Die Kunstprojekte „Monument“ und „Lampedusa 361“

Kunstprojekt „Monument“, Dresden, Neumarkt

Der Dresdner Blogger Stefanolix hatte mich bereits vor einigen Tagen gefragt, wann ich denn „meine stadtbürgerliche Pflicht erfülle und etwas zur Kunstaktion auf dem Neumarkt schreibe“? Das hatte ich zum damaligen Zeitpunkt überhaupt nicht vor, weil ich zu Manaf Halbounis Installation „Monument“ nur wenige Sätze sagen konnte, die aber keinen ganzen Artikel ergeben hätten. Diese Sätze hatte ich in den Tagen zuvor zwei oder drei Mal in Facebook-Diskussionen geschrieben, wenn Kritiker behaupteten, diese Kunstaktion sei eine Provokation für Dresden, sie hätte nichts mit dem 13. Februar bei uns zu tun oder man solle das irgendwo anders aufbauen oder wenigstens zu …

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Gastartikel: Die zerrissene Stadt

Ruine der Dresdner Frauenkirche

Der folgende Text erschien hier im Blog zunächst als Serie drei längerer Kommentare. Ich habe dazu entschlossen, einen Artikel daraus zu machen, da Kommentare durchaus etwas untergehen können. Der Autor Sven Borner betreibt selbst den Blog FreiHafen. Dieser Text entstand im Februar 2016. Die zerrissene Stadt – Teil 1 Kaum eine deutsche Großstadt ist über einen derartig langen Zeitraum und so kontrovers in den politischen und medialen Blickpunkt geraten wie Dresden. Was die Beobachter von außen, vor allem aber die Bevölkerung der sächsischen Landeshauptstadt eint, ist die Wahrnehmung eines tiefen, scheinbar unüberbrückbaren Risses zwischen sich unversöhnlich gegenüberstehenden Teilen der Gesellschaft. Bemühungen, zu …

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Piratenpartei Sachsen steht kritiklos hinter Anne Helm

Der sächsische Landesverband der Piratenpartei hat eine äußerst bemerkenswerte Stellungnahme veröffentlicht. Beim flüchtigen Lesen könnte man den Eindruck erhalten, dass sie nur völlig überflüssige Floskeln enthält. Aber wenn man genauer hinschaut und vor allem auch das bewertet, was alles nicht darin steht, dann verschlägt es einem an manchen Stellen regelrecht die Sprache. Der Text nennt sich „Stellungnahme des Landesverbands Sachsen zu den Ereignissen am 13. Februar 2014“. Eine Stellungnahme schreibt man, wenn etwas vorgefallen ist, wofür man kritisiert werden kann. Allerdings findet sich in der gesamten Stellungnahme  kein Wort, wozu man eigentlich Stellung bezieht. Es ist zwar klar, dass es …

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Die Konsequenz der Rostocker Rede Gauck’s auf die Blockaden am 13. Februar in Dresden

Seit Jahren verfällt man in Dresden pünktlich vor jedem 13. Februar in dieselbe Diskussion: Darf man eine angemeldete Demonstration von Rechtsextremen blockieren? Vom Gefühl her schon, von der Rechtslage her nein. Durch die Rede, die Bundespräsident Gauck bei der Gedenkveranstaltung zum 20. Jahrestag der ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen hielt, könnten Blockierer sich ab sofort auf ihn beziehen, denn er sagte: „Allen Rechtsextremisten und Nationalisten, all jenen, die unsere Demokratie verachten und bekämpfen, sagen wir: Wir fürchten euch nicht – wo ihr auftretet, werden wir euch im Wege stehen: In jedem Ort, in jedem Land, im ganzen Staat.“ Diese Aufforderung, sich …

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Sächsische Verhältnisse: Erneut Tausende Demonstranten ausgespäht!

Solche Schlagzeilen sah ich bereits vor mir, als ich dieses Video sah: In dem Film kann man die Gesichter sehr vieler Beteiligter der gestrigen Anti-Nazi-Demo gut erkennen. Ich kann mich noch an die Diskussion aus dem letzten Jahr erinnern, als die Sache mit der Drohne bekannt wurde (1, 2), die immerhin auch mit zwei Kameras bestückt war und so möglicherweise sogar Gesichter der Demonstranten erfassen konnte. Unglaublich! Ein Skandal! Sächsische, also geradezu Orwellsche Verhältnisse! Und jetzt das! Aber Moment …  … das Video stammt gar nicht von der Polizei! Ich finde es interessant, dass seltsamerweise keiner ein Problem sieht, wenn solches …

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Wanderwegmarkierungen für Nazis am Dresdner Elbhang

Ich habe schon oft gehört, dass es in Pappritz ziemlich viele Nazis gäbe. Ob dort wirklich mehr sind als in anderen Ortsteilen von Dresden, weiß ich nicht. Aber wenn man bei einer Wanderung am Elbhang da entlang kommt, könnte man schon stutzig werden: „300.000 Tote Dresden ’45“ – das kann man dort schon lange lesen. Mindestens seit einem Jahr. Und es scheint keinen der Anwohner zu stören, denn sehr oft übermalt wurde diese Schrift anscheinend noch nicht, wenn man mal von der jüngsten, auch nicht viel intelligenteren „Korrektur“ absieht. Selbstverständlich gab es 1945 Tote in Dresden, deren Zahl man heute …

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Wie man mit geistlosen Videoeffekten maximal vom Inhalt ablenkt …

… kann man gegenwärtig auf www.dialog.sachsen.de sehen. Die Seite kannte ich zwar schon, aber wahrscheinlich hatte ich mir das dort enthaltene Video bisher nur mangels Erwartung sinnvoller Aussagen nicht angesehen. Durch den Hinweis auf Blechblog habe ich es nun doch getan und war bereits nach der ersten halben Minute ausreichend peinlich berührt. Keine Ahnung, was unser sächsischer Innenminister Markus Ulbig eigentlich gesagt hat – ich war von diesen selten dämlichen Videoeffekten ausreichend abgelenkt. Irgendwas mit „Antifaschismus ist nicht die Lösung“ (ach so), aber ich erwartete ständig, dass sich Ulbig CSI-Miami-mäßig noch dramatisch die Sonnenbrille aufsetzt. Wollte man mit diesen „hippen“ Kameraeinstellungen, den sinnlosen Perspektivwechseln und den …

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Datenskandal der Sächsischen Polizei, Nachtrag

Der Vollständigkeit halber: Trotz der vorangegangenen Pro-Polizei-Überlegungen kann man natürlich auch sagen, dass solche Funkzellenauswertungen andererseits auch wieder reichlich sinnlos erscheinen. Denn wie schon erwähnt, werden die Leute, welche wirklich Straftaten begehen wollen, ihr Handy einfach ausgeschaltet lassen oder auf entsprechende andere technische Kommunikationsmöglichkeiten umsteigen. Weiterhin werden Straftaten, die unerwartet im falschen Stadtteil passieren, nicht erfasst. Das dürfte bei dem Überfall auf die „Praxis“ in Löbtau der Fall gewesen sein. Dem könnte die Polizei nur durch noch größere abgehörte Flächen entgegenwirken und hätte entsprechend noch länger mit der Auswertung zu tun. Und genau in dem Zusammenhang zeigt das Beispiel des …

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Datenskandal der Sächsischen Polizei – etwas entspannter betrachtet

Vor zwei Tagen brachte die TAZ die Meldung (1), dass bei der Dresdner Anti-Nazi-Demo im Februar von der Polizei auch eine Funkzellenauswertung (FZA) zum Einsatz kam. Mit dieser wurden Standort- und Bewegungsdaten eingeschalteter Handys erfasst, sowie Verbindungsdaten von Telefonaten und versendeten SMS aufgezeichnet. Die Polizei erfasste dadurch (zumindest vorübergehend) in bestimmten Gegenden komplett, wer an der Demonstration teilnahm. Das kann man als Bedrohung der Demonstrationsfreiheit sehen, denn als potentieller Teilnehmer einer Demo wird man es sich insofern künftig möglicherweise gut überlegen, ob man an ihr teilnimmt, wenn doch die Polizei alles überwacht. Als so verhinderter Teilnehmer hat man stattdessen einen …

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Wie man sich mit Petitionen eine Menge Arbeit ersparen kann

Indem man sie manchmal besser gar nicht erst verfasst. Aktuell geht wieder eine Petition in Dresden herum: „Neonazi-Aufmärsche in Dresden: Gegendemonstrationen anerkennen statt kriminalisieren!“ Wir fordern von der Dresdner Stadtführung, endlich das bürgerschaftliche Engagement ihrer Bürger gegen Neonazi-Aufmärsche in seiner Vielfalt zu würdigen. Außerdem fordern wir, legale Möglichkeiten des direkten Protestes gegen mögliche künftige Neonazi-Demonstrationen zu diskutieren und nach sorgfältiger Prüfung auch zu ermöglichen. Bei den nun geplanten Gesprächen über einen angemessenen öffentlichen Protest dürfen die Dresdnerinnen und Dresdner nicht ausgeschlossen werden. Die Bürger dieser Stadt wollen sich in aller Deutlichkeit für ein weltoffenes Dresden einsetzen und den Missbrauch seiner …

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