Große Überraschung: „Bio“ ist gar nicht so viel besser

„Überrascht euch das?“, fragt die Sächsische Zeitung heute auf Google+ und Facebook: „Studie: Bio-Lebensmittel sind nur ein bisschen gesünder„. Auch viele andere Medien bringen diese Meldung heute. Also, mich überrascht das gar nicht, denn ich stehe diesem „Bio“- und „Öko“-Gerede schon lange skeptisch gegenüber, wenn Produkte angeblich besser sind, nur weil sie solche Siegel tragen. Denn auch für „normale“ Lebensmittel existieren strenge Kontrollen, mit Naturschutz hat „Bio“ oft genug gar nichts zu tun (z.B. „Bio“-Südfrüchte verbrauchen durch die Transportwege viel Treibstoff) und außerdem scheint man dieses „Bio“-Siegel viel zu leicht benutzen zu können. Ein Beispiel dafür:

Vor einiger Zeit verbrachte ich ein Wochenende in Sachsens einzigem Biohotel, wo man auch „Bio“-Bier trinken konnte. Es schmeckte gut, aber ich fragte mich ganz automatisch, was an Bier eigentlich „Bio“ sein kann? Das Produkt „Bier“ ist ja bereits ein sehr natürlich hergestelltes Lebensmittel. Meine Nachforschung ergab: Der Produzent gibt an, keinen genveränderten Hopfen zu verwenden. Warum sollte aber eine Pflanze, die man genverändert hat, die man also aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Biologie verändert hat, nicht mehr „Bio“ sein? Diese Frage erübrigt sich aber, denn wie ich weiterhin herausfand, wird in Deutschland ohnehin von allen Bierherstellern kein genveränderter Hopfen verwendet. Machen die nun auch alle Bio- Bier? Oder betreibt der erwähnte Hersteller Etikettenschwindel?

Immerhin gibt es auch Hersteller, die gerade aus Gründen der Vernunft auf „Öko“- oder „Bio“-Siegel verzichten. Kürzlich bei einer Weinprobe in Dresden: Eine der anwesenden Frauen fragte den Winzer, warum er nicht auf die Produktion von „Bio“-Wein umsteigt? Der Winzer fragte zurück, was „Bio“ denn sei? Und erklärte dann, dass ausgerechnet Weinanbau regelrecht das Gegenteil ökologischer Landwirtschaft sei, denn er verändert ja massiv die Landschaft und das dortige Mikroklima, außerdem sei es eine absolute Monokultur. Und um den Einsatz bestimmter Chemikalien kommt man beim Weinanbau einfach nicht herum. Diese Ehrlichkeit fand ich sehr angenehm.

Aber diese Frage sollte man sich vielleicht ganz allgemein öfter stellen: Was ist denn „Bio“ überhaupt? Vielleicht sollte man das endlich einmal etwas schärfer abgrenzen, besser definieren und der Sache dann einen logischeren Namen verpassen.

7 Kommentare:

  1. Für mich ist Bio vor allem ein Zeichen für ordentliche Anbaubedingungen – aber ethisch korrekte(r) Anbau / Herstellung ist nämlich weitaus wichtiger als die bloße Abwesenheit von $schadstoff.

    Biofleisch kaufen zum Beispiel ergibt nur einigermaßen Sinn, denn die Tiere werden ja trotzdem geschlachtet. Und auf Biosüdfrüchte (oder Sojaprodukte) sollten noch viel mehr Menschen verzichten.

  2. Aus diesen Gründen ist’s wohl auch nicht so sinnvoll, zu den Bioprodukten vom Discounter zu greifen; außer, wenn sie einigermaßen aus unserer Gegend stammen. Denn z.B. der Kakao für Billigbioschokolade wird da wohl trotzdem von Kindern von den Bäumen geholt.

  3. Bio vor allem ein Zeichen für ordentliche Anbaubedingungen

    Dann sollte man es aber auch im Sinne dieser Aussage korrekt so bezeichnen. Mit den Arbeitsbedingungen und Ethik hat „Bio“ ja nun wirklich nichts zu tun – da wäre „fair trade“ sinnvoller.

  4. Ich halte das „BIO“-Siegel auch nicht für sehr sinnvoll – doch naja, der Mensch bzw. die Regierung braucht eben Label 🙂

    Discounter-„Bio“ is sowieso voll albern bzw. – etwas offener ausgedrückt „Verarsche“ 😉 … da steht immer drauf „Hergestellt für … netto, LIDL etc.“ … wenn man nicht mal offen sagen kann, WO es hergestellt wurde, dann sollte man es besser lassen.

    Für mich ist BIO – möglichst regional*, wenig Dünger und faire Arbeitsbedingungen … hmm, da fehlt evtl. noch etwas – ich überlege nochmal …

    * und ja, Rotwein darf auch weiterhin aus Frankreich oder Portugal kommen 🙂

  5. Ja, das mit dem Rotwein stimmt allerdings. Da akzeptiere ich sogar die noch längeren Transportwege aus Südafrika 🙂

  6. du bist ein Troll wie er im Buche steht, alle Wahrheiten schlecht reden/schreiben, wie weit muss man da manipuliert sein frage ich mich ? einfach nur traurig…

    jeder der klar denken kann merkt, das deine Seite nur einen Zweck erfüllt, die Menschen noch mal zu spalten, die bereits den Weg des Erwachens gehen
    Viele Grüsse
    Erik

  7. @Erik: Schade, dass Du das so messerscharf erkannt hast. Und dabei gebe ich mir wirklich Mühe, diesen Zweck meiner website zu verschleiern. Ich werde mich bei meinem Arbeitgeber, der Geheimen Weltregierung doch wieder einmal zu einer Weiterbildung anmelden, in der wir bezahlten Blogger über bessere Verschleierungsmethoden informiert werden.

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