PEGIDA: Nebenbei war da auch mal etwas mit Islamisten

Sind das jetzt die neuen Montagsdemos? Diese Frage kam bei vielen auf, als vor mehreren Wochen die ersten „Abendspaziergänge“ der „Patriotischen Europäer“ durchgeführt wurden, die sich gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ richteten. Droht uns Islamisierung? Das hätte ich bis vor wenigen Jahren noch als Unsinn eingestuft. Aber vor allem seitdem immer mehr radikalisierte junge Muslime aus Deutschland sich dem IS anschließen – inzwischen geht man von mehr als 500 aus – sehe ich das etwas anders. Ja, gegen eine solche Islamisierung oder besser gesagt gegen eine Radikalisierung des Islam in Deutschland bin ich auch. Insofern müsste ich PEGIDA eigentlich gut finden. Ich bin froh, in einem Staat leben zu dürfen, in dem ich offen atheistische Gedanken äußern kann, ohne Bestrafungen befürchten zu müssen. Ich finde es prima, dass in Deutschland lebende Christen relativ entspannt mit Religionskritik umgehen können. Nein, ich habe keine Angst vor normalen Muslimen. Aber wie sich bei den Salafisten und den IS-Zuläufern zeigt, gibt es Muslime, die sich die radikalen Stellen aus dem Koran picken, sie als Hauptinhalt ihrer Religion auslegen und anschließend ihre Verbrechen ausdrücklich damit begründen, wenn sie mit voller Absicht Ungläubige töten wollen. Damit meinen sie unter anderem Menschen wie mich. Ich halte es für ziemlich naiv, so etwas mit dem Vorwurf der „Islamophobie“ abtun zu wollen, zumal das Wort Islamophobie ja eher genau das Problem beschreibt: Phobie ist die Angst vor etwas, in dem Fall also vor dem Islam. Bei Bildern geköpfter oder versklavter Menschen, die den Taliban, dem IS oder Boko Haram zum Opfer fielen, sollte Angst oder zumindest ein paar Bedenken vor einer Religion, die so etwas ermöglicht, vielleicht kein falscher Ansatz sein. Im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia hat die radikal-islamische Al-Shabaab-Miliz heute erst wieder einen Bus überfallen und alle Nicht-Muslime erschossen.

Nun marschieren also jeden Montag Patriotische Europäer durch Dresden. Jede Woche werden es mehr, bei Facebook knackten sie heute die 20.000-Likes-Marke. Wenn man sich die Kommentare auf Facebook durchliest, die PEGIDA-Anhänger da hinterlassen*, fragt man sich allerdings schnell, was das mit einem Protest gegen radikale Muslime oder wenigstens mit einer Haltung gegen Islamisierung zu tun haben könnte? Dort geht es überwiegend gegen Ausländer im Allgemeinen und gegen Asylbewerberheime. Dass es unter den Einwanderern aber auch Nicht-Muslime gibt und dass vor allem aus Syrien viele Kriegsflüchtlinge selbst vor einer Islamisierung in ihrer Heimat fliehen, spielt bei den PEGIDA-Fans keine Rolle.

(* Leider sind frühere Einträge nicht mehr lesbar, alle älteren Postings fehlten, als ich heute nach bestimmten Texten suchte. Da hat wohl jemand aufgeräumt. Teilweise findet man noch screenshots bei PEGIDA#watch. Die etwas ironischere PEGIDA-kritische Seite „Patriotische Elben Gegen die Islamisierung Des Auenlandes“ ist leider verschwunden.)

Sind PEGIDA-Anhänger alle rechts? Ich bin kein Freund davon, immer gleich die Nazikeule auszupacken, denn damit macht man sich ein Problem oft nur zu einfach, um möglicherweise schwierigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Wenn man sich Aufzeichnungen von PEGIDA-„Spaziergängen“ ansieht, bekommt man auch eher den Eindruck einer Demonstration ganz normaler Bürger. Wutbürger vielleicht, aber eine Nazidemo sieht anders aus. Andererseits fällt es auf, dass sich relativ oft bekannte NPD-Mitglieder positiv über ihre Besuche bei den „Abendspaziergängen“ äußern. Jens Baur freute sich beispielsweise, dort „viele alte Bekannte“ getroffen zu haben, was aber sicherlich komplett unpolitische Bekannte waren. Sein Parteimitglied René Despang schrieb sogar, er sei dort nur rein privat, nicht als Parteimitglied mitgegangen. Da PEGIDA auf ihrem Logo auch ein Hakenkreuz in den Papierkorb wirft, kann das nur bedeuten, dass Herr Despang außerhalb des Parteilebens Antifaschist ist.

Man freut sich bei PEGIDA auch jedes Mal, wenn man irgendwo in den Medien erwähnt wurde, hat aber nie Probleme damit, welche Medien das sind. Dass die Artikel hauptsächlich auf Seiten wie „Blaue Narzisse“, „PI“, „Junge Freiheit“ und natürlich bei Jürgen Elsässer erschienen, die eher … nun ja, direkt links sind sie jedenfalls nicht … man hat bei PEGIDA jedenfalls wenig Probleme damit, wenn das Lob mehr von rechts kommt.

Aber unabhängig davon denke ich schon, dass man das ernst nehmen sollte, wenn inzwischen mehrere tausend Bürger jeden Montag dort mitlaufen. Ausschließlich Ausländerhass kann es nicht sein. Vielleicht läuft gelegentlich wirklich etwas falsch mit der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Gestern erst wurde bei einer etwas aus dem Ruder gelaufenen Info-Veranstaltung zu einem geplanten Asylbewerberheim in Niedersedlitz die Frage aufgeworfen, ob die Verteilung der Heime über das Stadtgebiet nicht ungerecht sei: „Warum sind gleich sechs Standorte im Dresdner Südosten geplant, während es für Striesen oder den Weißen Hirsch keine Pläne gibt?“. In Laubegast gibt es momentan eine Petition „Keine Umwidmung des Hotels Prinz Eugen in Dresden-Laubegast in ein Übergangswohnheim“. Dafür wurde bei PEGIDA auf Facebook kräftig geworben. Sachliche Argumente, warum man dagegen sein solle, fanden sich keine, dafür nur die üblichen Ausländer-nein-danke!-Sprüche in den Kommentaren. Dabei gibt es zumindest einen Grund, über den man diskutieren könnte: Dort sollen keine Familien einziehen, sondern nur Männer:

Die Integrations- und Ausländerbeauftragte Kristina Winkler stellt klar, dass im betroffenen Objekt keine Familien und allein lebende Frauen untergebracht werden sollen. Damit steht fest, dass das Übergangswohnheim ausschließlich von erwachsenen männlichen Personen bewohnt werden wird. Das Konfliktpotential steigt damit überproportional an. Die Landeshauptstadt Dresden hält hierfür keine Maßnahmen bereit.

Einige andere Begründungen für die Petition wirken etwas vorgeschoben – zum Beispiel wird ein Kriegsflüchtling andere Probleme haben als

Soziale Einrichtungen müssen barrierefrei sein. Dies ist beim betroffenen Objekt jedenfalls im Eingangsbereich derzeit nicht gegeben

Doch zumindest angesichts des ersten Zitats kann es also sein, dass manche Bürger halbwegs nachvollziehbare Einwände gegen Asylbewerberunterkünfte haben. Warum sie sich dazu aber einem Protest gegen alles Radikale und gegen Islamisierung anschließen, erscheint nicht sehr logisch. Und warum das ausgerechnet in Dresden mit seinem geringen Ausländer- und noch viel geringerem Flüchtlingsanteil stattfinden muss, noch viel weniger.

Nicht sehr logisch verhalten sich aber auch die Gegendemonstranten. Man protestiert bei Anti-PEGIDA-Demonstrationen gegen Rechts. Das ist zunächst kein schlechter Ansatz, allerdings wird hier das Problem übersehen, was der ursprüngliche (offizielle) Auslöser von PEGIDA war: Zunehmende Radikalisierung im Islam in Deutschland. Das, was der IS und die anderen muslimischen Terrororganisationen weltweit tun, entspricht einem in Deutschland gut bekannten Prinzip: Alle Menschen, die uns nicht gefallen, am besten vertreiben oder gleich umbringen! Diese Sache nennt man Faschismus. Was IS & Co machen, ist ganz klar Faschismus. Wo bleiben aber die Anti-Nazi-Demos gegen deutsche Salafisten und sonstige radikalisierte deutsche Muslime?

29 Kommentare:

  1. Bei der Gegendemonstration wurde mehrmals darauf hingewiesen dass diese sich gegen sämtlichen Extremismus (auch den der IS) richtet.

  2. Nach den ersten beiden Demonstrationen war das Haupttransparent von »Pegida« in der Dresdner Tagespresse dargestellt. Sie stellen darauf einen symbolischen Mülleimer dar, in dem die Symbole für Nationalsozialismus, Kommunismus, IS und gewalttätigen Linksextremismus liegen. Das ist wohl als Symbolik »gegen sämtlichen Extremismus« zu begreifen. Das Symbol »Hakenkreuz im Mülleimer« ist oft bei Demonstrationen gegen Naziaufmärsche zu sehen, hier wurde es noch etwas erweitert. Ob das Transparent später noch eingesetzt wurde, weiß ich nicht.

  3. @Alma: Aha, wusste ich nicht. Ich gebe zu, dass ich nie vor Ort war, sondern alles nur im Netz verfolgt habe. Trotzdem fehlt mir insofern deutschlandweit auch einmal eine Anti-Salafisten-Demo von Antifaschisten, ganz ohne PEGIDA.

    @stefanolix: Genau dieses Symbol, wo mehrere Symbole in den Papierkorb geworfen werden, meinte ich. Es wird zumindest im Netz noch verwendet – hier zum Beispiel.

  4. Grenzt es nicht an gefährliches Halbwissen, über etwas zu schreiben was man im Netz gesehen und gehört hat ohne sich ein Bild vor Ort gemacht zu haben?

  5. @Alma: Wenn das Foto des Transparents vor dem Demonstrationszug mehrfach in der Zeitung abgedruckt wurde, gehe ich nicht von einer Fälschung aus.

  6. @Frank: Aber schon auf der Website, die Du verlinkt hast, beginnt meine Skepsis. Die Organisatoren unterscheiden offenbar nicht zwischen »radikal« und »extremistisch«. Man kann radikal denken und friedlich handeln – »Pegida« tritt ja selbst radikal gegen den extremistischen Islamismus auf.

  7. Hans-Jürgen Burkhardt

    Zu evtl Standorten für Flüchtlingsheime auf dem Weißen Hirsch bzw, im OA Loschwitz. Erstens gibt es auf dem Weißen Hirsch zwar einige Villen (neben vielen normalen Mehrfamilienhäusern), dort wohnen aber meist mehrere Familien. Zweitens wurde im Gebiet des OA Loschwitz nach der Wende alles, was an städtischen Flächen vorhanden war, ganz schnell verkauft, so dass wir heute Probleme haben, in dem Gebiet Schulerweiterungen bzw. Kindegärten zu bauen. Und drittens hat der OBR gebeten, die Situation im Gustavheim noch Mal zu prüfen, da dies 2015 geschlossen werden sollte, da es einige bauliche Probleme gab und gibt.

  8. @Hans-Jürgen Burkhardt: Zur Situation auf dem Weißen Hirsch kann ich ehrlich gesagt nicht mitreden, ich erwähnte das Agrument nur aus aktuellem Grund. Beim Gustavheim war ich etwas erstaunt, als es vor einigen Monaten hieß, es sei völlig ungeeignet. Eigentlich empfand ich das beim Vorbeifahren immer als optimal. Aber es scheint wohl wirklich etwas mit baulichen Problemen zu tun zu haben, die auf das letzte Hochwasser zurück gehen.

  9. @Alma: Den Vorwurf mit dem Halbwissen muss ich mir wohl gefallen lassen, was die Dresdner Gegendemonstranten betrifft. Aber abgesehen davon: Nein, man muss nicht unbedingt in jedem Fall vor Ort gewesen sein, um sich ein Bild zu machen. Es gibt Fälle, da kommt man nicht darum herum bzw. da ist es das sinnvollste, selbst dabei zu sein. Zum Beispiel war ich bei einer der ersten Dresdner „Mahnwache für Frieden und habe dann etwas darüber geschrieben. Ich hätte aber nicht unbedingt dort sein müssen, um ausreichend viel darüber zu erfahren, wie sich bald anhand der veröffentlichten Dokumentations-Videos und der Diskussionen auf Facebook zeigte. Das erwies sich sogar als wesentlich informativer über Denkweisen von Teilnehmern und internen Tendenzen der Gruppe. Das hätte ich alles nur durch einen Besuch nie erfahren. Ich habe allerdings überlegt, doch mal selbst zu einem PEGIDA-Treff zu gehen, aber nur so als Beobachter, nicht als Teilnehmer.

  10. @stefanolix: Da hast Du auch wieder Recht, denn radikal oder auch fundamental sind ja noch keine negativen Dinge. Ich versuche ja selbst meist, Zusammenhänge von ihrer Grundlage her bzw. eben von der Wurzel des eigentlichen Problems her zu betrachten. Insofern bin ich also auch radikal und Fundamentalist. Aber vielleicht war das den PEGIDA-Initiatoren zu viel Wortklauberei 😉

  11. Mittlerweile scheint mir PEGIDA nur den Deckmantel für Ausländerfeindlichkeit zu geben. Genau wie Dresden Nazifrei der Deckmantel für die Antifa scheint.

  12. Bezügich des beliebten Gegenargumentes „nur Männer“ in den Heimen (auch in Laubegast mehrfach als Argument vorgebracht) und warum keine Familien:

    Der Freistaat bekommt die Flüchtlinge zugewiesen, nach Angaben der sächsischen Vertreterin des BAMF (Bundesamt für Mitgration und Flüchtlinge) würden Sachsen dabei 70% alleinstehende Männer zugewiesen.

    Die allermeisten Flüchtlings-Familien würden nach Angaben von Sozialbürgermeister Seidel dezentral in Wohnungen untergebracht. Dies sei auch sinnvoller als eine Geminschaftsunterkunft – wo ich nur zustimmen kann. Der überwiegende Teil der zugewiesenen Flüchtlinge seien aber alleinstehende Männer.

    Man versuche bei der Unterbringung der Flüchtlinge in Dresden 60% in Wohnungen unterzubringen (95% davon Gagfah-Wohnungen) – 40% müssten über Gemeinschaftsunterkünfte mit Plätzen versorgt werden. Das erklärt recht einfach, warum dort eben nur Männer untergebracht werden.

    Bei weiteren Fragen zu diesem Aspekt gerne auch per E-Mail mehr Infos, kann auch ein Audio-Interview zur Thematik zur Verfügung stellen.

  13. @reDDakteur: Es hat ja auch Gründe, dass mehr Männer als Familien herkommen, denn oft versuchen zunächst einmal die Männer aus syrischen und anderen Familien, den beschwerlichen Weg bis in die EU zu schaffen. Ihr Ziel ist, wenn am Ziel alles geregelt ist, so schnell wie möglich ihre Familien nachzuholen. Darüber gibt es genügend Berichte im Netz – hier nur ein Beispiel. Das zeigt auch, dass man vor diesen Männern eigentlich keine Angst haben muss – es klingt ziemlich abwegig, dass ausgerechnet von Familienvätern irgendwelche Gefahren für die Umgebung ausgehen sollten. Das muss man den jeweiligen Anwohnern gegebenenfalls erklären, allerdings sollten diese dann bitte auch die Bereitschaft mitbringen, solchen Erklärungen auch zuzuhören.

  14. Im groben kann ich deinen Ausführungen folgen und mich durchaus deiner Meinung anschließen. Mich würde es freuen wenn die breite Bevölkerung es genauso objektiv betrachten würde. Aber von diesem Wunsch habe ich mich bereits verabschiedet.

    Nur mit einem Punkt stimme ich nicht überein. Wenn es in meiner Heimat Krieg oder Verfolgung gäbe, würde ich als erstes meine Kinder und meine Frau in Sicherheit bringen. Das für diese der Weg zu schwierig ist, scheint mir nicht schlüssig. Wenn der Vater hier angekommen ist weiß er am Ende nicht mal mehr ob seine Familie noch lebt.

    Insgesamt wird die bisher desolate Informationspolitik und das Tatsachen schaffen langfristig zur Verschärfung der Situation in Dresden führen. Alle Informationen die aus verschiedenen Quellen an mich herangetragen wurden, hießen […] alles beschlossene Sache […]. Da frage ich mich wo hier die Bürgerbeteiligung bleibt, die sooft gefordert wird.

  15. @Daniel B.: Ja, das habe ich mich auch gefragt, ob ich meine Familie genau dort zurück lassen würde, wo sie von Krieg bedroht ist. Aber anscheinend machen es trotzdem einige so. Ich habe es ja auch nur aus der Presse – letztlich müsste man entsprechende Männer fragen, warum sie sich dazu entschlossen haben.

  16. Für Männer gibt´s in Syrien auch Gründe zur Flucht, von denen Frauen/Kinder nun nicht in dieser Weise betroffen sind – dass sie z.B. zum Militär eingezogen werden sollen. Emotional mag es sicher schwierig nachzuvollziehen sein, wenn Leute ihre Familien zurücklassen, aber taktisch ist es womöglich das Vernünftigste und steigert die Chancen, dass die Flucht tatsächlich für alle gelingt.

  17. Kommentar für mich selbst, da es mit dem Thema zu tun hat: In der Sendung „Hart aber fair“ vom 24. November fand ich Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime sehr beeindruckend: Gleich am Anfang der Sendung erklärt er, dass er überhaupt keinen Zusammenhang erkennt, was die Taten des IS und anderer muslimischer Terroristen mit dem Islam zu tun haben könnten. Er wundert sich seit Jahren, warum man das immer in Verbindung bringt … was soll man dazu sagen?

    Noch unglaublicher und realitätsverdrehender: Frau Özlem Nas (Vorstandsmitglied Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg) sagt sogar, man dürfe das Problem nicht ISLAMISIEREN … ich denke, dass die Sendung bei vielen Zuschauern gewaltig nach hinten losgegangen sein dürfte, was mehr Toleranz für den Islam betrifft.

    Gestern forderte Aiman Mazyek nun aber im Gegenzug die Kanzlerin auf, etwas gegen PEGIDA zu unternehmen: Die Slogans der Demonstranten zeigten, dass Ausländerfeindlichkeit und antisemitischer Rassismus salonfähig geworden seien, sagte der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, in Dresden. Wie bitte? Ausgerechnet ein Muslim beklagt antisemitischen Rassismus? Das klingt logisch … Muslime sind ja bekanntlich die größten Freunde der Juden. Die Juden in Schweden können das gegenwärtig bestätigen.

  18. Übrigens gab es auch einen Auslöser für mich, meine Haltung gegenüber Pegida doch kritischer einzustellen. Der MDR hat zwei Sprecher von PEGIDA zu Wort kommen lassen. Was Herr Jahn da erzählt, hat mit Islamkritik endgültig nichts mehr zu tun, sondern ist einfach nur völlig ablehnend gegenüber Ausländern: Asylrecht soll es seiner Meinung nach weiterhin geben,

    „aber nur für Kriegsflüchtlinge“

    (eigentlich ist Asylrecht aber nicht nur für Kriegsflüchtlinge gedacht) und bei Kriegsflüchtlingen auch nur für die

    „die wirklich einen Grund haben, hier zu sein“

    (wie jetzt – gibt es auch Kriegsflüchtlinge, die keinen solchen Grund haben?) und dann hat Jahn gegenüber Kriegsflüchtlingen noch eine weitere Einschränkung:

    „… und das unterstreiche ich doppelt – die sich integrieren … sich an unsere Regeln halten“

    Sind denn ausgerechnet Kriegsflüchtlinge diejenigen, die sich hier NICHT an unsere Regeln halten? Die Problemfälle stammen doch eher aus anderen Kreisen. Tut mir leid, aber das vermittelt kein gutes Bild für Pegida.

  19. Ich wollte nur mal den offiziellen Ermittlungsstands in Sachen Pegida bekanntgeben. Dieser besagt, wir sind
    eine Schande für Deutschland
    eine Mischpoke
    unverschämter
    Transformationsverlierer
    fremdenfeindlicher Chaoten
    Idioten
    Ratten
    Nazis in Nadelstreifen
    potenzieller Breiviks
    Nationalisten und Rassisten
    Das hat gesessen. Der unvermeidliche Patzelt hat sich das angesehen und Volksverhetzung diagnostiziert. Wer so niederträchtig verleumdet wird, der ist ein Volksverhetzer!
    Und außerdem, wenn Pegida mit Weihnachtsliedern provoziert, da hört ja wohl alles auf.

    Das ist keine Volksverhetzung.
    Deshalb hat sich Patzelt dazu nicht geäußert.
    Deshalb gibt es kein „breites Bündnis“ gegen die Antifa.
    Deshalb beraten auch nicht die Innenminister über eine Strategie gegen die Antifa.
    Und das ist gut so!

  20. Patzelt ist kein Volksverhetzer, er hat sich lediglich ganz konkret auf eine bestimmte Rede bezogen: „Insbesondere die Rede des Vertreters aus Leipzig habe an mehreren Stellen den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt, sagte Patzelt.“ Solange ich nicht weiß, was der betreffende Redner gesagt hat, kann ich das nicht beurteilen. So wie ich Patzelt einschätze (der auch schon recht sachlich zu Pegida geredet hat), wird er wohl einen Grund für seine Aussage gehabt haben.

  21. „So wie ich Patzelt einschätze (der auch schon recht sachlich zu Pegida geredet hat), wird er wohl einen Grund für seine Aussage gehabt haben.“

    Patzelt ist ein Volksverhetzer. Und solange Sie nicht wissen was er gesagt hat, werde ich wohl meinen Grund für diese Aussage haben.

    Mann oh Mann.

  22. OK, OK, OK.
    Das war im Affekt. So brutal würde ich das heute nicht mehr schreiben.

    Mir ging es um was anderes, die selektive Wahrnehmung.
    Auf der einen Seite pöbelt die Bonzokratie, dass es eine wahre Freude ist. Verbalinjurien wie „Idioten“ oder „Nazis in Nadelstreifen“ sind ja nicht mal der Versuch einer sachlichen Auseinandersetzung. Und wenn die behaupten, mit Pegida ins Gespräch kommen zu wollen, so zeigen diese Pöbeleien wie ernst es denen damit ist.

    Wenn Patzelt das für normal hält, gleichzeitig anderen Volksverhetzung unterstellt ohne diesen Vorwurf zu substantiieren, da passt was nicht zusammen.

    Dazu kommen noch ein paar andere Dinger.
    Die Pogromhetze bringt erste Erfolge

    Sechs Teilnehmer der Pegida-Demo wurden am Montagabend im Zug nach Leipzig von Gegendemonstranten angegriffen. In dem Regionalexpress, …, befanden sich auch rund 60 Gegendemonstranten. Aus dieser Gruppe heraus seien die sechs Fahrgäste im Alter von 28 bis 34 Jahren beleidigt und geschlagen worden

    Drei Jugendliche sind am Postplatz von bis zu 15 Tätern zusammengeschlagen worden. Das Trio, das nach der Teilnahme an der Pegida-Demo in der Innenstadt unterwegs war, soll plötzlich von Gegendemonstranten umstellt und verprügelt worden sein. .

    Nach Beendigung der beiden Protestzüge machte eine Gruppe offenbar linker Demonstranten Jagd auf vier Hooligans, … Laut Polizeibericht trieben 30 bis 40 Personen die vier Männer durch Hannovers Innenstadt und griffen diese mit Pfefferspray und Schlagwerkzeugen an. Auf Videos, die auf einschlägigen Seiten im Internet kursieren, ist zu sehen, wie die Angreifer die vier Männer durch die Straßen hetzen, sie als „Nazi-Schweine“ beschimpfen und dann auf die bereits am Boden liegenden Opfer eintreten.

    Inzwischen werde aber ebenso wegen versuchter Tötung ermittelt, teilte die Polizei am Montag mit. Zwei 42 und 45 Jahre alte Männer liegen noch im Krankenhaus. Der ältere erlitt diverse Prellungen, einen Rippenbruch und eine Kopfverletzung, der jüngere einen Kieferbruch
    .

    So zerschlugen Unbekannte vor Weihnachten die Haustür eines NPD-Politikers und kippten ihm Bitumen in die Wohnung.
    Kurz darauf versammelten sich mehrere Chaoten vor der Wohnung von AfD-Landesvorstand Hans-Thomas Tillschneider (36), räumten dessen Briefkasten aus und grölten dabei den portugiesischen Antifa-Schlachtruf „Alertá, Alertá Antifascista“.

    Bei einem gewaltsamen Streit in der Dresdner Innenstadt ist ein Mann mit Messerstichen schwer verletzt worden. Der 24-Jährige kam bereits am Montagabend mit zwei Stichverletzungen ins Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Der 24-Jährige gab bei der Polizei an, von der Demonstration des islamfeindlichen „Pegida“-Bündnisses gekommen zu sein.

    Das war erst der Anfang, die Antifa spät neue Ziele aus. In der nächsten Zeit werden viele Menschen in den Genuss des friedlichen Wiederstands kommen.
    An Merkel, Gauck, Oppermann, Fahimi wird es nicht scheitern. Auch nicht an Ulbig.
    Die Täter können sich jedenfalls darauf verlassen, dass es den Behörden nicht gelingen wird, die zu ermitteln.

    Zu den katastrophalen Zuständen der richtige Kommentar von, wie so oft, Vera Lengsfeld:
    Damit ist die Antifa offiziell zu dem geworden, als was sie sich inoffiziell längst gerierte: eine steuergeldfinanzierte Schlägertruppe von Politik und Medien.

    Was sagt Patzelt dazu?
    Dröhnender kann sein Schweigen nicht sein.

  23. Patzelt ist ein Volksverhetzer

    So ein Unsinn – jemand, der nur einen einzelnen Menschen kritisiert, begeht keine Volksverhetzung. Was hat der Sprecher denn nun gesagt? Gibt es ein Video davon?

  24. Ja, die vielen angeblichen gegenseitigen Überfälle von Antifa auf Pegida und umgekehrt … immer viele Behauptungen und wenig Beweise (auf beiden Seiten). Übrigens will ich die Antifa-Leute nicht verharmlosen, viele von denen sind tatsächlich nur auf Krawall aus. Aber sind die das eigentliche Thema? Ich dachte, es geht Pegida um Islamisten?

    P.S.: Bei mehr als 2 Links geraten Kommentare hier immer erst in die Warteschleife (wird dann vom System als Spam eingestuft).

  25. Ich beteilige mich garantiert nicht an irgendeiner auch nur ansatzweise gewalttätigen Maßnahme.
    Es gibt keine gegenseitigen Überfälle. Die Polizei muss Pegida vor den Gewalttätern schützen. So wie die Polizei generell nichtlinke Aktivisten vor den Schlägertruppen schützen muss.
    Und dass die Schlägertruppen die Listen zu einem nicht-gewalttätigen Zweck erstellen, ist ja wohl ziemlich praxisfern.
    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    „Was der Sprecher nun gesagt hat?“
    In der normalen Wissenschaft ist das so, dass man erst mal die Tatsachen aufführt und darauf die Conclusio baut.
    Bei der in der Mimikry der Wissenschaft daherkommenden Propaganda ist das anders. Da wird erst mal der Propagandaauftrag abgearbeitet und dann gehofft, dass keiner mehr fragt, wie der Experte zu seiner Conclusio („Volksverhetzung“) kam.
    Funktioniert ja auch. Patzelt hat das einfach mal so rausgerotzt, und kein einziges Mitglied der investigativen Medienmeute hakt nach.

    Ich habe die Rede nicht komplett gehört (schlechte Akustik) und mir noch weniger gemerkt. Stephane war rotzfrech im Ton, aber von Volksverhetzung kann überhaupt keine Rede sein.
    Man kann getrost davon ausgehen, dass mindestens 10 Professionelle im Publikum verteilt waren, mit Knopflochkamera und Mikro. Wenn da was mit Volksverhetzung gewesen wäre, hätte es zuerst die Aktuelle Kamera als Aufmacher gebracht und dann hätten wir in allen Zeitungen von „Staatschutz ermittelt“ und „Staatsanwaltschaft“ gelesen.

  26. Haß im Herzen oder offen ausgelebt

    Frank sagte:
    2. Januar 2012 um 09:40
    … Diese Neujahrs- und Weihnachtsansprachen unserer jeweiligen Bundespräsidenten und -kanzler sehe ich mir auch nie an. Außer Journalisten und Kabarettisten wird das wohl auch sonst kaum jemand tun.

    Ich weiß nicht wie´s diesmal war. Im Hinblick auf ein hier im Blog diskutiertes Thema hätte es sich gelohnt.
    Vera Lengsfeld hat die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin 2015 auf der Achse des Guten schon kritisiert.

    Lengsfeld :
    Drei große Probleme benannte sie (Merkel): Putin, den IS- Terror und die von ihr als „Montagsdemonstranten“ umschriebene Pegida. Schon die Reihenfolge ist ein Affront.

    O-Ton

    Merkel:
    Heute rufen Montags manche wieder „Wir sind das Volk“ aber tatsächlich meinen sie „ Ihr gehört nicht dazu, wegen Eurer Hautfarbe oder Eurer Religion!“ , Deshalb sage ich allen die auf solche Demonstrationen gehen : Folgen Sie denen nicht die dazu aufrufen, denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte ja sogar Haß in deren Herzen.

    Sie weiß also was diese Leute meinen, obwohl es außer den 19 Forderungen kaum belastbare Aussagen gibt.
    Merkel (CDU) hat auch schon mal Sarrazins Buch über Integrationsprobleme von Migranten als nicht hilfreich kritisiert, obwohl sie es nicht gelesen hatte.
    Jetzt diagnostiziert sie Haß in den Herzen der Pegida-Demonstranten.
    Wenn´s so ist haben diese Leute ihren Haß gut unter Kontrolle.
    Offen ausgelebten Haß auf Israel und Juden, vor dem die Pegida –Leute sicher Angst haben, kann man hier besichtigen.
    Die berufsmäßigen Zeichensetzer aus Politik, Kirche und Kultur hielten sich bedeckt und mußten erst vom Zentralrat der Juden genötigt werden.

    Die Welt: Waren Sie denn mit der Reaktion der deutschen Öffentlichkeit zufrieden? Es gab ja die große Kundgebung gegen Judenhass am Brandenburger Tor in Berlin mit Angela Merkel, dem Bundespräsidenten und Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft …
    Schuster: Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn eine solche Initiative nicht wieder nur von jüdischer Seite hätte ausgehen müssen. Sehr erfreulich war aber: Sobald die Überlegung an sie herangetragen wurde, waren die Spitzen des Staates, der Parteien und Kirchen sofort bereit, Flagge zu zeigen. Was mich wiederum etwas traurig stimmt, ist, dass nach dieser Kundgebung längerfristig wirkende Reaktionen ausblieben. So war einmal die Rede davon, einen Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung einzusetzen. Vorhaben wie diese sind aber bald wieder im Sande verlaufen.

    Ich wage mal eine Prophezeiung. Die Pegida-Bewegung wird sich verlaufen wenn die Politik die Probleme der Zuwanderung im Sinne einer geordneten Einwanderung gelöst hat, der Judenhaß bestimmter Bevölkerungsgruppen wird uns erhalten bleiben.

  27. Vorhalter

    In den Medien wird der Dresdner Pegida-Bewegung u.a. vorgehalten ihre Angst vor einer „schleichenden Islamisierung“ sei schon deshalb völlig unbegründet weil es in Dresden/Sachsen nur wenige Moslems gibt. Keiner dieser Vorhalter kommt auf die Idee bei der Berichterstattung über die
    Anti-Pegida-Kundgebungen
    in Stuttgart und Hamburg dessen Organisatoren zu fragen : Was wollt Ihr eigentlich – es gibt hier keine Pegida!

  28. @Michael-DD: Frau Merkel könnte nach Dresden in die Landeszentrale für Politische Bildung kommen, wenn sie erfahren möchte, was Pegida-Besucher dahin treibt. Dort hat man diese Woche mit entsprechenden Gesprächsrunden begonnen. Von Politikern kann man solche konstruktiven Ansätze offenbar nicht erwarten.

    Heiko Weckbrodt hat einen Bericht dazu geschrieben.

  29. Dieser leider lückenhaften Darstellung entnehme ich daß so bestenfalls lokale Probleme behandelt werden können. Bundesbehörden, zuständig für Ausweisungen, und/oder die Regierung, zuständig für ein ordentliches Einwanderungsgesetz, erreicht man m. E. damit nicht.
    Leider hält der Populist Seehofer//CSU bei Letzterem schon wieder das Bein raus.

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