Apple: Beinahe hätte eine viel größere Klagewelle gedroht

Alle reden momentan über Samsung. Aber die Weltwirtschaft sollte froh sein, dass es für sie so glimpflich ausging. Warum, kann ich gern erklären:

Da ich dank meiner selbstentwickelten App „Ceran-Feld 1.0“ bald zu einem der wichtigsten Geschäftspartner für Apple wurde, erhielt ich irgendwann einmal eine Designstudie des damals ebenfalls geplanten „iPad Öko“. Man hatte in Cupertino bemerkt, dass durch meine App hier diverse Hitze-Probleme auftraten was eine gewisse Entzündungsgefahr des Holzgehäuses mit sich brachte.

Da ich das Problem nicht lösen konnte (gerade als Blogger hat man ja auch nicht für jeden Kleinkram Zeit) und die App für Apple zu wichtig war, stellte man die weitere Entwicklung dieses Modells logischerweise wieder ein. Interessant ist aber das – für damalige Ansätze revolutionäre – gestalterische Detail am Rand:

Quelle für Bildmaterial: CC-Lizenz von http://www.3gstore.de/

Dort sollte sich ein Element zum Anfassen befinden – ein sogenannter „Griff“. Dieser Griff hätte nicht nur die gesamte Computertechnik und Unterhaltungselektronik revolutioniert sondern auch unser gesamtes Leben auf ein völlig neues Niveau gehoben … aber es ist ja eine Apple-Erfindung, also muss man das nicht jedes Mal wieder erwähnen. Jedenfalls hätte das leider zu folgendem Problem geführt: Griffe gab es – genau wie abgerundete Ecken – zwar auch vorher schon, aber Apple hätte logischerweise das Patent darauf angemeldet. Wenn die anderen Hersteller diesen wichtigen Schritt so lange verschlafen hatten, war das nicht das Problem von Apple. Und leider hätte Apple ab sofort jeden Hersteller eines Produktes verklagen müssen, der solche gestalterische Elemente auch einzusetzen gedachte. Jedes Gericht der Welt – oder zumindest jedes aus Kalifornien – hätte Apple da Recht gegeben. Zuerst hätte man die Hersteller von Frühstücksbrettern verklagen müssen, da diese die Form ihrer Produkte in einer geradezu unverfrorenen Weise von Apple kopierten (und das sogar schon vor dem „iPad Öko“!). Übrigens braucht heute ohnehin kein Mensch noch Schneidebretter – selbst dafür lassen sich iPads viel besser einsetzen. Um den Wirtschaftszweig wäre es also nicht schade gewesen.

Da aber von einem bei Apple speziell eingesetzten Team bald herausgefunden wurde, dass Griffe bei erstaunlich vielen Produkten aus allen Lebensbereichen eingesetzt werden, entschloss sich die Firma, auf ihre Erfindung zu verzichten. Die Verantwortung, durch leider notwendige Klagen große Teile der Weltwirtschaft durch Anwaltskosten absehbar in den Ruin zu treiben, wog einfach zu schwer. Aus diesem Grund verschwand nicht nur das „iPad Öko“, sondern mit ihm auch der iGrip im Archiv.

So, nun wisst Ihr Bescheid. Deshalb sollte nun auch einmal wieder Schluss sein mit dem Gejammer über Apple und die angeblich so „bedauernswerte Firma Samsung“ – es hätte viel schlimmer für uns alle kommen können!

2 Kommentare:

  1. Ein ähnliches Beispiel ist ja der iMer von Apple 😉

  2. Ja, der wurde ja auch nicht herausgebracht, weil man die Verantwortung nicht übernehmen konnte. Er muss in Cupertino noch irgendwo im Besenraum stehen.

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