Energiewende fast geschafft! Zumindest gelegentlich

2013-06-19_windradFür Ökostromfreunde gab es gestern positives zu berichten: Fast 60 % unserer Energie konnten aus erneuerbaren Quellen eingespeist werden. Zwar nur an einigen Tagen, während einzelner Stunden  und weil der Strombedarf zufälligerweise ohnehin niedrig war. Aber ein Grund zum Jubeln war das allemal. Wolfgang Pomrehn verstieg sich auf Telepolis gleich wieder zu der Behauptung, Atom- und Braunkohlekraftwerke behinderten die Energiewende

… da weiß man manchmal wirklich nicht mehr, was man zu so viel Weltfremdheit noch sagen soll, zumal alles schon so oft erklärt wurde: Selbst wenn es 100% wären – in den restlichen Zeiten schafften das diese Energiequellen eben nicht! Mit den vorhandenen technischen Möglichkeiten werden sie das auch nie gewährleisten können.

Und Atom- und Braunkohlekraftwerke behindern nicht die Energiewende, sondern gewährleisten, dass hier nicht alles zusammenbricht!

Manchmal wünsche ich mir ein irgendwo parallel existierendes Deutschland – dort könnte man für Ökostrom-Fans eine Zivilisation einrichten, wo sie sich ausschließlich mit Energie aus Wind und Sonne versorgen dürfen. Die Gegend sollte ähnliche Bedingungen haben wie wir, also nur wenig verfügbare Wasserkraft. Schade, dass das nicht geht – es wäre eine lustige Sache, wenn man von außen sehr schnell gewisse Aha-Effekte bei den Bewohnern beobachten könnte …


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9 Kommentare:

  1. Die angesprochene Weltfremdheit wird auch befördert von Internehmen wie der Deutschen Bahn („100% Ököstrom“) und Ökostromanbietern (selbst Conrad macht da mit). Wenn die alle ihre vermeintlichen Stromquellen offenlegen müßten (und man das zusammenrechnet), wäre das sicher sehr lustig!

  2. Aber ich finde das eine klasse Idee mit der Parallelwelt in der man einfach mal jeden Blödsinn durchtesten kann und an die Wand fahren lassen kann. Warum haben wir sowas noch nicht?
    Schön wäre dann z.B. auch mal eine in der so ein Deutschland mal wirklich nix aus der EU rausbekommen hätte all die Jahre, weil ja jeder immer nur sieht, dass wir einzahlen.
    Oder ganz persönliche Simulationsmöglichkeiten für jeden der am Stammtisch immer auf die da oben schimpft. Der könnte ja dann mal Kanzler, Kaiser oder whatever sein und mal sehen wie lange das gut ginge.

    Also je länger ich drüber nachdenke, desto besser gefällt mir diese Parallelweltensache. Also ich würde da jetzt gerne mal google fragen ob die nicht so einen 100% Ökostrom-Serverpark einrichten könnten. 🙂

  3. @ Klaus W.: Ja, die Bahn mit ihrem Ökostrom – da kommen selbst Leute ins Grübeln, die dem Thema eigentlich sehr aufgeschlossen gegenüber stehen. Wenn man bei solchen Firmen (und auch bei Ökostromanbietern überhaupt) nachhakt, dann kommt ja meistens heraus, dass sie Strom aus Wasserkraft beziehen. Ich staune dann immer, dass unsere 3% Wasserkraft für derartige Verbrauchermassen reichen 😉

    @ Wolfgang: Wer seinen „Anhalter“ aufmerksam gelesen hat, weiß, wie das mit den Parallelwelten funktioniert. Aber im Ernst: Manchmal wünsche ich mir das wirklich für verschiedenste Sachen, dass man die Fans fragwürdiger Angelegenheit dort in Ruhe baden gehen lassen kann, ohne dass sie uns auf den Nerv fallen. Z.B. könnte man NPD-Wähler dort in Ruhe ihre NPD wählen lassen, um sie nachher feststellen zu lassen, dass die gar nichts besser machen … genau wie Dir fällt mir da einiges ein.

    Übrigens frage ich mich auch, wie Google seine Server ausschließlich mit Ökostrom betreiben will?

  4. Warum das Dach erfunden wurde

    Diese Eintagsfliege verdeutlicht doch nur das Problem der Zwangsbeglückung Deutschlands mit der vom Wetter und Tageslicht abhängigen Stromerzeugung und deren Vorrang-Einspeisung gegen unverhältnismäßig hohe Vergütung. Ausgerechnet Deutschland, u.a. das Land der großen Erfinder und Industriepioniere treibt seine Stromerzeugung in diese Abhängigkeit. Es gibt Zweige der Wirtschaft wie Landwirtschaft, Seefahrt oder Fliegerei, die müssen auf´s Wetter achten. Ansonst war der Mensch immer bestrebt, sich von Wind + Wetter unabhängig zu machen. Dafür wurde das Dach erfunden.
    Hier noch zwei Quellen zum Thema Strom.
    An der EEX wird unser Strom gehandelt und hier sieht man die Anteile der verschiedenen Erzeuger.
    Den Atomstrom hat man offensichtlich unter konventionell versteckt. Man kann sich auch ansehen, was dunkle Wintertage für die Stromerzeugung bedeuten.

  5. In dem Focusartikel ist die Rede davon, dass wir uns von Frankreich Strom schenken lassen mussten, weil dort Überangebot war, und das obwohl wir schon nicht wussten wohin damit. Was ist denn in Frankreich los? Haben die jetzt auch Ökostrom? Oder haben die inzwischen die Hochsommerkühlung ihrer KKW´s im Griff?

    Trotzdem. Statt Jammern lautet die Aufgabe: Was stellen wir sinnvolles mit Stromüberschüssen an. Und wie kriegt man ein Atom- oder Wärmekraftwerk dazu, sich ausreichend schnell runterzufahren. Dann wäre es richtig Klasse, wenn der Strom nichts kostet.

  6. @okapi: Atomkraftwerke (zumindest mit Leichtwassergeneratoren, aber nur die werden in Deutschland verwendet*) lassen sich in bestimmten Bereichen sehr schnell regeln. Sie wären also ein perfekter Partner der Windkraft. In Deutschland werden AKW deshalb schon seit einigen Jahren in diesem sog. „Lastfolgebetrieb“ gefahren. Aber das ist politisch nicht gewollt.

    (* falls ich mich nicht irre – das ist mein Kenntnisstand ohne Google-Unterstützung)

  7. Also wenn ich das genauer betrachte sind doch Braunkohle und Öl/Gas auch erneuerbare Enerquellen. Dauert eben halt bissl länger… 🙂

  8. Kreislaufwirtschaft

    Die von Grün initiierte Energiewende, welche Merkel weiterlaufen läßt wie eine losgerissene Kanone an Deck eines Seglers, beschert uns nicht nur +6ct/kWh Stromkosten, sondern die damit verbundene Wahnvorstellung der Klimarettung sorgt auch für beträchtliche Kollateralschäden.

    Achgut :
    Kreislauf des Irrsinns: Wärmedämmung jetzt Sondermüll
    Erst wurden Häuslebauer per Energiesparverordnung genötigt, teure Wärmeverbundsysteme an die Wand zu kleben. Nachdem das Zeug aber nix gebracht hat und von den schimmelnden Wänden herunterfällt, wird es erst richtig teuer, weil es sich seit 1. Oktober um Sondermüll handelt. Hier tritt erneut unser Staat in Gestalt der neuen Abfallverzeichnisverordnung auf den Plan, um den Unsinn, den er verordnet hat, fachgerecht zu entsorgen. So etwas nennt man Kreislaufwirtschaft.

  9. War aber eigentlich abzusehen, dass diese Dämmaterialien nach der Verwendung Sondermüll sind. Aber fies ist es schon, so etwas erst anzuordnen bzw. zu empfehlen und nachher Zusatzkosten für die Entsorgung zu erzeugen.

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