Die Kunstprojekte „Monument“ und „Lampedusa 361“

Kunstprojekt „Monument“, Dresden, Neumarkt

Der Dresdner Blogger Stefanolix hatte mich bereits vor einigen Tagen gefragt, wann ich denn „meine stadtbürgerliche Pflicht erfülle und etwas zur Kunstaktion auf dem Neumarkt schreibe“? Das hatte ich zum damaligen Zeitpunkt überhaupt nicht vor, weil ich zu Manaf Halbounis Installation „Monument“ nur wenige Sätze sagen konnte, die aber keinen ganzen Artikel ergeben hätten. Diese Sätze hatte ich in den Tagen zuvor zwei oder drei Mal in Facebook-Diskussionen geschrieben, wenn Kritiker behaupteten, diese Kunstaktion sei eine Provokation für Dresden, sie hätte nichts mit dem 13. Februar bei uns zu tun oder man solle das irgendwo anders aufbauen oder wenigstens zu …

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Meine Vorschläge für den St. Georgs Orden 2018: Dieter Bohlen, Batman, und Donald Trump

Beinahe hätte ich als Überschrift gewählt „Schafft endlich diesen schwachsinnigen Orden ab!“, aber das geht nicht, denn ich bin ja erklärter Fan der jährlichen Ordensvergabe beim Semperopernball. Wenn man sich die bisherigen Empfänger ansieht, ist es immer wieder lustig, noch einmal daran zu erinnern, wofür der Karnevals … äh, der St. Georgs Orden des Semperopernball eigentlich vergeben wird: Er wird (…) denen verliehen, die sich wie der Heilige Georg für das Gute in der Welt einsetzen, gegen alle Widerstände, „gegen den Strom“. „Adverso Flumine“ – die Inschrift des hochkarätigen Juwels wird zum Auswahlkriterium seiner Preisträger: Nur die Herausragenden werden am …

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Urteil zur Waldschlößchenbrücke: Wie schneller sächsischer Naturschutz zum Eigentor wurde

Nun muss also doch eine Strafe für die Waldschlösschenbrücke gezahlt werden, weil der Planfeststellungsbeschluss laut Gerichtsbeschluss rechtswidrig war. Das Gerichtsurteil kam schon im Juli, bekannt  wurden die finanziellen Details aber erst am 10.12.2016 durch einen Artikel der Sächsischen Zeitung, nachdem der Dresdner Landtagsabgeordnete André Schollbach (DIE LINKE) eine kleine Anfrage dazu geschrieben hatte: Es kostet uns 73 000 € Gerichtskosten, außerdem etwa 250 000 € für Anwälte und Gutachter. Dazu kommen noch die Kosten des Klägers, die „noch nicht beziffert werden“ können. Nur eine grobe Schätzung von mir: Vielleicht kommt so eine halbe Million zusammen. Der Beklagte ist der Freistaat Sachsen. Verteilt auf …

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Gastartikel: Die zerrissene Stadt

Ruine der Dresdner Frauenkirche

Der folgende Text erschien hier im Blog zunächst als Serie drei längerer Kommentare. Ich habe dazu entschlossen, einen Artikel daraus zu machen, da Kommentare durchaus etwas untergehen können. Der Autor Sven Borner betreibt selbst den Blog FreiHafen. Dieser Text entstand im Februar 2016. Die zerrissene Stadt – Teil 1 Kaum eine deutsche Großstadt ist über einen derartig langen Zeitraum und so kontrovers in den politischen und medialen Blickpunkt geraten wie Dresden. Was die Beobachter von außen, vor allem aber die Bevölkerung der sächsischen Landeshauptstadt eint, ist die Wahrnehmung eines tiefen, scheinbar unüberbrückbaren Risses zwischen sich unversöhnlich gegenüberstehenden Teilen der Gesellschaft. Bemühungen, zu …

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Die Einheitsfeier in Dresden zum Desaster machen – wie Pegida den Linksextremen die Arbeit abnahm

Let‘s crash their party! Die Einheitsfeier in Dresden zum Desaster machen – das war ursprünglich das Motto linker Gruppen. Geschafft hat es nun die Gegenseite, der Rest von Pegida. Wahrscheinlich sind die sogar noch stolz darauf. Die Aktion der Linken ging ja etwas unbeachtet unter. Ich selbst war nicht in Dresden, sondern beobachtete die Sache urlaubsbedingt aus dem bayrischen Asyl heraus. Dort drängte sich mir erstmalig der Eindruck auf, dass Pegidianer mit Linksradikalen möglicherweise mehr gemeinsam haben, als beiden Seiten bewusst ist. Es gibt mehrere Ähnlichkeiten. Beide Gruppen haben etwas gegen „die da oben“ und sie lehnen „das System“ ab. In …

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NABU und Grüne Liga sind gegen den Elberadweg Loschwitz – Wachwitz

Pillnitzer Landstraße, Radfahrer

Hatte August der Starke eigentlich gültige Umweltverträglichkeitsprüfungen für seine Bauprojekte vorliegen? Könnte er heute noch auch nur einen Fußweg an der Elbe bauen lassen? Müssen wir große Teile der Stadt wieder abreißen? Solche Fragen drängen sich auf, wenn man bei heutigen Bauprojekten sieht, von wie vielen Ämtern und Vereinen dazu jeweils Bestätigungen erforderlich sind, auf wie viele Meinungen und Einwände man eingehen muss und wie sich dadurch alles verzögert. Natürlich können solche Meinungen und Bestätigungen einen Sinn haben. Aber in manchen Fällen kann man daran verzweifeln. Beispielsweise wird seit Jahren … nein, inzwischen sogar schon seit Jahrzehnten über den Bau …

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Letzte Bilder vom Doberberg … ohne Staatsstraße S 177

Dresden, Elbhang, Blick zum Doberberg

Nein, ich will nicht gleich behaupten, der Doberberg, sei die schönste Stelle am Elbhang – da kenne ich noch ganz andere. Aber der Doberberg ist eine von den wirklich schönen Stellen am Elbhang. Und wahrscheinlich ist er vielen Menschen noch nicht einmal bekannt. Selbst Wanderer, die von sich behaupten, „Elbhang? Klar! Kenne ich.“, werden bei diesem Namen vielleicht passen müssen. Das liegt daran, dass der Doberberg das südöstliche, etwas entlegene Ende des Elbhanges ist. Geologen werden das vielleicht anders beurteilen, aber jeder Wanderer wird es so empfinden, wenn er erkundet, bis wohin der Jagdweg letztlich führt, oder wenn er den Schönfeld-Weissiger-Bergweg bis zum Ende geht. Dann kommt man …

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Warum Tempo 30 auf der Waldschlösschenbrücke keinen Nutzen für Fledermäuse hat

Seit einem Monat ist auf der berühmtesten Dresdner Brücke wieder Tempo 30-Befehl für die Nachtstunden angeordnet. Jedes Mal, wenn ich dort entlang fahre – und das geschieht nun doch öfter, als ich vor der Eröffnung dachte – jedes Mal denke ich über den Sinn dieser Geschwindigkeitsbegrenzung nach. Aber da gibt es gar nicht so viel nachzudenken, denn einen Sinn hat Tempo 30 dort nicht. Okay, für die Stadtkasse vielleicht dank der Blitzer, aber für Fledermäuse eher weniger. Und das liegt nicht daran, dass es dort gar keine Fledermäuse gibt – doch, die gibt es. Selbst eine Kleine Hufeisennase könnte sich …

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Wie Dresden durch die Grünen vor einer nichtvorhandenen Gefahr gerettet wird

„Kein Glyphosat auf Flächen der Landeshauptstadt Dresden“ fordert „Bündnis 90/Die Grünen im Dresdner Stadtrat“ in einem ihrer aktuell eingebrachten Anträge. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorn, denn so werden wir Dresdner endlich vor einer schlimmen, allgegenwärtigen Bedrohung geschützt. Glyphosat wird auf den städtischen Grünflächen in unglaublichen Mengen versprüht! Das wissen die Dresdner Grünen durch eine Anfrage vom 20.08.2015. Darin fragten sie, „wie viele Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat sowie weitere Pestizide“ auf kommunalen Flächen ausgebracht wurden. Die Antwort enthielt Angaben über erschreckend hohe Mengen: Etwa insgesamt 60 Liter solcher Stoffe werden jährlich in ganz Dresden verteilt! Darunter sind Fungizide (Pilzbekämpfungsmittel), …

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Dresden – Stadt des Irrsinns?

So steht es zumindest heute in der Sächsischen Zeitung. In dem mit „Stadt des Irrsinns“ betitelten Artikel schreibt Sandro Rahrisch, „dass an der Elbe leidenschaftlich zerstört, aber auch genauso sonderbar gebaut wird“. Sein Kollege Peter Hilbert beklagt im Kommentar dazu: „Vorschriften werden hier besonders geliebt“. Als Beleg für diese Selbstbemitleidung dient ihnen die Tatsache, dass Dresden schon sieben Mal von dem Satiremagazin „Extra 3“ besucht wurde, wobei stets ein Beitrag für deren Rubrik „Realer Irrsinn“ entstand. Teilweise war das auch sehr berechtigt von „Extra 3“. Der Unsinn mit dem Rückbau eines Radwegs in der Heide und die unvergessene Baggeraktion von …

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