Neues vom Elbebiber

Wer in diesen Tagen am Tolkewitzer Elbufer entlang geht, müsste schon sehr in Gedanken versunken sein, um die vielen Fraßspuren der Biber übersehen zu können. Direkt am Radweg sieht man an vielen Bäumen die typischen abgenagten Kegel. Beziehungsweise: Man sieht es an dem, was von manchen Bäumen noch übrig ist.

Biber Fraßspuren, CC BY-NC

Biber Fraßspuren, CC BY-NC

Biber Fraßspuren, CC BY-NC

Biber Fraßspuren, CC BY-NC

Biber Fraßspuren, CC BY-NC

Biber Fraßspuren, CC BY-NC

Biber Fraßspuren, CC BY-NC

Biber Fraßspuren, CC BY-NC

Biber Fraßspuren, CC BY-NC

Es ist schon verblüffend, wie sich diese Tiere im Stadtgebiet verbreitet haben. Aber leben sie auch hier oder kommen sie nur zum Fressen her? Bekannt ist, dass die Tiere stromaufwärts in Pratzschwitz und Zschieren leben. Allerdings ist es schwer vorstellbar, dass die Tiere die großen, hier abgenagten Äste stromauf bis dorthin schleppen könnten. Jeder, der diese Strecke schon einmal mit dem Kajak stromauf gefahren ist, hat eine Vorstellung, wie anstrengend das sein müsste. Hier am Ufer sind allerdings keine Biberburgen zu sehen:

befestigtes Elbufer Tolkewitz

Möglicherweise haben sich hier aber Biber gar keine Burgen gebaut, sondern nur einfache Gänge ins Ufer gegraben:

2014-03-02_bau1a

2014-03-02_bau1b

2014-03-02_bau2a

2014-03-02_bau2b

Ich kann nicht mit Sicherheit aussagen, ob das tatsächlich Eingänge von Biberbauten sind. Immerhin sahen sie benutzt aus, denn in den Eingängen waren keine Spinnweben und andere Sachen, die sich mit der Zeit an solchen Stellen ansammeln. Insgesamt fand ich an drei Stellen solche Eingänge, an einer davon gab es mehrere Eingänge im Abstand weniger Meter nebeneinander. Was mir unklar ist: Wo sind eigentlich die vielen abgenagten Äste und Bäume geblieben?

Einen Biber selbst habe ich heute übrigens nicht gesehen und kann deshalb hier ersatzweise nur auf einen älteren Artikel mit Biberfotos verweisen. Aber immerhin war ein ganz anderes Tier in einer Höhle eines noch nicht von den Bibern gefällten Baumes zu finden:

Katze in Baumhöhle, CC BY-NC

Katze in Baumhöhle, CC BY-NC

3 Kommentare:

  1. Hallo Frank,
    die vermeintlichen Eingänge zum Biberbau können von verschiedenen Tierarten stammen. Hast Du vor den Löchern auf Spuren geachtet und kannst Fuchs etc. ausschließen? Und hast Du überprüft, wie tief die Löcher sind?

    Die Lage der Löcher über der Wasserlinie ist ein Hinweis auf Fischotter:
    Sind Dir in dem Bereich evtl. Nahrungs- / Fischreste aufgefallen?
    Oder Kothaufen auf erhöhten Stellen vor den Löchern / in deren Nähe (wie der Stein in „2014-03-02_bau1b.jpg“ oder der Sand in „2014-03-02_bau2b.jpg“?Schuppen / Gräten im Kot bzw. Fischgeruch sind eindeutige Hinweise.

    Biber ist ebenfalls möglich. Da deren Eingänge zum Bau jedoch grundsätzlich unter Wasser liegen. bleiben 2 Optionen:
    a. Der Wasserstand muss zur Grabezeit mind. 50 cm über diesen Löchern gewesen sein. Sinkt der Wasserstand wieder und die Röhren fallen trocken, wird der Bau aufgegeben.
    b. Es ist eine Sasse, eine temporäre Ruhestätte: dazu gräbt der Biber an der Böschung eine Kuhle, in der er hin und wieder mal zeitweise, mitunter auch mal den ganzen Tag verschläft.
    Viel Glück, Erfolg und guten Blick bei zukünftigen Touren.
    Viele Grüße Burghard

  2. Hallo Burghard,
    danke für die Hinweise. Ich war auch skeptisch, ob das die Baue sind, weil Biber meines bisherigen Wissens nach ihre Baue – wie von Dir beschrieben – so bauen, dass der Eingang unter Wasser liegt. Insofern konnte ich mir bisher nie erklären, wo Biber an der Elbe leben könnten. Die Elbe hat hier in Dresden fast überall Kies- oder Sandboden. Ein Höhleneingang unter Wasser müsste in diesem lockeren Substrat immer gleich wieder einfallen. Biberbauten kenne ich nur von Teichen, die nahe der Elbe liegen (Kiessee Pratzschwitz und Kiesseen Zschieren). Da direkt am Elbufer auch die Wasserstände ziemlich schwanken und da vor allem auch die Elbedampfer und -Schlepper ziemlich starke Bugwellen erzeugen, die am Ufer kräftige Wellenbewegungen auslösen, vermutete ich, dass die Biber hier vielleicht auf Bauteneingänge oberhalb der Wasserlinie umgestiegen sind. Etwas weiter stadteinwärts (Ufer Johannstadt) gibt es auch ein belegtes Bibervorkommen, wo man Zeitungsberichten zufolge jeden Abend eine Biberfamilie beobachten kann. Auch da wüsste ich nicht, wo in dem Sandgrund ein unterirdischer Eingang bestehen könnte?

    Ich muss aber zugeben, dass ich es nie weiter untersucht habe, obwohl ich es mir mehrfach vorgenommen hatte, einmal Abends mit Stativ und Fotoausrüstung in die Nähe dieser hier beschriebenen Löcher zu gehen und zu warten, ob sie von Bibern benutzt werden. Spuren waren nicht zu erkennen, Fischreste lagen auf jeden Fall keine herum. Fischotter könnten da aber durchaus auch leben, denn sie kommen im Elbtal vor.

    Nur Kuhlen waren das aber auch nicht. Ich hatte zwar nicht gemessen, wie tief es hinein ging, aber es waren schon echte Höhlen, nicht nur Kuhlen. Ich hoffe, dass ich im kommenden Jahr einmal wieder dazu komme, mich dem Thema zu widmen 🙂

  3. Toll deine Fotos und recherchen zum Biber bei und in Dresden.
    Ich weiss das an der waldschlösschenbrücke ein Biberbau nahe dem Fährgarten ist. Darüber berichtete auch schon die SZ online. Und wenn ich das richtig sehe – sind dort bis zu drei Jungtiere – seit April 2016 – dies konnte ich mit einem Freund aus Bratislava feststellen.

    Ansonsten soll nach meinem Wissen auch eine Biberfamilie im Ostragehege / Friedrichstadt sein. Leider habe ich da nicht so die Kenntnis. Aber die Menschen vom B.U.N.D. und Naju und Greenpeace in der Neustadt helfen da gerne weiter.

    Na und auf Youtube gibts dazu – unter anderem auch von mir – Videos anzuschauen.

    Liebe grüße und weiterhin viel Glück beim beobachten.

    Nils

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