Sollte ich mich von wordpress.com verabschieden?

Ich bin ein wenig verärgert: Bei mir im Blog wird Werbung eingefügt und ich wusste nichts davon. In all den Jahren, seitdem ich WordPress nutze, habe ich das nie bemerkt.

Ja, ist schon klar: Wenn eine Sache im Internet kostenlos zur Verfügung gestellt wird, dann sollte man sich immer fragen: Wovon lebt die Firma, die das anbietet? Hat dieses „kostenlos“ also möglicherweise einen Haken? WordPress.com wird von der Firma Automattic Inc. bereitgestellt. Ich dachte bisher, ihr Geschäftsmodell sei folgendes: Uns Nutzern wird eine kostenlose Basisversion eines WordPress-Blogs bereitgestellt und wer mehr will (mehr Speicher, CSS-Anpassung, mehr Themes, mehr Funktionen), der muss diese Funktion kaufen. Ähnliche Modelle bieten ja auch andere Internetfirmen an. Da ich mit der Grundfunktion aber immer zufrieden war, sah ich nur zu Beginn im Bereich „Store“ nach und dann fast nie wieder. Deshalb fiel mir wahrscheinlich nie auf, dass dort irgendwann auch das Angebot „No Ads“ mit aufgetaucht sein muss. Oder sollte das tatsächlich schon seit Beginn meiner Nutzung mit verfügbar gewesen sein? Habe ich das übersehen? Aber ich bin damals doch unter anderem auch deshalb auf WordPress umgestiegen, nachdem ich mir bei ersten Tests sicher war, hier werbefrei zu leben.

Lag es nur daran, dass ich stets mit aktiviertem Ad-Blocker durchs Internet ziehe? Das kann nicht sein, denn manchmal mache ich auf verschiedenen Seiten auch Tests mit deaktiviertem Ad-Blocker. Unter anderem bei mir selbst. Auch auf anderen bei wordpress.com gehosteten Blogs sah ich so nie Werbung.

Des Rätsels Lösung: Als Blogbetreiber sieht man seinen eigenen Blog stets ohne Werbung! Das liegt wahrscheinlich an den Adsense Regeln, denn Eigenklicks sind verboten. Verhindert Auttomatic Inc. deshalb, dass ein Blogbetreiber auf wordpress.com Werbung bei sich selbst sieht, weil sie bei Google Adsense nach Eigenklicks gesperrt würden? Das würde natürlich riesige Verluste für diese Firma ergeben. Aber andererseits: Warum sollte jemand im eigenen Blog Werbung anklicken, obwohl man doch gar nichts davon hat? Okay, man könnte ja auch interessehalber oder nur versehentlich klicken. Ein Eigenklick wäre das dann trotzdem.

Aber müssen sie  es deshalb so verheimlichen? Und wie kann man es als Blogger kontrollieren? Man muss folgendes tun, wenn man als wordpress.com-Nutzer seinen Blog so sehen möchte wie es ein Besucher sieht: Seinen Browser (egal, welchen) so einstellen, dass er keine Cookies annimmt (und vorher alle löschen). Und den Ad-Blocker natürlich deaktivieren.

Mit der Einstellung wurde mir bereits in meinem ersten eigenen Artikel die Werbung angezeigt: Ausgerechnet vom Springer-Verlag! Ich war stinksauer.

Aber wieso habe ich das auch in anderen wordpress.com-gehosteten Blogs nie gesehen?  Weil sich das eben auch auf alle entsprechenden anderen Blogs genauso auswirkt. Ich testete einfach alle entsprechenden Dresdner Blogs mit oben beschriebener Browser-Einstellung. Das Ergebnis: Nur in zweien davon war alles „sauber“. Die Betreiber haben sich anscheinend entsprechende Erweiterungen gekauft. Im Blog von Herrn Stefanolix wird aber genau wie auch bei mir Werbung angezeigt, bei allen Anderen sieht man zumindest die Schrift „About these ads“ mit dem entsprechenden Fenster darunter, welches aber immerhin leer bleibt. Wie haben die das hinbekommen? Das würde mir ja als Kompromiss schon reichen, auch wenn es nicht wirklich perfekt ist. Schön wäre es auch gewesen, wenn man als Blogger wenigstens einmal darauf hin gewiesen worden wäre.

Welche Konsequenz ergibt sich für mich daraus? Ich bin ohnehin schon länger am Überlegen, ob ich doch einmal auf eigenen Webspace umziehe – dort kann man seine eigene WordPress-Installation viel besser konfigurieren. Allerdings muss man sich dann auch um solche Dinge kümmern, was mir hier ja größtenteils erspart blieb. Ein Grund für einen Umzug ist andererseits auch meine Unzufriedenheit mit den hier verfügbaren Themes (also dem Layout) – auf eigenem webspace kann man das frei gestalten. Umziehen oder nicht? Und wenn ja – zu welchem Hoster?

Ach je … diese Probleme aber auch!

Menschen in Ruanda oder Bangladesh würden sicher gern mit mir tauschen.

11 Kommentare:

  1. Hi, HIlferuf erkannt .. 😉 Ja, Du hast Werbung in/unter Deinem Artikel … das ist aber nur insofern schlimm, weil du davon nichts hast und viel schlimmer es nicht bemerkt hast. Ich habe mich von Adblockern verabschiedet, ich klicke lieber mal, als auf ein kostenpflichtiges Angebot zurück zuzugreifen.
    Ich empfehle Dir Deinen Blog selbst zu hosten, mit WordPress. Unabhängig und Du bist Dein eigener Herr. Sicherlich ist das manhcmal auch mit Streß verbunden und es funktioniert nicht alles auf Anhieb einwandfrei, aber die Unabhängigkeit machts. Leider habe ich noch einen Blog bei blogger, da mir der Umzug zu stressig ist. Alles Andere läuft auf WP. Empfehlen kann ich Dir http://www.robhost.de/ .. Melde Dich bei Robert, der macht Dir einen vernünftigen Preis und ist Dir auch behilflich wenn es mal Probleme gibt.
    Grüße Daniel

  2. domainfactory kann ich empfehlen. Such Dir nen passenden Tarif, dann paßt das alles. Sehr kompetente, kostenfreie Technikhotline.

  3. Danke. Ich werde mich wahrscheinlich wirklich mit dem Thema befassen. Da habe ich wenigstens einen guten Vorsatz für das nächste Jahr 🙂

  4. hi frank, einen Umzug hat auch den Nachteil, dass alle Links, die von außen kommen, dann ins Leere führen und google Dich nicht findet. Mit dem Linkaufbau muss man dann wieder vom Neuen anfangen. Das ist ein nicht zu unterschätzender Nachteil. Bei meinem Blog sehe ich noch keine Werbung, obwohl keine Cookies zugelassen, alle gelöscht und AdBlock Plus ausgeschaltet ist.

  5. Ja, das ist ein klarer Nachteil. Man fängt quasi wieder von vorn an. Aber zumindest von Google sollte man ja wieder erfasst werden. Zumindest sollte man so eine Änderung nicht überstürzt durchführen. Sinnvoll erscheint mir, nach den am häufigsten aufgerufenen Artikeln zu suchen und dort eine Weiterleitung auf die neuen zu setzen. Das muss man ja nicht mit allen Artikeln machen (was eine schöne Arbeit wäre), da sich immerhin auch einige Leichen angesammelt, welche kaum noch jemand aufruft. Sinnvoll könnte auch sein, nach den wichtigsten eingehenden Links zu suchen und dort Bescheid zu geben. Glücklicherweise habe ich so einen Umzug schon einmal durchgeführt und kann auf mein Protokoll zurückgreifen 🙂

  6. > Sollte ich mich von wordpress.com verabschieden?
    Auf diese klare Frage gibt es ein deutliches Ja!

    Meiner Meinung nach ist es auch nur ein kleiner Nachteil, dass man sich bei einem „eigenen“ WordPress „selbst kümmern _muss_“. Die Vorteile des „sich selbst kümmern _können_“ überwiegen.

    Bezüglich der Weiterleitung wäre dies vielleicht (gleiche Permalinkstruktur vorrausgesetzt) eine Option:
    http://en.support.wordpress.com/site-redirect/

    Immerhin erhält man dadurch scheinbar einen „Permanenten Redirect“ und da Google dies nach einiger Zeit gefressen haben dürfte, wäre das sicherlich nicht kostenlose “ Site Redirect upgrade“ nicht für immer nötig. Parallel dazu würde ich mir an deiner Stelle auch die Mühe machen, die wichtigsten Verlinkungen zu deiner alten Seite zu recherchieren und die Betreiber der Seiten um Änderung zu bitten.

    Grüße & viel Erfolg,
    Torsten

  7. Ich bin seit Jahren bei MSISP mit eigenem Webspace und kann die nur wärmstens weiterempfehlen. Schnelle und kompetente Hilfe, faire Preise und eine Dresdner Firma noch dazu. http://www.msisp.de/ WordPressaktualisierungen sind zudem ziemlich einfach zu bewerkstelligen, da drückt mor ja nur offn Gnobb.

  8. Bloß offn Gnobb? Na, dann isses ja einfach 🙂

  9. Das ist wirklich krass. Ich wußte das bisher nicht, sondern bin bis eben recht blauäugig genau von Deiner Annahme ausgegangen. Danke. Werde meine Blogs dementsprechend ansehen.
    Grüße, Sathiya

  10. ich bin seit nicht allzu langer zeit bei uberspace.de und muss sagen, dass die wahrlich einen traumhaften support haben. auch das preismodell finde ich sehr angenehm.

  11. Zwischenstand: Ich fange an, Anbieter zu vergleichen. Teuer scheint das ja allgemein zumindest schon einmal nicht zu sein.

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