Eine Hymne für Sachsen? Herr bewahre!

„Oh Gott, mach das aus“, rief mein Kollege schon nach wenigen Sekunden. Daran kann man sehen, dass auch wir Atheisten in großen Notsituationen spontan den Herrn anrufen. Aber es war auch ein echter Kulturschock …

Dabei ist es eigentlich eine gute Sache, wenn die Jugend wieder singt. Und selbst wenn es sich dabei nur um die Junge Union handelt. Diese trällert auf Parteiversammlungen angeblich begeistert „Heil Dir im Siegerkranz“, allerdings mit einem viel besseren Text von dem Leipziger Dichter Siegfried August Mahlmann (1771 – 1826). Das künstlerisch hochwertige Ergebnis kann man online bewundern

Penible Kleingeistern könnten nun einwenden, es sei ja ziemlich geistlos, eine Hymne mit „Gott segne …“ im Text ausgerechnet in einer Region Ostdeutschlands vorzuschlagen, welches laut einer Studie immerhin die atheistischste Region der Welt ist. Oder dass ein solcher Text wegen der Trennung von Staat und Kirche möglicherweise gar nicht verfassungskonform sei. Und selbstverständlich regen sich GRÜNE und LINKE nun auch schon darüber auf. Am allermeisten, zumindest am wortreichsten, ereifert sich allerdings die NPD, es sei ja geradezu grotesk, dieser Patriotismus … irgendwas mit Urwerte von Heimat, Volk und Vaterland … naja, ich habe nicht alles lesen können, da der Geifer auf dem Bildschirm vieles verwischte. Man ist dort offensichtlich ziemlich sauer, dass die Junge Union geringfügig kreativer war als die NPD selbst.

Jedenfalls wird die Hymne so kommen, laut einer absolut seriösen Quelle hat die CDU jetzt beschlossen, eine Sachsen-Hymne einzuführen und „Gott segne Sachsenland“ ist wohl ein ganz heißer Kandidat.

Im Landtag wird es dann Pflicht, diese Hymne vor jeder Tagung zu singen. Meine Vermutung ist, dass die CDU damit in Wirklichkeit nur einen ganz perfiden Plan bezweckt: Sie will künftig allein im Landtag sitzen.

2 Kommentare:

  1. Zu vorgerückter Stunde und (zugegebenermaßen) nach der Einnahme diverser, alkoholischer Erfrischungsgetränke kommt in meinem sanges- und musikfreudigen Freundeskreis irgendwann der Punkt, wo wir patriotisch werden.

    Dann steht Einer auf, legt die Hand auf die Brust und wir tuen es ihm gleich. Dann schmettern wir innbrünstig die Sachsenhymne.

    Und alle: Sing, mei Sachse sing, es iss ä eichen Ding…

    Und wir lächeln seelig. 😉

  2. Diese Hymne wird dann ungültig 😉

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