Einkaufen mit Euro bei „Einkaufen mit Elbtalern“

2014-07-02_elbtaler+euroscheineNur den wenigsten Dresdnern dürfte bekannt sein, dass unsere Stadt ihre eigene Währung hat. Man kann bei uns nicht nur mit dem krisengeschüttelten Euro bezahlen, sondern auch mit dem „Elbtaler“, der von einigen Verfechtern sogar als die Lösung mehrerer Finanzprobleme gesehen wird. Ich bemerkte vor vier Jahren erstmalig etwas von dieser Idee. Ich fand sie allerdings wenig überzeugend und schrieb nach einigem Nachdenken einen Komplett-Verriss. Hier nur ein paar Details als stark gekürzte Version:

  • Die Idee, mit nur regional gültigem Geld die lokale Wirtschaft unterstützen zu wollen, richtet sich an die falschen Leute, nämlich an die, welche ohnehin schon die Bereitschaft dazu haben, so einzukaufen. Diesen Konsumenten entstehen dadurch aber mehrere Nachteile.
  • Da die beteiligten Unternehmen dadurch insgesamt nicht mehr Kunden erhalten, nutzt auch ihnen das kaum. Auch für sie entstehen ein paar Nachteile.
  • Regionalgeld nutzt ausschließlich den Herausgebern und paradoxerweise auch ausgerechnet wieder den Banken.

Wer trotzdem mit der Dresdner Regionalwährung einkaufen möchte, wird zum Beispiel bei „Einkaufen mit Elbtalern“ fündig. Dieser Shop wird an oberster Stelle in der Liste Dresdner Unternehmen genannt, die Elbtaler akzeptieren und verwenden. Als Sinn des Elbtalers gibt der Shop-Betreiber noch einmal an, dass der Elbtaler (ET) die „Kaufkraft an die Regionen bindet und die regionalen Unternehmen fördert“ sowie dabei hilft, „regionale Produkte abzusetzen, neue Umsätze zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu sichern“. Außerdem schont er „die Umwelt, da regionales Wirschaften die Transportwege verkürzt“. Offensichtlich bietet man hier also Dresdner Produkte an, mit denen der Käufer solche Effekte unterstützen kann.

Wenn man sich die Liste der angebotenene Produkte und deren Hersteller ansieht, ergibt sich der Verdacht, dass rings um Dresden quasi über Nacht eine gewaltige Eingemeindung stattgefunden haben muss, denn die Produkte stammen aus Gegenden wie Windelsbach in Bayern, Bad Homburg in Hessen, Hauenstein (Pfalz) und anderen offenbar neuen Dresdner Vororten – sogar bis nach Österreich scheint sich Dresden zu erstrecken. Von dort liefert die Firma Sanoll Naturkosmetik an „Einkaufen mit Elbtalern“. Immerhin ist auch ein Hersteller aus Leipzig dabei, aber Produkte aus Dresdens bisher bekannter Umgebung sind hier nicht zu finden.

Das wirkt zwar lustig*, zeigt aber nur das Problem, dass es eigentlich kaum Produkte gibt, deren Herstellung tatsächlich rein regional verortet werden kann. Zumindest nicht, wenn man die komplette Produktionskette oder zumindest die unmittelbar nächsten Schritte darin betrachtet. Am ehesten wird man lokale Produktion noch bei manchen Nahrungsmitteln nachweisen können, allerdings werden auch hierfür Maschinen, Treibstoff oder Baumaterialien benötigt, die aus anderen Regionen oder Staaten stammen.

(* Mir hat auch gut gefallen, dass es vegane Haarbürsten und veganes Reinigungsmittel gibt. Wieder was gelernt!)

Sehr erstaunlich ist bei „Einkaufen mit Elbtalern“ auch, dass alle Preise in Euro angegeben sind. Es steht zwar jeweils in kleinerer Schrift dabei, dass man den Artikel auch in ET einlösen könne. Das wirkt aber wie: Lieber Kunde, wenn Du unbedingt willst, kannst Du zwar auch in ET bezahlen, aber können wir es nicht der Einfachheit halber in Euro abwickeln? Einige Produkte kann man auch nur anteilig zu 20, 25 oder 50% in ET bezahlen. Traut der Anbieter der eigenen favorisierten (und hier ausdrücklich beworbenen) Alternativwährung nicht?

Warum die Bezahlung in Euro? Das Problem beim Einkaufen mit Elbtalern ist ganz einfach: Es existieren gar keine ET-Scheine oder -Münzen, die man beim Einkauf über die Ladentheke schieben könnte. Es gibt nur Konten, über die er verrechnet werden kann. Das erscheint zwar als die modernere Version des Zahlungsverkehrs, aber momentan stehen solche Konten nur Gewerbetreibenden zur Verfügung. Privatpersonen können ihn also überhaupt nicht nutzen. Beim Wunsch, am Projekt „Elbtaler“ teilzunehmen, wird man ausdrücklich darauf hingewiesen: „Für die Teilnahme am Elbtaler ist ein eigenes Gewerbe erforderlich“.

Die Idee dahinter ist laut Förderverein, dass zunächst Gewerbetreibende dieses Zahlungsmittel untereinander benutzen, um sich gegenseitig für Leistungen zu bezahlen. Das soll sie gegenseitig als regionale Zulieferer stärken und die bereits erwähnten kurzen Transportwege fördern. Momentan sind 51 Dresdner Unternehmen als Nutzer des Elbtalers angegeben. Ob diese ihre Geschäftsbeziehungen allerdings tatsächlich untereinander in ET verrechnen, erscheint fraglich, denn der Förderverein gibt auf seiner Internetseite an, dass auf den Online-Konten der teilnehmenden 51 Unternehmen aktuell gerade einmal 13.885,20 ET sind (Stand 02.07.2014). Das bedeutet, dass jedes Unternehmen nur ca. 270 ET besitzt. Für den täglichen Zahlungsverkehr erscheint das wenig brauchbar. Und man müsste als Unternehmer ja auch verrückt sein, würde man größere Summen in ET halten. Denn der ET wird mit einem Negativzins, oder besser gesagt mit einer „Umlaufsicherungsgebühr“ (ULG)* von 3% pro Jahr belegt. Da dürfte sich jeder Gewerbetreibende sagen: Dann doch besser alles in Euro auf die Bank bringen und die – wenn auch momentan geringen – positiven Zinsen dort mitnehmen, statt den freiwilligen 3%-Verlust in ET hinzunehmen. Es erscheint klüger, sein ET-Firmenkonte nur mit geringen Summen zu belegen und die Rechnungen mit anderen ET-Nutzern lieber in Euro zu bezahlen (was wohl auch einfacher in der Buchung sein dürfte).

(*Negativzins klang möglicherweise zu negativ, in der ULG steckt dagegen sogar das positiv klingende Wort „Sicherung“)

Wie das übrigens finanzmathematisch funktionieren soll, dass der ET immer stabil 1:1 in Euro umgerechnet wird, obwohl man damit pro Jahr 3% an Wert verliert, während man mit dem Euro immer noch geringfügig Plus macht, würde mich schon interessieren. Theoretisch müsste der Kurs sich dadurch doch nach einiger Zeit auseinander bewegen? Nebenbei: Da der Euro im Wert globalen Schwankungen unterliegt, ist man mit einem so stabil an den Euro geketteten Regionalgeld übrigens keineswegs unabhängig von der Globalisierung, wie zunächst vermutet. Man erhält die Schwankungen 1:1 mit übertragen.

Was bleibt aktuell als Nutzen des Elbtalers? Für Privatpersonen hat er mangels Nutzungsmöglichkeit momentan gar keinen Nutzen (und wie ich in meiner ausführlicheren Kritik beschreibe, würden Privatpersonen sogar Nachteile entstehen, so dass sich nur vermögende Leute Regionalgeld leisten könnten). Als „Vorteile für Unternehmen“ beschreibt der Verein:

  • Teil eines regionalen Netzwerkes von Unternehmern und Verbrauchern
  • Zugang zu einem neuen Kundenkreis
  • Umsatzsteigerung & zusätzliche Liquidität
  • Imagegewinn für Ihr Unternehmen
  • einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Wirtschaft leisten

Teil von Netzwerken kann man aber auch ohne Regionalgeld werden, neue Kunden (abgesehen von den wenigen Firmenkunden) und damit die Umsatzsteigerung entfallen mangels vorhandener Privatkunden. Wie es um die Liquidität steht, kann man an den 270€ sehen. Realistisch dürfte momentan wohl nur ein gewisser Werbeeffekt, also der Imagegewinn sein. Der wird vom Herausgeber des ET eigentlich darin gesehen, dass man die Namen der Unternehmen auf die Rückseite der Geldscheine drucken will. Aber solange diese noch gar nicht existieren, entfällt das freilich auch. Andererseits könnte es aber für interessierte Kunden positiv wirken, wenn sie die Firmennamen auf der Dresdner Karte oder auf der Liste am ET beteiligter Unternehmen sehen. Ob das eine hohe Werbewirksamkeit hat, ist eine andere Frage, aber das muss jeder beteiligte Unternehmer selbst entscheiden. Dafür bezahlt er einen Mitgliedsbeitrag 120 €/Jahr. Das soll hier nicht kritisiert werden, denn wenn es als Werbung für ihn funktioniert, dürften das je nach erreichter Umsatzsteigerung akzeptable Kosten sein. Für andere Werbemöglichkeiten zahlt man teilweise viel mehr.

Nutzt der ET also letztlich doch hauptsächlich nur dem Förderverein, so wie es beim einzigen in Deutschland funktionierenden Regionalgeld, dem Chiemgauer ist? Dessen Erfinder konnte durch die Herausgabe dieser Währung seinen Beruf aufgeben und lebt seitdem davon. Der Dresdner Verein nimmt momentan von 51 Unternehmen jährlich je 120€ (ermäßigt 60). Dazu kommen die zu entrichtenden Kosten für die anfallende ULG. Das dürfte in der Summe maximal 6.500 €/Jahr ergeben – man kann dem Förderverein Elbtaler e.V. also nicht vorwerfen, sich damit Arbeitsstellen zu finanzieren oder gar reich zu werden.

Der Verein hat übrigens laut eigener Angabe sein Bankkonto bei einer ganz normalen Bank (Raiffeisenbank), wo man das Konto bestimmt auch ganz normal in Euro führen dürfte. Der ist zwar krisengeschüttelt und gegenüber Regionalgeld ganz klar die schlechtere Alternative, wirft aber wenigstens ein paar Zinsen ab. Positive Zinsen.


Nachtrag, 3. 7. 2014: Ich habe eine Passage im Text entfernt, da ich hier fälschlicherweise einen Namen als Betreiber des Shops nannte, der damit nichts zu tun hat. 

Update, 11. 12. 2015: Man hat nun die ersten Scheine gedruckt.

14 Kommentare:

  1. Hallo Frank,

    Du hast Dir viel Mühe gegeben zum Elbtaler, also dem Regionalgeld der Region Dresden und der Plattform „Einkaufen mit Elbtalern“ zu recherchieren. Manche der von Dir angesprochenen Umstände hätten sich sicher noch etwas mehr erschlossen, wenn Du mit mir (Andreas W. Poldrack) oder dem Vorstand vom Förderverein Elbtaler e.V. (zB … [Name auf ausdrücklichen Wunsch des Betreffenden entfernt, Anm. Frank]) im Vorfeld mal gesprochen hättest.

    Nun ist es natürlich jedem seine Sache, ob er ein Befürworter oder Gegner von Regionalwährungen ist. Dazu möchte ich mich an dieser Stelle nicht äußern, es wurde an anderen Stellen genug dazu geschrieben und es kann sich jeder sein eigenes Bild machen.

    Aber ein paar Anmerkungen möchte ich geben:

    1) Die Plattform „Einkaufen mit Elbtalern“ wird von ausschließlich von mir allein betrieben. (… [Name entfernt, Anm. Frank]), einer der Initiatoren und (…) im Förderverein Elbtaler e.V. hat mit dieser Plattform nichts zu tun. Ich kann jedoch verstehen, dass hier ein anderer Eindruck entstehen kann, da (…) als Kooperationspartner bei „Postfossile Zukunft“ auftaucht. [Anm. Frank: Das stand bis gestern dort und war die Quelle für meine Falschangabe]

    Mir zeigt Dein Artikel, dass wichtig ist, für Außenstehende deutlich zu machen, wer wie hinter welcher Sache steht. Da muss ich wohl die Internetseite „Postfossile Zukunft“ überarbeiten und dies genauer machen.

    2) Im Jahre 2011 gab es auf dem Martin-Luther-Platz den Umundu-Wochenmarkt, immer Samstags, vielleicht warst Du auch mal da. Es wurden damals Händler gesucht, welche mit einem Stand diesen Markt zum Leben erwecken. Ich hatte mich gerade selbstständig gemacht und mir gefiel die Idee mit einem Markstand auch vor Ort zu sein.

    Ich habe dann überlegt, welche Produkte ich gern anbieten möchte. So entstand das Sortiment, welches nun auch bei „Einkaufen mit Elbtalern“ zu finden ist (mit Ausnahme der Kerzen, diese kamen erst später hinzu).

    Mit einem Stand bin ich zwar beim Wochenmarkt mittlerweile nicht mehr vertreten, aber beim Umundu-Abschlussmarkt kann man mich jedes Jahr antreffen. Ich teile Deine Ansicht, dass es toll wäre, wenn die Produkte ausschließlich regional wären. Als ich seinerzeit das Sortiment ausgewählt habe, gab es zwei thematische Schwerpunkte und das waren „Peak Oil“ und die „Vollwertkost“.

    3) Selbstverständlich sind die Waren in Euro ausgepreist. Das geht auch gar nicht anders, da gesetzliches Zahlungsmittel einzig und allein der Euro ist. Wer als Händler oder Dienstleister beim Elbtaler mitmacht, stellt seine Rechnungen weiter ganz normal und üblich in Euro aus. Dies dann mit dem Zusatz „Der Rechnungsbetrag kann in Höhe von xyz % bzw. in Höhe von xyz Euro in Elbtaler beglichen werden.“

    Wenn Du Dich auf den Seiten von http://www.miles-and-more.com umschaust, wirst Du sehen, dass es da auch nicht anders ist. Die Waren sind in Euro auspreist und Flugmeilen können dann eingetauscht werden.

    4) Auf fast allen Produkte gilt bei mir aktuell immer noch dass, diese zu 100% in Elbtaler gezahlt werden können. Wer als Händler oder Dienstleister beim Elbtaler mitmacht, ist verpflichtet zumindest 25% des Rechnungsbetrages in Elbtaler zu akzeptieren. Das hat nichts damit zu tun, dass man dem Elbtaler nicht traut sondern hängt mit den faktischen Gegebenheiten zusammen, so muss ja auch die Mehrwertsteuer eines Geschäftes in Euro abgeführt werden.

    Auch, und das betonen die Regionalgelder eigentlich immer wieder, geht es nicht darum den Euro zu ersetzen, sondern zu ergänzen.

    5) Getreu meinem Motto „redet miteinander“ möchte ich Dich einladen, mit mir bzw. mit uns ins Gespräch zu kommen. Dann wirst Du sicher auch ein Gespür dafür bekommen, dass wir vieles wollen, aber eines nicht – „uns auf Kosten anderer zu bereichern“ … 😉

    http://www.youtube.com/watch?v=xv_fAzx9-_I

    Herzliche Grüße
    Andreas

  2. Schönen Guten Tag,

    ich bin Mitglied beim Elbtaler und zugleich Mitentwickler des RegionalAtlas. Die Anordnung aller Unternehmen in der Liste geschieht automatisch. Das der Online-Shop von Herrn Poldrack als erstes in der Liste erscheint, liegt einfach daran das sein Gewerbename mit „A“ beginnt.

  3. Hallo Andreas,

    Danke für den ausführlichen Kommentar. Da Deine Aussagen nicht alle zusätzlich kommentiert werden müssen, gehe ich nur auf wenige Details ein.

    Selbstverständlich wirst Du € einnehmen müssen, denn Deine Lieferanten müssen ja am Ende der Finanzkette damit bezahlt werden. Sonst wäre auf Dauer auch die vom Herausgeber emittierte Menge ET irgendwann wieder bei ihm, wenn ET-Besitzer ständig mit ET für Waren aus dem Nicht ET-Raum bezahlen würden. Aber es mutet eben eigenartig an, wenn unter der Überschrift „Einkaufen in Elbtalern“ letztlich gar nicht mit Elbtalern bezahlt wird und auch gar keine lokalen Produkte gekauft werden können. Aber dein Shop war für mich eigentlich nur ein Aufhänger, mich einmal wieder dem Thema „Elbtaler“ zu widmen, nachdem ich vor einigen Jahren darauf gestoßen war.

    „Miles and more“ ist mit Schwundgeld nicht vergleichbar, denn es ist (genau wie Payback u.ä.) ein Bonussystem, durch das man als Kunde mehr bekommt, also Plus macht, wenn man viel davon gesammelt hat. Bei Schwundgeld macht man dagegen durch den Negativzins Minus, umso spürbarer, je mehr man davon besitzt.

    Zum Vorwurf der Bereicherung: Ich habe eigentlich nicht behauptet, dass sich der Förderverein bereichern will (auch wenn man meine Aussage, Regionalgeld nutzt nur dem Herausgeber und lokalen Banken so auslegen kann). Aber nur weil jemandem eine Sache finanziell mehr oder weniger nutzt, muss das noch lange keine Bereicherung sein. Außerdem: Ab wann beginnt Bereicherung und wo endet der berechtigte Wunsch, von etwas leben und deshalb Einnahmen erzielen zu wollen? Es ist doch völlig logisch, dass jemand, der sich ein Projekt zur Ankurbelung der lokalen Wirtschaft ausdenkt, auch selbst etwas davon haben will. Und das soll er auch gern, wenn der gewünschte Effekt eintritt! Außerdem muss er auch zwangsläufig solche Einnahmen machen, denn nur als ertragsloses Freizeithobby kann das auf Dauer nicht funktionieren. Ich sage ganz klar: Wenn so etwas meine Idee gewesen wäre – ich würde auf jeden Fall einen finanziellen Nutzen davon haben wollen, ansonsten würde ich es wahrscheinlich nicht machen. Und warum sollte man sich – um das zu Ende zu denken – nicht sogar an einer Sache bereichern, wenn diese für alle Beteiligten unerwartet erfolgreich läuft?

    Dass dem Herausgeber von Regionalgeld diese Sache nutzt, ist immerhin eindeutig, denn er kassiert auf Dauer ständig die Mitgliedsbeiträge und die ULG, und das umso mehr, je mehr seines Geldes im Umlauf ist bzw. je mehr Leute mitmachen.

    Die Frage ist aber, ob das für die beteiligten Unternehmen und Kunden einen Nutzen hat. Ich bezweifle das. Aber meinetwegen darf trotzdem gern jeder solche Experimente mitmachen, das soll jeder selbst entscheiden. Ich würde es aus den angeführten Gründen jedenfalls nicht tun.

  4. Jungs, Männer, ich kenne euch ja alle 😉 …
    Und da ich mich lange nicht mehr um den Elbtaler gekümmert habe, mich jedoch an ein Treffen bei mir im Jahr 2008/09 (?) erinnere, als wir eine Postkarte kreiert hatten 😉 … schlage ich vor, dass man sich mal zu einem Offline-Treffen bei mir unterhalten könnte … ich koch was – versuchsweise regional 😉 … es sei denn, es wird ausdrücklich gewünscht, dass ich nicht koche 🙂

    Ich schätze Franks kritische Haltung und messerscharfen Analysen, auch wenn ich gern auch das große Ganze sehe 😉 … und überhaupt … lieber einen kritischen Betrachter als viele Teilnahmslose 🙂

    Also, stößt mein Angebot auf lokale Gegenliebe? 🙂 … zweite Juli-Hälfte?

    PS: Sorry für die vielen Smileys – ich kann einfach nicht anders 🙂

  5. Micha, man kann Sätze auch mit einfachen Punkten abschließen (hier müsste jetzt freilich auch ein Smiley hin).

  6. @ Franks „Micha, man kann Sätze auch mit einfachen Punkten abschließen“

    Ja, kann man – wäre jedoch zu einfach 😉

    Zudem kommt mir dieser Kinderreim mit „Punkt, Punkt, Kommastrich“ immer am Satzende in den Kopf und dann kann ich einfach nicht anders …. altes „Kindheitstrauma“ – was tun? 🙂

  7. Andreas W. Poldrack

    Hallo ihr beiden,

    @ Micha, danke für Deine Einladung. 🙂

    Ich mache einmal einen Gegenvorschlag, was haltet ihr davon, wenn wir uns in der PlauderBAR treffen?

    http://www.dresden-im-wandel.de/termin/plauderbar-im-biergarten-offen-fuer-alle-2

    Herzliche Grüße
    Andreas

  8. Andreas W. Poldrack

    Eine kleine Ergänzung zum Thema der Minus-Zinsen will ich an dieser Stelle noch für die gelegentliche Lektüre hinterherschieben … 😉

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-senkt-leitzins-und-beschliesst-minuszinsen-fuer-banken-a-973571.html

    Dazu auch noch die Anmerkung, dass ich „miles & more“ nicht zum Vergleich mit „Schwundgeld“ erwähnt habe, sondern nur weil auf der Seite von „miles & more“ die Preise ebenfalls in Euro angegeben sind, was ganz klar gesetzlichen Vorgaben entspricht. Zu mutmaßen, ich würde zwar zum Einkaufen mit „Elbtalern“ werben, dann aber Euro-Preise angeben, weil Euro halt doch besser ist, ist eben nur eine Mutmassung. Tatsächlich folgt dies gesetzlichen Vorgaben … 😉

    Herzliche Grüße
    Andreas

  9. Die negativen Zinsen der EZB für dort gelagerte Gelder der Banken haben eine völlig andere Funktion und sind ebenfalls mit dem Negativzins von Schwundgeld nicht vergleichbar. Es geht darum, dass die EZB Geld an Banken emittiert hat mit dem Ziel, dass diese es an die Wirtschaft weitergeben sollen. Da diese Banken das Geld aber oft nicht als Kredite an Unternehmen weitergeben, sondern es lieber nach dem Erhalt gleich wieder bei der EZB parken, wird der gewünschte Effekt nicht erreicht. Insofern ist die EZB-Maßnahme als Strafe nur für solche Bankguthaben durchaus eine überlegenswerte Idee. Schwundgeld verliert aber bei allen Besitzern gleichermaßen an Wert. Deshalb sind beide Dinge nicht vergleichbar.

  10. Gut, Andreas … ich hab’s mir vorgemerkt. Hoffe, ich denke in knapp zwei Wochen noch dran 😉 … Micha

  11. Übrigens, zwei Links zum Thema …

    Einer vom ZDF 😉 … ist schon drei Jahre alt der Artikel …
    http://blog.zdf.de/hyperland/2011/08/alles-ohne-euro-griechen-erfinden-eigene-web-waehrungen/

    Und ein Film zum Thema Regionalwährung …
    https://www.youtube.com/watch?v=tYO0VtkeDdI

    Neben einigen interessanten Details – einiges kenne ich ja schon zum Thema – fand ich den Hinweis auf den mathematischen Ableitungsfehler zwecks Wachstumsdogma sehr interessant … ist im ersten Drittel der Filmes, glaube ich (Wolfgang Berger)

    Näheres dazu steht u.a. in diesem Paper von Jürgen Kremer, S. 2
    http://www.rheinahrcampus.de/fileadmin/prof_seiten/kremer/masterkeeneconomics.PDF

  12. Die griechischen Parallelwährungen klingen nach einer sinnvollen Sache für die Bürger (obwohl es aus staatlicher Sicht auf gegenseitige Verrechnung von Schwarzarbeit hinausläuft). Allerdings ist das kein Schwundgeld wie der Elbtaler, denn die gehandelten Verrechnungseinheiten für Arbeitszeit oder Dienstleistungen verlieren ja offensichtlich nicht an Wert. Das Video sehe ich mir später vielleicht noch an, immerhin geht es ja 1,5 Stunden.

    Die vielen Formeln in dem pdf-Dokument hast Du sicher alle verstanden? 😉 Ich gebe zu, dass ich es beim Überfliegen spontan als „zu hoch für mich“ eingestuft habe 🙂

  13. Schwundgeld und Tauschhandel d’accord … da gibt es Unterschiede. Die sog. Umlaufsicherung soll ja letztlich bewirken, dass das Geld fließt sozusagen. Ob man die auch weglassen kann … tja, weiß ich nicht. Sparen lohnt sich jedenfalls nicht mehr … die Billionen Sparguthaben in Deutschland sind ja auch ein Grund dafür, dass Geld weniger ausgegeben wird. Letztlich bedarf es einer Art Grundeinkommen, denn dann fällt dieses ewige Sparen fürs Alter weg oder verringert sich drastisch … und das Geld, dass du morgen nicht brauchst, kannst du heute ausgeben. So simpel, so schwierig.

    Zu dem PDF … ich hatte S. 2 erwähnt, weil dort u.a. folgender Absatz steht:
    „Ein schwerwiegender Einwand von Keen richtet
    sich gegen eines der Fundamente der Volkswirt-
    schaftslehre, die Theorie des Unternehmens, deren
    Ableitung er als mathematisch fehlerhaft nachweist.
    Bemerkenswert ist nicht nur, dass eine grundlegen-
    de Theorie, die an praktisch jeder Hochschule gelehrt
    und die in jedem Volkswirtschaftslehrbuch dargestellt
    wird, in sich nicht widerspruchsfrei ist. Es ist insbe-
    sondere bemerkenswert, dass der Wirtschaftsnobel-
    preisträger George Stigler vor 50 Jahren in einer öko-
    nomischen Fachzeitschrift auf die Wurzel dieses Feh-
    lers aufmerksam machte, ohne dass dies einen Ein-
    fluss auf die Theorie und ihre Darstellung gehabt hätte.“

    Den Rest hatte ich noch nicht mal angeschaut 😉

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