Liebes Tagebuch,

da wir politisch sehr interessiert sind, halten wir uns bei unseren täglichen Gesprächsrunden nicht nur am Thema „Irak – wieviele Bomben pro Hektar sind human?“ fest, sondern wir vergessen auch alle anderen bewegenden Themen nicht. Gerade unser Querdenker Mario hält uns hier geistig wach: Welches Abfallteil kommt in welchen Mülleimer? Ist ein benutztes Papiertaschentuch noch Papier, oder schon Bio oder eher Rest? Wenn Mario Geburtstag hat, werden wir ihm Robert Gernhardts Buch „Die Entsorgung des Teebeutels“ schenken. Weiterhin bewegen uns auch Themen wie: „Wird Dieter Bohlens Existenzgrundlage durch mp3- Tauschbörsen bedroht?“, „Warum hat Daniel Küblböck bei DSDS nicht gewonnen?“, und…

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Liebes Tagebuch,

Seit heute früh, 3:45 Uhr, wird bekanntlich zurück geschossen. Und Deutschland befindet sich im politischen Abseits, gemeinsam mit einer gewissen UNO und anderen Vertretern aus Schurkenhausen. Natürlich hat das nichts mit dem SAEK zu tun, aber das Thema beherrschte ja auch uns schon wochenlang. Es wurde bereits langweilig, immer wieder darüber zu reden. Schließlich sind Argumente für einen Krieg absolut nicht zu entdecken und Argumente dagegen sofort zu Dutzenden leicht zu finden. Sie sind logisch und selbstverständlich. Was soll man da noch groß darüber diskutieren? Harald hat ein Großprojekt gestartet: Wir nehmen nun jeden Tag die Nachrichten auf, von verschiedenen…

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Liebes Tagebuch,

Eine beispiellose Karriere hat unser Medienkulturzentrum- Zivi Gregor hinter sich: Vom Zivi zum Haus-Leiter. Seitdem Alex im Urlaub ist, muss er alles machen. Nach außen hin sieht es nach einem verwaltungstechnischen Experiment aus: Mit wie wenig Leuten kann man ein Kulturhaus noch irgendwie aufrecht erhalten? Lustig ist das allerdings in keiner Weise, denn logischerweise kann es irgendwo nicht mehr klappen. Bei uns in den SAEK- Studios ist alles wie immer, aber im restlichen Haus wird es spürbar immer leiser. Da es im Leben das Wichtigste ist, dass es immer einen Schuldigen gibt: Hier ist es eine Vermischung von mehreren Ursachen…

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Liebes Tagebuch,

Endlich ist unser Praktikant Majo (oder Mario, oder wie er nun heißt) wieder bei uns. Sinnvollerweise wurde er umgehend in unsere heutige Aktion integriert: Wir live im Internet! Und zwar auf www.remote-tv.de, was eine deutschlandweite gemeinsame Aktion aller Offener Kanäle ist. Internetfernsehen ist eine lohnende Sache. Der PAL-Fernsehstandart, mit dem wir es sonst täglich zu tun haben, geht ja qualitativ so halbwegs. Ein paar mehr Details erkennt man bei HDTV, was wir uns aber nicht leisten können. Und ganz oben, auf dem Gipfel des Olymp trohnt das 56kb-Internet-live-streaming. Unerreichter Detailreichtum, Soundbrillianz und Dolby Surround. Naja, fast. Irgendwann mal. In 15…

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Liebes Tagebuch,

Nicht nur der spaß, gutes essen und der weltfrieden werden bei uns groß geschrieben, sondern auch die Gesundheit. Als Jørgen heute Morgen wieder mit „au, au, mein Rücken… Meine schönen Bandscheiben, au, au…“ den SAEK betrat, flitzte Harald sofort nach Hause und brachte ihm ein Heizkissen mit. Jørgen zieht zur Zeit um. Dabei muss er viel vorrichten und streichen, was ja anatomisch unmögliche Körperhaltungen erfordert. Immerhin kann man dabei gar nicht sitzen und es gibt nichts anzuklicken. Er hat dabei jede Menge zu schleppen, wahrscheinlich wieder nur Kisten voller CD’s. Kein Wunder, warum vorausschauende Leute auf mp3- Sammlungen umsteigen.

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Liebes Tagebuch,

heute haben wir wieder einmal eine Filmpremiere. Richtig umfangreiche Produktionen werden bei uns stets mit Premiere und anschließender Premierenfeier abgeschlossen. Mit „Richtig umfangreiche Produktionen“ meine ich echte Spielfilme mit dem üblichen Planungsaufwand: Locationsuche, Schauspieler organisieren, viele Termine planen, dauernd umplanen weil einer nicht kann, Wetterabhängigkeit, und das ganze mit ausgetüfteltem Drehbuch und teilweise mit extra angeheuertem Profi für Kamera oder Betreuung. Diese Filme sind im Ergebnis meist nur Kurzfilme von 15 – 25 Minuten Länge, aber die Länge ist einfach kein Qualitätsmerkmal. In letzter Zeit hatten wir einige Kurzfilmpremieren: „Neues vom Norbert“, „Lamachun“, „Faust 3“ (der heutige Film von Julius…

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Liebes Tagebuch,

seit dem Jahreswechsel ist ein kleines Problem für uns entstanden (für andere ist es ein größeres Problem): Der Sender „Sachsen Fernsehen“, über dessen Frequenz wir unsere Sendungen ausstrahlen, ist pleite. Nun ist es ja ein allgemeines Problem, unter dem all die vielen Lokalsender leiden, dass sie sich von Werbeeinnahmen finanzieren wollen, die so aber nicht vorhanden sind. Und so dümpeln die meisten vor sich hin und halten das inhaltliche Niveau, indem sie den Anspruch senken. Denn man kann ja das Niveau steigern, indem man den Anspruch senkt. Ich habe schon über einige Stadtsender die Aussage gehört, man könne ihn nur…

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Liebes Tagebuch,

manchmal ergeben sich bei uns unüberbrückbare Gegensätze. So zum Beispiel, wenn vegetarische und antivegetarische Praktikanten gemeinsam im Einsatz sind. Wie soll man da kochen? Robert zum Beispiel war heute sehr glücklich. Extra für ihn machte Harald Schnitzel. Das war schon mal was! Christines Praktikum war zu Ende und damit auch sein Leid. Wie nennt man eigentlich Leute, die Mahlzeiten nur akzeptieren, wenn mindestens 100 Gramm tote Tiere mit drin sind? Am besten noch im Milchreis. Mir ist aufgefallen, dass ich kein Vegetarier sein möchte, denn dann müsste man pausenlos erklären, wie es dazu kam, welche weltanschaulichen backgrounds dahinter stecken, ob…

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Liebes Tagebuch,

in den letzten Tagen fiel es immer deutlicher auf: Bei uns herrschte eine tolle Stimmung! In der Mittagszeit versammelten sich stets alle möglichen Leute aus dem Haus (zur Zeit kommen ja die MB21- Koordinatoren hinzu), es wurde gekocht, ein Scherz jagte denselben, wir waren sogar ohne Alkohol fröhlich… Eine großartige Zeit!  Aber warum? Lag‘ es an den neuen Akkus für unsere Kameras? Heute früh, als ich beim Zeitschriftenfachverkäufer an der Bushaltestelle meine geliebte Morgenzeitung kaufte (die mit den großen Buchstaben, mit der ich mir immer meine Meinung bilde) und zu buchstabieren begann, wurde mir schlagartig alles klar. In der Schlagzeile…

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Liebes Tagebuch,

Zu einer schönen Tradition gehört es, dass unser Studio jedes Jahr die ersten Plätze der SLM beim Fernsehpreis abräumt. Diesmal schafften es Micha und Wolle mit „Dresdener Monarchinnen“. Ich weiß: Eigenlob stinkt. Aber das sind so Sprüche, die man Kindern beibringt. Im realen Leben gilt eher: Eigenlob bringt’s. Unabhängig davon war heute auch einfach gar nichts weiter los und irgendwas muss ich ja schreiben. Steht so in meinem Arbeitsvertrag. Nun hängen die Auszeichnungen eingerahmt im Foyer. Das hat nichts mit Eitelkeit zu tun. Ehrlich! Senkrecht unter Glas gelagert stauben die Dinger einfach nicht so ein, als wenn sie flach im…

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