Eine Biberburg in Niederpoyritz?

In der Sächsischen Zeitung stand heute, dass in Dresden am Helfenberger Bach (an seiner Mündung in die Elbe) eine Biberburg entdeckt wurde. Da musste ich natürlich hin. Die Ortsbeschreibung war recht eindeutig. Dort angekommen, fragte ich mich aber bald: Das soll eine Biberburg sein? Sieht eher wie ein angespülter Haufen Dreck aus (siehe Nachtrag 10.1.: So falsch lag ich damit nicht). Ich gebe offen zu, kein Experte für Biber zu sein, aber ich bin schon der Meinung, dass Biberburgen anders aussehen und normalerweise auch an anderen Stellen errichtet werden. Ein Biberbau ist schon einmal höher, denn die Wohnhöhle im Inneren soll auch bei Hochwasser trocken bleiben. Außerdem ist sie oben mit Holz bedeckt, damit es eine Belüftung gibt. Hier ist alles mit Erde abgedeckt. Außerdem ist hier ohnehin fast nur Erde „verbaut“ und kaum Holz. Die paar vorhandenen Holzstöcke haben auch ziemlich glatte Schnitte, aber nirgends Nagespuren*. Biberburgen sind normalerweise auch nicht bewachsen.

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(* Ich habe die Fotos extra deshalb in voller Auflösung eingestellt, damit man sich das detailliert ansehen kann. Näher kam ich übrigens wegen des Hochwassers nicht heran.)

Dass Biberburgen anders aussehen, zeigt bereits eine entsprechende Google-Suchanfrage. Es kann zwar sein, dass ich mich hier mit meiner Behauptung zu weit aus dem Fenster lehne und dieser Hügel tatsächlich von einem – möglicherweise etwas schlampig arbeitenden – Biber stammt (ich lasse mich gern belehren, falls ich falsch liegen sollte). Aber in der gesamten Umgebung waren auch nirgends die typischen Nagespuren an Bäumen zu finden. Und dass es sich bei dem Hügelchen wohl nur um angehäuftes Schwemmaterial handelt, zeigt auch dieses Bild vom  Helfenberger Bach, wo etwa in dem Bereich sehr viel solches Material angestaut wurde.

Mündung des Helfenberger Bachs in die Elbe

Nachtrag 10.01.: Wie sich inzwischen herausgestellt hat, lag ich gar nicht so falsch mit meinen Bedenken: Ein Leserbrief in der Sächsischen Zeitung vom 10.01.2013 erklärt: Das ist einfach nur Schwemmgut. Ein paar Biberfreunde haben dort zusätzlich selbst abgeschnittene Weidenäste zu einem Hügel aufgeschichtet und gedacht, dass deshalb auch Biber einziehen würden. Anschließend haben sie mit einem Bagger noch einen Damm zurecht geschoben und dabei mehr zerstört als Nutzen verursacht. Ein Biber lebt in diesem Haufen jedenfalls nicht.

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Bild „Mündung des Helfenberger Bachs in die Elbe“ Autor: Stephan Braun, Quelle, Creative Commons

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