Schade, dass Honecker die Energiewende nicht mehr erleben durfte

2013-11-4_strommastLinksradikale dürften momentan stinksauer sein. Da grübelt man jahrzehntelang, wie man den Scheißstaat Deutschland, dieses Schweinesystem, kaputt machen könnte, und dann stellt man fest, dass ausgerechnet die verhasste Bundesregierung das viel besser hinbekommt. Zumindest ergibt sich genau dieser Eindruck, wenn hier in einem (noch-) Industrieland einfach mal so wegen einer vagen Idee namens Energiewende eine funktionierende Stromversorgung an die Wand gefahren wird. An diesem Prozess hatten inzwischen mehrere Koalitionen ihren Anteil. Aktuell haben Energieversorgungsunternehmen die Stilllegung von 28 Kraftwerksblöcken in Deutschland beantragt. Von Vattenfall wurde bereits vorher bekannt, dass man dort darüber nachdenkt, sich komplett aus Deutschland zurück zu ziehen. Der Grund in beiden Fällen: Stromerzeugung lohnt sich bei uns nicht mehr, man macht kaum noch Gewinn. Die per Gesetz angeordnete bevorzugte Einspeisung von subventioniertem Ökostrom drückt die Preise … aber das wurde nun schon oft genug erklärt, der Zusammenhang sollte allmählich bekannt sein, das spare ich mir hier.

Wenn Firmen kaum noch Gewinn machen, kann man sich zwar freuen und das als vermeintlichen Sieg über böse Großunternehmen fehlinterpretieren. Vielleicht sollte man es aber besser als Alarmsignal betrachten. Denn Unternehmen, die nun einmal zwangsläufig an Gewinnen interessiert sein müssen, würden wahrscheinlich auch gern Gewinn mit Stromproduktion aus regenerativen Quellen machen, wenn es technisch möglich wäre, seine Kunden daraus mit Strom zu versorgen. Aber das funktioniert nun einmal leider noch nicht, solange es keine ausreichend verfügbaren Speicher gibt (und das wird sich auch nicht so schnell ändern). Die Stromversorger bleiben nicht aus ideologischen Gründen bei herkömmlichen Methoden, sondern aus ökonomischen und technischen Gründen. Selbstverständlich spricht für einen Verbleib bei bisherigen Techniken auch, dass man damit die bisherigen Anlagen weiter nutzen kann und Investitionen vermeidet. Aber auch in Kohle- und Gaskraftwerken sind immer einmal wieder Neuinvestitionen notwendig, und wenn man die besser in Wind- und Sonnenenergie stecken könnte, wäre man so zumindest schon einmal sämtliche bisherigen Imageprobleme und außerdem die leidige CO2-Problematik los.

Irgendwie scheint aber auch ein kleiner Anarchist in mir zu stecken, denn ich finde es auch wieder ziemlich faszinierend, was hier passiert: Energieerzeugungsmethoden, die eine Energieversorgung gar nicht gewährleisten können, werden vom Staat gefördert, und das in einer Weise, wodurch gleichzeitig die anderen Energieerzeugungsmethoden behindert und sogar gefährdet werden, die tatsächlich notwendig sind weil sie alles absichern … Solchen Irrsinn habe ich nicht einmal in der DDR erlebt – danke, liebe Bundesregierung, dass ich bei diesem weltweit einzigartigen Prozess live und vor Ort dabei sein darf! Insofern verbuche ich absehbare weitere Preisteigerungen für Energie als eine Art Eintrittsgeld für eine wirklich spannende Unterhaltungsshow.

35 Kommentare:

  1. Unterhaltungsshow ist schon das richtige Stichwort, denn ich finde dieses spannender als eines wie in Japan. Und für erscheint eines logisch, das Problem sind nicht notwendige Veränderungen und Umdenken, sondern das gleichzeitige Festhalten am Wachstum. Ich weiß, es wird auch da gern mit Notwendigkeiten argumentiert, Weltwirtschaft und so, aber ich frage mich dann schon für wen? Manager, die 52x so viel verdienen, wie der durchschnittliche Arbeitnehmer? Für was? Die Änderungen in der Energieversorgung sind notwendig, weil es so wie bisher absehbar nicht weitergeht und das hat die bisherige Notwendigkeit des Wirtschaftens gebracht, die ganz oft alle weiteren Notwendigkeiten ignoriert oder sogar alles dafür tut, damit anderes nicht zu laut wird. Oh, krasser Zufall eine Parteispende aus Automobilindustrie. Ach nein, das ist schon alles sozial gerecht, wir müssen nur mehr vertrauen. Was ist mit anderen, mit neuen? Eine Crowdfunding-Plattform (übrigens wieder aus Dresden), die Investitionen in erneuerbare Energie möglich machen, verfolgt kein Businesmodell? Ja stimmt, es bewegt sich nur langsam und statistisch nicht ausreichend, aber es bewegt sich viel mehr in die richtige Richtung, als so zu tun, dass wir so wie bisher weiter machen könnten.

  2. Steffen, unsere Situation ist mit der in Japan aber aus mehreren Gründen gar nicht vergleichbar. Und das Thema hat nichts mit zu tun mit

    – Wachstum: Ich halte diese Ewiges-Wachstum-Ideologie auch für falsch, aber bei konventionellen Kraftwerken in Deutschland ist nicht fehlendes Wachstum das Problem, sondern fehlende Rentabilität. Und umgekehrt sind im „Öko“-Strom-Bereich ebenfalls Wachstumsprozesse vorhanden, die von den dortigen Anlegern gern gesehen werden

    – Managergehältern: Denkst Du, Betreiber von Wind- und Solarparks bezahlen ihre Manager schlechter? Denkst Du, unrentable Kraftwerke rutschen plötzlich in die Gewinnzone, nur weil die paar Manager geringer bezahlt werden? Das ist für den Gesamtbetrieb einer der geringeren Kostenanteile.

    – Parteispenden der Automobilindustrie: Damit hat mein Thema nun wirklich absolut gar nichts zu tun.

    – Crowdfunding: Es ist völlig egal, wie Finanzierungsmodelle für ein Projekt zu Beginn aussehen, rentabel muss es nachher trotzdem sein. Der ganz konkrete momentane Hauptproblemfall sind Gaskraftwerke. Die werden nicht plötzlich dadurch wieder rentabel, indem man sie per crowdfunding finanziert. Es sei denn, man findet ausreichend Geldgeber, die ihr Geld nie wieder sehen wollen.

    Die Änderungen in der Energieversorgung sind notwendig …

    Ich bin immer ein Freund der Methode, die Dinge ganz grundlegend zu betrachten, weshalb ich hier fragen würde: Ach ja? Warum eigentlich? Aber da ich ja auch der Meinung bin, wir sollten mit der Natur halbwegs schonend umgehen, sage ich: Ja, wäre durchaus sinnvoll. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man es planlos überstürzt machen muss, so wie es momentan bei uns abläuft. Bitte einen Schritt nach dem anderen, und zwar in der richtigen Reihenfolge:

    1. Masterplan entwerfen und u.a. nachdenken, welche Alternativen der Energieerreugung nutzbar wären und ob diese tatsächlich besser sind
    2. Falls das auf Nutzung von Wind und Sonne hinausläuft, notwendige Speichertechnologien entwickeln und aufbauen
    3. dann kann es losgehen (aber eben auch erst dann, denn vorher hat es absolut keinen Sinn).

    Einen Hausbau beginnt man ja auch mit dem Fundament und nicht mit dem Dach.

  3. Ich stimme dir absolut zu Frank. Das „Problem“, was sich aus deinem letzten Absatz (im Kommentar) ergibt ist folgendes:
    Wenn einer ne Förderung für’s Dach bekommt und rumsteht und schreit: ICH BRAUCHE ENDLICH EIN FUNDAMENT, dann gibt es mit Sicherheit jemanden, der anfängt ein Fundament zu bauen. Auf jeden Fall gibt es aber Fördergelder für die Leute, die Fundamente entwickeln wollen, die zu dem Dach passen.
    Es wird schon ein paar Häuser geben, die einstürzen, aber irgendwann gibt es vielleicht ein Fundament für das Haus.

    Was ich sagen will: Wenn es keine Notwendigkeit für innovative Speichertechnologien gibt, dann gibt es auch keine Förderprogramme für deren Erforschung+Entwicklung und es gibt vor allem kein Markt danach. Das ist derzeit ja das schlimmste an einer Universität, wenn man keinen Businessplan vorlegen kann, wie man danach mit der Arbeit Geld verdienen kann. 🙂

  4. Die Uninformiertheit der Diskutierenden ist geradezu gefährlich. Es sollte sich langsam herumgesprochen haben, dass mit Hilfe der LENR-Technologie – früher fälschlicher Weise als ‚Kalte Fusiom‘ bezeichnet – unter total umweltfreundlichen Bedingungen Energie gewinnen lässt. Gegenwärtig ist ein 1 MW-Gerät auch auf dem deutschen Markt, welches aus 1 MW Elektroenergie 6 MW Wärmeenergie liefern kann. Der Markteintritt von sehr preiswerten Haushaltgeräten um 10 KW Leistung scheint nur eine Frage der Zeit zu sein – und eine Frage des politischen Willens, einen echten Energiewandel anstelle von Durchsetzung von Lobbyinteressen zu erreichen.

  5. Wieso uninformiert? Ich habe die betreffende bahnbrechende Erfindung, die sich nicht an solche peniblen physikalischen Beschränkungen wie den Energieerhaltungssatz hält und problemlos aus einem Megawatt sechs macht, hier sogar kürzlich erst beworben 😉 :

    Kalte Fusion: Erste Anlagen in Betrieb!

  6. „Manager, die 52x so viel verdienen, wie der durchschnittliche Arbeitnehmer?“

    Das ist nur in der konventionellen Industrie so. Sie glauben doch selber nicht, dass Obersolareinsacker Asbeck sich mit so wenig zufrieden gibt. Bei dem können Sie die 52x getrost mit Faktor erweitern. Von irgendwas muss er ja seine beiden Schlösschen bezahlt haben.

    Für die Förderung der „Erneuerbaren“ hat der deutsche Staat bis dato um die 100 Mrd. umverteilt. Die Superabzocke!
    Und was das Größte ist: Die Abzocker haben es geschafft, in der Öffentlichkeit als die Selbstlosen wahrgenommen zu werden.

  7. Die 100 Milliarden Euro beinhalten vermutlich noch nicht die direkten Subventionen in die Solar-Industrie, sondern beziehen sich wohl auf die EE-Umlage?

    Die direkten Subventionen waren wohl das größte Verlustgeschäft der letzten Jahrzehnte. Die Anzahl der Mitarbeiter in der Solar-Industrie hat sich in den letzten Jahren halbiert. Ich möchte nicht wissen, wie viel Steuergeld verbrannt wurde, um letztlich den wenigen »Sonnenkönigen« exorbitante Gewinne zu ermöglichen, während die kleinen Investoren, die Mitarbeiter und die Gläubiger geprellt wurden.

  8. Der Energie-Irrsinn geht weiter

    Frank schrieb : Irgendwie scheint aber auch ein kleiner Anarchist in mir zu stecken, denn ich finde es irgendwie schon wieder ziemlich faszinierend, was hier passiert: Energieerzeugungsmethoden, die eine Energieversorgung gar nicht gewährleisten können, werden vom Staat gefördert, und das in einer Weise, wodurch gleichzeitig die anderen Energieerzeugungsmethoden behindert und sogar gefährdet werden, die tatsächlich notwendig sind weil sie alles absichern … Solchen Irrsinn habe ich nicht einmal in der DDR erlebt – danke, liebe Bundesregierung, dass ich bei diesem weltweit einzigartigen Prozess live und vor Ort dabei sein darf!

    Nicht nur die Bundesregierung betätigt sich auf dem Energiesektor als Chaos-Generator, jetzt mischt auch noch die EU mit :

    WELT:
    Schwarz-Rot plant nur Mini-Reform beim Ökostrom

    Die EU-Kommission prüft derzeit die Aufnahme eines Wettbewerbsverfahrens gegen Deutschland, weil sie sowohl die Subventionierung von Ökostrom als auch die Energiekosten-Entlastungen der Industrie für wettbewerbswidrig hält. Je nach Ausgang des Verfahrens droht der deutschen Industrie die Nachzahlung aller einbehaltenen EEG-Umlagen rückwirkend bis zum Jahr 2003. Branchen der energieintensiven Industrien, etwa Chemie und Metall, sehen für diesen Fall eine Million Arbeitsplätze sowie „den industriellen Kern Deutschlands“ gefährdet.

    Das man Deutschland mal von außen den Spiegel vorhält bzgl. der Subventionierung von Ökostrom ist zu begrüßen. Wieso aber ist die Entlastung der stromintensiven deutschen Industrie wettbewerbswidrig? In Deutschlands Umfeld gibt es keine EEG-Umlage, für die betroffenen Industrien herrscht also Wettbewerbs-Gleichheit. Umgekehrt wird ein Schuh draus : Falls die deutsche Industrie nachzahlen müsste wäre sie benachteiligt.
    Die EU-Bestrebung geht aber noch weiter. Die BASF produziert für ihre stromintensive Chemiesparte selber Strom in eigenen Kraftwerken und soll nun auch gegebenenfalls dafür die EEG-Umlage nachzahlen.
    Denkt man diesen ganzen Irrsinn konsequent zu Ende müssten auch die Solarzellen- Und Windradbesitzer für den selbst genutzten Strom diese Umlage zahlen.

    Diesem Leserbrief

    Der Artikel vermittelt den Eindruck völlig überforderter Politiker im Bereich der Energieversorgung. Offensichtlich ist den verantwortlichen Parteifunktionären die herausragende Bedeutung einer konkurrenzfähigen Energieversorgung für die Zukunft unseres Landes nicht bewusst. „Um erneuerbare Energien langfristig marktfähig zu machen, will …“, steht da. Dieser Satz zeigt die Überforderung sehr deutlich, denn erneuerbare Energien können in der heutigen Konzeption niemals – auch langfristig nicht – gegenüber fossilen Energien konkurrenzfähig sein. Ihre Energieeffizienz ist ganz einfach zu gering. Auch das Argument der Knappheit von fossilen Energien ist widerlegt. Anstatt einer kräftigen und nachhaltigen Reform wird an Details „gebastelt“. Und so wird es weitergehen mit der Planwirtschaft bis zum finanziellen Zusammenbruch. Die richtige Maßnahme wäre, den weiteren Ausbau der Erneuerbaren zu stoppen und die Marktwirtschaft im Energiebereich wieder einzuführen.
    Dipl.-Ing. Christian Storch, Bad Segeberg

    ist nicht viel beizufügen, nur ein paar Zahlen :

    Interview mit Manfred Haferburg
    Erschienen in der WELTWOCHE am 7.11.13
    Manfred Haferburg reist als Experte für Kernkraftsicherheit um die Welt und kennt so viele Atomkraftwerke …
    F: Atomenergie kann aber nur billig sein, weil sie jahrzehntelang subventioniert wurde.
    A: Das ist schon ziemlich lange her. Heute ist das Gegenteil der Fall: die Brennelemente-Steuer. Kernkraftwerke produzieren derzeit für drei bis vier Cent pro Kilowattstunde. Windenergie liegt – ohne Subventionen – bei zehn bis zwölf Cent, beim Solarstrom ist es doppelt so viel. Diese Formen der Stromerzeugung können nur durch Subventionen existieren.

    Irgendwie muß es doch gelingen den Industriestandort Deutschland zu ruinieren.

  9. Das man Deutschland mal von außen den Spiegel vorhält bzgl. der Subventionierung von Ökostrom ist zu begrüßen.

    stimmt

    Wieso aber ist die Entlastung der stromintensiven deutschen Industrie wettbewerbswidrig? In Deutschlands Umfeld gibt es keine EEG-Umlage, für die betroffenen Industrien herrscht also Wettbewerbs-Gleichheit. Umgekehrt wird ein Schuh draus : Falls die deutsche Industrie nachzahlen müsste wäre sie benachteiligt.

    Das ist wirklich nicht nachvollziehbar

    Denkt man diesen ganzen Irrsinn konsequent zu Ende müssten auch die Solarzellen- Und Windradbesitzer für den selbst genutzten Strom diese Umlage zahlen.

    Ich habe jetzt überlegt, ob es da einen Denkfehler gibt, aber eigentlich nicht. Dazu passt auch ein wenig mein nächster (noch unfertiger) Artikel, in dem es um Strom aus Biogas geht. Die Betreiber solcher Anlagen müssten angesichts ihrer Kosten absurd hohe Stromverkaufspreise von ca. 17 Ct/kWh erzielen, um in die Gewinnzone zu kommen – kurzer Ausschnitt:

    Es wirkt sehr aufschlussreich, wenn in der bereits erwähnten Wirtschaftlichkeitsberechnung der Satz zu finden ist: „Die benötigte elektrische Prozessenergie (für die Biogasproduktion, Anm. F. Nagel) quantifiziert man überschlägig mit 5-10% der Stromerzeugung und kauft sie in der Regel kostengünstiger separat zu als sie durch den selbsterzeugten Strom des BHKWs abzudecken“. Den benötigten Strom woanders billig einzukaufen, als den teuren selbst produzierten zu verwenden – das sagt eigentlich bereits alles über die Rentabilität von Biogas aus.

    Jetzt überlege ich, ob ich noch eine Bemerkung mit einfüge, dass der so eingekaufte Strom ja immerhin auch die Kosten für die EEG-Umlage beinhaltet … ich bin nur unsicher, welches Fazit ich daraus ziehen sollte?

  10. @Frank weiter oben (sinngemäß): 1. Masterplan entwerfen … Voraussetzungen schaffen … dann, und erst dann, kann es losgehen …
    Das wäre mal ein neues Konzept, oder? Stichwort Atomenergie: da durfte losgelegt werden ohne schlüssiges Entsorgungskonzept. Das oft bemühte Bild: Das Flugzeug ist schon in der Luft, na gut, irgendwann müssen wir mal über eine Landebahn nachdenken.

    In Fukushima lagern die „abgebrannten“ Brennelemente über dem Reaktor. Blöd, wenn mal was schiefgeht und die Gebäude dann nicht mehr so stabil aussehen.

  11. Wolf schrieb : Stichwort Atomenergie: da durfte losgelegt werden ohne schlüssiges Entsorgungskonzept.

    Das folgende ist zwar etwas OT, aber für viele Staaten war das Entsorgungskonzept der Kernenergie Wiederaufbereitung und Endlagerung wenn auch nicht perfekt so doch akzeptabel. Gern wird vergessen, daß über 90% der Endlagerbestände nicht direkt aus Atomkraftwerken stammen. Wie schlüssig ist das? Oder wie schlüssig ist I.M.n das Entsorgungskonzept der Keramikindustrie oder für Verbundwerkstoffe?

  12. @Wolf:

    Stichwort Atomenergie: da durfte losgelegt werden ohne schlüssiges Entsorgungskonzept.

    Ja, der Einwand ist schon berechtigt, allerdings vergleichen wir damit zwei unterschiedliche Probleme. Bei der Einführung der Atomenergie hat man sich zu wenig mit der Frage langfristiger Folgen befasst, heute geht es bei Windkraft und Solarenergie aber darum, dass mit diesen unausgereiften Technologien die gleichzeitig noch benötigten anderen Technologien behindert werden, wodurch letztlich das Gesamtsystem der Energieversorgung in Gefahr gerät. Das war bei der Einführung der Atomkraft immerhin nicht der Fall.

    Übrigens geht es mir weniger um AKW, sondern allgemein um die konventionellen Kraftwerke. Bedroht sind übrigens vor allem die Gaskraftwerke. Und die sind durch ihre schnelle Regelbarkeit notwendig und sehr wichtig für die Netzstabilität.

  13. Weil auch hier die üblichen Märchen erzählt werden, wagen wir zum Ausgleich einen kurzen Blick in die Realität.

    Am 11.03.2011 wurden in Japan ungefähr 15.000 Menschen durch das Erdbeben und die nachfolgende Flutwelle getötet. Im Unterschied dazu hat die Atom“katastrophe“ kein einziges Todesopfer gefordert.
    Das AKW Fukushima war 40 Jahre alt und sollte sowieso demnächst stillgelegt werden. Dieses uralt-AKW hat ein Erdbeben der Stärke 8,8 abgekriegt und anschließend die Flutwelle drüber.
    Ergebnis: Null Todesopfer.
    Wenn es eines Beweises für die Sicherheit der AKW bedurfte, dann hat ihn Fukushima geliefert.

    Dass es kein Konzept für die Endlagerung gibt, ist auch so ein Dauerbrenner in die Lügnerszene. Das ändert aber nichts daran, dass das nicht stimmt.
    Das Lagern der AKW-Abfälle ist keine große Sache. Und gefährlich gleich gar nicht.
    Beispielsweise strahlt das „nichtradioaktive“ Deckgestein über dem Endlager Asse mit der gleichen Intensität wie die darunterliegenden „hochradioaktiven“ AKW-Abfälle (http://tinyurl.com/ppdgqtu).
    Ähnlich harmlos und vor allem sicher sind die Verhältnisse in Gorleben (http://tinyurl.com/oqyoh9v).

    Leicht nachvollziehbar.
    Zum einen haben die radioaktiven Abfälle eine vergleichsweise kurze Halbwertszeit.
    Und zum anderen eine ziemlich hohe Dichte. Das ist nun mal so, dass (Wolf aufgepasst, jetzt kannst Du was lernen) dass die schweren Teile nach unten sinken und die leichten nach oben drängen. Was erst mal in 500m Tiefe liegt, kommt nicht wieder hoch.

    Übrigens werden Asien in den nächsten 12 Jahren hundert Atomkraftwerke gebaut (http://tinyurl.com/ohsgy3b). Sieht so aus, als wenn die sich von der deutschen „Vorreiterrolle“ nicht ganz ernst nehmen. Frechheit, dass die am deutschen Wesen nicht genesen wollen.

    Bestimmt haben die allesamt hochausgereifte Entsorgungskonzepte. Oder, das ist die realistischere Variante, die lassen sich vom grünen Dummschwätz nicht in Bockshorn jagen.

    Das war jetzt zu viel Realität?
    OK, dann übergebe ich das Wort an Wolf.

  14. Frank schrieb : … heute geht es bei Windkraft und Solarenergie aber darum, dass mit diesen unausgereiften Technologien die gleichzeitig noch benötigten anderen Technologien behindert werden, wodurch letztlich das Gesamtsystem der Energieversorgung in Gefahr gerät

    .
    Hervorhebung von mir.
    Da muß ich mal beckmesserisch anmerken, daß WEA und Photovoltaik m.M.n. sehr wohl technisch ausgereift sind.
    Man vergleiche mal den Growian mit heutigen WEA. Auch bei den Photovoltaik-Anlagen ist man mit dem Wirkungsgraden der verschiedenen Typen nahezu am Anschlag. Steigerungen sind da nur noch drin, wenn man auf exotische und damit auch seltene und teure Materialien ausweicht.
    Aber man soll nie nie sagen. Vielleicht gelingt es mal einem Genie den Wirkungsgrad der z.B. monokristallinen Si-Zellen mit einem bezahlbarem technischen Kniff zu steigern. Ansonst ist klar : Der Wirkungsgrad wird schlicht und einfach durch die Gesetze der Quantenphysik noch oben begrenzt.

  15. @Siehmalan:

    Fukushima … Ergebnis: Null Todesopfer.

    Ich möchte allerdings nicht wissen, wie es ausgegangen wäre, wenn der Wind nicht glücklicherweise die meisten Emissionen auf den Ozean hinaus geweht hätte. Und wie sich die Gesundheit der dort eingesetzten Arbeiter entwickelt, werden die nächsten Jahre erst zeigen.

    Dass es kein Konzept für die Endlagerung gibt, ist auch so ein Dauerbrenner in die Lügnerszene. (…) Das Lagern der AKW-Abfälle ist keine große Sache

    Ich bin durchaus der Meinung, dass Atomkraft harmloser ist, als in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Das Atommüllproblem wird angesichts der Tatsache, dass in Deutschland pro Einwohner im Jahr lediglich knapp 6 Gramm hochradioaktiver Abfall aus AKW anfällt, auch ein wenig übertrieben. Aber man muss nun auch nicht gleich übers Ziel hinausschießen und behaupten, dass da gar kein Problem bestünde. Ich finde schon, dass da einiges unklar ist beim Thema Endlager in Deutschland.

  16. @Michael: Schön, dass es aufmerksame Mitleser gibt 😉 ich war bei der Formulierung selbst unschlüssig, ob ich das besser formulieren sollte. Korrekt wäre also: „… heute geht es bei Windkraft und Solarenergie aber darum, dass diese Technologien mit ihrer unausgereiften Integration in die gesamte Energieerzeugung …“ (so in der Art).

  17. @Siehmalan: Wie kurz war noch mal die Halbwertszeit von Plutonium? Ausgerechnet die Asse als Beispiel für sichere Endlagerung?

    Fukushima: Japan ist in der Rangliste Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen nach Fukushima von Platz 22 auf Platz 53 abgerutscht. Kommt halt drauf an, was man liest – im Internet kann man viel finden, von 0 Todesfälle bis zu Berichten über Kranke und Tote. Z. B. bei enenews.com.
    http://enenews.com/tokyo-mother-total-media-blackout-in-japan-lots-and-lots-of-people-developing-symptoms-related-to-fukushima-disaster-many-cases-of-sickness-and-death-among-young-generations-not-reported
    Wo befinden sich die geschmolzenen Kerne der Reaktoren 1, 2 und 3 jetzt genau? Wie sicher sind die Brennstäbe im Abklingbecken von Reaktor 4 gelagert?

  18. Wie kurz war noch mal die Halbwertszeit von Plutonium?

    Wie hoch ist noch mal die Strahlungsleistung von Plutonium?

    Wo befinden sich die geschmolzenen Kerne der Reaktoren 1, 2 und 3 jetzt genau?

    Ach ne. Ich dachte gerade noch, dass „die geschmolzenen Kerne der Reaktoren 1, 2 und 3“ die halbe Weltbevölkerung ausgerottet haben. Und nun auf einmal sind die so folgenlos, dass man nach deren Standort fragen muss.

  19. Ich finde schon, dass da einiges unklar ist beim Thema Endlager in Deutschland.

    Sagt ja keiner, dass man leichtsinnig werden soll. Jede Technik hat ein bestimmtes Gefährungspotenzial. Wir haben jedes Jahr 4000 Tote durch Straßenverkehr. Trotzdem käme keiner auf die Idee (na gut, „keiner“ stimmt nicht ganz), die Autos abzuschaffen.

    In Deutschland sterben jedes Jahr 15.000 … 40.000 Menschen durch Krankenhauskeime.
    Krankenhäuser abschaffen?

    Ich möchte allerdings nicht wissen, wie es ausgegangen wäre, wenn der Wind nicht glücklicherweise die meisten Emissionen auf den Ozean hinaus geweht hätte.

    Grundsätzlich kann man die Wirkung beschreiben wie Felder. Die Kraft nimmt mit der Entfernung quadratisch ab.

    Zum zweiten sollte man schon die Menge einbeziehen.
    Die Propaganda widerspricht sich da auch in großen Teilen. Da „lagern die “abgebrannten” Brennelemente über dem Reaktor“. Irgendwas ist geschmolzen und liegt jetzt in der Tiefe. Und die Brennstäbe von Reaktor 4 liegen im Abklingbecken.
    Die Sache ist nur die, dass die auf dem Reaktordach oder im Abklingbecken liegenden Brennstäbe eben dort liegen und nicht vom Winde verweht sind. Ebenso verhält es sich mit dem eingeschmolzenen Teilen.
    Nicht zu reden über den Witz (ich denke das war ein Witz, Wolf kann diesen Unfug nicht ernst gemeint haben) mit der Halbwertszeit des Plutoniums.

    Wie gesagt, alles kein Grund, leichtsinnig zu werden.
    Wir sollten aber bei der Betrachtung einbeziehen, dass das AKW schon 40 Jahre alt war. Und dazu noch extrem ungeschickt aufgestellt. Dennoch war der Schaden vergleichsweise gering.
    Unterdessen wurden die Sicherheitsvorschriften x mal verschärft; und das ist gut so. Das heißt aber auch, das Gefahrenpotenzial der AKWs ist außerordentlich gering.

  20. Stromgestehungskosten mit und ohne EEG

    Vor einiger Zeit brachte ich hier diese Aussage:

    Manfred Haferburg in der WELTWOCHE am 7.11.13:
    Kernkraftwerke produzieren derzeit für drei bis vier Cent pro Kilowattstunde. Windenergie liegt – ohne Subventionen – bei zehn bis zwölf Cent, beim Solarstrom ist es doppelt so viel. Diese Formen der Stromerzeugung können nur durch Subventionen existieren.

    Oder anders ausgedrückt : Diese Technologien sind für die Energieenergie-Erzeugung in D unwirtschaftlich, obwohl sie relativ ausentwickelt sind. Die realen Stromgestehungskosten der UEE (Unstetigen erneuerbaren Energien, Geothermie gehört nicht dazu) haben mich interessiert. Bei der Google–Suche stößt man selten auf Angaben (1) wie diese:

    Offshore-Anlagen sind dagegen aufgrund des größeren Bauaufwandes sowie höheren Finanzierungs- und Betriebskosten trotz mehr Volllaststunden deutlich teurer, ihre Stromgestehungskosten liegen derzeit bei 11,9–19,4 ct/kWh.[19]
    Ähnliche Zahlen liefert eine 2013 erschienene Studie der Deutschen Windguard, die sich ausschließlich mit der Onshore-Windenergie in Deutschland befasst. In dieser Studie wurden auf sehr guten Standorten (150 % des Referenzertrages) Stromgestehungskosten von 6,25 ct/kWh ermittelt.

    Meist werden die UEE wie folgt (2) beworben :

    Für kleine Dachanlagen, die vor dem 31. Dezember 2011 ordnungsgemäß gemeldet werden, garantiert der Staat über 20 Jahre eine Einspeisevergütung von 28,74 Cent pro Kilowattstunde. Zu diesem Preis muss der örtliche Netzbetreiber den Strom vom Hausdach kaufen.

    Nun, ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Stromgestehungskosten empirisch zu ermitteln für eine moderne 6 MW-Windenergieanlagen (WEA) an Land, für eine Photovoltaik-Anlage (PVA) auf einem Eigenheim und für eine PV-Freianlage auf dem Acker.

    1. 6 MW-WEA

    Als erstes fallen Investitionskosten an. Laut Quelle (3) muß man mit ca.1350€/kW für Invest und für den Betrieb, incl. Versicherung und Wartung mit 1,5% der Investsumme pro Jahr rechnen. Das wären also Summe Invest = 8,1 Mio € und Betriebskosten = 243.000 €/a. Für die Tilgung der Investsumme setze ich mal 405.000 €/a plus 6% Zins auf diese Summe an, also eine Rückzahlung von 429.300 €/a. Weiter muß der Betreiber ca. 50.000€/a Pacht(4) und ca. 18.000€/a Gewerbesteuer(5) entrichten. Die Lebensdauer einer WEA beträgt 20 Jahre. Das bedeutet eine Abschreibung von 405.000 €/a. Für den Rückbau sind 5% der Investkosten sicher nicht zu niedrig angesetzt, angesichts solcher Fundamente. Als Rücklage verteilt auf 20 Jahre sind das für den Rückbau 20.250 €/a. Über die Stromkosten an der Börse(1) liest man:

    Im 2. Quartal 2008 kostete Strom an der Leipziger Strombörse im Mittel 8,495 ct/kWh, ging aber u. a. durch die verstärkte Einspeisung der Erneuerbaren Energien bis 2012 auf ca. 5 ct/kWh zurück. Der Einspeisetarif für Windkraft in Österreich liegt bei 7,8 ct/kWh.[28] 2011 betrug die Anfangsvergütung für Windenergie in Deutschland nach EEG 9,2 ct/kWh.

    Nehmen wir an, die Zwangseinspeisung der UEE hätten nicht die Börsenpreise gesenkt, würde der Betreiber seinen Strom für ca.8,5 ct/kWh verkaufen können. Die Frage ob der Freie Markt den Windstrom ob seiner Nachteile für diesen Preis haben möchte lasse ich außen vor. Setzt man für eine moderne 6MW-WEA ca. 2.500 Vollast-Stunden (1) pro Jahr an, produziert die Anlage 15Mio kWh/a und würde 1,275 Mio €/a erbringen. Bei 5ct/kWh würden nur 750.000 €/a erwirtschaftet. Dem stehen Kosten von 1.165.550 €/a gegenüber. Die Gestehungskosten betragen 7,8 ct/kWh, im Falle der Verwendung von vorhandenem Geld 4,91 ct/kWh. Man kann natürlich hier noch den Fall Repowering diskutieren, dann entfällt ein Teil der Rückbaukosten.

    Fazit : Ohne EEG arbeiten moderne WEA je nach Finanzierung knapp jenseits der Wirtschaftlichkeit.

    2. PVA auf dem Eigenheim

    Die Kosten dafür sind überschaubar und i.d.R. vom Besitzer zu stemmen (6).
    Kosten 5kWp-Module = 7.500€
    Wechselrichter = 2.000€
    Speicher = 10.000 €
    Netzanschluß + Zähler (10% der Gesamtkosten) = 950 €
    Planung, Dok, Installation = 1.000 €
    Kosten Anschaffung = 21.450 €

    Für einen evtl. Rückbau nach 20 Jahren werden 800 € veranschlagt, die Betriebskosten betragen 2% der Anschaffungskosten. Ohne Speicher kommt man auf 858 €/a laufende Kosten. Mit 1000 Vollast-Stunden entstehen 5000kWh/a. Die Gestehungskosten betragen 17 ct/kWh. Will der Betreiber seien erzeugten Strom in erster Linie über den Speicher selbst verbrauchen, kommt er auf Gestehungskosten von 31 ct/kWh.

    Fazit : Ohne EEG wäre die Anlage nicht zu betreiben. Will man sie für den Eigenverbrauch nutzen, arbeitet man weit jenseits der Wirtschaftlichkeit.

    3. PV-Freiflächen-Anlage

    Als spezifische Leistung gibt (7) 32 Wp/m² an. Bebaut man 1ha (=10.000m²) mit Modulen, erhält man eine Leistung 320 kWp. Als Investitionskosten nehme ich nach (6) 1,6 €/Wp.
    Kosten Anlage = 512.000 €
    Wechselrichter = 50.000 € (geschätzt)
    Kosten Montage 160 €/kWp = 51.200 €
    Als laufende Kosten fallen demnach an:
    Abschreibung über 20 Jahre = 28.100 €/a
    Rückzahlung + 6% Zins = 29.786 €/a
    Betriebskosten (1% der Anschaffung) = 5.620 €/a
    Pacht = 1.000 €/a (geschätzt)

    Rückbaukosten lasse ich mal weg, da man nach 20 Jahren evtl. mit besseren Zellen nachrüstet. Gewerbesteuer + PVA sind ein schwieriges Thema, wie man bei (8) nachlesen kann. Irgendwo habe ich mal gelesen, daß eine Gemeinde 4% des Ertrages erhebt. Nach (9) änderte sich die Vergütung von Solarstrom für Anlagen bis 1.000 kWp mit Inbetriebnahme bis 1.12.2012 von 16,5 ct/kWh auf ca. 11 ct/kWh (1.12.2013). Für meine Überlegung nehme ich den o.e. alten Börsenpreis von 8.5 ct/kWh. Mit 1000 Vollast-Stunden erzeugt die Anlage 320.000 kWh/a und erbringt 27.200 €/a. Mit der Vergütung nach EEG von 1.12.2013 erbringt die Anlage 52.800 €/a. Vor Steuer stehen dem schon laufende Kosten von 64.506 €/a gegenüber, mit Steuer 65.594 €/a. Der erzeugte Strom kostet also 65.594€/320.000kWh = 20.5 ct/kWh. Bei Verwendung von Eigenkapital sind es 11.2 ct/kWh.

    Fazit : Die Anlage wäre ohne EEG und anderen möglichen Vergünstigungen nicht wirtschaftlich zu betreiben.

    Fraunhofer(10) hat Stromgestehungskosten berechnet. Nachstehend habe ich die Ergebnisse zusammengestellt.

      Stromgestehungskosten in ct/kWh
    Anlage/Quelle Fraunhofer ISE Meine Berechnung
    6 MW WEA 4,5 – 10,7 4,9 – 7,8
    PVA Dach 9,8 – 14,2 17,0 – 31,0
    PVA 1ha 7,9 – 11,6 11,2 – 20,5

    Die Unterschiede sind besonders bei den PVA gravierend. Meine Zahlen liegen nahe bei denen von Haferburg, s.o..

    Wo steckt der Fehler?

     

    Quellen
    (1) http://de.wikipedia.org/wiki/Windenergie
    (2) http://www.stern.de/wirtschaft/immobilien/investition-solaranlage-geld-machen-mit-sonnenstrom-1735424.html
    (3) http://www.et-energie-online.de/Zukunftsfragen/tabid/63/Year/2013/Month/5/NewsModule/413/NewsId/548/Betriebskosten-als-Werttreiber-von-Windenergieanlagen–aktueller-Stand-und-Entwicklungen.aspx
    (4) http://www.zeit.de/2012/51/Windenergie-Kosten
    (5) http://www.walter-witzel.de/Gewerbe.pdf
    (6) http://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten
    (7) http://de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaikanlage
    (8) http://www.solarstromerzeugung.de/finanzen/photovoltaik-steuer.html
    (9) http://einspeiseverguetung-photovoltaik.de/
    (10) http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.pdf

    Die Zahlen für die Dachanlage stammen von (6). Wenn ich sie zu niedrig übernommen/interpretiert habe, wird es noch ungünstiger für diese Nutzung der PV.

  21. Die PVA auf dem Eigenheim hast Du m. E. zu günstig gerechnet. Der Eigentümer muss jedes Jahr eine Gewerbesteuererklärung erstellen (und bei der Steuerberatung bezahlen), auch wenn er dann unter der Grenze für die Gewerbesteuer liegt. Die Summe für Planung, Dokumentation und Genehmigung scheinen mir zu niedrig angesetzt. Auch die Abriss- und Entsorgungskosten sind vermutlich höher, denn das Solardach ist ja nach 20 Jahren Sondermüll. Die tausend Vollast-Stunden sind auch eine sehr optimistische Annahme, zumal die Leistung der Module über die Zeit nachlassen wird.

  22. Noch ein paar Zahlen zu den UEE. Kürzlich erhielt ich die Broschüre „Erneuerbare Energien in Zahlen – Nationale und internationale Entwicklung des BMU, Stand Juli 2013“. Daraus habe ich ein paar Zahlen extrahiert. Ich betrachte dabei nur WEA an Land.Als eine konstante Größe der Energieversorgung nehme ich die Wasserkraft mit in die Betrachtung. 2012 betrug der Anteil der EE an der Stromproduktion 23,5%. Folgende Steigerungen sind vorgesehen:

    Bis 2020 : 35%, bis 2030 : 50% usw.. Inzwischen sind diese Vorgaben etwas abgemildert und durch von – bis-Angaben ersetzt worden.

    2012 : Anteile ausgewählter EE an der Stromproduktion in Deutschland

     

    Anlagen Anteil an der EE an Gesamtstromprodukt(*)
    WEA 36,8% 8,6%
    PVA 18,5% 4,3%
    Wasser 15,3 3,6%

    Diese (*) Spalte/Zeilen habe ich berechnet. In der o.e. Broschüre findet man sie nicht. Nachstehend noch eine Übersicht zur Nutzung bei der Stromerzeugung:

    2012 – Strom : Nutzung und Vollast ausgewählter Anlagen in Deutschland

    Größe Einheit/Anl.: WEA PVA Wasser
    Insalliert MW 30.869 32.643 5.604
    Erzeugt GWh 49.948 26380 21.793
    Nutzung(*) % 18,5 9,2 44,4
    Vollast(*) Stunden 1.621 806 3.889

    Der Nutzungsgrad wird manchmal auch als KapazitätsFaktor oder Auslastung bezeichnet. Die schlechten Zahlen der PV zeigen, daß diese Art der Energiegewinnung für einen Industriestandort im relativ sonnenarmen Deutschland eigentlich ein Unding ist und bestenfalls als Privathobby existieren könnte. Die Zukunft der Branche wird allgemein in Deutschland als duster angesehen, Forschung und Entwicklung hat auf diesem Gebiet hier kaum stattgefunden. U.a. aus diesem Grund verlässt ein Bekannter jetzt Solarwatt. Die Zukunft dieser Technologie liegt klar in sonnenreichen Gebieten zur dezentralen Energieversorgung. Die WE hat m.E. eine gewisse Zukunftsaussicht hier, vor allem offshore. Auch wenn mir das rein optisch auch nicht gefällt. An Land steht heute schon im Mittel alle 4km eine Anlage. Einfach scheußlich. Dem Ausbau steht zunehmender Widerstand entgegen. Eine Zunahme kann über Repowering erreicht werden. Die vorhandenen Anlagen haben im Schnitt 1,4MW, Stand der Technik sind heute 2MW-Anlagen. Beim Auslaufen des EEG wird sich zeigen, ob diese Technik Bestand hat. Obwohl Wasserkraft rund um die Uhr bereit steht, wird sie nur knapp zur Hälfte genutzt. Grund ist die Dank EEG bevorzugte bzw. Zwangseinspeisung der UEE.

    Eine Ausnahme dürfte Massserberg/Thür., die modernste Anlage Deutschlands, sein. Wer mal als Technikinteressierter in der Nähe ist, sollte sie besuchen. Dort erfährt man bei einem Vortrag vor der Führung viel über die Probleme welche die UEE dem Netzbetrieb bereiten. Masserberg wird u.a. für Regelungen zur Aufrechterhaltung der der Netzstabilität genutzt und erreicht dadurch eine Auslastung von 99%. Geplant ist in Deutschland ein Ausbau der Wasserkraft zur Verdoppelung der vorhandenen Kapazität (Wikipedia). Das stößt aber auch auf zunehmenden Widerstand. Mangels Fläche ist die Wasserkraft so oder so am Anschlag.

  23. Diese (*) Spalte/Zeilen habe ich berechnet.

    Gemeint war u.a. der Anteil der EE an der Gesamtstromproduktion.
    Heute stand in der FASZ eine dazu nahe stehende Größe :

    Der Anteil der Stromerzeugung aus Windenergie am primären Energieverbrauch in Deutschland wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit 1,3% angegeben.
    „Und dafür sollen wir unsere Kulturlandschaft zerstören?“, fragte der Politiker Oskar Lafontaine jüngst in einem FAZ-Beitrag.

  24. Ein Anteil der Stromerzeugung aus Windenergie von nur 1,3% erscheint mir aber etwas zu gering. Ich habe jetzt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie nach der Quelle gesucht und nur das hier gefunden: Zahlen und Fakten. Dort ist aber die Rede von 8%. Das ist zwar die Bruttostromerzeugung und nicht der von Lafontaine gemeinte Anteil am primären Energieverbrauch, was ja nicht dasselbe ist.

    Hier findet sich immerhin noch die Angabe: „Der Beitrag der erneuerbaren Energien zur Energieversorgung in Deutschland ist in den letzten Jahren beständig gewachsen. Im Jahr 2012 betrug ihr Anteil 11,6 Prozent am Primärenergieverbrauch“ – wenn also alle EE-Arten zusammen nur so wenig hatten, sagt das immerhin schon etwas darüber aus, dass die 8% Bruttostromerzeugung nicht viel zu bedeuten haben. Aber dass das so weit auseinander liegen sollte … wie gesagt, dafür würde mich mal die Quelle interessieren.

  25. Okay, jetzt habe ich es: http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/E/energiestatistiken-energiegewinnung-energieverbrauch,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

    Tatsache: Nur 1,3%! Allerdings muss man hier bedenken, dass es beim Primärenergieverbrauch nicht nur um elektrischen Strom geht, sondern z.B. auch um Fernwärme, Benzin, Diesel und Gas, was also auch für Heiz- und Transportzwecke genutzt wird. Dadurch wirken die Zahlen der Stromquellen automatisch kleiner. So gesehen hätten wir in Deutschland mit Wasserkraft gar nicht erst anfangen müssen, die hatte 2012 bei uns lediglich 0,6% Anteil am Primärenergieverbrauch.

    Ich finde es falsch, wenn Ökostrom-Fans Zahlen krampfhaft hochrechnen, aber umgekehrt halte ich es auch für unseriös, wenn Kritiker das Gegenteil tun.

  26. Nachtrag: Der geringe Anteil von Windstrom und anderen EE-Quellen am Primärenergieverbrauch wird allerdings insofern wieder interessant, wenn wir von Benzin- auf Elektroautos umsteigen wollen. Da sieht’s dann wieder schlecht aus mit sauberem Strom für E-Autos.

  27. Gespannt auf neue Eckpunkte beim EEG

    Frank:
    Okay, jetzt habe ich es: http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/E/energiestatistiken-energiegewinnung-energieverbrauch,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf
    Tatsache: Nur 1,3%! Allerdings muss man hier bedenken, dass es beim Primärenergieverbrauch nicht nur um elektrischen Strom geht, sondern z.B. auch um Fernwärme, Benzin, Diesel und Gas, was also auch für Heiz- und Transportzwecke genutzt wird. Dadurch wirken die Zahlen der Stromquellen automatisch kleiner. So gesehen hätten wir in Deutschland mit Wasserkraft gar nicht erst anfangen müssen, die hatte 2012 bei uns lediglich 0,6% Anteil am Primärenergieverbrauch.
    Ich finde es falsch, wenn Ökostrom-Fans Zahlen krampfhaft hochrechnen, aber umgekehrt halte ich es auch für unseriös, wenn Kritiker das Gegenteil tun.

    Hab ich das?
    Ansonst bin ich Ihrer Meinung. Deshalb habe ich auch den Text aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 29.12.2013 wortwörtlich abgetippt. Der Artikel „Wie die Ökos die Natur verschandeln“ liegt hinter einer Bezahlschranke. Mit Recht wird dort (u.a. Bild von WEA – Anzahl 2012 : 23.287 – und Solarpark, Unterschrift „Die ganze Landschaft ist inzwischen ein einziges Kraftwerk“) darauf hingewiesen daß eine Verdoppelung der jetzigen installierten Leistung dieser EE nur bedeuten würde, daß diese Kapazität nicht genutzt werden kann, wenn es duster und windstill ist.
    Das von Ihnen gebrachte Diagramm zum Primärenergieverbrauch ist insofern interessant, wenn man bedenkt, daß der Ehrgeiz der EE-Freaks, Beispiel Franz Alt), dahin geht die Energieträger Stein- und Braunkohle, Mineralöle und Erdgas durch EE (Anteil z.Z.11,6%) zu ersetzen.
    Zweifellos ist es auf den ersten Blick übersichtlicher, wenn man statt des Primärenergieverbrauchs einfach nur den Strom betrachtet. Das habe ich am 13.12.2013 für ausgewählte Erzeuger gemacht. Die Zahlen habe ich aus der BMU-Broschüre rausgerechnet, extrahiert, nicht runtergerechnet. Inzwischen habe ich sie auch auf der Webseite des neuen Bmw gefunden, mit Abweichungen in den Nachkomma-Stellen
    Aber auch da ist der Ehrgeiz schwindel- und angsteregend groß: Die Erneuerbaren Energien sollen im Strombereich bis zum Jahr 2025 auf 40 bis 45 Prozent und bis zum Jahr 2035 auf 55 bis 60 Prozent ausgebaut werden.
    Was die von Ihnen erwähnten Elektroautos betrifft : Bedingt für den Stadtverkehr geeignet, Elektro-Gabelstapler leisten ja auch gute Dienste. Der Energieinhalt von Benzin und Diesel schlägt jede Batterie um Längen, hinzu kommt der Tankkomfort. Aber auf einem Wasserstoff-Tank möchte ich nicht sitzen.

    I.Ü. hat ein ehemaliger Pop-Beauftragter ein neues Superministerium erhalten. In einem Interview sagt Gabriel u.a.:

    Wie beurteilen Sie die Vorarbeiten zur Energiewende?
    Ich glaube, wir brauchen einen Neustart. Es liegt so viel im Argen bei der Energiewende. Da herrscht zum Teil Anarchie. Alle machen mit, aber keiner weiß, wohin. Das ist das größte Problem, vor dem diese Regierung steht.

    Diese Anarchie haben seine Genossen mit verursacht. Weiter :

    Ich werde rasch Eckpunkte für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vorlegen. Es darf nicht sein, dass die Energiewende die deutsche Industrie nachhaltig schädigt.

    Daran ist schon der Zauberlehrling Altmair gescheitert, aber man ist gespannt.

  28. Hab ich das?

    Nein, aber Lafontaine in seinem FAZ-Gastbeitrag. S. Gabriel hat mit seiner Bemerkung „Da herrscht zum Teil Anarchie“ völlig Recht, insofern bin ich auch gespannt, was er ändern will.

  29. Irre Situation bei der Stromerzeugung

    Frank : Aktuell haben Energieversorgungsunternehmen die Stilllegung von 28 Kraftwerksblöcken in Deutschland beantragt. Von Vattenfall wurde bereits vorher bekannt, dass man dort darüber nachdenkt, sich komplett aus Deutschland zurück zu ziehen. Der Grund in beiden Fällen: Stromerzeugung lohnt sich bei uns nicht mehr, man macht kaum noch Gewinn. Die per Gesetz angeordnete bevorzugte Einspeisung von subventioniertem Ökostrom drückt die Preise … aber das wurde nun schon oft genug erklärt, der Zusammenhang sollte allmählich bekannt sein, das spare ich mir hier.

    Zu ergänzen an dieser Stelle ist die Tatsache der Existenz einer Bundesnetzagentur und deren Verfügungsmacht :

    Fünf EnBW-Kraftwerke arbeiten wegen des Einspeisevorrangs von subventioniertem Ökostrom nicht mehr wirtschaftlich. Aber abschalten darf der Konzern die Verlustbringer nicht: Die Bundesnetzagentur hat angeordnet, dass die Anlagen am Netz bleiben müssen, weil sonst Blackout-Gefahr droht.

    Weiter wird im Artikel geschildert, daß die Unkosten nur zum Teil erstattet werden.
    Wir haben in Deutschland auf dem Energiesektor eine Situation, welcher der sozialen Marktwirtschaft Hohn spricht.
    Einerseits werden per Gesetz den an sich unrentablen EE total überhöhte Einspeisevergütung über 20 Jahre gesichert, welche der Verbraucher zahlen muß. Andererseits geraten bewährte Stromerzeuger in die Roten Zahlen und werden per Verfügung und nur teilweiser Kompensation der Kosten mit Steuermitteln zum Weiterbetrieb gezwungen.
    Bin gespannt welche Lösung der neue Superminister Gabriel anbietet. Der mit dem Problem früher befasste Altmair war hoffnungslos überfordert. Er hat ja nicht einmal eine Analyse der Probleme und der überergeizigen Ziele auf die Reihe gebracht.
    Dazu Hans-Werner Sinn vom IFO-Institut mit einem Vortrag.

  30. Ja, der Vortrag von H.W. Sinn wird schon seit einiger Zeit immer mal wieder erwähnt. Ich habe bisher aber nie die Ambition verspürt, mir die 1,5 Stunden anzusehen, zumal sich Herr Sinn bei mir unbeliebt gemacht hat. Das hat zwar mit dem aktuellen Thema nichts zu tun, aber ich hatte letztes Jahr sein Buch „Die Target-Falle“ gelesen, mich dabei regelrecht durchgekämpft, nach ca. 2/3 des Buches hatte ich immer noch nicht verstanden, warum die Target-Überschüsse auf deutscher Seite irgendwie gleichzeitig Schulden sein sollen … und dann las ich irgendwo, dass Herr Sinn sich inzwischen stillschweigend von seiner Theorie verabschiedet hatte, die er im Buch vertrat. Ich habe das Buch dann nicht zu Ende gelesen und seitdem ist er bei mir etwas unten durch. Allerdings habe ich mir aus der heutigen Pressedurchsicht doch wieder einen Artikel von ihm vorgemerkt, um ihn Abends vielleicht noch zu lesen. Mal sehen, ob ich mir das Video irgendwann doch ansehe.

    Zu Gabriels neuen Ideen will ich auch noch Google befragen, mal sehen, was da konkret drin steht.

  31. Hans Rainald Sinn hat sich mal in einem kulturgeschichtlichen Rundumschlag kompakt mit dem Thema „Wissen ist Macht“ auseinandergesetzt:

    http://www.youtube.com/watch?v=SxxtO2bgmxI

    Tut mir leid, wenn meine Auseinandersetzung mit diesem einflussreichen Denker etwas oberflächlich ausfällt …

  32. Ich lasse diese Oberflächlichkeit mal durchgehen 🙂

  33. Wolf :
    Hans Rainald Sinn hat sich mal in einem kulturgeschichtlichen Rundumschlag kompakt mit dem Thema “Wissen ist Macht” auseinandergesetzt:
    http://www.youtube.com/watch?v=SxxtO2bgmxI
    Tut mir leid, wenn meine Auseinandersetzung mit diesem einflussreichen Denker etwas oberflächlich ausfällt …

    Das nennen Sie Auseinandersetzung?
    Es ist m.E. unterste Schublade, einem Anderen Sachen, in diesem Falle Blödheiten, zu unterschieben. Und das Ganze wird noch als Comedy verkauft … Ich hoffe für Rainald Grebe, daß es ein Ausrutscher war.
    Klar war das OT, musste aber sein.

  34. Frank :
    Ja, der Vortrag von H.W. Sinn wird schon seit einiger Zeit immer mal wieder erwähnt. Ich habe bisher aber nie die Ambition verspürt, mir die 1,5 Stunden anzusehen …
    Mal sehen, ob ich mir das Video irgendwann doch ansehe.

    Ich habe mir den Vortrag von Sinn, ca. 65min, häppchenweise angesehen. Die Fragerunde kann man sich m.E. sparen.
    Sinn sagt nichts Neues. Ansonst ist der Vortrag m.E. populärwissenschaftlich und gut verständlich.
    Es ist ja schon alles gesagt, nur noch nicht von Allen trifft aber nicht ganz zu. Z.B. behaupten die Verfechter der EE immer, man müsse nur Speicher einsetzen, um deren Nachteil der Unstetigkeit auszugleichen. Sinn weist nach daß dieses mit der heutigen Technik ein Ding der Unmöglichkeit ist.
    Bei seinem Diagramm “Kontinuierliche Windstromleistung als Funktion der Anzahl der PSWe“ würde ich die Größen tauschen (ab min35). Er rechnet ja vor wie viel PSWe notwendig sind um eine bestimmte Menge Windstrom zu speichern.
    Die utopischen Zahlen rechtfertigen seinen Schluß : Energiewende ins Nichts.
    Sehr eindringlich seine Darstellung, warum der Handel mit heißer Luft sprich CO2-Derivaten unterm Strich nichts bringt.
    Seiner These des Klimawandels infolge der durch uns verursachten CO2-Emission folge ich nicht.
    Das IFO-Institut hat errechnet, daß die EE in 2012 einen Anteil von 12,2% am Endenergieverbrauch in Deutschland hatten(ab min17). Da ist der Mais für Bio-Gas und –Diesel enthalten. Sehr schön sein Gleichnis zum Letzteren : In der vorindustriellen Zeit benötigte man 1/3 der Ackerfläche zur Erzeugung von Futter für Zug- und Tragtiere. Sinn in Etwa : Dahin fallen wir mit der Erzeugung von Biodiesel zurück.
    In Deutschland basiert der Endenergieverbrauch zu 84% auf fossilen Brennstoffen. An dieser Zahl sieht man daß die EE wenig ausrichten können.
    Richtig finde ich seine Forderung nach mehr Unterstützung der Entwicklung der Kernfusion.

  35. behaupten die Verfechter der EE immer, man müsse nur Speicher einsetzen, um deren Nachteil der Unstetigkeit auszugleichen. Sinn weist nach daß dieses mit der heutigen Technik ein Ding der Unmöglichkeit ist.

    Ja, aber das kann ich mir doch auch selbst ausrechnen. Wenn man z.B. davon ausgeht, dass man Speicherkapazität für drei Wochen braucht, falls die Energieerzeugung eines Tages vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt wäre, dann wären das etwa 40 Terawattstunden Speicherkapazität, was dem gesamten deutschen Stromverbrauch dieser drei Wochen entspricht. Wenn man das mit der einzigen Speichertechnologie umsetzen müsste, die tatsächlich schon technisch umsetzbar ist, also mit Pumpspeicherwerken, ist folgendes zu bedenken: Die drei größten PSW in Deutschland* haben jeweils etwa die Leistung von 1 GW und können bis zum Leerlaufen des Oberbeckens 8, 4 oder 6* Stunden lang Strom liefern, insgesamt können sie also ca. 18 GWh liefern. Für die benötigten 40 Mrd kWh Speicherkapazität bedeutet das, dass wir 2.222 mal so viel, also ca. noch weitere 6,7 Tausend Pumpspeicherwerke der durchschnittlichen Kapazität unserer bisherigen drei größten benötigen. Sehr realistisch … wer Langeweile hat, kann ja mal durchzählen, ob wir in Deutschland überhaupt genug Berge haben.

    (*Goldisthal 8h, Markersbach 4h, Kraftwerk Wehr 6h)

    Nee, ich habe wenig Lust auf Herrn Sinn, auch wenn er möglicherweise etwas korrektes gesagt hat. Da spende ich die Zeit lieber Gabriels Text „Eckpunkte für die Reform des EEG“, aus denen ich noch nicht so richtig schlau wurde. Wie ich soeben bemerke, funktioniert der Link dahin seit heute aber nicht mehr … seltsam. Vielleicht kommt noch eine überarbeitete Version heraus?

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