kein Geld fließen würde, aber es war ja wenigstens für einen guten Zweck. Wichtig sei, so wurde uns erklärt, dass man die Abhöranlagen sofort gut als solche erkennen könne. Nicht dass die Leute noch daran vorbei laufen. Schließlich sollen sie sich die bei uns im Rahmen…

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Heute bin ich in etwas hineingeraten,

was mir sehr zu denken gab. Ich war wie üblich auf dem Radweg an der Elbe, kurz vor Pirna. Und da stand plötzlich genau in der Mitte des Weges ein Grill. So ein kleines Alu-Ding. Einmal-Grill, oder wie das heißt. Stand dort, brannte vor sich hin, 3 gut durchgebraten aussehende Steaks lagen drauf und eine Flasche Gewürzsauce stand daneben. Aber kein Mensch in Sicht. Auch keine Bank in der Nähe, auf dem ein Mensch gesessen haben könnte. Auch kein Fahrrad oder sonstige Zivilisationsanzeichen. Und wie gesagt: Mitten auf dem Weg. Was war das? Ich weiß es nicht, denke aber dass…

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Wo wollen wir noch sitzen?

Da ich häufig im Elbtal unterwegs bin, ärgere ich mich jedesmal aufs Neue: Alles kaputt, alles zerstört. Hier zwei Beispiele: Wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke verliert das gesamte Elbtal seine besondere Qualität. Ich könnte mich aufregen! Doch ich habe dafür keine Zeit, denn ich muss ja bloggen. Ja, gut: Man könnte fragen, was ich nur hätte? Es sei doch alles noch da, wie man auf den Bildern sieht. Aber darum geht es nicht, denn wie jeder moderne Mensch beziehe ich meine Haltung schließlich aus den Medien. Und aus diesen weiß ich, dass der Landschaftsraum durch den Bau der Brücke nun…

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Überlegungen auf dem Weg zur Arbeit

Selbstverständlich bin ich früh bei der Fahrt ins Studio geistig bereits dort und gehe den Tagesablauf schon einmal durch. Was könnte ich heute machen? Vielleicht alle Kabel neu beschriften, um ein neues Inventarisierungssystem zu testen? Oder spontan alle Rechner auf Linux umstellen? Oder noch besser: Sauber machen? Seit Tagen werde ich leider ständig von solch wichtigen Überlegungen abgelenkt, weil überall am Weg informative Plakate hängen. Denn wir haben bald OB-Wahl. Schon wieder? Braucht man überhaupt einen Oberbürgermeister? Momentan läuft’s doch in Dresden sehr gut ohne einen. Unserer ist suspendiert und vor Gericht, sein von uns nicht gewählter Stellvertreter macht den…

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Verwirrungen, Teil1

Der Schock kam am Morgen. Ich fuhr den Weg an der Elbe entlang. Wie üblich, hatten die Betreiber vom „Pferdehof Schmidt“ mit ihren landwirtschaftlichen Geräten den Radweg frisch gepflügt. So hat man immer eine kleine Herausforderung, wenn man vor den Pferdekoppeln Schlammlöcher umfahren muss. Und als ich diese bewältigt hatte, tauchte hinter den Bäumen ein gewaltiges Stahlmonstrum auf. Ich dachte: Nein! Haben die Typen jetzt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion diese landschaftszerschneidende, blickbeziehungsbeeinträchtigende Monsterbrücke doch schon hingeklotzt? Doch dann bemerkte ich meinen Irrtum. Man ist ja schon völlig durcheinander als Dresdner. Übrigens entdeckte ich vor einigen Tagen beim Staubsaugen ein kleines Wurmloch…

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Ein absehbar abgelehntes Bürgerbegehren

Momentan läuft eine Stadtrat-Sondersitzung, bei der darüber beraten wird, ob das Bürgerbegehren zur Frage „Tunnel am Waldschlösschen statt Brücke?“ zulässig ist. Meiner Meinung nach ist es absehbar, dass es abgelehnt werden wird. Einen Bürgerentscheid darüber, ob wir in Dresden lieber einen Tunnel unter der Elbe statt der Waldschlösschenbrücke haben möchten, wird es also wahrscheinlich nicht geben. Nachher werden sich Brückengegner sicher große Verschwörungen seitens CDU und FDP da hinein deuten, aber es ist selbst verschuldet. Man sollte vorher einfach genau überlegen, was man in die Texte hineinschreibt, auf deren Basis anschließend Unterschriften gegeben werden. Wenn ein solcher Text zu auslegbar…

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Sieben Brücken

„Über Sieben Brücken musst Du gehen.“ – hätte man diese bekannte Zeile mehr beachtet, dann wäre der Dresdner Streit um die Waldschlösschenbrücke möglicherweise viel früher entschieden gewesen. Für eine Kulturstadt wäre wäre eine solche Herangehensweise auch gar nicht so abwegig gewesen. Die entsprechenden Stadtratssitzungen stelle ich mir so vor: A: „ … Deshalb möchten wir die Überlegung einbringen, eine weitere Elbbrücke am Waldschlößchen zu bauen.“ B: „Ja, aber – es heißt doch, `Über sieben Brücken sollst du gehn`. Und wir haben schon sieben“ A: „Ach so… stimmt. Na dann geht’s freilich nicht“ C: „Aber Moment mal! Haben wir nicht bereits acht…

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Es wird nicht langweilig in Dresden

„Gibt’s was Neues?“, fragte Nicole, als Mario gerade Zeitung las. „Hm. Dynamo ist insolvent …“, „Interessiert mich kaum“, „ … die Brücke wieder …“, „Ach naja, die Brücke! Da ist ja immer was.“ Sie als Zugezogene hat anscheinend noch nicht so den Bezug dazu gefunden. Es kann aber nicht sein, dass ihr das egal ist. Man muss doch Stellung beziehen! Wir werden das in der nächsten Dienstberatung auf Punkt 2 setzen. Was ist passiert? Es sind vier Dresdner zum UNESCO-Welterbezentrum nach Paris gefahren um mit dessen Direktor, Herrn Bandarin, über unseren gefährdeten Weltkulturerbe-Titel zu sprechen. Rein zufällig waren das vier…

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Argumente gegen die Waldschlösschenbrücke im Wandel der Zeit

Die Gründe, aus denen man sich in Dresden gegen die Waldschlösschenbrücke (WSB) engagierte, haben seit Beginn des Streites eine erstaunliche Evolution durchgemacht. Wenn Brückengegner heute für den Erhalt der „Angelika-Buche“ kämpfen, stellt sich die Frage, warum man in den 90er Jahren gegen die Brücke war (als diese Buche noch gar keine Rolle spielte). Warum kann man nicht auch heute noch aus den alten Gründen gegen die Brücke protestieren? Was ist eigentlich aus diesen früheren Argumenten geworden? Taugen sie heute nichts mehr? Oder haben die alten Gründe sich irgendwie erledigt? Wenn das so wäre – warum sind  Brückengegner dann trotzdem auch…

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