Gastartikel: Die zerrissene Stadt

Ruine der Dresdner Frauenkirche

Der folgende Text erschien hier im Blog zunächst als Serie drei längerer Kommentare. Ich habe dazu entschlossen, einen Artikel daraus zu machen, da Kommentare durchaus etwas untergehen können. Der Autor Sven Borner betreibt selbst den Blog FreiHafen. Dieser Text entstand im Februar 2016. Die zerrissene Stadt – Teil 1 Kaum eine deutsche Großstadt ist über einen derartig langen Zeitraum und so kontrovers in den politischen und medialen Blickpunkt geraten wie Dresden. Was die Beobachter von außen, vor allem aber die Bevölkerung der sächsischen Landeshauptstadt eint, ist die Wahrnehmung eines tiefen, scheinbar unüberbrückbaren Risses zwischen sich unversöhnlich gegenüberstehenden Teilen der Gesellschaft. Bemühungen, zu …

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Die Einheitsfeier in Dresden zum Desaster machen – wie Pegida den Linksextremen die Arbeit abnahm

Let‘s crash their party! Die Einheitsfeier in Dresden zum Desaster machen – das war ursprünglich das Motto linker Gruppen. Geschafft hat es nun die Gegenseite, der Rest von Pegida. Wahrscheinlich sind die sogar noch stolz darauf. Die Aktion der Linken ging ja etwas unbeachtet unter. Ich selbst war nicht in Dresden, sondern beobachtete die Sache urlaubsbedingt aus dem bayrischen Asyl heraus. Dort drängte sich mir erstmalig der Eindruck auf, dass Pegidianer mit Linksradikalen möglicherweise mehr gemeinsam haben, als beiden Seiten bewusst ist. Es gibt mehrere Ähnlichkeiten. Beide Gruppen haben etwas gegen „die da oben“ und sie lehnen „das System“ ab. In …

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Die aktuellen Pegida-Forderungen sind undurchdacht, unklug formuliert, widersprüchlich, unrealistisch, bereits erfüllt oder gehen am Problem vorbei

(Das ist eine Auslagerung aus dem vorhergehenden Artikel) Pegida-Forderungen im Wandel der Zeit: Es begann im Dezember 2014 mit dem „aus dem vorhergehenden Artikel“, dann kamen am 12. Januar die „aus dem vorhergehenden Artikel (an unsere Politiker)“ sowie die „aus dem vorhergehenden Artikel von ‚United States of Europe’“. Am 15.Februar klebte Lutz Bachmann seine „aus dem vorhergehenden Artikel“ an die Kirchentür und später am 11. August verkündete Tatjana Festerling „aus dem vorhergehenden Artikel (an die deutsche Asylpolitik)“. Die jüngsten 10 Forderungen sind leider teilweise unklug formuliert oder irgendwie undurchdacht, einige sind widersprüchlich, manches ist unrealistisch oder geht am Problem vorbei …

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Zum Jahresbeginn ein paar konstruktive Verbesserungsvorschläge für Pegida

Dieser Artikel ist doch hoffentlich Satire? Ich mache hier nicht ernsthaft Vorschläge für Pegida? Doch, das folgende ist tatsächlich ernst gemeint. Und nein, ich habe keineswegs irgendwelche Seiten gewechselt. Aber wenn es irgendwie dazu beitragen kann, diesen unerträglich festgefahrenen Zustand in Dresden zu beenden, wenn es vielleicht helfen kann, dass meine Heimatstadt im Rest der Welt nicht mehr als die „Hauptstadt der Bewegung“ wahrgenommen wird – warum nicht? Die folgenden Überlegungen darf der erstbeste hier mitlesende Pegida-Sympathisant dem Lutz als eigene Idee verkaufen, der Text steht sozusagen unter Creative Commons – ich lege wenig Wert auf Urheberrecht oder auf eine …

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Tatjana Festerlings Rede war selbstverständlich kein Aufruf zu einer Straftat. Könnte aber so verstanden werden.

Quasi als Kontrapunkt zum Fest der Liebe habe ich mir in den letzten Tagen doch einmal die letzte Rede Tatjana Festerlings bei Pegida angetan. Mein Fazit: Wenn demnächst wieder einmal jemand ein Asylbewerberheim anzündet, kann er sich damit herausreden, durch sie auf diese Anregung gekommen zu sein: „… und es ist natürlich und es ist edel, die eigene Heimat zu verteidigen. Ja und Himmerherrgottnochmal selbstverständlich auch mit Methoden, die der weichgespülte moralisierte Mainstream für nicht anständig hält. Scheiß auf diesen Anstand, der uns durch den Tugendterror der Linken und Grünen und den Duckmäusern und den Sozialisten in den Medien in Dauerschleife vorgekaut …

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Bürgerversammlung „Wie geht es weiter in Dresden?“

Bürgerversammlung in der Dresdner Kreuzkirche

Sicherheitshalber ging ich ohne jegliche Erwartung zu der Bürgerversammlung „Wie geht es weiter in Dresden?“, die am 16.12.2015 in der Kreuzkirche stattfand. Doch wie sich zeigte, war sie auf jeden Fall sinnvoll. Der aus meiner Sicht klügste Gedanke kam vom letzten Redner aus dem Publikum, der sich mit dem Namen Schmidt (*) vorstellte: Wenn man anfangen will mit den Problemlösungen, wäre das Wichtigste erst einmal ein Waffenstillstand. Da hat er Recht. Wie soll eine Diskussion in Gang kommen, wenn kein verbaler Waffenstillstand zwischen den Pro und Kontra-Pegida-Lagern zustande kommt? Derselbe Herr Schmidt sagte aber auch völlig berechtigt: „Wer keinen Dialog …

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Nein, keine 44 Prozent der Deutschen teilen den „Lügenpresse“-Vorwurf von Pegida

Gestern schrieb der „Stern“, eine Forsa-Umfrage würde bestätigen, dass 44 Prozent der Deutschen den „Lügenpresse“-Vorwurf von Pegida teilen. Beim Lesen der Überschrift dachte ich spontan: Wundert mich nicht. Ich sehe selbst auch gelegentlich Gründe zur Medienkritik und habe solche Fälle schon hier im Blog beschrieben. Aber ich bin auch für korrekte Darstellungen und gegen Übertreibungen. Was der „Stern“ gestern verbreitete, scheint nicht zu stimmen. Man muss dazu auch nicht lange recherchieren, bereits der Artikel des „Stern“ stellt die 44%-Aussage selbst ganz anders dar. Gefragt wurde diesem Artikel zufolge „Stimmen Sie diesen Positionen der „Pegida“-Demonstranten zu?“. Zur Position „Die von oben gesteuerten …

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Ein Jahr PEGIDA – und noch immer ist nicht erkennbar, was die eigentlich wollen

Wenn man das Verhältnis von PEGIDA zum Staat auf die Situation in einer Familie herunterbrechen würde, dann würde sich das etwa so abspielen: Er: Ich hab‘s satt. Ich will das hier nicht mehr. Sie: Worum geht es konkret? Was hast Du satt? Er: Nichts konkretes. Ich verspüre einfach allgemein ein diffuses Unbehagen. Sie: Ähm … Er: Ich bin einfach gegen alles hier. Sie: Aber was soll denn anders werden? Wie wäre es Dir lieber? Er: Das ist jetzt Deine Aufgabe, das zu klären. Betrachte meine schlechte Laune einfach als Brücke für Dich, konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten. Sie: (…) Ja … …

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Liebe Außerirdische, schaltet mal bitte eine Parallelwelt für Tatjana Festerling frei!

Das fände ich ziemlich praktisch, denn dort könnten wir Tatjana Festerling spaßeshalber wirklich zur Oberbürgermeisterin wählen, ohne dass hier Schaden entsteht. Anschließend könnten sich die erstaunten PEGIDA-Fans in dieser Parallelwelt mit ansehen, dass ein OB gar nicht so sehr viel ändern kann, vor allem wenn es um Landes- oder Bundesthemen wie Asyl geht, sie könnten miterleben, dass Frau Festerling auch andere übergeordnete Rahmenbedingungen einhalten muss, sie würden erleben, dass wir auch weiterhin die gefürchteten „Asylantenströme“ und „Asylbetrüger” in Dresden hätten … und sie würden irgendwann bemerken, dass sie damals im Juni 2015 bei der OB-Wahl einfach nur einer drittklassigen Trittbrettfahrerin …

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PEGIDA macht Werbung für www.pi-news.net

Man kann es nicht anders sagen: Die Veranstaltung PEGIDA wird immer dümmer und peinlicher. Seit letzter Woche, also seit dem 23.03.2015 macht man dort ganz offen Werbung für „Politically Incorrect“. Und zwar nicht nur auf irgendeinem mitgetragenen Plakat, sondern auf der Bühne: Das muss ich jetzt nicht weiter erklären, oder? Aber für PEGIDA-Besucher ist PI offenbar nur ein völlig harmloser „größter politischer Blog“, weshalb man sich also keine Gedanken bei solcher Werbung machen muss. Man macht sich dort ja ohnehin keine Gedanken, mit wem man sich abgibt. Insofern passt das schon.

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