Urteil zur Waldschlößchenbrücke: Wie schneller sächsischer Naturschutz zum Eigentor wurde

Nun muss also doch eine Strafe für die Waldschlösschenbrücke gezahlt werden, weil der Planfeststellungsbeschluss laut Gerichtsbeschluss rechtswidrig war. Das Gerichtsurteil kam schon im Juli, bekannt  wurden die finanziellen Details aber erst am 10.12.2016 durch einen Artikel der Sächsischen Zeitung, nachdem der Dresdner Landtagsabgeordnete André Schollbach (DIE LINKE) eine kleine Anfrage dazu geschrieben hatte: Es kostet uns 73 000 € Gerichtskosten, außerdem etwa 250 000 € für Anwälte und Gutachter. Dazu kommen noch die Kosten des Klägers, die „noch nicht beziffert werden“ können. Nur eine grobe Schätzung von mir: Vielleicht kommt so eine halbe Million zusammen. Der Beklagte ist der Freistaat Sachsen. Verteilt auf …

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Drastisch steigende Folgekosten für die Waldschlösschenbrücke

Die Grünen beklagen in einer Pressemitteilung*, dass die Kosten für die Waldschlösschenbrücke „aus dem Ruder laufen“. Wenn man so etwas liest, denkt man ganz automatisch, dass ausgerechnet die Grünen bei Kritik dieser Art besser sehr still sein sollten. Denn dass sich die Kosten für unsere berühmte Brücke deutlich erhöht haben, liegt u.a. auch an diversen Verzögerungsmaßnahmen, die ihren Ursprung im grünen Milieu haben. Zugegebenermaßen zwar weniger bei der Partei „Bündnis 90/ Die Grünen“, sondern mehr bei dem Umweltschutz-Verein „GRÜNE LIGA e.V.“, aber beide Organisationen werden wohl schlecht behaupten können, dass sie gar nichts miteinander zu tun haben. (*Die man leider …

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Der richtige Name für die Dresdner Waldschlösschenbrücke

Eigentlich ist es inzwischen schon wieder Schnee von gestern: Vor kurzem erwähnte der Dresdner Baubürgermeister Jörn Marx, dass „Waldschlösschenbrücke“ nur der Arbeitstitel und gar nicht der offizielle Name der Brücke sei. Die Sächsische Zeitung führte daraufhin sofort eine Umfrage durch, bei der eine klare Mehrheit den bisherigen Namen bevorzugte. Allerdings wurden auch kaum ernst zu nehmende Alternativen vorgeschlagen. Was bei den Namensvorschlägen aber überhaupt nicht mit auftauchte, war der durchaus längst offizielle Name. Zumindest in der Presse wird seit Jahren folgender verwendet: „Umstrittene Waldschlösschenbrücke„. Wenn man irgendwo etwas über das Bauwerk liest, steht da immer „die umstrittene Waldschlösschenbrücke“ – also …

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Aussichtsreiche Gerichtsverfahren II

Am 21.06.2011 beginnt am Sächsischen Oberverwaltungsgericht die Verhandlung dreier Umweltverbände gegen den Freistaat Sachsen wegen dem Planfeststellungsbeschluss Waldschlösschenbrücke (1). Der Normalbürger wird sich an der Stelle möglicherweise verwundert fragen: „Was? Jetzt noch? Das Ding steht doch längst … was gibt’s da noch groß zu verhandeln oder zu klagen?“, aber dieser Normalbürger wird sich noch viel mehr wundern, wenn dann bald der Rückbau dieser Brücke beginnt. Na gut – nicht so bald, wahrscheinlich frühestens nach dem Herbst 2011. So lange könnte sich die Verhandlung mindestens hinziehen. Und so ein Rückbau lohnt sich ohnehin erst, wenn das rückzubauende Bauwerk zunächst erst einmal …

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Ungültige Fotos

Heute wäre mir ja beinahe ein Fehler passiert! Ich war auf dem Elberadweg unterwegs, hatte die Fotoausrüstung mit und dachte an einer Stelle so ganz spontan: Ach ja, wirklich immer wieder ein netter Anblick, könnte man eigentlich auch einmal fotografieren. Also nahm ich die Kamera aus der Tasche … und klick! Dann fiel es mir siedend heiß ein: Direkt hinter mir lag doch die Baustelle der Waldschlösschenbrücke. Und die zerstört bekanntlich eben diesen Blick! Im „Aachener Gutachten“ steht alles über gestörte Blickbeziehungen im Dresdner Elbtal und die hier ist auf jeden Fall futsch. Jetzt hätte ich das Motiv beinahe falsch aufgenommen. Wer hier fotografiert, …

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Kleines Lob auf die Informationspolitik Dresdens

Das Wichtigste zuerst: Das Blaue Wunder wird für PKW auf nur zwei Fahrspuren eingeengt und die Schillerstraße wird für Durchgangsverkehr ganz gesperrt (1). (Update: Stimmt doch nicht ganz – siehe Nachtrag 13.4.2011) Das ist momentan zwar nur ein Vorschlag, aber was ich daran toll finde, ist: Keiner wird nachher sagen können, er hätte von nichts gewusst! Denn sämtliche Unterlagen waren (fast) immer komplett einsehbar und die Bürger konnten sich stets über jedes Detail informieren. Nörgler werden möglicherweise behaupten, die Art der Informationsweitergabe erinnere sie ein wenig an die ersten Kapitel von „Per Anhalter durch die Galaxis“ (siehe Anhang), doch das …

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Unentdecktes Liedgut Sachsens: Die Hymne zur Waldschlösschenbrücke

Da unser Streitthema Nr.1 allmählich in die Endphase übergeht, möchte ich die Gelegenheit nutzen um auf dazu passende Kulturgüter aufmerksam zu machen, welche – möglicherweise berechtigt – unentdeckt in den Weiten des Internets verborgen liegen. Ich weiß nicht mehr, durch welchen Zufall ich ursprünglich auf die Internetseite von Herrn Arnold geriet, auf dem ich folgendes Video entdeckte, jedenfalls war es ein unvergessliches Erlebnis… Warnung! Der Refrain hat extremen Ohrwurm-Charakter und kann noch nach Tagen zu Genervtheitsanfällen führen, weil man es nicht mehr aus dem Kopf bekommt. So wie damals bei „Schnappi“. Das Video (Nachtrag 2013: nicht mehr online) Es könnte sein, …

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Never ending story – Verlängerung!

Ich finde es gut, wie sich die GRÜNE LIGA heute wieder dafür einsetzte, dass eine berühmte Dresdner never ending story hoffentlich noch etwas weiter verzögert werden kann. Ich habe immer Angst vor dem Tag, an dem sie beendet ist. Gähnende Langeweile wird sich in Dresden ausbreiten. Worüber sollen wir uns dann noch künstlich aufregen? Eine Dresdner U-Bahn wäre ein gutes Thema gewesen, allerdings wurde dieser Vorstoß in seltener Übereinstimmung von GRÜNEN und FDP gemeinsam abgelehnt. Schade eigentlich. Hier mal ein kleiner Rückgriff auf einen alten Text* von mir zum Thema, wie sich die Gründe über die Jahre hinweg wandelten, aus …

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Keine Blogvorstellung: „Quo vadis, Dresden?“

Da ich heute noch, statt per Mail zu antworten, einen (letzen ?) Kommentar dort einfüge, der sowieso gleich wieder gelöscht wird, hier die Kopie. (Man will ja nicht alles umsonst getippt haben). Lieber „Eduard“, vielleicht hat es Ihnen noch niemand erklärt, deshalb helfe ich gern aus: Es ist in der Bloggerszene absolut unüblich, sich gegenseitig ständig willkürlich die Kommentare zu streichen oder zu kürzen und das dann in privaten E-Mails langatmig zu erklären. Kurz gesagt: Vor allem Letzteres nervt! Ihre heutige habe ich gar nicht erst durchgelesen. Dazu kommt noch: In Foren und Blogs ist es zwar normal, dass man …

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Poetische Kostbarkeiten

Wie sich vor wenigen Tagen gezeigt hat, akzeptiert die UNESCO gelegentlich doch Brücken in Flusstälern (1). Im Oberen Mittelrheintal darf eine solche gebaut werden, ohne dass das Gebiet damit seinen Status als Welterbe verliert, wie es in Dresden geschah. Nun kann man diese beiden Welterbestätten mit ihren Brückenbauten eigentlich nicht so direkt vergleichen. Am Rhein geht es um einen Abschnitt von fast 100 km, auf dem der Fluss nirgends eine Brücke hat, in Dresden ging es um eine Brücke in der Stadt. Am Rhein hat man sich mit der UNESCO abgesprochen und dabei eine andere Stelle als die ursprünglich vorgesehene …

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