MikeOldfield – Tubular Beats: Worin besteht der musikalische Mehrwert dieser neuen Abmischung?

(Mir war spontan danach, bei Amazon eine Rezension zu Mike Oldfields aktuellem Werk „Tubular Beats“ einstellen zu müssen. Da ich sie nun einmal geschrieben habe, kann sie auch hier mit erscheinen. Als Fan des Oldfield-Frühwerkes kommt man ja nicht daran vorbei, sich auch seine neuen Produktionen anzuhören. Man hofft stets, dass nach „Amarok“ doch noch einmal etwas Interessantes kommen könnte. Das steht leider noch aus. Auf „Tubular Beats“ wurden alte Werke Oldfields von seinem Nachbarn York und ihm selbst neu abgemischt. Man kann sich das auf simfy anhören.)


Wenn Oldfield nicht selbst an dieser Produktion beteiligt gewesen wäre, würden wir wahrscheinlich schreiben, es sei eine Frechheit, was sich hier irgendwelche Anfänger herausgenommen hätten – mit 08/15-Effekten, die jeder am PC erzeugen kann, interessante alte Werke musikalisch zu verflachen.

Ich habe nichts dagegen, wenn jemand seine alten Werke überarbeitet. Ich habe auch nichts gegen Dance-, Club- oder Technorhythmen. Oldfields Musik hat durchaus Potential, so überarbeitet zu werden – das bewiesen schon vor langer Zeit die Produzenten von „Tubular Affair“. Insofern spricht nichts gegen Oldfields „Tubular Beats“. Beim Hören der ersten Titel klingt es sogar halbwegs ansprechend.

Aber sind die neuen Mixe tatsächlich kreativ oder gar ein Geniestreich? Worin besteht der musikalische Mehrwert der neuen Versionen? Den höre ich an keiner Stelle. Ganz im Gegenteil – spätestens wenn man „To France“, „Moonlight shadow“ oder auch das hier von Kritikern noch halbwegs gelobte „North star“ mit den Originalen vergleicht, wird deutlich, dass diese (schon –zig mal gehörten) eingemischten Standard-Clubsounds und –effekte die Gesamtwirkung der Musik nur schlechter machen. Von Oldfield hätte ich gerade hier etwas mehr Kreativität erwartet.

Ist der einzige neue Titel „Never too far“ wenigstens interessant? Nein, leider enthält dieser nur dieselbe gepflegte Langeweile, die Oldfield nun schon seit vielen Jahren auf seinen neuen Werken praktiziert.

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