Glücksatlas 2016: Nein, die Sachsen sind keineswegs unzufrieden

Die Sachsen sind unzufrieden“ betitelt die Sächsische Zeitung einen aktuellen Artikel. Das geht angeblich

„aus dem Glücksatlas 2016 hervor. Im Vergleich mit 19 anderen Regionen in Deutschland belegt der Freistaat wie im Vorjahr nur den 15. Platz.“

Wenn man aber die Quelle, also den „Deutsche Post Glücksatlas 2016“ liest, sieht es ganz anders aus. Wir liegen zwar auf dem 15. Platz, aber: Die Lebenszufriedenheit der Bewohner aller Bundesländer wurde auf einer Skala von 0 – 10 eingestuft. Alle Werte liegen etwa bei 7 und schwanken nur geringfügig um diesen Wert. Das Minimum ist 6,77 (Mecklenburg-Vorpommern) und das Maximum 7,41 (Schleswig-Holstein). Das bedeutet: Alle Werte liegen über 5, man ist also deutschlandweit überwiegend zufrieden. Die Unterschiede zwischen Ost (6,88) und West (7,16) und zwischen den Bundesländern sind eher gering. Aus meiner Sicht sogar erstaunlich gering. Sachsen liegt bei 6,88 nur knapp unter dem deutschen Durchschnitt (7,11), aber entspricht dem ostdeutschen Durchschnitt. Diese geringen Unterschiede von 6,88 zu 7,11 könnte man fast schon als normale statistische Abweichungen praktisch gleicher Werte zu betrachten. Bei der relativ geringen Zahl der Befragten ist das ohnehin nahe liegend: Befragt wurden 2016 (Januar bis Mai) 5.888 Personen. Pro Bundesland sind das im Durchschnitt gerade einmal 368 Personen.

Die Sachsen sind also keineswegs unzufrieden, egal was die Sächsische Zeitung schreibt.


Glücksatlas, Zusammenfassung der Ergebnisse

Ein Kommentar:

  1. Mag durchaus sein, dass diese Unterschiede statistisch signifikant sind. Da gilt der schöne Satz: Signifikanz bedeutet nicht inhaltliche Relevanz …

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