Die Einheitsfeier in Dresden zum Desaster machen – wie Pegida den Linksextremen die Arbeit abnahm

Let‘s crash their party! Die Einheitsfeier in Dresden zum Desaster machen – das war ursprünglich das Motto linker Gruppen. Geschafft hat es nun die Gegenseite, der Rest von Pegida. Wahrscheinlich sind die sogar noch stolz darauf. Die Aktion der Linken ging ja etwas unbeachtet unter. Ich selbst war nicht in Dresden, sondern beobachtete die Sache urlaubsbedingt aus dem bayrischen Asyl heraus. Dort drängte sich mir erstmalig der Eindruck auf, dass Pegidianer mit Linksradikalen möglicherweise mehr gemeinsam haben, als beiden Seiten bewusst ist. Es gibt mehrere Ähnlichkeiten. Beide Gruppen haben etwas gegen „die da oben“ und sie lehnen „das System“ ab. In beiden Fällen, ohne zu wissen, wie eine Alternative aussehen könnte. Das Schweinesystem bzw. Merkel muss weg, schon klar. Und dann? Nun ja, das sind nebensächliche Kleinigkeiten. Eine andere Gemeinsamkeit: politisch ungeliebte Veranstaltungen mit Lärm zu stören. Das ist schon lange ein Betätigungsfeld linker und rechter Gruppen – insofern verwundert es nicht, dass Bachmanns Fußvolk nun dasselbe macht.

Neu ist, dass auch beide Seiten ihre Heimat hassen. Von Linksextremen kennt man ja entsprechende Sprüche und auch nicht extreme Linke erwähnen gern, wie unerträglich das Leben in Sachsen angeblich sei. Da ich diese Einstellung nicht ganz teilen kann (ich gestehe, gern in Dresden zu leben und auch Sachsen halbwegs okay zu finden), rutscht mir in solchen Fällen manchmal fast ein „dann geh doch nach drüben“ raus. Aber das geht ja nun seit 26 Jahren nicht mehr. Also behalte ich solche Gedanken für mich. „Drüben“ gibt’s nicht mehr, das haben sie doch abgeschafft, die da oben. Und nun feiern sie das auch noch, am 3. Oktober. Schlimm! Merkel muss weg.

Aber was ich eigentlich sagen wollte: Pegidianer scheinen ihre Heimat auch zu hassen. Zumindest Dresden. Anders ist es schwer erklärbar, dass sie mit voller Absicht allen eingeladenen Politikern, Prominenten und Medienvertretern am 3. Oktober das Bild vermittelten: Hier in Dresden leben nur minderbemittelte Brüllaffen, die nicht ausdrücken können, was sie wollen, dafür aber Fäkalsprache und die Anwendung von Trillerpfeifen perfekt beherrschen.

Oder gibt es noch eine andere Erklärung als Hass auf diese Stadt, wenn mehrere hundert Leute das ohnehin schon angeschlagene Ansehen Dresdens noch weiter bewusst in den Dreck treten? Na gut: Blödheit. Ja, das klingt auch plausibel. Ist wahrscheinlich auch die realistischere Erklärung.

Moment – will ich damit sagen, man dürfe bei politischen Veranstaltungen etwa keinen lautstarken Protest äußern? Doch, natürlich. Darf man. Es ist sogar wichtig, Protest klar und laut zu äußern. Wenn Protest nur auf den dafür vorgesehenen weit entfernten Stellplätzen geäußert wird, wo man ihn in Form einer Tanzperformance aufführt, für die man sich aus Naturmaterialien kreative Instrumente gebastelt hat, dann geht Protest schnell unter. Sofern die Verantwortlichen dann überhaupt noch etwas davon sehen, werden sie nur feststellen: Ach, die singen und tanzen sogar noch! Na, dann kann’s ja nicht so schlimm sein. Lass uns mal unsere diabolischen Machenschaften weiter umsetzen … Nein, da sind mir zum Beispiel französische Bauern lieber. Die kippen bei einem Protest schon mal mehrere Wagenladungen Gülle vor das nächste Rathaus. So etwas wird wahrgenommen. Deutsche Protestierer, die dagegen nur harmlose kreative Lieder einstudieren, konnte ich noch nie ernst nehmen.

Aber:

Erstens sollte man bei einem lautstarken Protest auch sagen, wogegen oder wofür man überhaupt lärmt. Irgendwo sollte erkennbar sein, was man eigentlich will. Nur Lärm zu machen, wie jetzt in Dresden, ist völlig sinnlos. Das hat doch mit Protest nichts zu tun. Wogegen denn? Was soll der Kritisierte aus einem Trillerpfeifen-Lärmpegel entnehmen?

Und zweitens wäre ein Minimum an gutem Benehmen sinnvoll, wenn man ernst genommen werden will. Mit Rufen wie „Fotze“, „Stinktier“, „Schlampe“ disqualifiziert man sich nur selbst. Kein Politiker muss Leute ernst nehmen, die so auftreten. Ich würde es nicht tun, wenn ich Politiker wäre.

Ein trauriges Beispiel für solche Leute gab es bei einem Zusammentreffen von „hochintelligenten“ Bürgern mit OB Hilbert. Hilbert beschrieb es zwar nachher als nicht ganz so schlimm, aber ich finde es schon ziemlich übel, was dort ablief Wer beim Ansehen dieses Videos kein massives Fremdschämen verspürt …

Hilbert ist dort auch mit vernünftig erscheinenden Leuten im Dialog zu sehen. Dialog ist wichtig, aber mit manchen scheint er nicht mehr möglich. Claudia Roth wurde von mehreren Leuten dabei gefilmt, als sie „Herr wirf Hirn vom Himmel“ zu einem Demonstranten sagte. Einer derjenigen, die das auf YouTube einstellten, beschrieb sein Video mit „Claudia Roth beleidigt Bürger am Tag der Deutschen Einheit in Dresden“.

Nein, das war keine Beleidigung eines Bürgers, sondern völlig angemessen. Und noch harmlos. Was soll man denn auf vorher geäußerten Unsinn wie „Sie betreiben die Vernichtung des deutschen Volkes“ anderes antworten? Manche Bürger scheinen das mit der Demokratie noch nicht kapiert zu haben. Demokratie bedeutet, dass ganz normale, aus unserer Mitte gewählte Menschen unsere Interessen vertreten. Und die haben dieselben Rechte wie wir alle. Wenn ein Bürger also einen Politiker vollpöbelt und beleidigt, dann darf der Politiker prinzipiell genauso zurück schlagen. Wenn der Politiker vernünftig ist, wird er sich zwar sagen, das sei unter seinem Niveau. Aber prinzipiell darf er (oder sie) genauso pampig oder sogar beleidigend werden wie der Bürger, wenn derjenige zu blöd kommt. Dialog auf Augenhöhe. Politiker reißen sich meist zusammen und ignorieren zu dumme Bemerkungen. Schon deshalb, weil meist Kameras in der Nähe sind. Aber toll wäre, wenn sich erregte Bürger ebenfalls sagen würden: Bestimmte Ausdrucksweisen sind unter meinem Niveau.

Ist nun das Image Dresdens endgültig am Boden? Was Bachmanns Jünger am Montag angerichtet haben, wird sich nicht so schnell beheben lassen. Es ist schon deprimierend, mit wie wenig Aufwand diese Leute einen maximalen Schaden anrichten konnten. Ein wenig Zuversicht habe ich trotzdem. Bachmann hatte bei Pegida vor dem 3. Oktober 2500 Trillerpfeifen verteilen lassen. Anwesend bei dem Pfeifkonzert waren nach Schätzungen aber nur 200 – 400 Leute. Das ist nicht nur ein sehr kleiner Bruchteil aller Dresdner, sondern auch nur ein Bruchteil der letzten Pegida-Teilnehmer. Möglicherweise war selbst denen diese Aktion zu dumm.

47 Kommentare:

  1. Ach komm, Frank, reg dich ab. Es war weit weniger dramatisch, als es berichtet wurde. Die Presse hat einen weiteren ersehnten Dresden-Skandal bekommen und alle sind glücklich. Was soll daran schlimm sein, vox populi erschallen zu lassen, wenn es die Adressaten nicht ignorieren können?
    Im übrigens hatten die Protestierer ganz sauber und 1:1 die Demonstrationsmethode von Antifa-Gegendemonstranten übernommen: Ohrenbetäubender Lärm unterbrochen von „Nazis raus“- oder „Weg mit dem Dreck“-Sprechchören.
    Das Problem ist wiedermal die Berichterstattung durch die Medien. Es ist klar, dass es keine netten Bilder und keine schönen Errinernungen an diesen Tag der deutschen Einheit aus Dresden geben sollte.

    Qui bono? Wem nützt die Skandalisierung von politischen Meinungsäußerungen in Dresden? Wem nützt ein „kaputtes Image“ von Dresden? Wem nützt das Schlechtreden von Sachsen? Das sind die interessanteren Fragen.

  2. Die letzten drei Fragen sind tatsächlich interessant. Beim besten Willen und mit aller Fantasie fällt mir darauf keine vernünftige Antwort ein.

    Ich war am 01.10. für satte 5 Stunden überall in der Innenstadt unterwegs und fand das eigentlich ganz nett. Manche Vertretungen der Bundesländer hatten sich verdammt viel Mühe gegeben. Zehntausende feierlaunige Menschen wimmelten um mich herum, einen Nazi habe ich nicht gesehen. Die überirdische (vielleicht schon ein wenig protzige Lichter-Laser-Show am 02.10. war schon beeindruckend. Das alles wäre ja auch mal ne Meldung in den Massenmedien wert gewesen. Aber nein – da stürzt man sich auf die paar komplett Irren vom 03.10.
    Man muss es sich wohl mit erhobenem Haupt und dicker Schutzweste gemütlich machen inmitten des Dresden-Bashing der Nation.

  3. @ Kurt Ernst:

    Im übrigens hatten die Protestierer ganz sauber und 1:1 die Demonstrationsmethode von Antifa-Gegendemonstranten übernommen

    Sag ich ja: Pegida ähnelt seinem Gegner in manchen Beziehungen ganz verblüffend.

    Es ist klar, dass es keine netten Bilder und keine schönen Errinernungen an diesen Tag der deutschen Einheit aus Dresden geben sollte.

    Na klar, eine solche Verschwörung der Medien kann man sich nachher freilich immer noch einreden, wenn man vorher selbst für das Gegenteil gesorgt hat.

    Wem nützt ein „kaputtes Image“ von Dresden?

    Ja, gute Frage. Die hätten sich die „Protestierer“ mal stellen sollen, bevor sie unser Image noch weiter kaputt schrien.

  4. @ Marianne:

    … da stürzt man sich auf die paar komplett Irren vom 03.10.

    Ist das ein Wunder, wenn die sich zur passendsten Zeit so deutlich hör- und sichtbar aufstellten? Aber schön, dass wir uns mit „komplett Irre“ einig sind. Abgesehen davon:

    Man muss es sich wohl mit erhobenem Haupt und dicker Schutzweste gemütlich machen inmitten des Dresden-Bashing der Nation.

    Ja, das ist leider so. Gemütlich finde ich das zwar nicht, aber damit müssen wir nun wohl leben. Ich warte schon auf die nächsten Talk-Shows. Deren Thema ist vorprogrammiert: „Warum immer wieder Dresden?“ oder „Warum ist Dresden so rechts?“. Mal sehen, was die eingeladenen Experten für Erklärungen liefern. Das wird sicher sehr unterhaltsam.

  5. Übrigens will ich nicht behaupten, die Berichterstattung, in der fast nur von den Pöblern die Rede ist, würde ein korrektes Bild von Dresden geben. Ich zitiere mal Holger Zastrow, dem ich hier zustimme:

    Zastrow: In jeder Gesellschaft, an jedem Ort gibt es einen gewissen Prozentsatz an Idioten und Irregeleiteten. Wenn ich die Berichterstattung über uns lese, muss ich aber glauben: Hier leben nur solche Menschen. Was für ein Quatsch und was für eine Anmaßung! Eine Zeitung stellte kürzlich Sachsen auf ihrer Titelseite sogar als braunen Schandfleck dar. Ein ganzes Bundesland wird pauschal an den Pranger gestellt.

    Gab es so etwas schon mal in Deutschland? Vor der Einheitsfeier waren die Zeitungen voll mit Terrorwarnungen und den Protestankündigungen von Radikalen jeder Couleur. Über das Festprogramm und die Gründe, warum wir feiern, war wenig zu lesen.

    Die Welt: Es gab im Vorfeld einen Sprengstoffanschlag auf eine Moschee. Sollen Medien das totschweigen?

    Zastrow: Nein, aber einordnen. Es geht um das Maß. Ob Medien, Politiker, Verbände oder sonstige Multiplikatoren: Alle bewegen sich bereits seit einiger Zeit in einer Empörungsspirale, die immer neue Superlative gebiert, aber mit der Realität nicht mehr viel zu tun hat. Aus jeder Mücke wird ein Elefant gemacht.

    Beispiel Pegida: Diese irrlichternden Pöbler, diese unappetitlichen Typen mit ihren zweifelhaften Biografien und schlechter Kinderstube bekommen eine Aufmerksamkeit eingeräumt, die mit ihrer Bedeutung in der Stadt nichts zu tun hat. Diese Gestalten sind nicht Dresden! Bei der Einheitsfeier standen 300 dieser Leute gegen 550.000 Dresdner. Aber die 300 bestimmen die Berichterstattung und das Bild, das über meine Stadt gezeichnet wird.

    Quelle: Die WELT

  6. Es erstaunt mich immer wieder, wie ein an sich moralisch integrer und überdurchschnittlich intelligenter Mensch partielle Wahrnehmungsstörungen wie Frank offenbart.

    Ist das wirklich nicht mehr möglich, die Dinge in ein vernünftiges Verhältnis zueinander zu setzen?

    Wie groß muss der ideologische Bias sein, damit so einer den Splitter für größer als den Balken hält?

  7. @ Demonstrant: Schon klar – die Mitglieder dieses Trillerpfeifen-Ensembles waren nur lupenreine Demokraten, die sachlich korrekt auf politische Missstände aufmerksam machen wollten.

  8. Stuttgarter Zeitung 06. Januar 2016
    Linke protestieren gegen Dreikönigstreffen
    Begleitet von lauten Protesten hat die rechtskonservative Alternative für Deutschland (AfD) ihr „Alternatives Dreikönigstreffen“ in Stuttgart begonnen. Zwischen 100 und 200 linke Demonstranten versperrten den AfD-Anhängern am Mittwoch den Zugang zum Tagungszentrum

    Beobachter berichteten von eingeschlagenen Scheiben am Kursaal sowie einer gespannten Lage an der Schwelle zur Eskalation.

    Folklore.
    Gab´s nomenklatura-seitig irgendwelche Gefühlsaufwallungen?
    Gab´s Überschriften, die den Mob als „pöbelnde Demonstranten“ bezeichneten?

    Dazu die Bilder von den Polizisten.
    In Stuttgart in Kampfausrüstung, Helm auf, Visier geschlossen. Ist auch nötig. Wenn die Couragierten friedlich protestieren, sollte man nicht ungeschützt in ihrer Nähe sein.
    In Dresden hatten die Polizisten ihre Stoff-Kopfbedeckung auf, die Händen mental in den Hosentaschen. Helm ist nicht nötig, die Pegida-Lahmärsche tun ja niemand was.

    In Stuttgart hat der Nomenklatura-Mob den AfD-Leuten den Zugang versperrt.
    In Dresden hat Pegida den Mob unbehindert durchgelassen.

    In Stuttgart hat der Nomenklatura-Mob ein paar Scheiben eingeschmissen.
    In Dresden haben Pegida-Schluffis nicht mal das hingekriegt.

    Dresden hat durch die Pegida-Lahmärsche gaaanz schlimm an Ansehen verloren.
    Stuttgart durch den Nomenklatura-Mob nicht.

    Das verstehe wer kann.

  9. Ich hab mir mal wieder das Video von Helmut Kohls Besuch in Halle inklusive Eierwurf angeschaut. Damals fanden die Medien solche Proteste total lustig.

    Die Protestierer können kein Image von Dresden kaputtschreien. Das besorgten die Medien. Und zwar seit der Zeit, als die Dresdner Zivilgesellschaft sich für Demonstrationsfreiheit und gegen die Tolerierung des linken Demo-Blockademobs entschied. Und das war vor ca. 8 Jahren. Seitdem wird die Stadt systematisch schlecht geschrieben. Beginnend mit Thierses „sächsischen Verhältnissen“ bis zum Pöbelpack am 3. 10. zieht sich eine Linie durch die politische Berichterstattung über Dresden. Aber das weißt du ja selber.
    Das war also die selbe Prozedur wie immer.

    Irgendwie müssen die Kämpfer gegen Rechts ja ihre Förderanträge begründen. So geht das.

  10. @ Demonstrant: Habe ich irgendwo angedeutet, dass linke Schreihälse okay sind? Nein, ich habe schon im Artikel erwähnt, dass es solche Aktionen von Linksextremen gibt. Von Rechtsextremen aber auch. Es ist in jedem Fall dumm, weil man so die Argumente des Gegners nicht hören will und man sich nicht mit ihnen auseinandersetzen muss. Leider findet man da immer wieder Beispiele. Ich wohne aber in Dresden und deshalb spielt für mich schon der konkrete aktuelle Fall in Dresden eine Rolle. Mag schon sein, dass in Stuttgart und anderswo auch Dinge passieren, aber hier geht es um Dresden. Von Linken gab es zuletzt diesen Vorfall in Dresden – den fand ich genauso peinlich und dumm.

  11. @ Kurt Ernst: Ja, stimmt. Bei Kohl hat man das damals anders bewertet. Und er muss ja oft genug Pfeifkonzerte und ähnliches erlebt haben. Das kann man so bewerten, dass Medien damals – zumindest teilweise – auch schon einseitig berichteten, nur anders herum. Peinliches Benehmen entschuldigt das aber trotzdem nicht. Übrigens finde ich, dass die Berichterstattung jetzt nach dem 3.10. noch relativ harmlos war. Ich hatte schlimmeres erwartet.

  12. Ich meinte mehr den Aspekt, den Kurt Ernst auch angesprochen hat:

    Das besorgten die Medien.

    Es spielt doch überhaupt keine Rolle, was wirklich passiert. Die Medienberichte laufen nicht entlang der Realität, sondern der politischen Vorgaben.

    Dann sind die Gewaltexzesse des friedlichen Mob „friedliche Proteste, an deren Rand …“.
    Die gewaltlosen, von unfeinen Sprüchen begleiteten Pegida-Aktionen sind ein ganz pöser Angriff auf die Demokratie.

    Das passt nicht.

    Ein anderer Fall von AfD und Stuttgart.
    Beim letzten AfD-Parteitag sind einige Hundert Mitglieder des Nomenklatura-Mob mit Eisenstangen und Holzlatten bewaffnet aufmarschiert, mit Ziel den AfD-Parteitag mit Gewalt zu verhindern.

    Hinterher kam ein Artikel in der Stuttgarter Zeitung 30. April 2016
    Kommentar zu Protesten gegen AfD-Parteitag
    Spiel mit der Gesundheit

    … Beginnt mit lipservice und endet mit der Konklusion …
    Wenn eine rechtspopulistische Partei an diesem Tag einen Parteitag veranstaltet, dann tut sie damit alles, um die Bilder zu bekommen, die sie sich wünscht: Steine werfende Chaoten, Polizisten, die Pfefferspray versprühen. Damit spielt die AfD leichtfertig provozierend mit der Gesundheit derer, die er angeblich schützen will: der deutscher Staatsbürger und Polizisten.

    Schön. Oder?
    Wenn die Couragierten gewalttätig sind, sind die Angegriffenen dran schuld.
    Und nein, solche Orgien schaden Stuttgart nicht. Jedenfalls habe ich keinen einzigen Kommentar mit diesem Tenor gelesen.

    Wahrscheinlich hat Pegida was grundlegend falsch gemacht. Anstatt friedlich zu protestieren, hätten die sich mit Eisenstangen und Holzlatten bewaffnen und sich den hohen Herrschaften in den Weg stellen sollen.
    Dann hätten die Zeitungen sicherlich auch geschrieben, dass Tillich, Duhlig, Merkel und Gauck „leichtfertig provozierend mit der Gesundheit derer spielen, die er angeblich schützen will: der deutscher Staatsbürger und Polizisten“

    Natürlich nicht.
    Deshalb ist das wurschtegal, was man tut oder unterlässt.
    Wer im Sinne der Nomenklatura handelt, macht immer alles richtig, egal was er macht.
    Wer gegen die Machthaber handelt, macht immer alles falsch, egal was er macht.

    (Posts mit Links bleiben im Filter hängen. Wer´s nachlesen will, bitte nach den markierten Phrasen googeln)

  13. Beleidigungen nach allen Seiten (frei nach Katz & Goldt)
    oder
    Leipzig ist nicht Dresden

    Wenn man das Gros des Medienechos betrachtet kommt man zur Ansicht : Ja, es stimmt, es war ein Desaster. In der WELT vom 5.10.2016 liefert Thomas Schmid dazu eine ganz steile These :

    Dresden ist zur Probebühne und zum Exerzierplatz sprachlicher Entgleisungen und völkischer Tabubrüche geworden. … hat man sich auf Samtpfoten doch wieder der des Dritten Reiches genähert.

    Als Beispiele nennt er „Haut ab“ und „Volksverräter“. Eine Seite weiter rückt Holger Zastrow das Bild gerade, Frank brachte es oben. Ich stimme Zastrow zu; bis auf seine wüsten Beschimpfungen der Pegida-Leute. Das reiht sich nahtlos hier ein:

    Manfred Haferburg bei Achgut:
    Den Journalisten ist es zwar recht, wenn der stellvertretende Bundeskanzler dem „Pack“ den Stinkefinger zeigt oder der Bundespräsident den Andersdenkenden das „dunkle Deutschland“ zuweist. Auch sind Titulierungen wie „Nazis in Nadelstreifen“ oder „Nazis aus der Mitte“ von Politikerseite scheinbar salonfähig. Dass es hier und da aus dem Wald genauso – oder zumindest ähnlich – heraus schallt, wie man hinein ruft (Gabriel: „Pack“, Tauber: „Arschlöcher“, Bartsch: „Idioten“, Stegner: „Hohlköpfe“ ) scheinen die Damen und Herrinnen vergessen zu haben.

    Ich stimme auch Kurt Ernst zu, sein Cui Bono ist interessant. Das Ausschlachten der Dresdner Vorkommnisse geht soweit, daß ein Elian Ehrenreich in der WELT vom 6.10.2016 zwei Städte gegeneinander ausspielt, Titel : Leipzig ist nicht Dresden.

    Frank : … drängte sich mir erstmalig der Eindruck auf, dass Pegidianer mit Linksradikalen möglicherweise mehr gemeinsam haben, als beiden Seiten bewusst ist. Es gibt mehrere Ähnlichkeiten. Beide Gruppen haben etwas gegen „die da oben“ und sie lehnen „das System“ ab.

    Mit dem Pegida-Spruch „Merkel muß weg“ halten sich die Linksextremen gar nicht erst auf, da muß gleich das ganze Schweinesystem weg. Bei den Pegidianern wird immer das Deutschlandlied dargeboten, da kann von „Heimat hassen“ keine Rede sein.
    Aber Gemeinsamkeiten waren doch schon länger zu erkennen:
    – Ablehnung von CETA und TTIP
    – Deutschland soll die NATO verlassen
    – Extremer Antiamerikanismus
    – Affinität bis Bewunderung Putin betreffend.
    Und gerade diese machen mir Pegida äußerst suspekt.
    Apropos suspekt, da komme ich doch zu dieser meiner zweitliebsten Grünen :

    Frank :
    Claudia Roth wurde von mehreren Leuten dabei gefilmt, als sie „Herr wirf Hirn vom Himmel“ zu einem Demonstranten sagte. … Nein, das war keine Beleidigung eines Bürgers, sondern völlig angemessen. Und noch harmlos.

    Voraus gegangen war dem im Franks Artikel verlinkten Video diese Szene.
    Hier wurde Bezug genommen auf ein zurückliegendes Ereignis :

    Peter Grimm auf Achgut : Eigentlich kann die Frau, die protokollarisch zu den höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik zählt, bekanntlich gegenüber etwas derber formulierenden Demokratieverächtern auch äußerst tolerant sein. Ende letzten Jahres machte es ihr wenig aus, in einer Demonstration mitzulaufen, in der Deutschland, Du mieses Stück Scheiße“ und „Deutschland verrecke“ skandiert wurde.

    Sie hat zwar nicht selber skandiert, aber es hingenommen : Die Beleidigung unseres Landes !!
    I.Ü. hat Broder dieses und die Dresdner Vorkommnisse trefflich kommentiert.
    Nachbemerkung
    Heute lese ich in der DNN :

    Die kirchliche Nachrichtenagentur epd berichtete, die Staatsanwaltschaft ermittle nach den Protesten gegen die Einheitsfeier in 79 Fällen. Es handle sich dabei vor allem um Delikte wie Körperverletzung, Sachbeschädigungen und Beleidigungen.

    und höre später im Radio, daß 20 Linksverdrehte (meine Wortwahl) angezeigt wurden „wegen des Tragens von verfassungsfeindlichen Symbolen“ (frei nach Rössler). Man darf gespannt sein ob man von den restlichen 59 Fällen noch was hört.

  14. Ich habe mir im Februar diesen Jahres als Nicht-Dresdener einmal etwas ausführlichere Gedanken zur Situation in der Landeshauptstadt gemacht. Ich hatte den Text in drei Teile gegliedert und stelle den, wenn es genehm ist, auch einmal in drei Kommentaren ein. Also dann…

    Die zerrissene Stadt (Teil 1)

    [der Text wurde verlegt in einen eigenen Artikel, Anm. F. Nagel]

  15. Unvollkommene Maßnahmen zur Verhinderung des Wahnsinns
    aber es wird gebraucht zum Schlechtwerden

    Frank :Wenn ein Bürger also einen Politiker vollpöbelt und beleidigt, dann darf der Politiker prinzipiell genauso zurück schlagen. … Politiker reißen sich meist zusammen und ignorieren zu dumme Bemerkungen.

    Andere sammeln sowas.
    In einem Wartezimmer las ich es kürzlich.

    stern : Bis zu 100 Mails mit schweren Beleidigungen und massiven Bedrohungen erreichen sie pro Woche. In ihrem Bundestagsbüro füllen die Zuschriften inzwischen ein Regalbrett mit dicken Aktenordnern. Was auf ihrem Facebook-Account an Hasskommentaren aufläuft, ignoriert Roth zumeist – aus Selbstschutz. „Ich kann mir das nicht ansehen. Wenn ich nachts da drüber gucke, wird mir schlecht.“ …
    In ihrem Berliner Büro hat sich Claudia Roth eine Art Gegenwelt geschaffen. Gegen das Deutschland da draußen, das sie immer öfter als kalt und brutal erlebt. Eine Phalanx von Grünpflanzen verbreitet exotische Dschungelatmosphäre, die Stühle sind mit bunten Stoffen bespannt. Ein großer, alter Holztisch sorgt für Wohnlichkeit. Die Mitarbeiter erzählen, dass sie ihrer Chefin 90 Prozent der Hass-Post gar nicht erst zeigen, weil die sonst wahnsinnig würde.

    Also 90% der Haßmails werden aussortiert, aber uns´ Claudia checkt nachts ihr Facebook, ungefiltert. Sollte da nicht auch was dabei sein zum „Wahnsinnig werden“ der Claudia!?
    Ihr Büro hat hier keine Kontrolle, diesbezügliche Versuche der Verhinderung des Wahnsinns sind also unvollkommen und damit letztendlich wirkungslos. Deshalb nehme ich Claudia Roth beim Wort. Obwohl

    Roth : Ich kann mir das nicht ansehen.

    braucht sie das zum Schlechtwerden.

    Roth : Wenn ich nachts da drüber gucke, wird mir schlecht.

  16. @ Michael_DD: Claudia Roth ist durch ihre ganze Art leider nicht ganz unschuldig an ihrer Kritik. Mir fällt es oft auch schwer, sie ernst zu nehmen. Vor kurzem las ich die Schilderung eines ostdeutschen Grünen aus der Zeit nach der Wiedervereinigung, wie er C.R. kennen gelernt hatte, wie ihre ersten Besuche bei Grünen in Mecklenburg abliefen. Sie muss ständig nur hoch emotional und verheult gewesen sein, die meisten Ost-Naturschützer sollen ziemlich verwundert reagiert haben. Ich habe mir den Artikel leider nicht gespeichert. Andererseits sind aber solche dummen Hassmails trotzdem nicht zu entschuldigen.

    Dass sie Facebook selbst liest und zu dumme Kommentare dort nicht von jemandem löschen lässt, kann man so und so sehen. Man könnte sagen: Selbst schuld! Man könnte aber auch sagen, das sei gut, wenn sie es selbst liest. Denn es gibt genügend andere Politiker, die ihre Facebook-Kommentare anscheinend nie lesen, zumindest nie darauf reagieren. Renate Künast ist so ein Fall. Sie erhielt im Vorfeld des von ihr mit unterstützten „Monsanto Tribunals“ jede Menge Kritik (überwiegend sachlich formuliert) dafür. Reaktionen: Null. Ein anderer Fall: Martin Dulig. Seine Facebook-Seite lässt er von jemandem betreuen. Reaktionen, die nicht nur unter seinem Namen, sondern wirklich einmal erkennbar von ihm selbst kamen: Anscheinend auch Null.

    Insofern ist mir C.R. da schon lieber. Sie muss eben nur noch lernen (was sie schon längst hätte lernen müssen), nicht alles ernst zu nehmen. Zu dummes Zeug muss man nicht beachten. Löschen und fertig. Man kann es aus verschiedenen Gründen auch stehen lassen. Aber man muss nicht auf alles eingehen. Das mache ich ja hier im Blog auch so – ich muss nicht jedes Stöckchen apportieren, was man mir hin wirft. Und es gibt die bewährte Regel „don’t feed the troll“. (Das betrifft jetzt nicht Ihre Kommentare – wenn ich da nicht jeden beantworte, liegt es daran, dass es nicht immer etwas anzumerken gibt).

    Übrigens: Man kann zu dumme Hassmails oder -kommentare durchaus auch sammeln. Es ist nur die Frage, wie man damit umgeht. Henryk M. Broder hatte das eine ganze Weile getan und auf einer extra Seite (die ich jetzt nicht mehr finde) immer Briefe von Lesern veröffentlicht, die ihn kritisieren wollten. Das war manchmal oft ziemlich witzig. Jan Böhmermann hatte auf seinem YouTube-Kanal eine ganze Weile die „Die große Kommentare-Kommentier-Show“, in der er Zuschauerkommentare ironisch zurück kommentierte. Da waren auch ähnlich blöde Sachen wie bei C.R. dabei. Doch er hat besser darauf reagiert. Aber das ist sicher nicht jedermanns Sache.

  17. @Frank : Sie meinten sicher meine Kritik an Roth.
    Wenn´s nur ihre Art wäre würde Spott ausreichen. Ich hatte sie am 6.Oktober hier im Thema wegen ihrer Gesinnung kritisiert. Fragen dazu von Seiten eines offensichtlichen Pedigisten, welche sie unbeantwortet lies, waren ja der Auslöser für die häßlichen Szenen vor und hinter der Absperrung. Diese ihre Gesinnung hat übrigens eine Konstante.
    Den Artikel mit der Heulerei nach der Wiedervereinigung hätte ich gern gelesen.
    Was Broder betrifft, er kann ja gut austeilen und er macht Kritik an seiner Person bzw. Veröffentlichungen einfach zu einem Teil seiner Arbeit. Das ist so i.O., hier hat er mal kommentarlos entsprechendes auf Achgut eingestellt.
    Ähnlich, zur Arbeit gehörend, sind die Briefe an die Leser der Titanic.
    Wenn Roth meint, Haßmails ausdrucken und abheften bzw. lassen, gehöre zu der ihren, finde ich das ziemlich dämlich. Man könnte dahinter auch eine Art von SadoMaso vermuten.

  18. Den Artikel mit der Heulerei nach der Wiedervereinigung hätte ich gern gelesen.

    Ich habe gerade noch einmal nachgedacht, wo das war. Hier ist der Artikel: „Die bitteren Tränen der Claudia Roth„.

  19. PischtieHufnagel

    Nun hat es in Freiburg diffundiert. Ein Fall von nur lokaler Bedeutung, weshalb der ÖR auf eine Berichterstattung verzichtet.

    Und das ist gut so.
    Hätte der Muslim gesagt „Merkel muss weg!“, ja das wäre eine Aufklärungskampagne wert.
    Doch er hat nur gemordet, kein Grund zur Aufregung also.

    Wir wollen nicht nur meckern.
    De Maiziéres Statistikfuzzis werden auf für das Jahr 2016 die übliche Zunahme ausländerfeindlicher Gewalt melden. Einen Fall gab es gerade in Freiburg.
    Das Opfer hat sich gewehrt.

    Dümmerland im freien Fall.

  20. @ Pischtie Hufnagel: Es ist doch immer wieder schön, wenn Kommentare auch etwas mit dem Artikel zu tun haben 😉

  21. PischtieHufnagel

    Doch, Frank, hat.

    Jede Unmutsäußerung der Eingeborenen wird mit Megaphonstärke zur Staatsgefährdung aufgeblasen.
    Bei tatsächlichen Verbrechen kommt jedesmal von der Obrigkeit Wortnebel, Abwiegelungen, Verschweigen.

    Über das besagte Verbrechen haben die meisten Online-Ausgaben der Zeitungen berichtet, das ja. Die meisten haben nicht vergessen anzuhängen, was wir bei der Menge muslimischer Verbrechen schon auswendig kennen (Einzelfall …).
    Die ARD hat es nicht mal gemeldet.

    Friedliche Demonstranten sind der Aufreger. Das wird nicht nur gemeldet (was ja sein soll), dass wird auch und gerade von den Öffis ausführlich „kommentiert“.
    Mehrfach. Tagelang. Die Welt geht unter
    Mord ist nicht mal eine Erwähnung wert, diese Lappalie.

    Ich weiß schon, dass Dir bei solchen Fällen nicht auffällt, wie ungleichmäßig die Gewichte gelegt sind. Was nichts am Zustand ändert.

  22. PischtieHufnagel

    Wahnsinn oder?
    Die Muslime begehen ein Verbrechen nach dem anderen. Gerade eben haben die in Berlin diffundiert. Neun Tote.
    Unsere Nomenklatura wird auch diesmal einen Dreh finden, die Sache rhetorisch mit Pegida zu verknüpfen, hilfsweise mit der AfD.
    Mörderverstehen Ranga Yogeshwar wird den Rest erledigen. Hat er bisher immer hingekriegt, wird er auch diesmal schaffen.

    Wie sieht es bei Dir aus, Frank, wirst Du auch diesmal die Propaganda kritiklos übernehmen?
    Ist das wirlich nicht zu erkennen, dass friedliche (böse Worte sagende) Demonstranten vielleicht doch nicht unser Hauptproblem sind?

    Wie viele Menschen sind in den letzten 3 Jahren durch Pegida-Spaziergänger zu tode gekommen?
    Wie viele durch Muslime?

  23. @PischtieHufnagel: Toll, dass Du mehr weißt als alle anderen. Ob die Täter in Berlin Muslime waren, war gestern Abend, als Du diesen Kommentar verfasst hast, noch gar nicht klar. Und darüber ist auch jetzt noch nichts bekannt. Ja, kann sein, dass es Muslime waren. Aber wollen wir mit der Bescheidwisserei nicht erst einmal so lange abwarten, bis konkrete Erkenntnisse vorliegen?

  24. Nachtrag: Inzwischen gibt es tatsächlich entsprechende Erkenntnisse – der Attentäter scheint aus Pakistan zu stammen und ist anscheinend über die Balkanroute nach Deutschland gekommen. Wundert mich nicht. [Korrektur 17:30 Uhr: Inzwischen wissen wie wieder nur, dass wir nichts wissen. Warten wir doch einfach erst einmal die Ermittlungen ab]

    Abgesehen davon – was soll dieser Kommentar von Dir? Habe ich hier jemals behauptet, es gäbe keine Gefahr durch Islamisten? Habe ich hier jemals behauptet, es sei toll, dass ohne Passkontrolle möglichst viele Unbekannte einreisen? Nein, das habe ich nicht. Aber hier im Artikel ging es konkret um dümmliche und niveaulose Verhaltensweise einiger Demonstranten in Dresden. Das war hier das Thema. Dieses negative Ereignis wird nicht besser, nur weil es irgendwo anders noch negativere Vorkommnisse gab oder gibt. Von dieser Relativierungs-Methode habe ich noch nie viel gehalten (auch nicht auf der linken Gegenseite). Wenn wir so herangehen, können wir unsere Rechtsprechung komplett umstricken – dann kann vor Gericht jeder freigesprochen werden, sobald irgendwo im Land ein noch schlimmerer Vorfall bekannt wird. Da können wir auch die Täter aus Berlin freisprechen, weil sicher irgendwo jemand einen noch größeren Schaden angerichtet hat. Zum Beispiel hat der für das Zugunglück von Bad Aibling verantwortliche Fahrdienstleiter eine ähnliche Anzahl von Toten, aber deutlich mehr Verletzte ausgelöst. Was würdest Du sagen, wenn nun jemand erklärt, dann sei ja der Anschlag in Berlin nicht so schlimm und der Attentäter von Berlin solle nur eine geringere Strafe als der Fahrdienstleiter bekommen, also weniger als dreieinhalb Jahre Haft.

    Nein, jedes negative Ereignis, jede falsche Verhaltensweise steht für sich und muss unabhängig von anderen gewertet werden.

  25. „Nein, jedes negative Ereignis, jede falsche Verhaltensweise steht für sich und muss unabhängig von anderen gewertet werden.“

    Sicher, Frank, der Mord von Herrn ABC rechtfertigt nicht den Diebstahl von Frau XYZ.
    Was nichts daran ändert, dass Du dich mit Pegida hoffnungslos verhoben hast.

    Im Ton waren Deine Artikel ganz in Ordnung.
    Über den Inhalt müssen wir nach den letzten Ereignissen nicht weiter reden. Zumal schon lange (habe jetzt keinen Trieb das Archiv zu durchsuchen) der Hinweis zu Splitter und Balken kam.
    Dazu hast Du dich gemein gemacht mit Hetzern, die auch verbal maßlos überzogen haben.
    Wenn, um im Land zu bleiben, Tillich und Müller-Steinhagen (um die Aufzählung auf die übelsten Figuren zu beschränken) gegen friedliche Demonstranten Gift und Galle schleudern und gleichzeitig Mörder und Vergewaltiger mit Samthandschuhen anfassen, da stimmt das ganze schon im Ansatz nicht.

    Über die Freunde von Globuli und Chemtrails machst Du deine Witze. Nur sind Deine Pegida-Artikel auch nicht rationaler als solche Dinger wie Globuli und Chemtrails.

    Shit happens. Jeder hat wohl seinen blinden Fleck.
    Wäre trotzdem nicht verkehrt, wenn Du mal für Dich selbst eine Abwägung vornehmen würdest. Zumal ja Deine anderen Analysen lesenswert sind. Sehr lesenswert.

    Die Stadtverwaltung hat heuer Betonklötze vor dem Striezelmarkt aufgestellt. Zur Gefahrenabwehr.
    Leider wird die Gefahr nicht näher spezifiziert. Deshalb wissen wir nicht, ob Mordanschläge von Pegida-Spaziergängern oder Muslimen drohen.

    Auf der anderen Seite. wenn wir uns die Hetzreden von Tillich und Müller-Steinhagen anhören, gibt es keine Zweifel, wer die Mörder sind: Pegidateilnehmer.

    Damit es keiner vergisst:
    Pegida schürt diffuse Ängste.

  26. Wir können hier gern noch lange Äpfel mit Birnen vergleichen. Aber was solls – da ich mich also laut Expertenmeinung „mit Pegida hoffnungslos verhoben“ habe, kann Pegida logischerweise nur die Inkarnation der Vernunft und des guten Benehmens sein. Ich komme mit diesem Irrtum klar.

    Übrigens gibt es für Deine Argumentationstechnik auch einen Fachbegriff

  27. Wird gern verwendet, das Whataboutism. Anstelle von „ich kann nicht mehr gegenhalten, halt doch endlich die Klappe“.

    Gerade wurde bekannt, dass ein hochqualifizierter Arzt und Naturwissenschaftler in Augsburg mit der Sohle voraus in einen Kinderwagen getreten hat.
    Wie heißt unser Problem?
    Pegida.

  28. Wenn ich den ganzen Tag nichts anderes zu tun hätte und meinen Lebenssinn darin sähe, könnte ich sicher irgendwas gegenhalten. Aber was sollte das für einen Sinn haben bei Leuten, die in Kommentaren nie beim Thema bleiben, sondern ständig völlig andere und neue Nebenthemen einwerfen? Schade um die Zeit. Ich denke, ich sollte hier wieder öfter einmal Punkt 3 anwenden.

  29. PischtieHufnagel

    Andere haben eine ganz andere Sichtweise als Frank. So titelten zum Beispiel die Dresdner Neuesten Nachrichten

    Kaum Protest gegen Nomenklatura am Tag der Widervereinigung

    Dort bedauert der Autor
    Kaum 400 Menschen sind am Sonntag gegen den Besuch der Partei- und Staatsführung in Dresden auf die Straßen gegangen.

    Mehr als 18.000 Studenten und Hochschulmitarbeiter hätten die Einladung bekommen, und kaum einer hatte sich beteiligt.

    Immerhin hat die Versammlungsbehörde besonnen gehandelt. Den Pegida-Leuten war es den Auflagen entsprechend gar nicht gestattet weiterzugehen. Dennoch ließ die Versammlungsbehörde die Demonstration bis zur Protokollstrecke weiterziehen, “so dass ein Protest in Sicht- und Hörweite möglich war“.

    Recht so! Papier ist geduldig.
    Und die Auflagen für die Vitrine.
    Wenn es um die gute Sache geht, kann man den Kram ignorieren.

    Nur eins verstehe ich nicht.
    Wenn die Versammlungsbehörde die Pegida-Proteste in Sicht- und Hörweite zugelassen hat, warum hat Courage Hilbert nicht die Versammlungsbehörde bestraft, sondern stattdessen Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz untersagt, als Versammlungsleiter in Dresden aufzutreten.

    Ich kann mir keinen Vers drauf machen.
    Frank, hast Du eine Erklärung dafür?

  30. PischtieHufnagel

    Die letzten Event-Meldungen aus Manchester und London.

    Ich verstehe wirklich nicht, wie man das Zwiedenken lebt.
    Egal wie oft die Muslime morden, die Politik sagt uns dass wir das akzeptieren müssen. Und dass wir so tun sollen, als hätten wir es nicht bemerkt (sonst hätten die provenienzlosen Terroristen ihr Ziel erreicht).
    Wenn ein paar Pegida-Leute zwar laut, aber absolut gewaltfrei rumpöbeln, wird das wochenlang in den Talk-Shows durchgekaut; von Politik und Medien als furchtbare Tat gebrandmarkt, gegen die wir uns mit allen Mitteln zur Wehr setzen müssen.

    Kann mir Dummerle jemand erklären, wie man das lebt ohne dabei wahnsinnig zu werden?
    Oder muss man wahnsinnig sein, um diese Doppelstandards zu kreieren?

  31. Ein kleiner Hinweis: Es ist sicher ein schönes Hobby, mich hier stets auf tagesaktuelle Ereignisse hinzuweisen, aber viel Sinn hat das nicht, denn ich habe selbst Internet. Die ständigen Terrorfälle bemerke ich auch. Aber die haben, zumindest hier in meinem Fall, nichts mit Zwiedenken oder Doppelstandards zu tun (*). Es sind ganz einfach zwei verschiedene Themen. Ich akzeptiere es nicht, eine negative Sache zu verharmlosen, indem man sagt, da gäbe es ja noch wesentlich schlimmere Sachen. Man wird da immer eine noch negativere Sache finden. Mit der Methode kann man dann alles entschuldigen.

    (* bei gewissen Talkshows sehe ich das auch anders, aber schaue ich mir meist nicht mehr an)

  32. PischtieHufnagel

    Jetzt ist erst mal ein paar Tage lip service angesagt.
    Wenn Gras über die Sache gewachsen ist, ungefähr in zwei Wochen, werden uns Partei und Regierung wieder vollumfänglich, engagiert und ausführlich über die Schlechtigkeit dieser Pegida informieren.
    Ich höhre in meinem geistigen Ohr schon, wie Tillich und de Maiziére mit bebender Stimme und ehrlichem Zorn die Pegida-Barbarei verurteilen.
    Nicht irgendwie, sondern auf Basis von Daten und Fakten.

    Da ist doch so ein Pegida-Fuzzi wieder über den Rasen gelatscht, und das irgendwieviel Jahre nach Auschwitz. Abstreiten zwecklos, alles fotodkumentarisch belegt.

    Oder die Gewalt gegen die Lügenmedien.
    Das ist noch besser belegt. Nicht nur die Fotos, sondern durch Aussagen von extrem glaubwürdigen Zeugen, sog. „Journalisten“.

    Hier muss wieder mal die GSG-9 durchgreifen!
    Zum Ausgleich wird man es bei der Strafverfolgung gegen die Hamburger Verbrecher ruhiger angehen lassen. Genauer gesagt, der Gewalt- wird wieder die übliche Strafvereitelungsorgie folgen.

  33. “ Tillich und de Maiziére mit bebender Stimme und ehrlichem Zorn „

    Logo.
    Irgendwie müssen die plausiblisieren, dass auch im nächsten Jahr der Krampf gegen Rechts mit ein paar Hundert Millionen gesponsort wird – und dass es für den Kampf gegen Links nicht einen einzigen Cent gibt.

    Die absolut gewaltfreie Pegida-Aktion am 3. Oktober ist in den Augen von Tillich und de Maiziére viel schlimmer als die Gewaltorgie ihrer Genossen gerade in Hamburg.

  34. PischtieHufnagel

    Genauer gesagt, der Gewalt- wird wieder die übliche Strafvereitelungsorgie folgen.

    Schon passiert.
    Alle Verbrecher auf freiem Fuß.

    Nächste Woche kommt der Fall ins mediale Abklingbecken.
    Im September geht er dann wieder los – der Krampf gegen Rechts.

    Und keinem fällt was auf.

  35. PischtieHufnagel

    Unser Lügenpresse hat den Bezug zur Realität komplett verloren.

    Auf übelste beschimpft“ wurden die Genossen der Partei- und Staatführung am 3. Oktober, lesen wir heute wieder mal. Mehr ist in den letzten Monaten offenbar nicht passiert.

    Die Katastrophe ist nicht etwa, dass mit Merkels Machtübernahme die Strafverfolgung gegen gewalttätige Linksextremisten eingestellt wurde, dass diese Verbrecher seit 12 Jahre ungestraft prügeln und brandschatzen dürfen.
    Die Katastrophe ist nicht der Gesinnungsterror gegen Andersdenkende.
    Nein, in den Augen der Lügenpresse ist es eine Katastrophe, dass einige Leute sich rausnehmen die Unterstützer und Nutznießer des linken Terrors „aufs übelste zu beschimpfen“.

    Im September geht er dann wieder los – der Krampf gegen Rechts.“

    Da war ich wieder mal unverbesserlicher Optimist. September, wie konnte ich nur.
    Der Krampf gegen Rechts geht schon im Juli weiter. Nicht mal eine Woche nach dem Pogrom.
    Was für ein Gesindel!

  36. Die DNN beschreibt das keineswegs als Katastrophe, sondern sie schreibt nur, was passiert ist. Die böse Lügenpresse aber auch … ist sachliche Beschreibung des Geschehenen nun auch schon falsch? Wenn ein Auftritt von Maas von Störaktionen und Protestemos begleitet werden soll, ist das deiner Meinung wohl in Ordnung? Das muss Maas wohl einmal abhalten können? Seltsamerweise scheint das für die Gegenseite aber nicht zu gelten, denn immer wenn der Auftritt eines AfD-Mitglieds von Linken gestört wird, dann gibt es von PEGIDA-Seite empörten Protest, denn so etwas geht ja angeblich gar nicht.

  37. Störaktionen und Durchsetzung

    Falsch ist die

    Frank : Beschreibung des Geschehenen

    nicht, nur ziemlich an den Haaren herbeigezogen.

    Frank : Wenn ein Auftritt von Maas von Störaktionen und Protestdemos begleitet werden soll, ist das deiner Meinung wohl in Ordnung? Das muss Maas wohl einmal abhalten können?

    Muß er wohl. Wie das geht, hat Merkel ihm in Hamburg vorgemacht.
    Insofern bin ich bei Pischtie Hufnagel.
    Apropos Störaktion – hier spekuliert die DNN.

    Problematisch ist dabei vor allem die AfD-Veranstaltung, zu deren Gunsten das Pegida-Treffen am Montag ausfällt. Sie soll offenbar für Störaktionen genutzt werden,…

    mit den Ereignissen vom 3.10.2016 in Dresden, welche nicht der AfD angelastet werden können.
    M.W. ist von einer AfD- Veranstaltung noch nie eine Störaktion ausgegangen.

    Frank : … immer wenn der Auftritt eines AfD-Mitglieds von Linken gestört wird, dann gibt es von PEGIDA-Seite empörten Protest, denn so etwas geht ja angeblich gar nicht.

    Ja wie denn?! Sind diese Störungen inzwischen Common sense und nicht der Rede wert?!
    Was meint der geneigte Leser?
    I.Ü. geht es bei der heutigen Veranstaltung um das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Der Begriff ist i.m.A. eine semantische Mißgeburt, gepaart mit einem Freud´schen Versprecher. Angeblich weiß Maas nicht, wer ihn geschaffen hat. Betont man an wie folgt : Netzwerkdurchsetzungsgesetz, ist der Blödsinn offenkundig – Netzwerke gibt es wie Sand am Meer. Legt man die Betonung auf Durchsetzung, wird klar, wohin der Hase läuft.
    Das Gesetz wurde vor ein paar Tagen ohne Diskussion durch den DBT gewunken.
    Im Vorfeld wurde es schon mal an Vera Lengsfeld getestet.

    VL : Am Tag des Terroranschlags von Brüssel, am 22. März, ging wegen eines kritischen Posts über Kanzlerin Angela Merkel meine persönliche Facebookseite vom Netz.

    Auf Nachfrage bei Facebook erfuhr sie dann :

    VL : Mit der „Task Force gegen Hassbotschaften“ von Justizminister Maas hätte das Ganze nichts zu tun. Die würde nur beraten.

    Bevor falsche Verdächtigungen aufkommen : Ich bin gegen Gewalt und Störaktionen, und AfD und Pegida sind nicht mein Ding.
    Gerade zeigte das MDR-Fernsehen lautstarke Protestierer vor der Halle.

  38. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist natürlich -unabhängig vom Sprachlichen – sehr diskussionswürdig und wird ja auch quer durch die politischen Lager sehr kritisiert. Kritik muss Maas also abhalten können. Bei P.H. klang das aber so, als müsse er auch Störaktionen abhalten können. Christian Lindner hat zwar kürzlich erst gezeigt, dass man mit Störern durchaus umgehen kann und sie, wenn man schlagfertig ist (*), voll auflaufen lassen kann. Aber prinzipiell lehne ich Störaktionen auch ab und mir ging es um diese Ungleichbewertung: Bei Maas ist gut, was bei AfD schlecht ist.

    (* daran wäre Maas sicher gescheitert)

  39. Es sind weniger zwei Welten, die aufeinanderprallen. Viel mehr Paralleluniversen, die sich vielleicht durchdringen und trotzdem nicht kommunizieren, weil beide eine andere Basis haben.

    Franks Basis hat Louis Fürnberg gedichtet und von Günter Kochan vertont. Andere sehe ihre Basis mehr republikanisch, mit Gleichheitsgrundsatz, Verhältnismäßigkeit und so.

    Aber das Setting hat was.
    Ausgerechnet Maas und Müller-Steinhagen, Deutschlands engagierteste Zensoren, singen das Hohelied der Meinungsfreiheit.
    Ganz mein Humor.

  40. https://youtu.be/peN-8UfIB2k

    Das ist ja alles noch viel schlimmer. Wenn ich das Video nicht gesehen hätte, ich würde es nicht glauben.
    Die Pegidioten, haltet Euch fest!, erdreisten sich die Deutschlandfahne zu zeigen. Das muss man sich mal vorstellen!

    Zum Glück haben die Genossen der Schutz- und Sicherheitsorgane diese unerhört provokative Volksverhetzung sofort entschieden unterbunden.
    Man stelle sich vor, die hätten nicht aufgepasst. Dann hätten die fanatischen Deutschlandhasser Maas und Müller-Steinhagen dieses verhasste Symbol unserer verfassungsmäßigen Ordnung ansehen müssen. Und wenn die vor Schreck einen Herzschlag erlitten hätten?

    Obwohl, je mehr ich darüber nachdenke …

  41. Man möchte so einiges nicht glauben, was sich manche mit unserer Fahne erlauben.
    Den Grünen kommt sie gerade recht zur Pinkelpause, Herr Augstein benutzt sie als Taschentuch und Frau Merkel entsorgt sie gleich ganz.

  42. Im heiklen Deutschland wird immer mehr immer heikler.

    In anderen Fällen ist die Sache klar. Wenn jemand das Symbol der Nazi-Diktatur, die Israelfahne auf dem Fenster hängt, der soll sich dann nicht wundern, wenn ihm die Polizei die Wohnungstür eintritt.
    Hier geht´s um die geschichtliche Verantwortung, da machen wir keine Kompromisse.

  43. DNN 1. Dezember 2014:
    “Rund 1500 Dresdner haben am Montag gegen die sogenannten Pegida­Demos demonstriert und dabei erstmals verhindert, dass die Sympathisanten der Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) ihr geplantes Ziel erreichen. Mit einer Sitzblockade auf dem Terrassenufer stoppten mehrere hundert friedliche Gegendemonstranten den Zug.“

    Diese kriminelle Aktion wurde in den Medien einhellig gelobt.
    Weiß zufällig jemand, was unsere Edeldemokraten Mülli und Maasi dazu gesagt haben?

  44. So, Leute, es ist so weit: Ich schließe den Kommentarbereich zu diesem Artikel. Und zwar, weil mich dieser ständige und schon mehrfach von mir kritisierte Whataboutismus nur noch langweilt. Zum ursprünglichen Thema des Artikels wurde hier ja schon ewig nichts mehr geschrieben. Stattdessen habe ich hier auch ziemlich geistloses Zeug durchgehen lassen.

    Man hätte als Pegidianer ja einfach einmal zugeben können, dass sich damals im Oktober ein Teil der Pegida-Anhänger (es waren ja immerhin nicht einmal alle!) ziemlich unterirdisch daneben benommen haben. Stattdessen kam von Euch hier aber immer nur „ja, aber die anderen, die anderen, die anderen …!“ Ein Glück, dass man immer noch irgendwelche Andere findet, die etwas noch Blöderes oder auf andere Weise Dummes getan haben. So kann man jeglicher Selbstkritik dauerhaft aus dem Weg gehen. Zumindest kann man sich das mit der Methode einreden.

    Was lernen wir daraus: Mit Selbstkritik hat man es bei Pegida nicht so.

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