Greenpeace und Drogensüchtige

Bei Greenpeace erschien in den letzten Tagen ein wirklich beindruckender Text. Unter dem Titel „Glyphosat: Drogenbosse, Komplizen, Opfer“ erklärte die Autorin Stephanie Töwe, dass Unternehmen wie Bayer, Dow, Syngenta und natürlich Monsanto „Drogenbosse“ wären. Über deren „Dealer“, nämlich den Agrarhandel, würden „Süchtige“ mit Drogen beliefert. Diese Süchtigen hängen „an der Spritze, schon lang, schon viel zu lange“. Sie sind „ausgelaugt, kaputt, ohne Zukunft“. Das süchtige Opfer ist laut Frau Töwe die konventionelle Landwirtschaft. Konkret hat zum Beispiel Monsanto mit seinem Glyphosat die „Landwirte (…) angefixt“. Das ist wirklich sehr nett von Frau Töwe, Landwirte als Süchtige einzustufen und sie praktisch …

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Schmalspur-Antikapitalismus: „Wir haben es satt!“

In Berlin waren heute Demonstranten unterwegs, die irgendetwas satt haben. Ganz (un)konkret haben sie „die Agrarindustrie“ satt und fordern den Stopp der industriellen Landwirtschaft & Lebensmittelproduktion und eine Förderung bäuerlicher Betriebe! Weiterhin kann man auf der Website von „Wir haben es satt!“ lesen: Wird unser Essen zukünftig noch von Bäuerinnen und Bauern erzeugt oder von Agrarkonzernen, die auf Agrogentechnik und Tierfabriken setzen und zu Dumpingpreisen für den Weltmarkt produzieren? Wir fordern einen anderen Weg! Wir wollen ökologisch hochwertige und gesunde Lebensmittel von Bauernhöfen mit fairen Preisen und Marktbedingungen weltweit! Wenn man nur kurz darüber nachdenkt, ergeben sich hierzu alle möglichen Fragen. Zum …

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Report München: Brasilianische Bauern sind dumm und können nicht rechnen

Das bleibt zumindest als Aussage hängen, nachdem man das Video „Die EU und der Wundermais“ des ARD-Magazins Report gesehen hat: Da bezahlen die Bauern in Südamerika schon mehr für gentechnisch verändertes Saatgut als für andere Sorten, dann stimmt die versprochene Qualität aber nicht, denn der angeblich schädlingsresistente Mais 1507 wird doch von Insekten befallen, deshalb müssen die Bauern zusätzlich Pestizide kaufen, so dass sogar weitere Kosten entstehen und ihre Gewinne zum Schluss einbrechen. Wie blöd müsste ein Bauer sein, diese unbrauchbare Maissorte jemals wieder zu kaufen? Ein solches Produkt sollte normalerweise umgehend vom Markt verschwunden sein. Aber die südamerikanischen Bauern …

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Schmalspur-Antikapitalismus

Schon wieder ein Aufruf im Postfach, eine Protestaktion zu unterschreiben. Und schon wieder habe ich mich nicht daran beteiligt. „Monsantos Gift verbieten“ wurde vom Verein „Rettet den Regenwald e.V.“ gefordert (dessen Hauptanliegen ich selbstverständlich teile). Ich habe schon mehrfach darüber geschrieben, dass viele Petitionen und ähnliche Aktionen auf einseitigen oder sogar völlig falschen Behauptungen basieren. Das ist leider auch hier wieder so. Trotzdem werden solche Texte offensichtlich ohne jegliche Gegenkontrolle von vielen unterzeichnet. Wenn politische Bürgerbeteiligung sich immer mehr auf solche „Ich engagiere mich“-Quickies verlagert, die man schnell mal am Smartphone erledigen kann, dann gibt das schon zu denken, was …

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Unsinnige Begriffe: Öko- und Biolandwirtschaft

Sicher – irgendeine Bezeichnung braucht man, wenn man einen Zweig der Landwirtschaft von der herkömmlichen unterscheiden möchte. Aber „ökologische Landwirtschaft“ ist ein Widerspruch in sich, denn was bedeutet „ökologisch“ eigentlich? Ökologie ist die Wissenschaft, die die Beziehungen der Lebewesen untereinander und mit ihrer unbelebten Umwelt untersucht. Landwirtschaft vernichtet durch ihren Flächenbedarf aber grundsätzlich zunächst immer erst einmal vorhandene Biotope, also die Lebensgrundlage der dort bisher existierenden Lebewesen. Landwirtschaft ist insofern nie „öko“. Durch Landwirtschaft entsteht immer ein komplett anderer Biotop, der diesen Namen aber meist nicht mehr verdient. Ein reiches Artenleben ist hier aus rein ökonomischen Gründen nicht mehr vorgesehen. …

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Mein ökologischer Fußabdruck … okay, dann kann ich auch Auto fahren

Windenergieanlage

Gemeinsam mit der Sächsischen Zeitung hat die Stadtreinigung Dresden eine Aktion gestartet, bei der man seinen „Ökologischen Fußabdruck“ bestimmen und tolle Preise gewinnen kann. Ich habe den Test bereits ausprobiert und finde ihn im Nachhinein regelrecht witzig. Bei mir kam heraus: „Dein ökologischer Fußabdruck ist 4.52 Hektar. Ein fairer Fußabdruck soll aber nur 1.8 Hektar groß sein. Denn wenn alle deinen Lebensstil haben, benötigen wir 2.51 Erden.“ Das macht mich freilich ziemlich betroffen. Aber das Problem ist, dass ich kaum Ideen habe, wie ich an meinem Lebensstil in der Hinsicht noch etwas verbessern könnte. Denn ich finde, dass ich mich …

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Planmutung auf Erdstrahlen – über die Vermischung von Bio und Eso

Dass einige Menschen Angst vor Barcodes auf Produkten haben, dürfte im Internet bereits die Runde gemacht haben. Warum das dummes Zeug ist, muss ich hier nicht noch einmal erklären. Bemerkenswert daran finde ich etwas anderes: Kunden mit Angst vor Barcodes finden sich ausgerechnet unter Käufern von Natur- und Bio-Produkten. Der Bio-Produzent Rabenhorst hatte von seinen Lieferanten erfahren, dass einige seiner Kunden Bedenken gegenüber Strichcodes hätten und versieht diese nun – genau wie der Kräuterhändler Sonnentor – mit einem „entstörenden“ Querstrich. Das so unsinnige Glaubensrichtungen ausgerechnet unter Bio-Konsumenten verbreitet sind, ist ziemlich erstaunlich. Denn die Einstellung, „Bio“ zu kaufen, würde man …

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Bio-Bier: Etikettenschwindel?

Ein Artikel in meinen Feedreader erinnerte mich heute an einen vor Monaten verworfenen Blog-Artikel: Letztes Jahr fand ich in einem Restaurant auch Bio-Bier auf der Getränkekarte. Der Skeptiker in mir fragte sich natürlich sofort: Wie kann Bier „Bio“ sein? Bier ist – genau wie Wein – ohnehin bereits ein sehr natürliches Lebensmittel. Außer Wasser, Malz, Hopfen und etwas Hefe ist typischerweise nichts weiter drin. Chemikalien kommen nicht mit hinein, wenn man mal von der gefährlichen Chemikalie C2H6O absieht, die beim Brauen mit entsteht. Also was soll hier noch zusätzlich „Bio“ sein? Der Hersteller gab damals an auf seiner Internetseite hauptsächlich …

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Bio- und anderer Wein

Das gestern Abend war also Bio-Wein. Es ist nicht so, dass ich im Internet nachsehen  wollte, wie teuer diese geschenkte Flasche war, ich kannte die Marke lediglich nicht. Ich fand sie hauptsächlich im Angebot von Bio-Weinhändlern. Kein Wunder, dass ich sie nicht kennen konnte! Auf dem Etikett stand “made with organically grown grapes” – also “hergestellt mit biologisch gewachsenen Trauben”. Wie sollen Trauben auch sonst wachsen, wenn nicht biologisch? Und wie kann Wein überhaupt „Bio sein? Wein ist doch – genau wie Bier – ohnehin schon ein sehr natürliches Lebensmittel … Diese Frage stellte vor wenigen Monaten auch ein Dresdner …

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Große Überraschung: „Bio“ ist gar nicht so viel besser

„Überrascht euch das?“, fragt die Sächsische Zeitung heute auf Google+ und Facebook: „Studie: Bio-Lebensmittel sind nur ein bisschen gesünder„. Auch viele andere Medien bringen diese Meldung heute. Also, mich überrascht das gar nicht, denn ich stehe diesem „Bio“- und „Öko“-Gerede schon lange skeptisch gegenüber, wenn Produkte angeblich besser sind, nur weil sie solche Siegel tragen. Denn auch für „normale“ Lebensmittel existieren strenge Kontrollen, mit Naturschutz hat „Bio“ oft genug gar nichts zu tun (z.B. „Bio“-Südfrüchte verbrauchen durch die Transportwege viel Treibstoff) und außerdem scheint man dieses „Bio“-Siegel viel zu leicht benutzen zu können. Ein Beispiel dafür: Vor einiger Zeit verbrachte ich …

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