Hatespeech für Waschbären

Screenshot Facebook

Falls man für #NoHateSpeech Beispiele von übelstem Hass im Internet sucht, empfehlen sich die Kommentare des hier gezeigten Facebook-Postings. Beleidigungen wie „Was für ne Nutte! Dummi Sau, gestörte Schlampe“ sind noch das harmloseste. Man findet schnell auch mehrere Morddrohungen: „Ich wünschte mir man würde ihr auf den Schädel schlagen und sie dann Häuten“, „Die sollte man auch zum Abschuss freigeben drecks Bitch“, „Dir würde ich auch gerne die haut vom Leibe ziehen“, „dir sollte man die haut abziehen und an tiere verfüttern“. Teilweise geschrieben unter Klarnamen, Anwälte hätten hier leichtes Spiel. Woran erinnert dieser Tonfall? Ich hatte in den ersten Monaten bei Pegida auf Facebook mitgelesen, wo …

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Einheitspartei und NS-Vokabular: Anmerkungen zum Sachsen-Monitor 2016

Die Glaubwürdigkeit der Medien wird seit den letzten Jahren oft kritisiert. Dabei gibt es Fälle, in denen die Kritiker mit zu pauschalen oder dummen „Lügenpresse“-Vorwürfen völlig übers Ziel hinaus schießen. Und es gibt Fälle, bei denen man resigniert feststellt, dass manche Verlage aber auch wirklich alles tun, um die Vorwürfe noch weiter zu untermauern. So behauptete die Sächsische Zeitung am 18.11.2016 über die Sachsen: „Mehrheit wünscht sich starke Einheitspartei“. Die Ergebnisse des „Sachsen-Monitors“ hätten ergeben, dass hier mehr als 60% diese Einstellung hätten. Aber klingt das nicht ziemlich unglaubwürdig? Wie deckt sich diese Behauptung mit der erlebten Realität? Wenn jemand …

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Pressefreiheit à la Sachsen – wir basteln uns einen Skandal

Mit Bemerkungen wie „typisch sächsische Verhältnisse“ wurde vor zwei Tagen ein Artikel im Netz geteilt, in dem der skandalöse Vorfall beschrieben wird, wie die sächsische Polizei in Heidenau einen Fotojournalisten an der Ausübung seiner Arbeit hinderte. Das Problem daran ist: Ich kann die Beamten gut verstehen und halte den angeblichen Skandal für völlig an den Haaren herbei gezogen. Was ist passiert? Der Autor Roland Geisheimer beschrieb in seinem Artikel „Pressefreiheit à la Sachsen“ den Fall des Fotojournalisten Nick Jaussi. Dieser fotografierte Beamte der 2. Hundertschaft aus Dresden. Einer von ihnen trug ein Abschussgerät für Tränengasgranaten. Nach dem Jaussi die Szene …

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Der Unterschied zwischen Asylbewerbern, Asylberechtigten und anderen Einwanderern

… oder: Warum Winterabschiebungen nicht falsch sind und Sachsen nicht asylfeindlich ist. Viele Medien berichteten gestern über die „Kundgebung für Weltoffenheit und Dialog“ und es war gut, dass damit außerhalb Dresdens die Nachricht ankam: Hier sind gar nicht alle ausländerfeindlich! Egal, ob man Pegida-Besuchern so eine pauschale Ausländerfeindlichkeit tatsächlich nachsagen kann – diese Sichtweise auf Dresden dürfte zumindest teilweise eingetreten sein und insofern kann ein gegenteiliges Signal nicht schaden. Da schon viel darüber geschrieben wurde, muss ich das eigentlich nicht auch noch tun. Zwei Rednern konnte ich bei einem Thema gestern aber nicht zustimmen. Ich weiß nicht, wer der Mann vor Pfarrer Christian Behr …

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Filmkritik: Wahlwerbespots der sächsischen Parteien zur Landtagswahl 2014

Heute soll es in diesem Blog einmal wieder um Kultur gehen, genauer gesagt um Filmkunst. Die sächsischen Parteien haben wegen der bevorstehenden Landtagswahl keinen Aufwand gescheut, um uns auch per TV mit händeringend erwarteter Wahlwerbung zu versorgen. Das Spektrum der Werke reicht von einfachem copy and paste bis hin zu hollywoodreifen Leistungen. Teilweise müssen anstrengende Castings und aufwändige Kostümentwürfe erforderlich gewesen sein. Vorgestellt werden die Filme hier in alphabetischer Reihenfolge – deshalb beginnt es mit der AfD Es mag dem jungen Alter dieser Partei geschuldet sein, dass sie im Video so einen schweren Anfängerfehler begeht – sie hat nicht bedacht, …

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Perfekte Informationsflüsse bei der Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden

Der Informationsfluss zwischen der Stadt Dresden und der sächsischen Landesregierung macht gegenwärtig den Eindruck: Professionell ist anders. Am 04.03.2014 erschien in der Sächsischen Zeitung die Meldung, dass ein Standort für ein neues Asylbewerberheim gefunden wäre. Das gab Anlass zu Kritik, denn dieses Gebäude sollte direkt neben dem Dresdner Gefängnis gebaut werden. Zwei Tage später erzählte Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) in der Stadtratssitzung, das sei gar nicht richtig, man hätte lediglich über verschiedene Standorte nachgedacht, von denen der Hammerweg nur eine Möglichkeit von mehreren gewesen sei. Beschlossen sei gar nichts (siehe Nachtrag).  Heute, also nur 6 Tage später, teilte der Sprecher …

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Piratenpartei Sachsen steht kritiklos hinter Anne Helm

Der sächsische Landesverband der Piratenpartei hat eine äußerst bemerkenswerte Stellungnahme veröffentlicht. Beim flüchtigen Lesen könnte man den Eindruck erhalten, dass sie nur völlig überflüssige Floskeln enthält. Aber wenn man genauer hinschaut und vor allem auch das bewertet, was alles nicht darin steht, dann verschlägt es einem an manchen Stellen regelrecht die Sprache. Der Text nennt sich „Stellungnahme des Landesverbands Sachsen zu den Ereignissen am 13. Februar 2014“. Eine Stellungnahme schreibt man, wenn etwas vorgefallen ist, wofür man kritisiert werden kann. Allerdings findet sich in der gesamten Stellungnahme  kein Wort, wozu man eigentlich Stellung bezieht. Es ist zwar klar, dass es …

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Eine Hymne für Sachsen? Herr bewahre!

„Oh Gott, mach das aus“, rief mein Kollege schon nach wenigen Sekunden. Daran kann man sehen, dass auch wir Atheisten in großen Notsituationen spontan den Herrn anrufen. Aber es war auch ein echter Kulturschock … Dabei ist es eigentlich eine gute Sache, wenn die Jugend wieder singt. Und selbst wenn es sich dabei nur um die Junge Union handelt. Diese trällert auf Parteiversammlungen angeblich begeistert „Heil Dir im Siegerkranz“, allerdings mit einem viel besseren Text von dem Leipziger Dichter Siegfried August Mahlmann (1771 – 1826). Das künstlerisch hochwertige Ergebnis kann man online bewundern Penible Kleingeistern könnten nun einwenden, es sei …

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Sachsen auf den vordersten vier Plätzen!

Aber leider nur in der Liste, die der Bund der Steuerzahler aktuell kritisiert. „Mehr als 1.000.000.000 € Schaden durch die Sachsen LB“ (Zu dem Thema hat Stefanolix schon Anfang des Jahres erklärt, welche negativen Dinge sich hinter dem positiv klingenden Wort „Garantieziehung“ verbergen. Aber laut Information des Freistaates Sachsen sind die dafür notwendigen Zahlungen kein Problem für den sächsischen Haushalt. Na dann: Weiter so!) Ca. 500.000 € Mehrkosten bei einer Sporthalle in Leipzig Möglicherweise 3 Mio € Mehrkosten beim Landratsamts-Neubau in Annaberg-Buchholz Läppische 350.000 € bei einem Freibadrückbau in der Oberlausitz (ausführlicheres in den Meldungen der Sächsischen Zeitung und des MDR) Da hält sich mein Lokalpatriotismus …

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Stanislaw Tillich, die Flutschutzmauer in Laubegast und das Ende der Demokratie

Sächsischer Ministerpräsident schafft Demokratie ab! Solche Schlagzeilen sah ich sofort vor mir, als ich gestern im ZDF heute journal ein Interview mit unserem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich sah. Er beklagte darin, dass Hochwasserschutzmaßnahmen oft durch Bürgerinitiativen verzögert würden. Deshalb will er einen Gesetzesentwurf einreichen, mit dem man sich notfalls über den Bürgerwillen hinweg setzen kann. Das fand Marietta Slomka völlig falsch. Und mir geht es ebenso, denn ich musste sofort an die Diskussion um die Flutschutzmauer in Laubegast denken, die man dann auch gegen den Willen vieler Bürger bauen könnte. Tillich warf hier mehrere Themen in einen Topf. Es entstand der …

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